Manching

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Manching
Manching
Deutschlandkarte, Position des Marktes Manching hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 11° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Höhe: 366 m ü. NHN
Fläche: 35,45 km2
Einwohner: 12.317 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 347 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85077
Vorwahl: 08459
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 137
Adresse der
Marktverwaltung:
Ingolstädter Str. 2
85077 Manching
Webpräsenz: www.manching.de
Bürgermeister: Herbert Nerb (FW)
Lage des Marktes Manching im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
Ingolstadt Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Dachau Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Baar-Ebenhausen Ernsgaden Geisenfeld Gerolsbach Hettenshausen Hohenwart Ilmmünster Jetzendorf Manching Münchsmünster Pfaffenhofen an der Ilm Pörnbach Reichertshausen Reichertshofen Rohrbach (Ilm) Scheyern Schweitenkirchen Vohburg an der Donau WolnzachKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Manching ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und liegt südöstlich von Ingolstadt. Der Ort kann auf eine jahrtausendelange Siedlungsgeschichte zurückblicken. In seiner Nähe befindet sich heute eine Einrichtung für Testflüge Fliegerhorst Ingolstadt/Manching bestehend aus der Wehrtechnischen Dienststelle 61 der Bundeswehr für Luftfahrzeuge und dem Werksgelände von Airbus Defence and Space, einem Teil der Airbus Group.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manching liegt in der Region Ingolstadt und besteht aus den Ortsteilen Manching, Oberstimm, Niederstimm, Pichl, Forstwiesen im Feilenmoos, Westenhausen, Lindach und Rottmannshart. Durch den Ort fließt die Paar der nördlich gelegenen Donau zu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. bestand ein keltisches Oppidum beim heutigen Manching. Die Pfarrkirche Peter befindet sich mit ihrem Ostteil auf einer noch heute erkennbaren Bodenerhebung, die nordsüdlich ausgerichtet, in einem Abstand von rund 70 Metern, das Ufer der Paar begleitet. Diese Bodenerhebung wurde trotz mancher Zweifel als letztes Relikt des westlichen keltenzeitlichen Ringwalles postuliert. Im Sommer 1963 waren bei Kanalisationsarbeiten in der Pfarrer-Frey-Straße drei Meter tief Steinlagen einer nordsüdlich verlaufenden Trockenmauer angeschnitten worden. Das Format dieser Steine entsprach denen der bekannten keltischen Ringwallfront.[2]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merowingerzeitliche Gräber wurde möglicherweise bereits im 19. Jahrhundert auf dem Gemeindegebiet von Manching entdeckt, doch sind diese frühen Funde meist schlecht bis sehr schlecht dokumentiert. Eine genauer einzuordnende Entdeckung ist aus dem Jahr 1913 überliefert. Damals wurden bei Ausschachtungsarbeiten für die Kanalisation in der Geisenfelder Straße unmittelbar südlich der katholischen Kirche St. Peter Gräber ausgehoben, wobei zu einer Bestattung ein „Säbel“ (wohl ein Sax oder eine Spatha) gehörte.[3] Modernen wissenschaftlichen Maßstäben genügen fünf merowingische Gräber, die in den Jahren 1988 und 1991 bei Grabungen zu Tage kamen. Sie mussten Neubauten an der Münz- und Geisenfelder Straße weichen.[4] Die datierbaren Fundstücken konnten dem 6. und 7. Jahrhundert zugeordnet werden.[5]

Am linken Ufer der Paar, im Ortsbereich von Manching, wurden Spuren einer abgegangenen Besiedlung durch den Ingolstädter Geschichtsinteressierten Josef Reichart als frühmittelalterliche Niederschläge identifiziert. Unweit des „Steinbichels“ waren von Äckern und aus Kiesgruben nördlich der Hauptstraße Lesefunde zusammengetragen worden. Diese bestanden aus Keramik, Webgewichten, Eisenschlacken und Fragmenten von Tondüsen. Der Prähistoriker Wolfgang Hübener (1924−2015) datierte die Keramik in das 7. bis 8. Jahrhundert.

