Erich Maas (Fußballspieler)
| Erich Maas | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 24. Dezember 1940 | |
| Geburtsort | Prüm, Deutschland | |
| Größe | 167 cm | |
| Position | Sturm | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| –1962 | SV Prüm | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1962–1964 | 1. FC Saarbrücken | 44(10) |
| 1964–1970 | Eintracht Braunschweig | 181(41) |
| 1970 | FC Bayern München | 6 ( 0) |
| 1970–1975 | FC Nantes | 150(43) |
| 1975–1976 | FC Rouen | 29 ( 7) |
| 1976–1977 | Paris FC | 22(10) |
| 1977 | CS Stiring-Wendel | 27 ( 6) |
| 1978–1979 | FC Sarrebourg | |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1968–1970 | Deutschland | 3 (0) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Erich Maas (* 24. Dezember 1940 in Prüm) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, der in der Bundesliga für den 1. FC Saarbrücken, Eintracht Braunschweig und den FC Bayern München sowie für französische Vereine in der ersten bis dritten Liga gespielt hat. Dabei wurde er mit Braunschweig und dem FC Nantes jeweils Landesmeister.[1]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Deutschland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]SV Prüm / 1. FC Saarbrücken, bis 1963
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im kleinen Eifelstädtchen Prüm im heutigen Landkreis Bitburg-Prüm, am Fuß der Schneifel gelegen, begann der Jugendspieler beim SV Prüm mit dem Fußballspiel. Maas spielte beim SV Prüm in der Rechtsaußenposition, später – da beidfüßig stark – in Saarbrücken und Braunschweig auf der Linksaußenposition. In seiner letzten Runde in Prüm spielte er mit dem SV 1961/62 in der Amateurliga Rheinland und belegte in der Staffel West den 4. Rang. Technisch versiert und mit einer außerordentlichen Grundschnelligkeit und Sprintstärke versehen, wurde er einer der stärksten Außenstürmer in den Anfangsjahren der Bundesliga. Der gelernte Konditor wechselte zur Saison 1962/63 ins Saarland zum 1. FC Saarbrücken in die Oberliga Südwest. Der talentierte Flügelstürmer wurde von Trainer Helmuth Johannsen dort in 23 Spielen eingesetzt, in denen er auch neun Tore erzielte. Maas debütierte in der Oberliga Südwest am Starttag der Runde 1962/63, dem 19. August 1962, bei einem 0:0 beim VfR Kaiserslautern. Er bildete dabei mit Friedel Reuther, Heinz Vollmar, Karl Meng und Rainer Schönwälder den Angriff des 1. FC Saarbrücken. In der internen Torjägerliste belegte er mit neun Treffern den dritten Rang hinter Dieter Krafczyk (29 Tore) und Schönwälder (13 Tore). Der 1. FC Saarbrücken belegte am Saisonende den fünften Tabellenplatz und wurde zusammen mit dem 1. FC Kaiserslautern in die neu geschaffene Bundesliga aufgenommen.
Erich Maas gehörte deshalb im Gründungsjahr der Fußball-Bundesliga 1963 zu den Spielern der ersten Stunde, doch der 1. FC Saarbrücken stieg gleich in der ersten Saison aus der Bundesliga ab. Trainer Johannsen war nach Braunschweig gewechselt und seinem Nachfolger Helmut Schneider gelang es nicht, mit dem Südwestvertreter die Klasse zu halten. Der Mann aus Prüm kam im Debütjahr der Bundesliga auf 21 Spiele und einen Treffer. Die Neuzugänge Heinz Steinmann, Werner Rinas und Werner Hölzenbein reichten nicht aus, um den Klassenerhalt zu erreichen, da auch die besten Jahre von Ex-Nationalspieler Heinz Vollmar vorbei waren. Am 30. Rundenspieltag, den 9. Mai 1964, verabschiedete sich Maas nach einem 1:1-Heimremis gegen den FC Schalke 04 aus Saarbrücken und wechselte nach Braunschweig.[2]
Eintracht Braunschweig und Nationalmannschaft, 1964 bis 1970
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Maas bekam aber nach dem Abstieg von seinem früheren Trainer Johannsen ein Angebot und wechselte zu Eintracht Braunschweig. Mit dem Flügelpaar Klaus Gerwien/Erich Maas baute der langfristig planende Trainer Johannsen auf ein gefährliches Konterspiel aus einer starken Defensive heraus. Mit dem technisch ausgezeichneten Halbstürmer Lothar Ulsaß, der auch noch sehr torgefährlich war, hatte die Eintracht – bekannt für ihr Abwehrbollwerk um Torhüter Horst Wolter und die Innenverteidiger Joachim Bäse und Peter Kaack – auch das Offensivniveau für Plätze im oberen Tabellenbereich. Beim Starterfolg am 20. August 1966 mit einem 2:0-Heimerfolg gegen Werder Bremen hatte der Linksaußen die Eintracht in der 23. Minute mit 1:0 in Führung gebracht.[3] Beim 2:1-Auswärtserfolg am 17. September 1966 beim VfB Stuttgart glückte ihm der Siegtreffer zum 2:1. Beim deutlich von der Konkurrenz beachteten 3:1-Heimerfolg gegen den Europacupsieger Borussia Dortmund am 22. Oktober war er auch mit einem Treffer beteiligt, die restlichen zwei Tore erzielte Lothar Ulsaß. Beim Rückrundenstart am 7. Januar 1967 beim 3:2-Auswärtserfolg gegen den SV Werder Bremen hatte er seine Mannschaft in der 12. Minute in Führung gebracht. Nach dem 20. Spieltag führten Braunschweig und Eintracht Frankfurt mit jeweils 26:14 Punkten gemeinsam die Tabelle an und trafen sich am 11. Februar zum Spitzenspiel in Braunschweig. Die Johannsen-Elf gewann sicher mit 3:0 und Maas setzte in der 86. Minute mit dem 3:0 den Schlusspunkt. Beim eindrucksvollen 5:2-Heimerfolg am 15. April 1967 gegen den FC Bayern München konnte er sich zwar nicht als Torschütze auszeichnen, gehörte aber mit seinen Durchbrüchen am Flügel zu den Erfolgsgaranten des Tabellenführers. Beim mitentscheidenden 2:1-Heimerfolg am 20. Mai 1967 gegen Borussia Mönchengladbach erzielte Maas in der 89. Minute den Siegtreffer zum 2:1.[4]
Am Ende der Saison 1966/67 wurde Erich Maas mit Braunschweig Deutscher Meister. Er absolvierte in der Meisterrunde 33 Spiele und schoss elf Tore. Neben dem Titelgewinn waren auch die Spiele im Europapokal der Landesmeister in der Saison 1967/68 herausragend in seiner Braunschweig Zeit. Zuerst stürmte der Linksaußen mit Erfolg in beiden Begegnungen gegen Rapid Wien im September 1967, dann stand die große Herausforderung Juventus Turin an. Das Heimspiel am 31. Januar 1968 gewann Braunschweig mit 3:2 Toren, verlor in Turin aber durch einen Elfmeter in der 88. Spielminute unglücklich mit 0:1. Auch im Entscheidungsspiel am 20. März 1968 in Bern, wiederum setzte sich Juventus mit 1:0 durch, stürmte Erich Maas am linken Flügel der Eintracht.
