Elisabeth Motschmann

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Elisabeth Motschmann (2014)

Elisabeth Charlotte[1] Motschmann (* 13. Oktober 1952 als Elisabeth Charlotte Baronesse von Düsterlohe in Lübeck) ist eine deutsche Politikerin und Bundestagsabgeordnete der CDU. Sie war Spitzenkandidatin der CDU Bremen zur Bundestagswahl am 24. September 2017.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Motschmann ist das mittlere von drei Kindern des Friedrich-Karl Baron von Düsterlohe (* 1914) und dessen Gattin Renate geb. Cramer (* 1927). Sie legte 1971 ihr Abitur am Gymnasium Hochrad in Hamburg-Othmarschen ab. Von 1972 bis 1975 studierte sie Theologie, Romanistik und Pädagogik an der Universität Hamburg und der Universität Kiel. Anschließend war sie bis 1993 als freie Journalistin und Publizistin tätig. Motschmann veröffentlichte vor allem zu familien- und frauenpolitischen Themen und verfasste Reportagen aus der Dritten Welt. Hierbei war sie von 1986 bis 1991 freie Mitarbeiterin beim NDR und von 1986 bis 1993 bei der Funk Uhr des Axel-Springer-Verlags.[2][3]

Motschmann ist seit 1971 mit dem evangelischen Theologen Jens Motschmann verheiratet, hat mit ihm drei Kinder und ist achtfache Großmutter.[2] Sie kam 1987 nach Bremen, nachdem ihr Ehemann die Pfarrstelle in der Bremer Innenstadtkirche St. Martini erhielt.[4] Seither lebt sie mit ihrer Familie in Bremen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Video-Vorstellung (2014)

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motschmann wurde in den 1970er Jahren Mitglied der CDU und war zwischen 1977 und 1987 unter anderem Mitglied im CDU-Kreisvorstand Steinburg (Itzehoe), stellvertretende Landesvorsitzende der Frauen-Union in Schleswig-Holstein und Mitglied im CDU-Landesvorstand Schleswig-Holstein (1977–1981). Nach ihrem Umzug nach Bremen war sie von 1990 bis 2006 stellvertretende Vorsitzende der Landes-CDU in Bremen, 2006 wurde sie Vorsitzende des Landesausschusses der CDU Bremen. Seit November 2012 ist sie stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Bremen. Seit Dezember 2012 ist sie Mitglied des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands.

Im März 2013 wurde Elisabeth Motschmann zur Spitzenkandidatin der CDU Bremen zur Wahl des 18. Deutschen Bundestages und Wahlkreiskandidatin im Wahlkreis 54 gewählt. Im Jahr 2015 war sie Spitzenkandidatin der CDU zur Bremer Bürgerschaftswahl 2015.[4] Im März 2017 wurde sie erneut zur Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl 2017 und zur Direktkandidatin im Wahlkreis 54 (Bremen I) gewählt.[5]

Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kandidatenplakat zur Bürger­schafts­wahl in Bremen 1995 (v. l.: Catrin Hannken, Sibylle Winther, Elisabeth Motschmann)

Motschmann war vom 14. Oktober 1991 bis 8. Juli 1999 erstmals Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion. 1999 wurde sie Staatsrätin beim Senator für Inneres, Sport und Kultur. Von 2003 bis 2007 war sie als Staatsrätin beim Senator für Kultur. Ab dem 7. Juni 2007 war sie wieder Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Sie war vertreten in den Ausschüssen für Bürgerbeteiligung, bürgerschaftliches Engagement und Beiräte (Stadt), für Wissenschaft, Medien, Datenschutz und Informationsfreiheit, für die Gleichstellung der Frau und im Petitionsausschuss (Land und Stadt) sowie in der staatlichen Deputation für Kultur.

Motschmann war die Spitzenkandidatin der CDU Bremen zur Bundestagswahl 2013 und wurde über die Landesliste der CDU in den 18. Deutschen Bundestag gewählt.

Frauenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über viele Jahre trat Motschmann für die freiwillige Selbstverpflichtung bei der Umsetzung eines höheren Frauenanteils in Aufsichtsräten von Unternehmen in Deutschland ein. Im Februar 2011 erklärte sie, dass wenn nach zehn Jahren Freiwilligkeit immer noch keine sichtbaren Veränderungen eingetreten seien, dann müsse man schlicht feststellen, dass das Vorhaben gescheitert sei. Daher spreche sie sich für die gesetzliche Regelung einer Frauenquote in Unternehmensaufsichtsräten der Privatwirtschaft aus.[6]

Seit 2009 fordert Motschmann die Teilnahme von Frauen an der traditionellen Schaffermahlzeit in Bremen, bei der neben Kapitänen insbesondere führende Persönlichkeiten von Bremer Unternehmen und deren Gäste vertreten sind. Im 21. Jahrhundert sei der Ausschluss von Frauen bei solchen und vergleichbaren Anlässen ein Anachronismus.[7] Zur 471. Schaffermahlzeit wurden 2015 auf Beschluss von Haus Seefahrt erstmals auch weibliche Gäste „als hochrangige, auswärtige Repräsentantinnen von Unternehmen, Ländern und Instituten“ eingeladen.[8]

Sonstige Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motschmann ist unter anderem Mitglied

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Autorin
  • Fäkalsprache, Sex-Anleitung und Propaganda für Abtreibungen. Skandalöse Zustände bei Pro Familia. Eine Untersuchung der stellvertretenden Vorsitzenden der Sammlung Bekennender Evangelischer Frauen, Elisabeth Motschmann, Itzehoe, über Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Sexualberatung und Familienplanung. IDEA, Wetzlar 1983.
  • Offen gefragt – Offen geantwortet. Persönliche Lebensberatung. Zeitjournal-Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-927390-01-1.
  • Ich aber will mich freuen … Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 1989, ISBN 3-7751-1418-1.
  • Treue und Vergebung – Krisenbewältigung in der Ehe. Vortrag der evangelischen Religionspädagogin und Lebenshilfeberaterin Elisabeth Motschmann (Bremen) bei einem Eheseminar des Weißen Kreuzes im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen. IDEA, Wetzlar 1990.
  • Die Sehnsucht nach dem verlorenen Glück. Persönlicher Rat in wichtigen Lebensfragen. Schulte & Gerth, Asslar 1993, ISBN 3-89437-229-X.
als Herausgeberin
  • Väter heute. Männer entdecken ihre Vaterrolle. 2. Auflage. Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 1988, ISBN 3-7751-1208-1.
  • „Nur“ Hausfrau? Zeit haben für die Zukunft unserer Kinder. 5., erweiterte und überarbeitete Auflage. Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 1991, ISBN 3-7751-1354-1.
  • … und plötzlich sind die Enkel da. 2. Auflage. Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 1991, ISBN 3-7751-1419-X.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Genealogisches Handbuch der freiherrlichen Häuser. Reihe B, Band 8 (= Genealogisches Handbuch des Adels, Band 79). C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1982, S. 44–56, insbesondere S. 47

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elisabeth Motschmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Artikel Motschmann, Jens. In: Walter Habel (Begründer): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 36. Ausgabe. Verlag Schmidt-Römhild, Lübeck 1997, ISBN 3-7950-2021-2, S. 991.
  2. a b Vgl. Homepage von Elisabeth Motschmann >> Vita. In: motschmann.net. ; abgerufen am 21. Juli 2017.
  3. Elisabeth Motschmann >> Biografie. In: bundestag.de. ; abgerufen am 21. Juli 2017.
  4. a b Reinhard Bingener: Ausbruch aus der Welt der Rüschenblusen. In: FAZ.net. 6. Mai 2015; abgerufen am 21. Juli 2017.
  5. CDU Landesverband Bremen – Motschmann und Hornhues führen Bremer CDU-Landesliste an. In: cdu-bremen.de. Abgerufen am 29. März 2017.
  6. „Ich habe jahrelang auf Freiwilligkeit gesetzt – und mich leider geirrt“. In: Bremer Anzeiger. 2. Februar 2011.
  7. Schaffermahlzeit mit oder ohne Frauen. In: motschmann.net. Juli 2009, aktualisiert am 9. Januar 2010. Abgerufen am 10. April 2011.
  8. Frauke Fischer: Frauen haben es geschafft. In: Weser-Kurier vom 11. Juli 2014, S. 7.
  9. Internetseite von Elisabeth Motschmann: „Seelsorgerlich nicht vertretbar.“ In: taz bremen. 23. Juni 2008.
  10. Wir über uns. Stiftungsrat. In: Stiftung Ja zum Leben. Abgerufen am 12. Dezember 2012.