Ernst Stern

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Bühnenbildner Ernst Stern. Für den Althistoriker siehe Ernst von Stern.

Ernst Stern (* 1. April 1876 in Bukarest; † 28. August 1954 in London) war ein rumänisch-deutscher Bühnenbildner, Szenenbildner, Kostümbildner und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er besuchte die Handelsakademie in Wien und ab 1894 die Münchner Kunstakademie bei Nikolaus Gysis und Franz von Stuck. In München zeichnete er für die Zeitschriften Jugend und Simplicissimus. Als Tobias Loch, der Schnellmaler, trat er bei den Elf Scharfrichtern auf und war Mitglied der Münchner Sezession und der Dramatischen Gesellschaft.

1905 ging er nach Berlin und arbeitete unter anderem für die Lustigen Blätter. Max Reinhardt engagierte ihn kurz nach seiner Übernahme des Deutschen Theaters im Jahr 1906. Bis zum Weggang Reinhardts 1921 entwarf er als Chefbühnenbildner rund 90 Szenarien. Ihm untergeordnet waren unter anderem Edvard Munch und Alfred Roller, mit dem er mehrmals zusammenarbeitete. Stern gehörte der Berliner Secession an und findet sich bereits 1906 im Mitgliederverzeichnis des Deutschen Künstlerbundes.[1]

Nach Reinhardts Weggang stattete er Opern und Operetten aus. Erik Charell machte ihn 1924 zum Ausstattungsleiter am Großen Schauspielhaus. In dieser Zeit entstanden unter anderem die Revuen An Alle (1924/25), Für Dich! (1925/26), Von Mund zu Mund (1926/27) und die Operette Im weißen Rößl (Uraufführung 1930, weitere Aufführungen 1931 London Coliseum, 1933 Paris Magador und 1936 Center Theatre New York).

Daneben schuf Stern ab 1918 regelmäßig Filmkulissen. Dabei wirkte er mit prominenten Regisseuren wie Friedrich Wilhelm Murnau, Ernst Lubitsch (ab 1921 bis zu dessen Fortgang nach Hollywood 1922), Richard Oswald, Max Mack, Carl Froelich und Wilhelm Dieterle zusammen. Zu Charells berühmtem Historien- und Musikfilm Der Kongreß tanzt mit Lilian Harvey und Willy Fritsch entwarf er die Kostüme. Zu seinem grafischen Gesamtwerk gehören auch vier Mappenwerke mit über 40 lithografischen Blättern aus den Jahren 1918/19, darunter Die Ballette des deutschen Theaters (mit Texten von Oscar Bie) und 12 Blätter zu Frank Wedekinds Büchse der Pandora.

Zur Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 befand er sich in Paris bei der Aufführung der Operette Im weißen Rößl. Stern blieb zunächst in Paris und wurde 1934 von Charell nach Hollywood für den Film Caravane geholt. Im selben Jahr begab er sich nach London, das seine zweite Heimat wurde. Hier konzentrierte er sich nahezu ausschließlich auf seine Arbeit als Bühnenbildner in Zusammenarbeit mit britischen Autoren, Regisseuren und Schauspielern besonders am Savoy Theatre, Aldwych Theatre und Adelphi Theatre. Vom König wurde er durch Verleihung einer Pension geehrt.

Bühnenbilder am Deutschen Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (als Filmarchitekt)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1927: Der Juxbaron
  • 1926: Kopf hoch, Charly!
  • 1927: Tragödie einer Ehe
  • 1927: Die Dame mit dem Tigerfell
  • 1927: Die rollende Kugel
  • 1927: Ein schwerer Fall
  • 1927: Die schönsten Beine von Berlin
  • 1927: Das Schicksal einer Nacht
  • 1927: Meine Tante - deine Tante (nur Kostüme)
  • 1927: Das Geheimnis des Abbe X / Der Mann, der nicht lieben darf
  • 1928: Moral
  • 1928: Unmoral / Die sieben Abenteuer der Frau Venus
  • 1929: Frühlingsrauschen
  • 1929: Ludwig der Zweite, König von Bayern (auch Kostüme)
  • 1930: Dolly macht Karriere (nur Kostüme)
  • 1931: Der Kongreß tanzt (nur Kostüme)
  • 1934: Hochzeitsnacht (Caravane; nur Kostüme)
  • 1936: Der geliebte Vagabund (The Beloved Vagabond; nur Kostüme)
  • 1936: Whom the Gods Love (nur Kostüme)
  • 1936: Der Bajazzo (Pagliacci; nur Kostüme)
  • 1944: Champagne Charlie (nur Kostüme)

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • My Life, my Stage. London o. J.. Ins Deutsche übersetzt unter dem Titel Ernst Stern, Bühnenbildner bei Max Reinhardt. Henschel, Berlin 1955.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Georgi: Der Bühnenbildner Ernst Stern. Dissertation, Freie Universität Berlin 1971 (Biographie über Ernst Stern).
  • Stern, Ernst in: Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 39 (Ste-Sz) E. A. Seemann (CD-ROM), Leipzig 2008. ISBN 978-3-86502-177-9 (S. 95)
  • Stern, Ernst in: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Vierter Band (Q-U), E. A. Seemann, Leipzig 1999 (Studienausgabe). ISBN 3-363-00730-2 (S. 358f)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. s. Mitgliederverzeichnis im Katalog 3. Deutsche Künstlerbund-Ausstellung, Weimar 1906. S. 56: Stern, Ernst, Maler, Berlin W. online (abgerufen am 4. April 2016)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]