CDU Bremen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
CDU Bremen
Jörg Kastendiek
Jörg Kastendiek
CDU logo.svg
Vorsitzender Jörg Kastendiek
Stellvertreter Yvonne Averwerser
Jens Eckhoff
Peter Skusa
Schatz­meister Berend Jürgen Erling
Geschäfts­führer Heiko Strohmann
Ehren­vorsitzender Bernd Neumann
Gründungs­datum 1946
Gründungs­ort Bremen
Hauptsitz Am Wall 135
28195 Bremen
Landtagsmandate
20/83
Mitglieder­zahl 2.263 (Stand: Ende 2016)[1]
Website www.cdu-bremen.de

Die CDU Bremen ist der Landesverband der CDU in Bremen. Er hatte Ende 2016 etwa 2.300 Mitglieder.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landesverband Bremen ist in die drei Kreisverbände Bremen-Stadt, Bremen-Nord und Bremerhaven gegliedert. Es bestehen 20 Stadtbezirks- und 14 Ortsverbände.

Vorfeldorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Reihe von Organisationen, die der CDU Bremen nahestehen und auch Veranstaltungen hier durchführen:

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aktuelle Wahlprogramm der CDU Bremen wurde am 23. Februar 2015 verabschiedet.[3]

Landesvorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Kastendiek, 2014
Jahre Vorsitzender
1946–1947 Johann Kaum
1947–1951 Emil Rex
1951–1952 Martin-Heinrich Wilkens
1952–1954 Heinrich Barth
1954–1968 Jules Eberhard Noltenius
1968–1974 Ernst Müller-Hermann
1974–1979 Uwe Hollweg
1979–2008 Bernd Neumann
2008–2011 Thomas Röwekamp
2011–2012 Rita Mohr-Lüllmann
seit 2012 Jörg Kastendiek

Bremische Bürgerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CDU-Abgeordnete der Bremischen Bürgerschaft

Wahlergebnisse der CDU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namen der gewählten Abgeordneten sind in den Listen der Legislaturperioden enthalten.

Ergebnisse der Landtagswahlen
Jahr Stimmen Sitze Listen
1946 18,9 % 12 1. WP.
1947 22,0 % 24 2. WP.
1951 9,0 % 9 3. WP.
1955 18,0 % 18 4. WP.
1959 14,8 % 16 5. WP.
1963 28,9 % 31 6. WP.
1967 29,5 % 32 7. WP.
1971 31,6 % 34 8. WP.
1975 33,8 % 35 9. WP.
1979 31,9 % 33 10. WP.
1983 33,3 % 37 11. WP.
1987 23,4 % 25 12. WP.
1991 30,7 % 32 13. WP.
1995 32,6 % 37 14. WP.
1999 37,1 % 42 15. WP.
2003 29,8 % 29 16. WP.
2007 25,7 % 23 17. WP.
2011 20,1 % 20 18. WP.
2015 22,4 % 20 19. WP.

Fraktionsvorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle CDU-Fraktionschef in der Bremischen Bürgerschaft, Thomas Röwekamp
Jahre Vorsitzender
1946–1947 Ernst Degenhardt
1947–1949 Johannes Degener
1949–1951 Ernst Müller-Hermann
1952–1955 Johannes Kühne
1955–1957 Rudolf Rübberdt
1957–1959 Friedrich Carl Marwede
1959–1963 Karl Krammig
1963–1971 Hans-Hermann Sieling
1971–1975 Günter Klein
1973–1987 Bernd Neumann
1987–1989 Reinhard Metz
1989–1995 Peter Kudella
1995–1999 Ronald-Mike Neumeyer
1999–2003 Jens Eckhoff
2003–2005 Jörg Kastendiek
2005–2007 Hartmut Perschau
seit 2007 Thomas Röwekamp

Bundestag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Neumann (2008), ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Ehrenvorsitzender