In seiner letzten Runde mit Braunschweig belegte Maas 1969/70 unter Trainer Johannsen den 16. Rang – es war auch das letzte Jahr des Meistertrainers – und hatte in 28 Ligaeinsätzen neun Tore für die Eintracht erzielt und damit die interne Torschützenliste vor Ulsaß (7 Tore) und Gersdorff und Weiß mit jeweils fünf Treffern angeführt. Im letzten Rundenspiel am 3. Mai 1970 gegen den VfB Stuttgart, hatte er zwar Braunschweig in der 27. Minute mit 1:0 in Führung gebracht, am Ende verlor er mit seiner Mannschaft aber das Spiel mit 2:3.[5]
Nach einem Testspiel der DFB-Auswahl am 24. Januar 1968 in Essen gegen Schwarz-Weiß Essen, in dem Maas zwei Treffer gelangen, wurde er von Bundestrainer Helmut Schön in das Aufgebot der A-Nationalmannschaft für das Länderspiel am 6. März in Brüssel gegen Belgien – in der 78. Minute für Georg Volkert eingewechselt – berufen. Am 24. September 1969 beim 1:0-Sieg in Sofia über Bulgarien – die beiden Braunschweiger Bernd Dörfel und Maas stürmten am rechten und linken Flügel –und am 8. April 1970 beim 1:1-Unentschieden in Stuttgart gegen Rumänien – hier bildete er mit Jürgen Grabowski die deutsche Flügelzange, er wurde aber in der zweiten Halbzeit durch Franz Roth ersetzt – kam er zu weiteren Einsätzen in der A-Nationalmannschaft.
Am 23. April 1970 nannte der DFB der FIFA seine Liste mit 40 Namen von Spielern für die Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko, worunter sich auch Maas befand. In das endgültige 22er-WM-Aufgebot schaffte er es aber nicht.
Im Sonderdruck zur Meisterschaft 1967 wird die Spielweise von Maas wie folgt beschrieben: „Seine Stärken waren, dass er mit links und rechts schießen konnte, aber auch kopfballstark war und viel Tordrang hatte. Ein schneller, ehrgeiziger Kämpfer, der sich als Flügelstürmer mit Klaus Gerwien bestens ergänzte.“[6]
FC Bayern München
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1970 wechselte er zum FC Bayern München, wo er jedoch nicht Fuß fassen konnte. Der FC Bayern war im Transferbereich sehr aktiv und holte neben Maas auch noch die weiteren Spieler Rainer Zobel, Uli Hoeneß, Johnny Hansen, Paul Breitner und Edgar Schneider nach München. Unter Trainer Udo Lattek kam Maas lediglich zu sechs Einsätzen. Alle sechs Spiele (ohne Niederlage) bestritt der anerkannt gute Linksaußen in München auf der Position des Rechtsaußen. Sein letztes Spiel für die Bayern war auch sein letztes in der Bundesliga und dazu ein besonderes: Am 7. Oktober 1970 (10. Spieltag) wurde er beim 3:1-Heimsieg über den 1. FC Kaiserslautern in der 46. Minute für Uli Hoeneß ein- und in der 54. Minute – also nur 8 Minuten später (!) – für Edgar Schneider wieder ausgewechselt. Laut Karn/Rehberg hatte er sich das Nasenbein gebrochen; in der Bundesliga Chronik 1970/71 wird das Geschehen bestätigt.[7]
Erich Maas bestritt insgesamt 208 Ligaspiele (43 Tore), 13 DFB-Pokal- (2 Tore) und 5 Europapokalspiele.
In Frankreich
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]FC Nantes, 1970 bis 1975
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Noch während der Saison 1970/71 zog es ihn aus Bayern in die erste französische Division zum FC Nantes, der sich unter Trainer José Arribas zu einem der beiden Spitzenvereine Frankreichs entwickelt hatte. Sein erstes Punktspiel dort bestritt er Mitte November 1970. In den folgenden Jahren – Maas blieb bis 1975 – kam er auf 150 Erstligaspiele, in denen ihm 43 Treffer gelangen. Seine erfolgreichste Saison war 1972/73, als er Französischer Meister wurde und im Pokalendspiel stand, welches am 17. Juni 1973 mit 1:2 gegen Olympique Lyon verloren ging. Individuell war er 1971/72 am stärksten: Mit seinen 16 Saisontreffern belegte er Platz 12 der Torjägerliste.
