Dschan Belenjuk

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Dschan Belenjuk 2015

Dschan Wensanowytsch Belenjuk (ukrainisch Жан Венса́нович Беленю́к; * 24. Januar 1991 in Kiew) ist ein ukrainischer Ringer. Er wurde 2014 Europameister, 2015 Weltmeister und 2016 olympischer Silbermedaillengewinner im griechisch-römischen Stil in der Gewichtsklasse bis 85 kg Körpergewicht. Beleniuk wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf die Liste seiner Partei Sluha narodu für die Parlamentswahlen in der Ukraine am 21. Juli 2019 gesetzt.[1]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dschan Belenjuk ist der Sohn einer Ukrainerin und eines Ruanders. Er begann als Jugendlicher im Jahre 2000 mit dem Ringen. Er bevorzugt den griechisch-römischen Stil und gehört dem Sportclub Sparta Kiew an. Trainiert wurde bzw. wird er hauptsächlich von Witali Kisilisa und Alexei Dobrowolski. Bei einer Größe von 1,75 Metern ringt er als Erwachsener im Mittelgewicht. Er ist auch in Deutschlands Ringerkreisen gut bekannt, weil er seit 2012 in der deutschen Bundesliga schon für den SV Germania 04 Weingarten, für den AC Lichtenfels und für den AC Luckenwalde startete.

Er war bereits als Junior sehr erfolgreich und gewann in dieser Altersgruppe bei internationalen Meisterschaften insgesamt fünf Medaillen. Seinen ersten Start absolvierte er dabei bei der Junioren-Europameisterschaft (Kadetten) 2007 in Warschau, wo er in der Gewichtsklasse bis 76 kg hinter Dimitri Potapow aus Russland den 2. Platz belegte. 2011 wurde er in Zrenjanin im Mittelgewicht Junioren-Europameister, wobei er im Finale Ramsin Azizsir aus Deutschland besiegte. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in Bukarest verlor er nach vier gewonnenen Kämpfen erst im Finale gegen Rewazi Nadareischwili aus Georgien.

2012 wurde er vom ukrainischen Ringerverband auch erstmals bei den Senioren bei einer internationalen Meisterschaft eingesetzt. Das war bei der Europameisterschaft im März dieses Jahres in Belgrad. Er verlor dort seinen ersten Kampf gegen Damian Janikowski aus Polen, erkämpfte sich aber in der folgenden Trostrunde mit Siegen über Jim Eric Pettersson aus Schweden, den Olympiasieger von 2008 Andrea Minguzzi aus Italien und Laimutis Adomaitis aus Litauen noch eine Bronzemedaille. Bei der ukrainischen Ausscheidung für den Startplatz bei den Olympischen Spielen 2012 in London scheiterte er an dem erfahrenen Wassyl Ratschyba.

2013 wurde er wieder bei der Europameisterschaft eingesetzt. In Tiflis siegte er zunächst über Aleksander Kazakewitsch aus Litauen und Eerik Aps aus Estland, verlor aber dann gegen Nenad Žugaj aus Kroatien. Da dieser das Finale nicht erreichte, schied er aus und kam auf den 8. Platz. Bei der Weltmeisterschaft 2013 war im Mittelgewicht für die Ukraine wieder Wassyl Ratschyba am Start. Im Juli 2013 erkämpfte sich Dschan Belenjuk bei der Universiade in Kasan hinter dem Olympiasieger von 2012 Alan Chugajew, Russland und Maxim Manukjan aus Armenien wieder eine Bronzemedaille.

