Bahnhof Berlin Treptower Park

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Berlin Treptower Park
Der Bahnhof im Juli 2012
Der Bahnhof im Juli 2012
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung BTP
IBNR 8089043
Kategorie 4
Eröffnung 1. Februar 1875
Webadresse s-bahn-berlin.de
Profil auf Bahnhof.de Treptower_Park
Lage
Stadt/Gemeinde Berlin
Ort/Ortsteil Alt-Treptow
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 29′ 37,8″ N, 13° 27′ 42,6″ OKoordinaten: 52° 29′ 37,8″ N, 13° 27′ 42,6″ O
Eisenbahnstrecken
  • Ringbahn (km 14,3)
  • Görlitzer Vorortbahn (km 1,5)
Bahnhöfe im Raum Berlin
i16i16i18

Der Bahnhof Berlin Treptower Park ist ein Bahnhof im Ortsteil Alt-Treptow des Bezirks Treptow-Köpenick von Berlin. Er ist Kreuzungsbahnhof zwischen der Ringbahn und der Vorortstrecke der Görlitzer Bahn. Er dient heute dem Verkehr der Berliner S-Bahn.

Lage und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofseingang (Parkseite), 1985

Der Bahnhof befindet sich westlich des Treptower Parks parallel zum Straßenzug Elsenstraße / An den Treptowers. Jenseits der Elsenstraße liegt das denkmalgeschützte und seit 2012 mit Kunst am Bau (Riesenblumen) ausgestattete Ärztehaus Treptow gegenüber. Im Norden schließt die Ringbahnbrücke Oberspree an die Gleise an, im Süden die Überführung über die Puschkinallee.

Der Bahnhof verfügt über zwei Mittelbahnsteige A und B für die S-Bahn, wobei die jeweils äußere Gleise an den Ringbahngleisen liegen, die inneren an den Vorortgleisen der Görlitzer Bahn. Die Bahnsteige sind komplett überdacht. Die Bahnsteigabgänge befinden sich am südlichen Bahnsteigende beziehungsweise auf mittlerer Höhe. Letztere sind zusätzlich mit je einem Aufzug ausgestattet.

Beide S-Bahnsteige sind als zwei von 20 sogenannten Stammbahnhöfen der Berliner S-Bahn mit einer örtlichen Aufsicht besetzt.[1]

Am nach Süden führenden S-Bahnsteig erfolgt die Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerraum-Monitor (ZAT-FM).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnhof Treptower Park im November 1958
Die beiden Bahnsteige mit einem Halbzug der Baureihe 477, davor die mit Oberleitung überspannten Ferngleise, Dezember 1994

Der erste Bahnhof an Stelle des heutigen S-Bahnhofs wurde am 1. Februar 1875 unter dem Namen Treptow in Betrieb genommen.[3] Er umfasste zwei Seitenbahnsteige an der damals noch zweigleisigen Ringbahn. 1888 wurden die Seitenbahnsteige durch einen Mittelbahnsteig ersetzt und ein Empfangsgebäude an der Elsenstraße in Betrieb genommen.[3] Bis 1896 wurde die Ringbahn viergleisig ausgebaut. An den außen liegenden Gütergleisen entstand ein zweiter Mittelbahnsteig. Im Eröffnungsjahr diente er neben dem eigens angelegten Bahnhof Ausstellung an der Görlitzer Bahn dem Publikumsverkehr zur Berliner Gewerbeausstellung im Treptower Park.

Zwischen 1903 und 1906 wurde die südlich verlaufende Görlitzer Bahn mit einem Gleispaar für Vorortzüge versehen. Da der Görlitzer Bahnhof einerseits ungenügende Kapazitäten zur Aufnahme der Züge hatte, andererseits eine Fortführung der Züge ins Stadtinnere von Berlin nicht erfolgen konnte, wurden die Vorortgleise am Bahnhof Treptow aus der Ringbahn ausgefädelt. Bereits seit Oktober 1885 bestand an dieser Stelle eine Verbindungskurve zwischen beiden Strecken.[4] Nördlich von Treptow wurden die Züge über die Spree und weiter über den Bahnhof Stralau-Rummelsburg (heute Ostkreuz) auf die Stadtbahn geführt.

Der zwei Vorortgleise in Treptow hatten für die Ring- und Vorortzüge eine begrenzte Kapazität zur Folge. Zwischen 1914 und 1921 wurde der Abschnitt von der Südringkurve in Stralau-Rummelsburg bis zur Ausfädelung zur Görlitzer Bahn südlich von Treptow auf vier Vorortgleise ausgebaut.[5] Die Spreebrücke wurde entsprechend erweitert und die Gütergleise in Treptow nach außen verlegt, so dass der 1896 errichtete Bahnsteig nun ausschließlich dem Vorortverkehr diente. Die Trennung beider Strecken wurde niveaufrei ausgeführt. Beide Strecken, Ring- und Görlitzer Vorortbahn, wurden so angelegt, dass ein Richtungsbetrieb möglich war, zusätzliche Gleise verbanden beide Strecken miteinander.

Im Jahr 1924 begann die Elektrifizierung der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen, am 6. November 1928 gingen die elektrifizierten Ringbahngleise von Neukölln nach Treptow sowie die Südringkurve nach Warschauer Straße in Betrieb.[6] Am 1. Februar 1929 folgten die Gleise zum Nordring sowie die Görlitzer Vorortbahn bis Baumschulenweg.[6] Seit 3. Oktober 1937 heißt der Bahnhof Treptower Park.[3]

Während des Zweiten Weltkriegs kam es zur Zerstörung des Empfangsgebäudes und Beschädigung der Spreebrücken. Der Zugverkehr kam im April 1945 zum Erliegen und wurde ab Juni 1945 wieder aufgenommen. Die ersten Züge mit Halt in Treptower Park verkehrten über die Ringbahn nach Neukölln.[7] Im Februar 1946 konnten dann die Anschlüsse über die Spree sowie in Richtung Baumschulenweg wieder in Betrieb genommen werden.[8][9]

Bahnsteige mit Blick zu den Spreebrücken

Seit 26. Mai 1952 verstärkte die DDR die Grenzkontrollen für Reisende in Richtung West-Berlin. Da die Ringbahn zwischen Treptower Park und Sonnenallee auf ihrem Weg nach Neukölln die Sektorengrenze überschritt, wurden südlich des Bahnhofs an den Ringgleisen Behelfsbahnsteige eingerichtet.[3] Die Bahnsteige gingen jedoch nie in Betrieb, so dass die Kontrollen während des Aufenthalts in Treptower Park stattfanden.[3] Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 wurde die Verbindung nach West-Berlin unterbrochen und die Züge in Richtung Süden ausschließlich auf die Görlitzer Bahn geleitet. Die nicht genutzten Gleisanlagen werden bis 1981 weitestgehend zurückgebaut.[10]

Mit der deutschen Wiedervereinigung stand auch der Lückenschluss zwischen Treptower Park und Sonnenallee zur Debatte. Das Vorhaben konnte jedoch erst zum 18. Dezember 1997 umgesetzt werden, da einerseits die Gleisverbindungen am Treptower Park wieder hergestellt werden mussten, andererseits die Ringbahntrasse und die geplante Verlängerung der Stadtautobahn A 100 sich nicht gegenseitig behindern sollten.[11][12] Der Bahnhof Treptower Park wurde zuvor zwischen August 1995 und August 1997 saniert und behindertengerecht ausgebaut.[3][11]

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der S-Bahnhof ist Umsteigepunkt zwischen den Zügen der Ringbahn in Richtung Ostkreuz und Neukölln sowie den über die Görlitzer Bahn verkehrenden Linien in Richtung Baumschulenweg. Die nördlich ausfädelnde Verbindungskurve zum S-Bahnhof Warschauer Straße und weiter zur Stadtbahn wird auf Grund von Baumaßnahmen am Ostkreuz derzeit nicht bedient. Die Bahnsteige werden im Richtungsbetrieb befahren, Bahnsteig A dient den Zügen in Richtung Neukölln und Baumschulenweg, Bahnsteig B den Zügen nach Ostkreuz.

Es bestehen Umsteigemöglichkeiten zwischen den Linien S41, S42, S8, S85 und S9 der S-Bahn Berlin sowie zu mehreren Omnibuslinien der Berliner Verkehrsbetriebe. Bis zum 2. Januar 1952 bestand zusätzlich ein Anschluss an die Straßenbahn.[13]

Linie Verlauf Takt in der HVZ
Berlin S41.svg
Berlin S42.svg
Gesundbrunnen – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Sonnenallee – Neukölln – Hermannstraße – Tempelhof – Südkreuz – Schöneberg – Innsbrucker Platz – Bundesplatz – Heidelberger Platz – Hohenzollerndamm – Halensee – Westkreuz – Messe Nord/ICC – Westend – Jungfernheide – Beusselstraße – Westhafen – Wedding – Gesundbrunnen 5 min
Berlin S8.svg Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen) 20 min
Berlin S85.svg Waidmannslust – Wittenau (Wilhelmsruher Damm) – Wilhelmsruh – Schönholz – WollankstraßeBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau) 20 min (nur Mo–Fr)
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berliner S-Bahn-Museum (Hrsg.): Strecke ohne Ende. Die Berliner Ringbahn. 6. Auflage. Verlag GVE, Berlin 2002, ISBN 3-89218-074-1.
  • Wolfgang Kramer, Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins S-Bahnhöfe. Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra, Berlin 1998, ISBN 3-930863-25-1.
  • Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2. Auflage. Verlag GVE, Berlin 2004, ISBN 3-89218-073-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin Treptower Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drucksache 17/15669. Abgeordnetenhaus Berlin, 19. März 2015, abgerufen am 11. Juli 2015 (PDF).
  2. Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. April 2016, S. 73.
  3. a b c d e f Mike Straschewski: Treptower Park. 15. März 2009, abgerufen am 12. Juni 2011.
  4. Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 172.
  5. Berliner S-Bahn Museum (Hrsg.): Strecke ohne Ende. Die Berliner Ringbahn. 2002, S. 10.
  6. a b Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 53.
  7. Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 56.
  8. Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 57.
  9. Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 179.
  10. Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 182.
  11. a b Berliner S-Bahn-Museum (Hrsg.): Strecke ohne Ende. Die Berliner Ringbahn. 2002, S. 110.
  12. Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 62.
  13. Reinhard Schulz: Von der Rolle. Zur Geschichte der Fahrleitungs- und Stromabnahmesysteme bei den Berliner Straßenbahnen. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 1, 2003, S. 12.