Eine erste Erwähnung findet das frühmittelalterliche Manching am 4. April 844 n. Chr. als „Mandechingon“. Damals beschenkte Ludwig der Deutsche (ca. 806−876) das Benediktinerkloster Sankt Emmeram in Regensburg mit einem Gut in Manching.[6]

Bei massiven Umbau- und Abbrucharbeiten an der Kirche St. Peter nach dem Zweiten Weltkrieg, fanden sich Fundamente eines karolingischen Gotteshauses. Die 1955 durch den vom Landesdenkmalamt beauftragten Grabungstechniker Wilfried Titze († 1992) aufgedeckten Befunde wurden nach ihrer Dokumentation vollständig überbaut. Die heutige Kirche weist einschließlich des weitgehenden Neubaus von 1956/1957 drei Bauphasen auf. So ist der älteste Teil als spätromanische Chorturmanlage anzusprechen. Diesen Bereich umfasst neben dem Unterbau des Kirchturms, in dem sich ursprünglich der Altarraum befand, auch das anfangs flach gedeckte Langhaus. Bei dem spätgotischen Umbau in der Zeit um 1510 wurde dieser Bereich erhöht, eingewölbt und zum Chorraum der Kirche umgestaltet. Ein neues, repräsentatives Langhaus, das 1955 abgebrochen wurde, schloss sich nun an den Altbau an.[7][8]

Das zum Amt Werde gehörende Manching (Menichingen) bildete 1231/1234 ein eigenes Schergenamt, zu dem nur die Vogteien Manching und dessen Filialdorf Pichl (Puheln) zählten.[9] Noch im 13. Jahrhundert verlor Manching das Schergenamt wieder und kam mit Pichl zum Amt Vohburg.[10]

Ludwig der Strenge (1229−1294) beschenkte am 20. März 1264 mit Zustimmung des Augsburger Bischofs Hartmann von Dillingen († 1286) das Stift Münchsmünster mit dem Patronatsrecht über die Pfarrkirche von Manching unter Vorbehalt des herzoglichen Vogteirechtes. Die Pfarre hatte dem Stift bereits früher gehört, war aber später entfremdet worden.[11]

Für Manching ist auch ein Ministerialengeschlecht bezeugt. Dies bestätigt eine Urkunde aus dem Jahr 1347, die einen Hanns von Maenichingen erwähnt.[6] Höchstwahrscheinlich bestand in Manching eine Burg, die jedoch weder durch Quellen noch archäologisch belegt ist. Mit der in den Wittelsbacher Teilungsverträgen von genannte „Burg Mänching“ ist die Anlage in Merching gemeint.[12] Als Standort der mutmaßlichen Manchinger Veste wurde stets der Burgstall Schloßberg (auch „Schlössl“ genannt) angenommen.[6]

Im Jahr 1472 stiftete der damalige Pfarrer von Manching, Wilhelm Heuberger, eine Messe für die St.-Moritz-Kirche in Ingolstadt. Die von dem Moritzer Pfarrer genehmigte Stiftung war für einen Altar der heiligen Petrus und Johannes in einer Kapelle der Kirche vorgesehen.[13]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1505 gehörte Manching zum Herzogtum Neuburg-Sulzbach und zum Landgericht Reichertshofen. Seit 1777 war das Pfarrdorf Teil des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im ausgehenden 16. Jahrhundert, zur Zeit des protestantischen Neuburger Pfalzgrafen Philipp Ludwig (1547−1614), herrschte in Manching der Aberglaube, die Schwindsucht könne dadurch geheilt werden, dass Nägel und Haare eines Kranken in einem Feld vergraben und daraufhin fünf Vaterunser gesprochen werden müssten.[14] Derselbe Graf ließ im Jahr 1604 die zumeist kunstvoll gefertigten Sakramentshäuschen in den Kirchen seines Territoriums abbrechen. So auch jenes in der Kirche von Manching. Mit dieser Zerstörung ging auch ein Bildersturm einher. So wurde in St. Peter das Altarbild sowie die neben der Skulptur des Gekreuzigten angebrachten Schächer entfernt.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Jahr 1802, lebten in Manching zwei Brauer, ein Wirt, zwei Müller, ein Krämer, Bäcker, Metzger und andere. Zusammen umfasste das Pfarrdorf 120 Haushalten. Trotz seiner Größe besaß Manching nur ein geringes Steueraufkommen von 414 Gulden, 19 Kreuzern und etwas mehr als vier Heller. Dies lag zu dieser Zeit daran, dass dort, im Bereich von minderwertigeren Böden nur Kleinsöldner und Häusler lebten. Dazu kamen noch viele Fischer, die sich ihren Lebensunterhalt an der Paar verdienten, die durch Manching zur Donau hin fließt. Die Fischer waren es auch, die sich des öfteren anhaltende, teils gewaltsam ausufernde Feindschaften mit den Fischern aus Ingolstadt lieferten, die manchmal auch aktenkundig wurden.[15] Im Jahr 1817 umfasste Manching bereits 136 Häuser mit 600 Einwohnern.[16]

