FDP Sachsen-Anhalt

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FDP Sachsen-Anhalt
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Frank Sitta 2015.jpg
Frank Sitta 
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Basisdaten
Gründungsdatum: 14. Juli 1990
Gründungsort: Zerbst
Vorsitzender: Frank Sitta
Ehrenvorsitzender: Horst Rehberger
Stellvertreter: Lydia Hüskens
Marcus Faber
Schatzmeister: Allard von Arnim
Landesgeschäftsführer: Andreas Schnurpel
Mitglieder: 1.219
(Stand: 31. Dezember 2015)[1]
Website: www.fdp-lsa.de

Die FDP Sachsen-Anhalt ist der sachsen-anhaltische Landesverband der Freien Demokratischen Partei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sachsen-anhaltische Landesverband der FDP wurde im Zuge des Zusammenschlusses der ehemaligen DDR-Blockparteien LDP und NDPD am 14. Juli 1990 in Zerbst gegründet. Hinzu kamen die nach der Wende neu gegründeten Parteien Freie Demokratische Partei der DDR unter ihrem Landesvorsitzenden Hans-Herbert Haase und Deutsche Forumpartei.

Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der langjährige FDP-Bundesvorsitzende Hans-Dietrich Genscher gebürtiger Hallenser ist, bildete Sachsen-Anhalt zunächst eine Hochburg der Liberalen. So erreichte die FDP bei der Bundestagswahl 1990 in Sachsen-Anhalt mit einem Zweitstimmenanteil von 19,7 % das beste Parteiergebnis aller Bundesländer. Zudem errang Uwe Lühr im Wahlkreis Halle-Altstadt das erste Direktmandat für die Partei seit 1961.

Unterdessen erzielte die FDP bei der ersten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 1990 mit 13,5 % der Stimmen das beste Wahlergebnis in den neuen Bundesländern. Daraufhin bildete sie mit der CDU Sachsen-Anhalt eine christlich-liberale Koalition und stellte fortan drei Landesminister, darunter Gerd Brunner bzw. Wolfgang Rauls als stellvertretenden Ministerpräsidenten. Nach Ablauf der ersten Legislaturperiode begann eine lange Phase der außerparlamentarischen Opposition. Sowohl 1994 als auch 1998 scheiterte die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde. Erst 2002 gelang ihr mit einem Stimmenanteil von 13,3 % der Wiedereinzug in den sachsen-anhaltischen Landtag. Infolgedessen kam es zur Neuauflage der Regierungskoalition mit der CDU, in der die FDP neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Horst Rehberger mit zwei weiteren Ministern vertreten war. 2006 erhielt die Partei lediglich 6,7 % der Stimmen, woraufhin sie aus der Landesregierung ausschied. Seit der 2011 gehört die FDP erneut nicht mehr dem sachsen-anhaltischen Landtag an.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FDP Sachsen-Anhalt gliedert sich in 14 Kreisverbände, die sich wiederum aus rund 115 Ortsverbänden zusammensetzen. Das höchste Beschlussgremium ist der Landesparteitag, der jährlich stattfindet und auf dem die verschiedenen Parteigremien gewählt werden. Ferner werden hier die Kandidaten für die jeweiligen Landeslisten bei Landtags-, Bundestags- oder Wahlen zum Europäischen Parlament aufgestellt.

Auf kommunaler Ebene ist die FDP Sachsen-Anhalt durch etwa 400 Mandatsträger vertreten (Stand 2006).[2]

Landesparteitag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landesparteitag der FDP Sachsen-Anhalt ist das oberste Beschlussorgan des Landesverbandes. Einmal im Jahr innerhalb der ersten vier Monate im Jahr tagt er als ordentlicher Landesparteitag. Die Resultate sind für den Landesverband, die Gliederungen und die Mitglieder bindend. Er umfasst 200 Delegierte, die nach einem Delegiertenschlüssel aus den Kreisverbänden gewählt werden.[3]

Landesvertreterversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Landesvertreterversammlung werden die Landeslisten für die Bundestags- und Landtagswahlen, sowie die Delegierten und Ersatzdelegierten für den Europatag gewählt. Er umfasst wie auch der Landesparteitag 200 Delegierte, die nach einem Delegiertenschlüssel aus den Kreisverbänden gewählt werden.[3]

Landesschiedsgericht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Landesschiedsgericht obliegt die Verantwortung für die Anfechtung von Wahlen, die Verhängung von Ordnungsmaßnahmen und die Entscheidung von Streitigkeiten. Die Zusammensetzung des Parteiorgans richtet sich nach der Schiedsordnung der Bundespartei.[3]

Landesvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Hauptaufgaben des Landesvorstands zählen die Ausführungen der Entscheidungen des Landesparteitages und der Landeshauptausschüsse und die die Führung des Landesverbands. Der geschäftsführende Landesvorstand besteht aus dem Landesvorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, dem Landesschatzmeister, dem Vorsitzenden der Landtagsfraktion oder einem Vertreter der Landtagsfraktion und zwei Beisitzern. Der erweiterte Landesvorstand setzt sich aus 10 weiteren Beisitzern, sowie Vertretern der Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt, Liberalen Frauen Sachsen-Anhalt, den der FDP Sachsen-Anhalt angehörenden Landes- und Bundesministern und den Mitgliedern des Bundestages des FDP-Landesverbandes Sachsen-Anhalt.[3]

Die Mitglieder des Landesvorstands sind:[4]

Vorsitzender Frank Sitta
Stellvertretende Vorsitzende Lydia Hüskens, Marcus Faber
Schatzmeister Allard von Arnim
Beisitzer im geschäftsführenden Vorstand Johann Hauser, Andreas Silbersack
Beisitzer Jens Ackermann, Gunnar Blache, Susanne Brehmer, Sandro Dadyczynski, Ramona Hoyer, Guido Kosmehl, Michael Jaeger, Yana Mark, Jörg Schnurre, