Elsenbrücke

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Koordinaten: 52° 29′ 45″ N, 13° 27′ 47″ O

B96a Elsenbrücke
 Elsenbrücke
Die Elsenbrücke
Nutzung Straßenverkehr
Überführt Bundesstraße 96a
Querung von Spree
Ort Berlin-Friedrichshain
Konstruktion dreifeldrige Spannbetonbrücke in zwei getrennten Brückenüberbauten
Gesamtlänge 185 m
Breite 34,6 m
Längste Stützweite 65,0 m
Lichte Höhe 4,25 m
Baubeginn 1966
Fertigstellung 1968
Eröffnung 4. Oktober 1968
Lage
Elsenbrücke (Berlin)
Elsenbrücke

Die Elsenbrücke in Berlin ist eine im Jahr 1968 eröffnete Straßenbrücke, die die beiden Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick miteinander verbindet. Benannt wurde sie nach der Elsenstraße, die ursprünglich bis an die Brücke heranführte. Flussaufwärts befinden sich neben der Elsenbrücke zwei weitere Brücken, die Ringbahnbrücke Oberspree für den S-Bahn- und Fernbahnverkehr und die Parkwegbrücke für Fußgänger. Im Sommer 2018 wurden an dem Bauwerk erhebliche Schäden festgestellt, die wahrscheinlich einen Neubau notwendig machen.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Alt-Treptow mündet die Elsenbrücke in die Straße An den Treptowers, ursprünglich ein Teil der weiterführenden Elsenstraße. Auf Friedrichshainer Seite läuft sie auf die Kreuzung zwischen der Stralauer Allee, dem Markgrafendamm und der Straße Alt-Stralau zu. Die von 1964 bis 1968 erbaute neue Straßenbrücke durchschneidet das Gelände des Osthafens auf der Friedrichshainer Seite. Das ehemalige Kraftwerk des Hafens liegt auf der Ostseite, während der Rest des Hafens auf der Westseite liegt. Die Elsenbrücke bildet die östliche Grenze des Areals des Investorenprojektes Mediaspree, das sich im Westen bis zur Jannowitzbrücke erstreckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stralauer Brücke – Vorläufer der heutigen Elsenbrücke

Die erste Brücke, die Alt-Treptow mit Friedrichshain verband, war eine Eisenbahnbrücke für die 1871 eröffnete Neue Verbindungsbahn, die spätere Ringbahn. Die um 1915 eröffneten Vorortstrecken der Ring- beziehungsweise Stadtbahn führten beim Ausbau der Ringbahnbrücke Oberspree zu einer doppelten Eisenbrücke, die in der Berliner Denkmalliste enthalten ist.[2] Beide sind unterschiedlich gekrümmte einbogige Eisenkonstruktionen, die inzwischen mehrfach saniert wurden und noch immer in Benutzung sind. Beim Ausbau der Brücke 1914–1921 erhielt diese auf der Ostseite einen zusätzlichen zwei Meter breiten Steg, der Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung stand und von Stralau direkt in den Treptower Park führte.

Eine Straßenverbindung über die Spree wurde lange Jahre nicht für nötig erachtet. Dafür gab es ab 1899 den unterirdischen Versuchstunnel zwischen dem Treptower Park und der Halbinsel Stralau, der im Zusammenhang mit der Berliner Gewerbeausstellung 1896 angelegt wurde. Der Tunnel wurde bis 1932 von der Straßenbahn befahren und brachte die erholungssuchenden Berliner schnell in den Treptower Park oder den Plänterwald. In den Jahren 1936 und 1937 wurde der Tunnel während der Olympischen Spiele beziehungsweise der 700-Jahr-Feier Berlins für den Fußgängerverkehr freigegeben und während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzbunker genutzt. Durch Bombentreffer beschädigt, lief der Tunnel zum Ende des Krieges mit Wasser voll und ist seitdem ungenutzt, in Teilen auch zugeschüttet.