Zum Tode des erst 1821[17] bestellten Pfarrers Heinrich Kirchberger am 19. Mai 1825 stand eine Neubesetzung des im Dekanat Neuburg gelegene Dorfes an. Zu diesem Zeitpunkt gehörten neben Manching auch die Dörfer Niederstimm, Pühl (Pichl) und Lindach sowie die Einöde Rathmanshof (Rottmannshart) zum kirchlichen Einzugsgebiet. Laut der durch die Staatsregierung bekanntgegebenen Ausschreibung der Pfarrstelle ermöglichten die insgesamt 845 Einwohner ein auf 1197 Gulden und 25½ Kreuzern beziffertes jährliches Einkommen.[18] Zehn Jahre später wurde nach der Versetzung des Manchinger Pfarrers Johann Nepomuk Schmid die Pfarrstelle mit Schule erneut ausgeschrieben. Die nun 1023 Katholiken ermöglichten dem neuen Pfarrer jährliche Einnahmen von nun 870 Gulden und 18 ½ Kreuzern, wobei 200 Gulden und 27 Kreuzer das ständige Gehalt des Pfarrers ausmachten. Durch einen damals gerade laufenden Prozess der Pfarrei um einen Kleinzehnt in Niederstimm war ein Teil des Gesamtertrages noch nicht berechenbar.[19]

Bereits 1856 war die Feuerwehr von Manching in der Lage, auch auswärts gelegenen Gemeinden im Brandfall Unterstützung zu bieten, wie der Münchener Bote berichtete. Im März 1956 brach in Weichering ein Großbrand aus, der mehr als 40 Familien um ihre Habe brachte. Neben Manching kamen auch die Spritzen von Reichertshofen, Pörnbach und Zuchering zum Einsatz.[20]

Im Jahre 1868 hatte der Ort 835 Einwohner bei 421 Gebäuden. Er besaß eine Kirche (Sankt Peter) sowie eine Schule.[21] Bereits 1876 hatte sich die Einwohnerzahl auf 1025 Personen erhöht.[22]

Eine der ersten bayerischen Kriminalfallaufnahmen zeigt Eduard Gänswürger wenige Stunden nach seiner Ermordung.

Von 1871 bis 1873 erfüllten die beiden Raubmörder Ferdinand Gump (1844−1873) und Eduard Gänswürger (1843−1873) die Menschen im altbayerischen Donaumoos mit Schrecken. Als Gump seinen Spießgesellen Gänswürger umgebracht hatte, geriet 1873 kurzfristig auch ein Manchinger Fischteichbesitzer in Verdacht, einen Raubmord an dem Raubmörder begangen zu haben, da bei ihm die Uhr des Gänswürgers gefunden wurde.[23] Gänswürgers Leiche war auf Befehl der Obrigkeit nach Manching verbracht worden, wo der herbeigerufene Photograph, der Knopfmacher Franz-Xaver Sölch aus Ingolstadt, eine der erste bayerischen Kriminalfallaufnahmen anfertigte. Die Nachricht vom Tod des Gänswürgers verbreitete sich in Windeseile und von nah und fern pilgerten Schaulustige nach Manching. Der Raubmörder wurde fast fünf Tage lang öffentlich zur Schau gestellt, bevor seine Leichenschau stattfand.[24]

