Einmal bitte alles

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Film
Originaltitel Einmal bitte alles
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Helena Hufnagel
Drehbuch Sina Flammang,
Madeleine Fricke
Produktion Helena Hufnagel,
Torben Maas,
Christian Füllmich
Musik We are modular,
Dieter Schleip
Kamera Aline László
Schnitt Ulrike Tortora,
Stinne Sonne Munch
Besetzung

Einmal bitte alles (Englischer Titelː Pretty Far from Okay) ist ein deutscher Film von Helena Hufnagel. Er hatte am 25. Januar 2017 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis Premiere und startete am 20. Juli 2017 deutschlandweit in den Kinos.[2] Der Film wurde am 5. Juni 2018 im Ersten erstmals ausgestrahlt.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 27-jährige Isi ist vor acht Jahren von zu Hause mit dem Wunsch ausgezogen, als Illustratorin bei einem Verlag zu arbeiten und eine selbst geschriebene Graphic Novel zu veröffentlichen. Doch die Realität sieht anders aus. Als sie sich entschließt, nach ein paar Monaten in einem Praktikum der Verlagschefin ihre Skizzen zu zeigen, darf sie prompt ihren Schreibtisch räumen. Ihre gute Freundin Lotte, mit der sie in einer Zweier-WG in München wohnt, gibt ihr Halt. Doch Journalistin Lotte bekommt einen guten Job und verliebt sich in Leo. Da sich das Pärchen in der WG fortan ständig dem Liebesspiel hingibt und vor Glück nur so strahlt, zieht die genervte Isi vorübergehend in die WG von Musiker Klausi und Medizinstudent Daniel. Isi ist mit sich und ihrem Leben völlig unzufrieden. Sie hat das Gefühl, ihr Leben würde rückwärtsgehen, während alle anderen in ihrem Umfeld ihre Lebensträume schon in die Tat umgesetzt hätten. Mit dem Glück der anderen, die ihrer Ansicht nach zu Spießern werden, kommt sie nicht klar.

Isi hat kaum mehr Geld und nimmt deswegen einen Nebenjob in einem kleinen Fahrradladen an. Die Freundschaft mit Lotte gerät weiter ins Wanken, als diese Isi mitteilt, dass sie nicht mehr in einer WG, sondern mit Leo zusammenwohnen möchte. In ihrer Geldnot verpfändet Isi einen Ring, den sie bei Lotte findet – ein Erbstück von Leo. Doch Isis Glück währt nicht lange, denn sie muss das Geld für eine Anzahlung im Fahrradladen einsetzen, nachdem aufgrund ihrer Fahrlässigkeit ein teures Rad gestohlen wird. Mittlerweile sucht Lotte verzweifelt nach dem Ring, Isi kann diesen aber aufgrund des Weiterverkaufs nicht mehr auslösen. Auf einer Party macht sich Isi über Lotte und Leo lustig, indem sie mit deren Gesichtsmasken eindeutige Szenen nachstellt. Diese landen im Internet und es kommt zu einem heftigen Streit zwischen Isi und Lotte, die ihr mitteilt, dass sie von Leo schwanger sei. Desillusioniert verbrennt Isi ihre Skizzen. Klausi kann sie mit einem tiefen Gespräch irgendwie aufbauen, in dem er erklärt, was im Leben wichtig sei. Dass man das tun soll, was einen glücklich macht. Isi versucht, ihr Leben jetzt wieder in geordnete Bahnen zu lenken, indem sie jetzt zielstrebig an ihren Plänen arbeitet. Sie kümmert sich in Klausis WG um Ordnung, jobbt wieder in dem Fahrradladen und arbeitet nebenbei an einer neuen Graphic Novel, die ihr Leben zum Inhalt haben wird. Als Lotte von Leo verlassen wird, gesteht Isi ihr die Sache mit dem Ring. Isi vermittelt dann zwischen den beiden, Leo solle wegen des Rings nur auf sie sauer sein, aber nicht auf Lotte.

Tatsächlich gelingt es Isi einige Zeit später, ihre Arbeit an der Graphic Novel zu vollenden und diese an Verlage zu schicken. Sie besucht den Verlag, in dem sie ihr Praktikum absolvierte, und knallt ihrer damaligen Chefin – ohne Worte, aber voll innerer Genugtuung – einige ihrer Skizzen in einer Mappe auf den Tisch.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von Filmschaft[4] und Cocofilms[5] produziert. Die Musik wurde weitgehend von den Mitgliedern der Band Claire (Matthias Hauck, Nepomuk Heller, Florian Kiermaier) produziert.

Bei der Graphic Novel, die Isi erstellt, handelt es sich um ihre persönliche Adaption von F. Scott Fitzgeralds Roman „Die Schönen und Verdammten“ von 1922.[6]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films gibt dem Film 4 von 5 Sternen und empfiehlt ihn als sehenswert. Der erfrischende Film gebe höchst selbstironische Einblicke in die Freuden und Nöte der dargestellten Generation. „Die Inszenierung nimmt dabei ebenso für sich ein wie die glänzende Hauptdarstellerin, die ihrer zwischen kindlichem Trotz und Weltekel schwankenden Figur viele Facetten abgewinnt.“[7]

Der Kritiker Rainer Tittelbach gibt dem Film in seiner Besprechung bei tittelbach.tv insgesamt 5 von 6 Sternen. Der Film sei Frauen- und Generationenporträt zugleich, in dem Lebensträume und Gefühle der Millennials, der sog. „Generation Y“, eindrücklich dargestellt würden. Das liege auch an der Hauptdarstellerin. Luise Heyer verkörpere ihre Figur wunderbar, in der viel Trotz und Eigensinn stecke und resignative Episoden mit Phasen postpubertärer Rebellion wechselten. Filmisch sei Einmal bitte alles ein großer Wurf und würde durch seine Beschleunigungsästhetik bestechen, seine Inszenierung ihn veredeln. Der Film sei „nicht nur ein Film, der einem mit dieser liebenswert trotzigen Heldin nahekommt […], sondern auch einer, der hinter seiner unaufdringlichen So-ist-das-Leben-Haltung auch filmästhetisch aufregend funkelt“.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Internationales Filmfestival Auckland – „Best Music Score“ und „Best Woman Filmmaker“[8]
  • 2017: Paris Art and Movie Awards – „Best Soundtrack“[9]
  • 2017: Bushwick Filmfestival New York – „Best Feature Film“[10]
  • 2017: Bayerischer Filmpreis – VGF-Nachwuchsproduzentenpreis[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Einmal bitte alles. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Einmal bitte alles. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 4. Mai 2021.
  3. Einmal bitte alles. In: programm.ard.de. Das Erste, 2018, abgerufen am 23. November 2018.
  4. filmschaft maas & füllmich GmbH. Abgerufen am 16. März 2017.
  5. Cocofilms. Abgerufen am 16. März 2017.
  6. a b Rainer Tittelbach: Kino-Koproduktion „Einmal bitte alles“. In: tittelbach.tv. 3. Mai 2018, abgerufen am 2. Mai 2021.
  7. Einmal bitte alles. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. Mai 2021. 
  8. Aukland International Filmfestival, Autumn 2017 (Memento vom 7. Juli 2017 im Internet Archive)
  9. 2017 Award Winners – Paris Art and Movie Awards. Abgerufen am 16. August 2017 (französisch).
  10. 2017 Program Bushwick Film Festival. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. November 2017; abgerufen am 9. November 2017 (amerikanisches Englisch).
  11. Bayerischer Rundfunk: Bayerischer Filmpreis 2017: BR-Kinokoproduktion „Einmal bitte alles“ erhält VGF-Nachwuchsproduzentenpreis | BR.de. 7. Dezember 2017 (br.de [abgerufen am 4. Februar 2018]).