Enkel für Anfänger

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Film
Originaltitel Enkel für Anfänger
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Wolfgang Groos
Drehbuch Robert Löhr
Produktion Jakob Claussen,
Ulrike Putz
Musik Helmut Zerlett
Kamera Andreas Berger
Besetzung

Enkel für Anfänger ist eine deutsche Filmkomödie von Wolfgang Groos aus dem Jahr 2020 mit Maren Kroymann, Heiner Lauterbach und Barbara Sukowa. Premiere war am 26. Januar 2020 in der Lichtburg in Essen,[3] der Kinostart in Deutschland und Österreich erfolgte am 6. Februar 2020.[4][5] Im ORF und im Ersten wurde der Film erstmals am 4. Juli 2022 gezeigt.[6][7]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Schwägerinnen Karin und Philippa sowie Gerhard, ein Freund aus Jugendtagen, sind kinderlose Senioren, die ihren Ruhestand im eigenen Garten in Essen verbringen, anstatt durch fremde Länder zu reisen. Auf Senioren-Kurse und Nordic Walking haben sie keine Lust. Aufgrund ihrer Langeweile sind sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Nachdem Philippa ihr Leben als Paten-Oma von Leonie genießt, bewerben sich auch Gerhard und Karin bei einer Agentur für Leih-Großeltern.

Bald darauf haben sie sich um lebhafte Paten-Enkel zu kümmern. Im Garten ihres Eigenheims steht bald eine Hüpfburg und überall sind Lego-Steine verstreut. Für die in Erziehungsfragen eher unerfahrenen Senioren stellen sich eine Reihe von Herausforderungen, wie hyperaktive Geschwister aus Patchwork-Familien, überfürsorgliche Helikoptereltern und alleinerziehende Mütter mit ihren Tinder-Profilen. Für die drei stellt sich heraus, dass die freiwilligen Familienkonstellationen und der emotionale Zusammenhalt wichtiger sind als die eigenen Egoismen.[5][8]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden vom 18. April bis zum 31. Mai 2019 in Köln, Essen und Recklinghausen statt. Produziert wurde der Film von der Münchner Claussen + Putz Filmproduktion GmbH der Produzenten Jakob Claussen und Ulrike Putz, Koproduzent waren die Berliner Studiocanal GmbH. Beteiligt waren der Bayerische Rundfunk und ARD Degeto.[4][8]

Unterstützt wurde die Produktion von der Film- und Medienstiftung NRW, der Filmförderungsanstalt, dem FilmFernsehFonds Bayern, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Deutschen Filmförderfonds.[9][10]

Für den Ton zeichnete Erik Seifert verantwortlich, für das Szenenbild Ellen Latz, für das Kostümbild Peri De Bragança und für die Maske Lisa Meier und Dunja Pflugfelder.[4][8]

Die Filmmusik wurde vom Deutschen Filmorchester Babelsberg eingespielt.[11]

Ende April 2022 starteten die Dreharbeiten zur Fortsetzung Enkel für Fortgeschrittene.[12]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Fischer schrieb im Weser Kurier, dass Drehbuchautor Robert Löhr zumindest in der ersten Hälfte des Filmes beim Humor nicht gespart habe. Schade sei, dass die Inszenierung von Regisseur Wolfgang Groos schnell zerfasere und sich Konflikte allzu bereitwillig in Selbstgefallen auflösten. Groos arbeite viel mit der frontalpädagogischen Humorkeule. Seine starken Momente habe der Film immer dann, wenn er leise wird und nicht mehr um seine Klischees kreist, sondern genau beobachtet, wie das denn wirklich so ist mit dem Älterwerden. Dann zeige er eine Gesellschaft, die Ruhe gebrauchen könnte und das auch weiß, aber die niemandem Ruhe gönnt. Auch nicht den Großeltern, die den Kindern das geben, was sie von ihren Eltern nicht bekommen: Gelassenheit und ein offenes Ohr.[13]

Peter Osteried befand auf cineman.ch, dass Enkel für Anfänger ein lebensbejahender, optimistischer, inspirierender Film sei, der postuliere, dass es für einen Neubeginn nie zu spät sei, wenn man denn genügend Mut dafür habe. Die Konflikte in diesem Film seien sehr nachvollziehbar, querbeet durch alle Handlungsstränge und mit allen Figuren. Sie wirkten dabei niemals überzogen oder ausgereizt, sondern authentisch. Auch das mache den Reiz dieser sympathischen Komödie aus, denn man könne sich in den Figuren wiederfinden.[14]

Christian Klosz meinte auf filmpluskritik.com, dass der Film trotz kleinerer Schwächen vor allem im letzten Drittel eine kurzweilige, unterhaltsame und über weite Strecken auch lustige Komödie geworden sei, die sich humorvoll des Themas Älterwerden annehme und urteilte: „Nichts Weltbewegendes, aber im besten Sinne ein Film für Jung und Alt“.[15]

Stefan Klug schrieb auf MOZ.de, dass diese Komödie Eigen- und Besonderheiten unserer Gesellschaft, mit ihren Vorurteilen und Verurteilungen, starren Denkmustern und vermeintlich richtigen Haltungen gekonnt aufs Korn nehme. Paritätisch bekämen alle ihr Fett weg.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Enkel für Anfänger. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 196660/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Enkel für Anfänger. Jugendmedien­kommission.
  3. Enkel für Anfänger: Stars kommen zur Premiere nach Essen. In: waz.de. 26. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020.
  4. a b c Enkel für Anfänger. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 10. Januar 2020.
  5. a b Enkel für Anfänger. In: film.at. Abgerufen am 10. Januar 2020.
  6. ORF-Sommerkino: Start am 4. Juli mit deutschsprachiger Free-TV-Premiere „Enkel für Anfänger“. In: ots.at. 1. Juli 2022, abgerufen am 1. Juli 2022.
  7. Enkel für Anfänger. In: daserste.de. Abgerufen am 1. Juli 2022.
  8. a b c Enkel für Anfänger bei crew united, abgerufen am 10. Januar 2020.
  9. Dreharbeiten: Kinofilm "Enkel für Anfänger". In: br.de. 18. April 2019, abgerufen am 10. Januar 2020.
  10. Enkel für Anfänger. In: mediabiz.de. Abgerufen am 10. Januar 2020.
  11. Deutsches Filmorchester Babelsberg: Credits, DFOB / filmorchester.de, abgerufen am 6. Februar 2020
  12. Florian Ulrich: Drehstart: Erste Klappe für Enkel für Fortgeschrittene. In: film.tv. 3. Mai 2022, abgerufen am 9. Mai 2022.
  13. Andreas Fischer: Raus aus der beigen Hölle. In: Weser Kurier. (Memento vom 30. Januar 2020 im Internet Archive), 30. Januar 2020, archiviert vom Original am 30. Januar 2020; abgerufen am 30. Januar 2020.
  14. Peter Osteried: Es ist nie zu spät. In: cineman.ch. 31. Januar 2020, abgerufen am 31. Januar 2020.
  15. Christian Klosz: „Enkel für Anfänger“: Kritik zum Heimkino-Start. In: filmpluskritik.com. 18. August 2020, abgerufen am 23. August 2020.
  16. Stefan Klug: Enkel für Anfänger: Großeltern sein leicht gemacht. In: MOZ.de. 22. August 2020, abgerufen am 23. August 2020.