Im Jahr 1873 waren etliche Dächer im Dorf offensichtlich noch mit Stroh gedeckt. Dies geht aus Meldungen der Augsburger Postzeitung und der Neuen Ingolstädter Zeitung hervor, die berichtet, dass damals in Manching im Stadel eines Söldners ein Feuer ausbrach, das den ganzen Ort durch Funkenflug bedrohte. Nur durch den Einsatz aller verfügbaren Bewohner konnte ein Flächenbrand verhindert werden. Die Männer nahmen auf den umliegenden Häusern Stellung und begossen diese unaufhörlich mit Wasser, das aus der Paar und den vor den Häusern liegenden Brunnen geschöpft wurde. Nur das strohgedeckte Wohnhaus des Söldners, ein weiteres Wohnhaus sowie die zu den beiden Anwesen gehörenden erntegefüllten Stadeln, von denen zumindest einer mit Hohlziegeln gedeckt war, brannten ab. Die beiden betroffenen bäuerlichen Familien konnten auf keinerlei Schadensersatz hoffen, da sie keine Mobiliarversicherung abgeschlossen hatten.[25][26] In denselben Berichten wird auch erwähnt, dass die Cholera auf dem Lande um sich griff und noch am 25. August desselben Jahres wurden zwei Krankheitsfälle in Manching amtlich.[27]

Am 15. Mai 1875 wurde die Bahnlinie Augsburg−Ingolstadt, sowie die zwischen Ingolstadt und Vohburg gelegene Station Manching dem Zugverkehr übergeben.[28] In diesem Zuge wurde am 1. Juni desselben Jahres eine Postexpedition an der Station Manching eröffnet.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forts VIII der Landesfestung Ingolstadt, das auch als Zwischenwerk Manching bekannt war, wurde während des Ersten Weltkriegs als Kriegsgefangenenlager genutzt. Unter den Insassen war dieses Lager unbeliebt, da sie morgendlich rund acht Kilometer marschieren mussten, um zu ihren landwirtschaftlichen Arbeitsstellen zu gelangen.

Im Jahr 1933 wurde der Kaplan von Manching, Gottfried Kohler, im nationalsozialistischem Donauboten angeschuldigt, immer wieder als Gegenredner zu NS-Versammlungsrednern aufzutreten und der Pfarrvikar Anton Traut wurde 1938 aufgrund der im Religionsunterricht in der Schule gemachten Bemerkung: „Hitler ist der größte Kriegshetzer“ durch den Bezirksoberamtmann Alfred Straßer in Ingolstadt verhört. Der Manchinger Pfarrer Heinrich Kalb verweigerte 1942 einen „Heldengottesdienst“ für einen exkommunizierten Gefallenen, was ihm Drohungen durch den Bürgermeister einbrachte.[29]

Der Bau der Autobahn München-Nürnberg 1935 und der Bau des Fliegerhorstes Manching mit Garnison brachten dem Ort einen Aufschwung.[30] Erstmals kamen mit dem Bau des Flugplatzes auch evangelische Christen in größerer Zahl nach Manching. Weiterer Zuzug erfolgte nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches durch Vertriebene. Ein erster fester Kirchenbau, der 1993 unter Denkmalschutz kam, wurde am 20. Juli 1958 eingeweiht. Der Platz befindet sich an der Stelle des von den US-Amerikanern nach dem Krieg gesprengten Forts VIII. An dieser Stelle waren kurz vor Kriegsende 1945 deutsche fahnenflüchtige Soldaten aus dem Wehrmachtsgefängnis München-Stadelheim konzentriert worden. Über sie urteilte das Kriegsgericht der 1942 in München aufgestellte Division Nr. 467, das ebenfalls hierher verlegt worden war. Nach den Urteilsverkündungen wurden insgesamt 25 Hinrichtung wegen Desertion, unerlaubter Entfernung und Selbstverstümmelung vorgenommen.[31] Dieser Hintergrund war eine wesentliche Überlegung, den Kirchenbau, die Friedenskirche, aus den Trümmern des Forts hier zu errichten. Architekt dieses Bauwerks war Olaf Andreas Gulbransson (1916−1961), der Sohn des Zeichners und Malers Olaf Gulbransson (1873–1958).[32]