Die bremischen CDU-Abgeordneten im Deutschen Bundestag sind seit 1949 stets über die Landesliste gewählt worden:

Johannes Degener (1951–1952), Ernst Müller-Hermann (1952–1980), Karl Krammig (1953–1961 und 1965–1972), Reinhard Metz (1976–1987), Wolfgang Hinrichs (1983–1987), Michael Teiser (1994–1998), Günter Klein (1990–1994), Bernd Neumann (1987–2013), Elisabeth Charlotte Motschmann (seit 2013), Bettina Hornhues (2013–2017)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. November 1945 wurde die Christlich Demokratische Partei Wesermünde, später CDU Bremerhaven, gegründet.[4]

Am 26. Juni 1946 gestattet der US-Militärgouverneur die Gründung des Landesverbandes der CDU. Erster Landesvorsitzender wurde Johann Kaum, der bis 1949 auch CDU-Vorsitzender von Bremen war. Die Bremer Zentrale der CDU befand sich in der Werrastraße Nr. 10 (laut einer anderen Quelle Nr. 9). Auch Gründungsmitglieder der schon Ende 1945 bestehenden Bremer Demokratischen Volkspartei (BDV) schlossen sich der CDU an. Die Mitgliederzahl der CDU sollte wenige Monate später die der BDV erreichen.[5] Von 1946 bis 1948 war Ernst Müller-Hermann Landesgeschäftsführer der CDU.

Die Junge Generation der CDU, später Junge Union, gab ab dem 28. November 1946 ein Mitteilungsblatt des Aktionsausschusses für CDU-Mitglieder bis 35 Jahre heraus.[6]

Bürgerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1946, bei der ersten Wahl zur Bürgerschaft (Landtag, nur Bremen, 1. Wahlperiode), erhielt die CDU bei 18,8 % der Stimmen 12 Mandate. Ernst Degenhardt war der erste CDU-Fraktionsvorsitzende.

1947 konnte sich die CDU in der Bürgerschaft mit dem Vorschlag eines gleichberechtigten Nebeneinanders von Gemeinschafts- und Bekenntnisschule und der Einführung von protestantischem und katholischem Religionsunterricht als ordentlichem Pflichtfach an staatlichen Schulen nicht durchsetzen.[7] Die CDU warb 1947 auf Plakaten mit der Losung: „Lehnt dieses Entnazifizierungssystem der Schnüffelei, des Denunziantentums, des Terrors als reaktionär und undemokratisch entschieden ab und wählt CDU Liste 2“.[8]

Die CDU konnte zunächst den Stimmenanteil auf 19 bzw. 22 % steigern, musste aber mit nur 9,1 % und 9 Mandaten 1951 das schlechteste Wahlergebnis hinnehmen. Danach legte die CDU mit Stimmenanteilen von 18 und 15 % zu, um 1963 rund 29 % zu erreichen. 1975 erreichte sie rund 34 % und 1999 mit 37 % und 42 Mandaten das beste Ergebnis. Danach fielen die Stimmenanteile deutlich bis auf 20,4 % und 20 Mandate 2011 mit leichter Steigerung 2015 (22,4 %, 20 Mandate).

Zu den Bürgerschaftsabgeordneten, die 20 und mehr Jahre die CDU vertreten haben, gehören Ralf Bergen, Klaus Bürger, Reinhard Ehlers, Wolfgang Erfurth, Wilhelm Filzen, Rudolf Gaßdorf, Marianne Hänecke, Paul Jackisch, Günter Klein, Peter Kudella, Elisabeth Motschmann, Helmut Pflugradt, Bernd Ravens, Wolfgang Schrörs, Wedige von der Schulenburg, Bernt Schulte, Heinrich Schumacher, Hans-Hermann Sieling, Georg Urban und J. Henry Wilhelms.

Bundestagswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ersten Bundestagswahl 1949 erhielt die Bremer CDU im Bundestag 16,9 % der Stimmen und errang ein Mandat, das Johannes Degener bis Ende 1951 besetzte; ihm folgte bis 1980 der Fraktionsvorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion Ernst Müller-Hermann.

Senat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1951 bis 1955 war die CDU erstmals im Senat Kaisen IV mit den Senatoren Johannes Degener (bis 1952), Martin-Heinrich Wilkens (bis 1952) und Helmut Yström vertreten. Von 1955 bis 1959 war Jules Eberhard Noltenius Stellvertretender Präsident des Senats, Bürgermeister und Senator für Häfen, Schifffahrt und Verkehr im Senat Kaisen V. Erich Zander, Johannes Degener (bis 1958) und Karl Krammig (ab 1958) waren die weiteren Senatoren. Erst von 1995 bis 2007 (Senat Scherf I, Senat Scherf II, Senat Scherf III, Senat Böhrnsen I) war die CDU mit den Bürgermeistern Ulrich Nölle (1995–1997), Hartmut Perschau (1997–2004) und Thomas Röwekamp (bis 2007) sowie Senatoren und weiteren Mitgliedern des Senats wieder im Senat vertreten.

Europaparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten Wahlen zum Europäischen Parlament erreichte die CDU Bremen 1979 rund 33 % der Stimmen. Ernst Müller-Hermann war von 1979 bis 1984 Mitglied des 1. Europäischen Parlamentes.

Besondere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bremer Karl Carstens war seit 1955 Mitglied der CDU. Er war zuvor von 1945 bis 1947 für Bürgermeister und Justizsenator Theodor Spitta (BDV/FDP) und von 1949 bis 1954 Rechtsberater des Bremer Senats und als Bremer Staatsrat sowie Bevollmächtigter Bremens beim Bund tätig. Carstens war von 1979 bis 1984 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Bernd Neumann, von 1967 bis 1973 Landesvorsitzender der Jungen Union, war von 1979 bis 2008 Landesvorsitzender der CDU Bremen und somit bundesweit der am längsten amtierende Landesvorsitzende der CDU. Er wurde 1991 Parlamentarischer Staatssekretär und 2005 Staatsminister im Bundeskanzleramt und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. Er ist seit 2008 Ehrenvorsitzender der CDU Bremen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bastian Bullwinkel: Die Bremer CDU. In: Lothar Probst (Hrsg.): Politische Institutionen, Parteien und Wahlen im Bundesland Bremen (= Politik und Partizipation. Bd. 5). Lit, Berlin u. a. 2011, ISBN 978-3-643-11145-6, S. 55–58.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oskar Niedermayer: Parteimitglieder nach Bundesländern. Bundeszentrale für politische Bildung, 8. Juli 2017, abgerufen am 25. August 2017.
  2. Website der KAS.
  3. Bremer CDU verabschiedet Wahlprogramm (Memento vom 16. März 2011 im Internet Archive).
  4. Harry Gabcke, Renate Gabcke, Herbert Körtge, Manfred Ernst: Bremerhaven in zwei Jahrhunderten. Band 2: Von 1919 bis 1947. Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft, Bremerhaven 1989/1991, ISBN 3-927857-37-8, S. 139.
  5. Karl Marten Barfuß, Hartmut Müller, Daniel Tilgner (Hrsg.): Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005. Band 1: 1945–1969. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-575-1, S. 28.
  6. Karl Marten Barfuß, Hartmut Müller, Daniel Tilgner (Hrsg.): Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005. Band 1: 1945–1969. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-575-1, S. 29.
  7. Karl Marten Barfuß, Hartmut Müller, Daniel Tilgner (Hrsg.): Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005. Band 1: 1945–1969. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-575-1, S. 41.
  8. Karl Marten Barfuß, Hartmut Müller, Daniel Tilgner (Hrsg.): Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005. Band 1: 1945–1969. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-575-1, S. 68.