Europäische Zwergstaaten

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Andorra Monaco Liechtenstein San Marino Vatikanstadt Malta
Europäische Zwergstaaten

Unter der Bezeichnung europäische Zwergstaaten (auch Mikrostaaten) fasst man die Staaten zusammen, die aus der europäischen Geschichte mit besonders kleiner Landfläche hervorgegangen sind, deren Eigenständigkeit jedoch uneingeschränkt anerkannt wird: Andorra, Liechtenstein, Malta, Monaco, San Marino und dem Staat Vatikanstadt.

Europäische Zwergstaaten mit besonderem EU-Rechtsstatus

Die sechs europäischen Zwergstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftansicht von Monaco
Land Fläche (km²) Einwohner Einw. je km² Stand
VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt 0,44 ca. 800 1.818 ohne Zeitangabe[1]
MonacoMonaco Monaco 2,03 37.550 18.497 Dezember 2016[2]
San MarinoSan Marino San Marino 61,00 33.031 541 Mai 2016[3]
LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein 160,00 37.850 236 Dezember 2016[4]
MaltaMalta Malta 316,00 415.196 1.314 Juli 2016[5]
AndorraAndorra Andorra 468,00 73.105 156 Dezember 2016[6]

Wegen ihrer geringen Größe, die die natürlichen Ressourcen und die Bevölkerungszahl begrenzt, haben die meisten Zwergstaaten besondere, auf ihre geringe Größe zugeschnittene wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen – meist die Senkung der Steuern und das Anwerben von Investitionen. Viele der Zwergstaaten haben Zollunionen mit ihren großen Nachbarn geschlossen, um ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern (Vatikanstadt und San Marino mit Italien, Liechtenstein mit der Schweiz und Monaco mit Frankreich). Dank dieser Unionen kommen Monaco, Andorra, der Vatikan und San Marino teilweise in den Genuss von Vorzügen der Europäischen Union (EU), ohne ihr beigetreten zu sein. Die Zwergstaaten verwenden z. B. den Euro als Währung und prägen eigene Euromünzen; lediglich in Liechtenstein gilt mit dem Schweizer Franken eine andere Währung. Da mit Ausnahme von Andorra keine Grenzkontrollen zu den Nachbarstaaten durchgeführt werden, sind sie – meist indirekt – auch Teil des Schengenraums. Liechtenstein hat formalere Bindungen an die Europäische Union. Das Land ist Teil des Europäischen Wirtschaftsraums und dem Schengener Abkommen unmittelbar beigetreten. Malta ist hingegen EU-Vollmitglied.

Eingeschränkt souveräne Kleinstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterhin gibt es einige Gebiete in Europa, die zwar z. B. Außenpolitik und Verteidigung nicht selbst übernehmen, aber innenpolitisch weitestgehend autonom sind:

Spiele für die Kleinstaaten Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine regelmäßige Sportveranstaltung europäischer Klein- und Zwergstaaten, die Spiele der kleinen Staaten von Europa (GSSE). Die üblichen Teilnehmer sind Andorra, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, San Marino und Zypern.

Zwergstaaten in der Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Ländern Europas gab es in der Geschichte Gebilde, die man heute als Zwergstaaten ansähe. Das Deutschland vor Napoleon bestand aus einer Vielzahl kleiner geografischer Einheiten, die untereinander Enklaven und Exklaven hatten.

Weitere europäische Zwergstaaten, die im zwanzigsten Jahrhundert für einige Zeit existiert haben:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eccardt, Thomas: Secrets of the Seven Smallest States of Europe: Andorra, Liechtenstein, Luxembourg, Malta, Monaco, San Marino and Vatican City. New York 2005, ISBN 0-7818-1032-9
  • Friese, Katrin: Die europäischen Mikrostaaten und ihre Integration in die Europäische Union. Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino und Vatikanstadt auf dem Weg in die EU? Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13519-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung. Website der Vatikanstadt vaticanstate.va, abgerufen am 10. Juni 2017.
  2. The official population figures. Auf: monacostatistics.mc, abgerufen am 10. Juni 2017
  3. Bilancio Demografico (PDF; 200 kB). Auf der Website des Ufficio Informatica, Tecnologia, Dati e Statistica der Republik San Marino, abgerufen am 8. Juli 2016
  4. Bevölkerungsstatistik 31. Dezember 2016. Auf der Webseite Amt für Statistik, Landesverwaltung des Fürstentums Liechtenstein, abgerufen am 10. Juni 2017
  5. Malta. In: CIA World Factbook, abgerufen am 10. Juni 2017
  6. Últimes dades. Auf der Statistikwebseite des Govern d'Andorra, abgerufen am 10. Juni 2017