Neben Trainer Arribas nahm auch Manager Robert Budzynski bei den „Canaris“ eine prägende Rolle ein und hatte auch bei der Kaderzusammenstellung mit Spielern wie Jean-Paul Bertrand-Demanes, Gabriel De Michèle, Henri Michel, Michel Pech, Didier Couécou und Angel Marcos an der Seite des schnellen und torgefährlichen Flügelstürmers Maas ein gewichtiges Wort mitzureden.
FC Rouen und Paris FC
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Saison 1975/76 wechselte er zum Zweitligisten FC Rouen, für den er in 29 Spielen sieben Tore erzielte. Im Jahr darauf wechselte er zum Ligakonkurrenten Paris FC, für den er in 22 Spielen 10 Tore erzielte. 1977 spielte Maas für den Drittligisten CS Stiring-Wendel – nur einen Katzensprung von seiner ersten sportlichen Station Saarbrücken entfernt. Für diesen absolvierte er 27 Spiele und war sechsmal als Torschütze erfolgreich.
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit den frühen 1970er lebt Maas auch in Igney (Frankreich) in der Nähe von Nancy. Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau Gabrielle einen gemeinsamen Sohn. Sein Bruder Heinz war ein semiprofessioneller Golfspieler und Trainer.
Erfolge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutscher Meister 1967 (mit Eintracht Braunschweig)
- Französischer Meister 1973 (mit dem FC Nantes)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- „Der doppelte Prümer Champion“, Trierischer Volksfreund vom 23. Dezember 2015, S. 17.
- Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 318.
- Horst Bläsig, Alex Leppert: Ein roter Löwe auf der Brust. Die Geschichte von Eintracht Braunschweig. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2010. ISBN 978-3-89533-675-1. S. 367.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 318
- ↑ Matthias Weinrich: 35 Jahre Bundesliga, Teil 1: Die Gründerjahre 1963 bis 1975. Agon Sportverlag. Kassel 1998. ISBN 3-89784-132-0. S. 21, 36
- ↑ Matthias Weinrich: 35 Jahre Bundesliga, Teil 1: Die Gründerjahre 1963 bis 1975. Agon Sportverlag. Kassel 1998. ISBN 3-89784-132-0. S. 114
- ↑ Matthias Weinrich: 35 Jahre Bundesliga, Teil 1: Die Gründerjahre 1963 bis 1975. Agon Sportverlag. Kassel 1998. ISBN 3-89784-132-0. S. 129
- ↑ Matthias Weinrich: 35 Jahre Bundesliga, Teil 1: Die Gründerjahre 1963 bis 1975. Agon Sportverlag. Kassel 1998. ISBN 3-89784-132-0. S. 208, 226
- ↑ BZV Medienhaus GmbH (Hrsg.): Eintracht 1967. 50 Jahre Deutsche Meisterschaft. JHM Verlag. Braunschweig 2017. S. 63
- ↑ Ulrich Merk, Andre Schulin, Maik Großmann: Bundesliga Chronik 1970/71. Agon Sportverlag. Kassel 2007. ISBN 978-3-89784-090-4. S. 90
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erich Maas in der Datenbank von fussballdaten.de
- Erich Maas in der Datenbank von weltfussball.de
- Erich Maas in der Datenbank des Deutschen Fußball-Bundes
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Maas, Erich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballspieler |
| GEBURTSDATUM | 24. Dezember 1940 |
| GEBURTSORT | Prüm |
- Fußballnationalspieler (Deutschland)
- Fußballspieler (1. FC Saarbrücken)
- Fußballspieler (Eintracht Braunschweig)
- Fußballspieler (FC Bayern München)
- Fußballspieler (FC Nantes)
- Fußballspieler (FC Rouen)
- Fußballspieler (Paris FC)
- Deutscher Meister (Fußball)
- Französischer Meister (Fußball)
- Person (Prüm)
- Deutscher
- Geboren 1940
- Mann