Donaukurier

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Donaukurier
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Donaukurier Verlagsgesellschaft mbH & Co KG
Erstausgabe 11. Dezember 1945
Erscheinungsweise Mo–Sa
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2016, Mo–Sa)
86.488 Exemplare
Reichweite (MA 2006) 0,21 Mio. Leser
Chefredakteur Claus Liesegang
Herausgeber Georg Schäff
Weblink www.donaukurier.de
ZDB 1477609-1

Der Donaukurier ist eine 1945 gegründete deutsche regionale Tageszeitung mit Sitz in Ingolstadt. Das 1872 gegründete Vorgängerblatt befand sich seit 1935 im Besitz der Familie Liebl/Reissmüller, die auch heute noch mit Georg Schäff den Herausgeber stellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschrift Reissmüllers

Das Blatt erhielt seine Zulassung durch den US-Presseoffizier David Davidson und erschien als Lizenzzeitung erstmals am 11. Dezember 1945.[1] Lizenzträger war zunächst Joseph Lackas, der Bruder des Verlegers Matthias Lackas. Lackas galt nach Einschätzung der US-Militärregierung als CSU-nah, ohne jedoch deren Mitglied zu sein.[1] Der Donaukurier erschien wie fast alle bayerischen Lizenzblätter anfangs nur jeden zweiten Werktag und hatte 1948 eine Auflage von 66.700 Exemplaren.[1] Mit dem Ende der Lizenzpflicht im Jahr 1949 wurde Wilhelm Reissmüller (Schwiegersohn und ehemaliger Verlagsleiter des Donauboten-Herausgebers Ludwig Liebl) Mitherausgeber, 1951 alleiniger Herausgeber des Donaukuriers. Nach seinem Tod im Jahr 1993 übernahm seine Frau Elin Reissmüller die Herausgeberschaft. Von 2004 bis zu ihrem Tod 2009 teilte sie sich diese mit ihrem Enkel Georg Schäff, der diese nunmehr alleine ausübt. Der Donaukurier beruft sich auf die Tradition der 1872 gegründeten und 1935 vom Donauboten aufgekauften katholisch-konservativen Ingolstädter Zeitung und hat heute eine bürgerlich-liberale Ausrichtung. So protestierte man in der Ausgabe vom 3./4. November 2007 mit einer geschwärzten Titelseite[2] gegen Einschränkungen von Grundrechten und Pressefreiheit.[3] Die Demokratie befände sich dank Reglementierungswut der Regierungsverantwortlichen auf Landes-, Bundes- und Europaebene am Rande der Auflösung. Die Aktion stieß überwiegend auf positive Resonanz.[4] Zur Globalen Überwachungs- und Spionageaffäre erschien am 29./30. Juni 2013 ein „Offener Brief“ an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten, verbunden mit einem Appell zur Beachtung des Rechts auf Privatheit und Datenschutz.[5] Während man in den letzten Jahren das Netz der Lokalredaktionen verdichtete (so kamen Büros Kösching und Manching hinzu), wurde das Redaktionsbüro in der nahen Landeshauptstadt München geschlossen.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Blatt hat im Gegensatz zu den meisten deutschen Tageszeitungen seine Auflage halten können. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 1 Prozent gestiegen.[6] Sie betrug im 3. Quartal 2015 86.488 Exemplare.[7] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 91,3 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[8]


Firmengruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Donaukurier-Gebäude in Ingolstadt, davor die vom Herausgeber Wilhelm Reissmüller geschaffene Brunnenskulptur

Anfänglich wurden Zeitungsverlag, Druckerei und der vom Donauboten übernommene Buchladen in der Donau Kurier Verlagsgesellschaft, A. Ganghofer’sche Buchhandlung und Courier Druckhaus KG geführt, deren Gesellschafter die Eheleute Reissmüller waren.[9] 1973 wurde eine im Familienbesitz befindliche GmbH alleinige Komplementärin,[9] 1975 übernahm der Süddeutsche Verlag 25 % der Kommanditanteile,[9] je 37,5 % hielten die Eheleute Reissmüller.[9] 1978 wurde die Firma entsprechend der Rechtsform in Donau Kurier Verlagsgesellschaft, A. Ganghofer’sche Buchhandlung und Courier Druckhaus GmbH & Co KG geändert.[9] Nach Wilhelm Reissmüllers Tod gingen 1994 knapp 26 % seiner Kommanditanteile an seine Witwe, der Enkel Georg Schäff erhielt knapp 12 %.[9] 2001 wurden aus dem Stammunternehmen drei Teilbereiche ausgegliedert:

  • Donaukurier Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG[10]
  • Courier Druckhaus GmbH & Co KG[11]
  • A. Ganghofer'sche Buchhandlung GmbH & Co. KG[12]