Von 1956 bis 1957 war bereits die Pfarrkirche St. Peter umgebaut und erweitert worden.[33] Bei den Planungen zu diesem massiven Umbau wurde ohne Rücksicht auf den historischen Bau das gotische Langhaus abgebrochen und ein beträchtlich vergrößerter Neubau mit hölzernem Tonnengewölbe errichtet. Damit der romanische Turm proportional zu diesem Neubau paßte, wurde dieser 1956 um den Bereich der Turmuhr aufgestockt.[7] Dem neuen Kirchenschiff dient der romanisch-gotische Chor auch als Tabernakelraum. Im Jahr 1994 wurde der Innenraum restauriert, der Außenbereich folgte im Jahr 2000.[8]

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2017 begann die Kernsanierung und Erweiterung des Pfarrhauses. Im Zuge dieser Maßnahmen soll auch das nach dem Krieg errichtete Pfarrheim abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die vom Landesdenkmalamt beauflagten Flächen rund um diese Neu- und Umbauten werden seit April von Archäologen untersucht. Dabei wurden auch Keller und Fundamente des alte, nach dem Krieg abgebrochenen Pfarrhauses freigelegt. Dieses lag unmittelbar vor dem Zugang zum heutigen Pfarrhaus.[34]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1962 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Unsernherrn eingegliedert. Am 1. Januar 1971 kam Niederstimm hinzu. Pichl folgte am 1. Januar 1972.[35] Im Jahr 1978 kamen noch Westenhausen am 1. Januar und Oberstimm am 1. Mai hinzu.[36]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freie Wähler Manching: 9 Sitze
  • CSU: 7 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • Unabhängige Wähler: 3 Sitze

(Quelle unter[37])

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1888–1912: Johann Nerb sen.
  • 1912–1928: Josef Münzhuber
  • 1928–1933: Johann Nerb jun.
  • 1933–1945: Johann Schranz
  • 1946–1952: Johann Nerb jun.
  • 1952–1956: Albert Huber
  • 1956–1960: Adalbert März
  • 1960–1966: Michael Raith
  • 1966–1984: Johann Stutz, CSU
  • 1984–2002: Albert Huch, Freie Wählergemeinschaft
  • 2002–2008: Otto Raith, CSU
  • seit 2008 : Herbert Nerb, Freie Wähler e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Manching führt seit 1955 ein Wappen. Die Blasonierung lautet: „Gespalten von Silber und Blau; vorne ein aufrecht stehender schwarzer Schlüssel, hinten ein vorgeschichtlicher goldener Verschlusshaken in Pferdekopfform.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedenskirche

Die Friedenskirche gilt als ein gelungenes Werk des Architekten Olaf Andreas Gulbransson.

Kelten-Römer-Museum Manching

Das Kelten-Römer-Museum zeigt Exponate aus der Zeit der Kelten und Römer aus dem Raum Manching.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus Group: in Manching befinden sich die Entwicklung und das Werk des Airbus Group-Geschäftsbereiches Airbus Defence and Space (ehemals Cassidian) mit derzeit ca. 4500 Mitarbeitern, dessen Zentrale im Dezember 2008 von Ottobrunn nach Manching verlegt wurde. Hier wurde der Prototyp des Eurofighters hergestellt. Derzeit befindet sich hier die Endmontage aller Eurofighter für die deutsche Luftwaffe sowie die Fertigung des Rumpfteils für alle Eurofightermodelle. Airbus Defence and Space nutzt den Flugplatz der Wehrtechnische Dienststelle 61 mit, dessen südliche Landebahn (07R/25L) mit 2940 m Länge und 60 m Breite zu einer der größten in Europa zählt und als offizielle Notlandebahn für das amerikanische Space Shuttle-Projekt ausgewiesen war.

