Ernst Scheidegger

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Ernst Scheidegger (2012)

Ernst Scheidegger (* 30. November 1923 in Rorschach; † 16. Februar 2016 in Zürich[1]) war ein Schweizer Fotograf, Maler und Verleger.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Scheidegger besuchte in Zürich bei Hans Finsler die Fotoklasse. Als Fotograf und Freund ging Ernst Scheidegger im Pariser Atelier Alberto Giacomettis ein und aus. Als Bildreporter bereiste er für die Fotoagentur Magnum die arabische Welt, Indien und den Fernen Osten. Als Scheidegger 1954 die Indienreise Chruschtschows begleitete, sprang Robert Capa statt seiner für die Berichterstattung aus dem Indochinakrieg ein.

Als Künstler brachten ihn seine Arbeiten mit Fernand Léger, Cartier-Bresson, Max Bill, Werner Bischof, Richard Paul Lohse und Man Ray zusammen. Bereits seit dem Jahr 1943 machte er Aufnahmen von Alberto Giacomettis Ateliers in Maloja, Stampa und Paris und veröffentlichte diese im Jahr 1958 als Buch zusammen mit dessen autobiografischen und dichterischen Texten im Arche Verlag. Scheidegger arbeitete von 1959 bis 1960 als Dozent für visuelle Gestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Er arbeitete zudem mit den Filmregisseuren Gregory Ratoff und John Huston (Moby Dick) zusammen. Von 1960 bis 1988 war er Fotoredaktor für die Wochenendbeilage der Neuen Zürcher Zeitung.

Er gründete 1962 den «Verlag Ernst Scheidegger»; als erstes Buch erschien die deutsche Übersetzung von Jean Genets L’Atelier d’Alberto Giacometti unter dem Titel Alberto Giacometti. Diesem folgten später zahlreiche weitere Publikationen über Giacometti und weitere bedeutende Künstler. Seit 1997 firmiert der Verlag als «Verlag Scheidegger und Spiess».

Einige seiner Fotografien von Alberto Giacometti waren im Jahr 2008 in der Craig Krull Gallery in Santa Monica, Kalifornien, ausgestellt.[2]

Scheideggers Sammlung von 87 Originalabzügen seiner Kollegen aus der Magnum-Zeit erstand 2013 das Museum Folkwang Essen. Anlässlich seines 90. Geburtstags zeigte das Museum eine Auswahl aus seiner Sammlung mit Fotografien von Werner Bischof, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Ernst Haas, George Rodger, Ruth Orkin, David Seymour und Ernst Scheidegger.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: Grosser Designpreis der Schweizerischen Eidgenossenschaft für Fotografie[4]
  • 2013: Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dichtende Maler, malende Dichter, 3. August - 20. Oktober 1957. Ausstellungskatalog. Kunstverein St. Gallen, Die Arche, Zürich 1957, DNB 454323344 (Eine Anthologie mit 180 Abbildungen von Goethe, Gottfried Keller, Eichendorff bis zu Hermann Hesse, Garcia Lorca und Friedrich Dürrenmatt. Mit Gedichten von Modigliani u.a. Vom Kunstverein St. Gallen veranstaltete Ausstellung Malende Dichter - dichtende Maler, gestaltet von Ernst Scheidegger).
  • Spuren einer Freundschaft, Scheidegger und Spiess, Zürich 1990, ISBN 3-85881-059-2.

• Bilderwelt-Weltbilder, ein Video mit und über Ernst Scheidegger von Franziska Wirz und Otmar Schmid aus dem Jahr 2002

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Scheidegger mit 92 Jahren gestorben. In: Liechtensteiner Vaterland, 18. Februar 2016.
  2. Informationen zur Ausstellung (auf Englisch, mit Bemerkungen zur Bekanntschaft Scheideggers mit Giacometti); Ausgestellte Werke
  3. Website Museum Folkwang Ausstellungen, abgerufen am 27. Oktober 2013
  4. Grosser Designpreis der Schweizerischen Eidgenossenschaft für Fotografie verliehen an Ernst Scheidegger 2011