Deren Kommanditanteile hielt jeweils die Muttergesellschaft[10][11][12] 2004 übertrugen Witwe und Enkel ihre Anteile an dieser auf die Reissmüller Familienstiftung GmbH & Co. KG,[9] deren Kommanditanteile sie zu je 50 % hielten.[13] Kurz darauf übernahm Georg Schäff den 25-%-Anteil des Süddeutschen Verlags,[9] veräußerte ihn jedoch bereits 2005 wieder an die Schweizer GS Capital AG.[9] Die Muttergesellschaft firmierte 2006 um in DK Holding GmbH & Co. KG.[9] Bereits 2002 hatte die Muttergesellschaft alle Anteile an dem örtlichen Buchhandelskonkurrenten Bücherzentrum Schönhuber GmbH übernommen, 2008 beteiligte man Hugendubel mit 50 % daran und firmierte in Ganghofer GmbH um.[14] Die bisherige A. Ganghofer'sche Buchhandlung GmbH & Co. KG selbst löste man samt Hauptfiliale auf,[12] ihre Filialen im Ingolstädter Westpark und Neuburg an der Donau werden von der Ganghofer GmbH fortgeführt. Im Juli 2011 übernahm Hugendubel alle Anteile daran,[15]

Michael Schäff, Bruder des DK-Herausgebers und Juniorchef des Getränkeherstellers Schäff, hat in den letzten Jahren die Mehrheitsanteile am Ingolstädter Regionalsender intv übernommen, an dem auch der Donaukurier beteiligt ist.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Print[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Donaukurier erscheint in sieben Printausgaben mit unterschiedlichem Lokalteil:

Bezeichnung der Lokalausgabe Verbreitungsgebiet
Aichacher Zeitung nordöstlicher Landkreis Aichach-Friedberg, Aichach
Eichstätter Kurier nordwestlicher Landkreis Eichstätt, Eichstätt
Donaukurier Ausgabe A Ingolstadt, näheres Umland von Ingolstadt, Vohburg, Neuburg an der Donau
Donaukurier Ausgabe B nordöstlicher Landkreis Eichstätt, Beilngries, Riedenburg
Hilpoltsteiner Kurier südlicher Landkreis Roth, Hilpoltstein, Greding
Pfaffenhofener Kurier mittlerer Landkreis Pfaffenhofen, Pfaffenhofen, südwestlicher Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Schrobenhausener Zeitung Schrobenhausen, Hallertau, auch Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

Während man in den letzten Jahren das Netz der Lokalredaktionen verdichtete (so kamen Büros Kösching und Manching hinzu), wurde das Redaktionsbüro in der nahen Landeshauptstadt München geschlossen. Vom dortigen Redakteur Jürgen Fischer hatte man sich ohnehin nach dem Bundestagswahlkampf 2009 im Unfrieden getrennt, nachdem dieser als persönlicher Vertrauter Horst Seehofers zu unkritisch über dessen Politik berichtet hatte.[16]

Digital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 ist der Donaukurier mit einer Internetausgabe unter der Adresse www.donaukurier.de im Netz präsent. Die aktuelle Homepage existiert seit 2007. Seit 2011 sind die meisten der lokalen bzw. exklusiven Inhalte auf donaukurier.de nur noch für Abonnenten bzw. zahlende Kunden zugänglich. Im April 2014 gingen eine Tablet-WebApp und eine Smartphone-WebApp online. Der Donaukurier ist auf Facebook, Twitter und Instagram vertreten.

Ehemalige Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Puetzfeld (Dezember 1945 bis September 1946)
  • Joseph Lackas (bis April 1951)
  • Norbert Mayer (bis Oktober 1967)
  • Karl Ernst Roessler (bis Februar 1985)
  • Erhard Heinzmann (bis Dezember 1992)
  • Friedrich Kraft (1993 bis 2003)[17]
  • Michael Schoepperl (2004)[18]
  • Michael Schmatloch (2004 bis 2011)[19]
  • Gerd Schneider (Februar 2011 bis September 2014)[20]

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Office of the Military Government for Germany (U.S.) (Hrsg): The German Press in the US occupied Area 1945-1948, Special Report to the Military Governor, November 1948, prepared by Information Services Division, S. 10 Originaldokument auf den Seiten der History Collection der University of Wisconsin
  2. Geschwärzte Titelseite der Regionalausgabe Eichstätter Kurier
  3. Massiver Eingriff in die Grundrechte der Bürger
  4. Überwiegend positive Resonanz bei den Lesern
  5. [1] (PDF; 108 kB)
  6. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  7. laut IVW, zweites Quartal 2016, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  8. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  9. a b c d e f g h i j Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1
  10. a b Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1402
  11. a b Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1403
  12. a b c Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1401
  13. Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1586
  14. Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRB 1588 und zugehörige Gesellschafterlisten ab 2002
  15. Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt, Gesellschafterliste zu Blatt HRB 1588 vom 19. August 2011
  16. Peter Fahrenholz: CSU-Sprecher Jürgen Fischer - Die Stimme seines Herrn, SZ vom 4. November 2012
  17. Michael Schmatloch Chefredakteur des „Donaukuriers“. Mitteilung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) vom 1. Oktober 2004
  18. Michael Schmatloch Chefredakteur des „Donaukuriers“. Mitteilung des BDZV vom 1. Oktober 2004
  19. Gerd Schneider ersetzt Michael Schmatloch. Kress Mediendienst, 25. Februar 2011
  20. Donaukurier-Verleger Schäff trennt sich von Chefredakteur Gerd Schneider, Meedia, 25. September 2014