Bei der Europameisterschaft im April 2014 in Vantaa/Finnland konnte Dschan Belenjuk dann seinen ersten Titelgewinn bei einer internationalen Meisterschaft feiern. Er besiegte in Vantaa im Mittelgewicht Amer Hrustanovic, Österreich, Laimutis Adomaitis, den erfahrenen Olympiasieger, mehrfachen Welt- und Europameister Alexei Mischin aus Russland und Rami Hietaniemi aus Finnland. Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Taschkent sicherte er sich mit Siegen über Rami Hietaniemi, Pablo Enrique Shorey Hernandez, Kuba, Ahmed Ibrahim, Ägypten und Ramsin Azizsir, Deutschland, bei einer Niederlage im Halbfinale gegen Saman Tahmasebi, Aserbaidschan, eine Bronzemedaille.

2015 wurde dann für Dschan Belenjuk zum bisher erfolgreichsten Jahr in seiner Ringerlaufbahn. Im Juni 2015 verlor er bei den 1. Europäischen Spielen in Baku im Finale nach Siegen über Dejan Franjkovic, Serbien, Attila Tamas, Rumänien, Metehan Basar, Türkei und Maxim Manukjan, Armenien im Finale zwar gegen Dawit Chakwetadse aus Russland, bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Las Vegas wurde er dann aber mit Siegen über Alfonso Levya, Mexiko, Ramsin Azizsir, Wiktor Lörincz, Ungarn, Damian Janikowski, Polen, Saman Tahmasebi und Rustam Assakalow, Usbekistan, erstmals Weltmeister im Mittelgewicht. Im Oktober 2015 gewann er auch noch den Titel bei den Welt-Militär-Spielen in Mungyeong/Südkorea vor Damian Janikowski, Laimutis Adomaitis und Alexei Mischin.