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft elf, im produzierenden Gewerbe 2116 und im Bereich Handel und Verkehr 234 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1420 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 3.890. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier Betriebe, im Bauhauptgewerbe elf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 84 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1950 ha, davon waren 1661 ha Ackerfläche und 279 ha Dauergrünfläche.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mit seiner Wehrtechnischen Dienststelle 61 (WTD 61) auf dem Fliegerhorst Ingolstadt/Manching ist einer der größten Arbeitgeber der Marktgemeinde.

In Manching liegt auf dem Gelände der früheren Immelmann-Kaserne und an drei anderen Standorten das bundesweit erste Lager für Schnellabschiebungen, die „Ankunfts- und Rückführungseinrichtung I“. Sie wurde am 1. September 2015 eröffnet und geht auf einen Beschluss der bayerischen Staatsregierung zurück.[38][39] Dort sind Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive untergebracht, meist aus Balkanstaaten. Sie werden teils abgeschoben, teils kehren sie freiwillig in ihre Heimatländer zurück. In Manching gibt es noch weitere Behörden, die für ähnliche Angelegenheiten zuständig sind.[40][41]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten: 323 Kindergartenplätze mit 367 Kindern
  • Grundschulen: zwei
  • Hauptschulen: zwei (5–6, 7–9) mit 46 Lehrern und 866 Schülern
  • Realschule am Keltenwall mit 72 Lehrern und 1010 Schülern