Elsenbrücke im Jahr 1968

Eine erste 220 m lange Straßenbrücke auf Holzunterbau entstand 1951 östlich neben der Ringbahnbrücke, die Stralauer Brücke. Den Bau besorgte eine Pioniereinheit der Sowjetischen Armee.[3] Wegen ihrer unzähligen Holzjoche hieß sie bei den Berlinern auch „Der Tausendfüßler“. Der Bau der Berliner Mauer führte zu einer Unterbrechung der ursprünglichen Verbindungsstraße vom Berliner Stadtzentrum in die südöstlichen Stadtteile, da der in West-Berlin liegende Bezirk Kreuzberg nicht mehr durchquert werden konnte. Dieser Fakt und die starke Zunahme des Verkehrs erforderten eine leistungsfähige neue Spreequerung in Treptow. Ein Ideenwettbewerb lieferte schließlich die Pläne für den Bau der heutigen Elsenbrücke. Im Juni 1964 begannen die Gründungsarbeiten der neuen Straßenbrücke, die westlich der Ringbahnbrücke und in einigem Abstand zur weiterhin in Nutzung befindlichen Holzkonstruktion errichtet wurde. Die im Oktober 1968 eingeweihte Brücke ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Berliner Stadtzentrum und dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Die alte Stralauer Brücke wurde um 1970 abgetragen.

Die Elsenbrücke wird saniert.

Die jahrzehntelange Nutzung der Elsenbrücke führte zu Schäden an den Fahrbahnen, an der Abdichtung und an den Widerlagern. Seit 2006 ließ die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung deshalb umfangreiche Sanierungsarbeiten durchführen, die zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen führten und im Sommer 2009 beendet wurden.[4] Am 31. August 2018 wurde nach Feststellung von Rissen an der Brückenunterseite ihr östlicher Teil mit den in Süd-Nord-Richtung führenden Fahrbahnen für den Verkehr vorläufig gesperrt.[5] Am 6. September 2018 wurde im Berliner Abgeordnetenhaus bekannt gegeben, es sei "davon auszugehen", dass die Brücke abgerissen und neu gebaut werden müsse.[1]

Technische Daten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dreifeldrige Konstruktion aus Spannbeton besteht aus zwei parallel errichteten getrennten Brückenüberbauten, deren gemittelte Länge 185 m beträgt. Das größte Feld überspannt 65 m und liegt rund 4,25 m über dem Wasserspiegel (lichte Höhe), die seitlichen Felder überbrücken jeweils 45 m. Die Gesamtbreite beider Brückenüberbauten liegt bei 35 m. Von der Konstruktion her ist sie eine gevoutete Balkenbrücke.[6]

Sehenswürdigkeiten nahe der Elsenbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Elsenbrücke flussabwärts. Links sieht man die Skulptur Molecule Man und auf der rechten Seite den Osthafen

Unmittelbar hinter dem S-Bahnhof Treptower Park befindet sich der Liegeplatz der Ausflugsschiffe der Stern und Kreisschiffahrt. Daran schließt sich der Treptower Park mit der Archenhold-Sternwarte und dem sowjetischen Ehrenmal an. Auf der Westseite der Brücke am Treptower Ufer ragt die Skulptur Molecule Man aus der Spree hervor, und am Ufer sind die Treptowers zu sehen, die 1998 auf dem Gelände der Elektro-Apparate-Werke Berlin errichtet wurden. Auf der Friedrichshainer Seite befindet sich der stillgelegte Osthafen, dessen denkmalgeschützte Gebäude[7] schrittweise neueren Nutzungen zugeführt werden. Direkt an der Brücke steht das historische Pumpenhaus des Hafens.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckhard Thiemann, Dieter Deszyk, Horstpeter Metzing: Berlin und seine Brücken. Jaron Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89773-073-1, S. 100–101.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elsenbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2018/09/elsenbruecke-berlin-muss-neu-gebaut-werden.html
  2. Baudenkmalkomplex: Ringbahnbrücke Oberspree mit Bahndamm-Mauer
  3. Brücken in Berlin, eine Doppelseite in der NBI Nummer 49/69
  4. Christian van Lessen: Die Elsenbrücke wird zum Engpass. Artikel im Tagesspiegel vom 22. Dezember 2007; abgerufen am 27. März 2009
  5. Gerhard Lehrke: Elsenbrücke Richtung Ostkreuz wegen Riss auf Unterseite gesperrt. Artikel in der Berliner Zeitung (Onlineausgabe), 31. August 2018; abgerufen am 31. August 2018.
  6. Angaben gemäß Structurae.
  7. Baudenkmalkomplex: Osthafen