2016 gewann Dschan Belenjuk in Riga erneut den Europameistertitel in der Gewichtsklasse bis 85 kg Körpergewicht. Im Finale besiegte er dabei Robert Kobliaschwili aus Georgien. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro siegte er über Ahmed Mohamed Ibrahim Saad aus Ägypten, Nikolai Bajrakow aus Bulgarien und Jawid Gamsatow, verlor aber im Finale gegen Dawit Chakwetadse aus Russland, der an diesem Tag in Überform war.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
2007 2. Junioren-EM (Cadets) in Warschau bis 76 kg hinter Dimitri Potapow, Russland und Viktor Lörincz, Ungarn
2008 3. Junioren-EM (Cadets) in Daugavpils bis 76 kg hinter Aslan Artem, Türkei und Rizvan Mabajew, Russland
2010 10. Junioren-EM in Samokow/Bulgarien Mittel Sieger. Aslan Atem vor Artur Aleksanjan, Armenien
2010 3. Junioren-WM in Budapest Mittel nach Siegen über Schariar Mammadow, Aserbaidschan, Wenzeslaw Solunkin, Weißrussland und Mustafa Chaghani, Iran, einer Niederlage gegen Artur Aleksanjan und einem Sieg über Machmud Baschijew, Russland
2011 1. Junioren-EM in Zrenjanin Mittel vor Ramsin Azizsir, Deutschland, Mowsan Duguschijew, Russland und Aslan Atem
2011 2. Junioren-WM in Bukarest Mittel nach Siegen über Ryo Kikuchi, Japan, Stanislaw Kanew, Bulgarien, Julius Matuzevisius, Litauen und Balint Farkas, Ungarn und einer Niederlage gegen Rewazi Nadareischwili, Georgien
2011 5. Vantaa-Painicup Mittel Sieger: Asamat Bikbajew, Russland vor Wassyl Ratschyba, Ukraine
2012 15. Golden-Grand-Prix in Szombathely Mittel Sieger: Péter Bácsi, Ungarn vor Selçuk Çebi, Türkei
2012 3. EM in Belgrad Mittel nach einer Niederlage gegen Damian Janikowski, Polen und Siegen über Jim Eric Pettersson, Schweden, Andrea Minguzzi, Italien und Laimutis Adomaitis, Litauen
2012 3. Azovmash-Cup in Mariupol Mittel hinter Ali Gheitasikashouli, Iran und Saban Karatas, Türkei
2012 5. "Oleg-Karawajew"-Memorial in Minsk Mittel Sieger: Machmud Baschijew vor Jawid Hamsatow, Weißrussland
2013 10. Golden-Grand-Prix in Szombathely Mittel Sieger: Peter Bacsi vor Rewazi Nadareischwili
2013 8. EM in Tiflis Mittel nach Siegen über Aleksander Kazakewitsch, Litauen und Eerik Aps, Estland und einer Niederlage gegen Nenad Zugaj, Kroatien
2013 3. Universiade in Kasan Mittel hinter Alan Chugajew, Russland und Maxim Manukjan, Armenien
2013 1. Präsidenten-Cup von Kasachstan in Astana Mittel vor Asamat Kustabajew und Nursultan Tursinow, beide Kasachstan
2014 1. Dan Kolow & Nikola Petrow-Memorial in Sofia Mittel vor Nikolai Bajrakow, Bulgarien und Ahmet Yildirim, Türkei
2014 1. EM in Vantaa/Finnland Mittel nach Siegen über Amer Hrustanovic, Österreich, Laimutis Adomaitis, Alexei Mischin, Russland und Rami Hietaniemi, Finnland
2014 3. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Mittel hinter Artur Schahinjan, Armenien und Kansu Ildem, Türkei
2014 3. WM in Taschkent Mittel nach Siegen über Rami Hietaniemi, Pablo Enrique Shorey Hernandez, Kuba und Ahmed Ibrahim, Ägypten, einer Niederlage gegen Saman Tahmasebi, Aserbaidschan und einem Sieg über Ramsin Azizsir, Deutschland
2015 1. Takhti-Cup in Kermanshah/Iran Mittel vor Chadorchzi Davod Abedinzadeh, Iran
2015 2. 1. Europäische Spiele in Baku Mittel nach Siegen über Dejan Franjkovic, Serbien, Attila Tamas, Rumänien, Metehan Basar, Türkei und Maxim Manukjan, Armenien und einer Niederlage gegen Dawid Chakwetadse, Russland
2015 1. WM in Las Vegas Mittel nach Siegen über Alfonso Levya, Mexiko, Ramsin Azizsir, Wiktor Lörincz, Ungarn, Damian Janikowski, Polen, Saman Tahmasebi und Rustam Assakalow, Usbekistan
2015 1. Welt-Militär-Spiele in Mungyeong/Südkorea Mittel vor Damian Janikowski, Laimutis Adomaitis und Alexei Mischin
2015 2. Golden-Grand-Prix in Baku Mittel hinter Dawit Chakwetadse, vor Islam Abbasow, Aserbaidschan und Mojtaba Karimfar, Iran
2016 1. Intern. Turnier in Kiew Mittel vor Wladimir Gegeschidse, Georgien, Juri Schkriuba, Ukraine und Davood Aliaschraf Akbari, Iran
2016 1. EM in Riga Mittel vor Robert Kobliaschwili, Georgien, Tadeusz Michalik, Polen und Denis Kudla, Deutschland
2016 Silber OS in Rio de Janeiro Mittel nach Siegen über Ahmed Mohamed Ibrahim Saad, Ägypten, Nikolai Bajrakow, Bulgarien und Jawid Gamsatow, Weißrussland und einer Niederlage gegen Dawit Chakwetadse
2017 3. Intern. Turnier in Kiew Mittel hinter Juri Schkriuba und Alexander Schischman, beide Ukraine
Erläuterungen
  • alle Wettkämpfe im griechisch-römischen Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Mittelgewicht, Gewichtsklasse bis 84 kg Körpergewicht (bis 31. Dezember 2013); seit 1. Januar 2014 nach einer neuen Gewichtsklasseneinteilung durch den Ringer-Weltverband FILA (jetzt UWW) bis 85 kg Körpergewicht

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zelenskiy’s Servant of the People party unveils candidates for parliament. In: Kyiv Post.