(Stand: 2010)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manching liegt an der Donautalbahn. Der Bahnhof wird von den Zügen allerdings ohne Halt durchfahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Sievers: Manching. Die Keltenstadt. Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1765-3.
  • Dorothea van Endert: Die Bronzefunde aus dem Oppidum von Manching. Steiner, Wiesbaden 1991, ISBN 3-515-05776-5.
  • Gerhard Jacobi: Werkzeug und Gerät aus dem Oppidum von Manching. Steiner, Wiesbaden 1974, ISBN 3-515-01798-4.
  • Elisabeth Bauer: Küchenduft und Orgelklang. Leibspeisenkochbuch mit Schmankerl aus Manching in Oberbayern. 1999, ISBN 3-930888-73-4.
  • Siegfried Hofmann: Zu den Baumaßnahmen in den Kirchen Manching und Ebenhausen zu Beginn des 16. Jahrhunderts. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt 87 (1978), S. 356−361.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Werner Krämer, Franz Schubert: Die Ausgrabungen in Manching, Bd. 1, Steiner, Wiesbaden 1970, S. 27.
  3. Timm Weski: Merowingerzeitliche Gräber aus Manching In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, Bd. 101 (1992), S. 27−35; hier: S. 30.
  4. Timm Weski: Merowingerzeitliche Gräber aus Manching In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, Bd. 101 (1992), S. 27−35; hier: S. 28.
  5. Timm Weski: Merowingerzeitliche Gräber aus Manching In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, Bd. 101 (1992), S. 27−35; hier: S. 31.
  6. a b c Werner Krämer, Franz Schubert: Die Ausgrabungen in Manching, Bd. 1, Steiner, Wiesbaden 1970, S. 57.
  7. a b Gottfried Weber: Die Romanik in Oberbayern. Architektur, Skulptur, Wandmalerei. Ludwig, Pfaffenhofen 1985, ISBN 3-7787-3258-7 S. 352.
  8. a b Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006, ISBN 3-422-03115-4, S. 668.
  9. Markus Nadler: Neuburg an der Donau. Das Landgericht Neuburg und die Pfleggerichte Burgheim und Reichertshofen. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2004, ISBN 3769668529, S. 73.
  10. Markus Nadler: Neuburg an der Donau. Das Landgericht Neuburg und die Pfleggerichte Burgheim und Reichertshofen. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2004, ISBN 3769668529, S. 74 und S. 102.
  11. Gerhard Schwertl: Die Beziehungen der Herzöge von Bayern und Pfalzgrafen bei Rhein zur Kirche (1180-1294).(= Miscellanea Bavarica Monacensia 9; Neue Schriftenreihe des Stadtarchivs München 25) München 1968, S. 357.
  12. Markus Nadler: Neuburg an der Donau. Das Landgericht Neuburg und die Pfleggerichte Burgheim und Reichertshofen. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2004, ISBN 3769668529, S. 101.
  13. Geschichte der Stadt Ingolstadt. Von den Anfängen bis 1505. Verlag Donau-Courier, Ingolstadt 2000, ISBN 3-920253-45-0, S. 660.
  14. Karl August Böhaimb: Die protestantische Periode des ehemaligen Herzogthums Neuburg. In: Collectaneen-Blatt für die Geschichte Bayerns. 23. Jahrgang, 1857, S. 19 ff.; hier: S. 49.
  15. Johann Baptist Welsch: Reichertzhofen − Markt und Landgericht. Ein Beytrag zur Geschichte, Topographie und Staatistik von Pfalzbaiern. Anton Weber, Landshut 1802, S. 28−29.
  16. Johann Georg Friedrich Jacobi (Hrsg.): Neue systematische und allgemeine Erdbeschreibung für alle Stände. Nach den Bestimmungen des Wiener Congesses. Bd. 4, Augsburg 1817, S. 221.
  17. Intelligenz-Blatt und wochentlicher Anzeiger von Augsburg, Nr.1 93, 28.F ebruar 1821, S. 65.
  18. Regierungs- und Intelligenzblatt für das Königreich Baiern. Nr. 22, 11. Juni 1825, Sp. 501.
  19. Intelligenzblatt des königlich Bayerischen Oberdonau-Kreises, Nr. 26, 29. Juni 1935, Sp. 928.
  20. Münchener Bote für Stadt und Land. Nr. 66, 18. März 1856, S. 285−286.
  21. Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Bd. 5, Teil 2, Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. Cotta’sche Buchhandlung, München 1868, Sp. 1366.
  22. Unterhaltungsblatt zur Ingolstädter Zeitung, Nr. 31 (31.Juli), 1876, S. 128.
  23. Vermischtes − Manching. In: Illustirte Bayerische Volkszeitung, Nr. 9, 2. März 1873, S. 68.
  24. Vermischtes. In: Augsburger Postzeitung, Nr. 39, 14. Februar 1873, S. 311.
  25. Vermischtes − Manching. In: Augsburger Postzeitung Nr. 187, 187. Jahrgang, 12. August 1873, S. 1487.
  26. Nachrichten aus Ingolstadt und Umgebung. In: Neue Ingolstädter Zeitung, Nr. 181, 10. August 1873, S. 734.
  27. Vermischtes − Manching. In: Schwabmünchner Tages-Anzeiger Nr. 204, 30. August 1873, ohne Seitenzahl.
  28. Bekanntmachung. Eröffnung neuer Linien betr. In: Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Oberbayern, Nr. 45, 14. Mai 1875, Sp. 622.
  29. Ingolstadt im Nationalsozialismus. Eine Studie. Dokumentation zur Zeitgeschichte, Ingolstadt, 1995 (= Dokumentation zur Zeitgeschichte, Bd. 1), Stadtmuseum Ingolstadt 1995, S. 336.
  30. http://www.manching.de/geschichte
  31. Stefanie Reichelt: Für mich ist der Krieg aus! Deserteure und Kriegsverweigerer des Zweiten Weltkriegs in München. Buchendorfer, München 1995, ISBN 3927984361, S. 38.
  32. Planen und Bauen im neuen Deutschland. Westdeutscher Verlag, Köln/Opladen 1960, S. 168−169.
  33. Das Münster. Bd. 19, Schnell & Steiner, 1966, S. 321.
  34. http://www.donaukurier.de: Altes Kellergewölbe entdeckt, 22. Mai 2017; abgerufen am 02. Juni 2017
  35. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 490.
  36. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586 und 587.
  37. http://www.manching.de/fraktionen?fid=1
  38. http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/ingolstadt-aufnahmezentrum-balkanfluechtlinge-100.html (Memento vom 2. August 2015 im Internet Archive)
  39. https://www.welt.de/regionales/bayern/article146484530/Bayern-zufrieden-mit-Balkanzentrum-in-Manching.html
  40. http://ingolstadt-today.de/lesen--manching03112014%5B12241%5D.html
  41. https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/wie-viele-fluechtlinge-vertraegt-deutschland-102.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Manching – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien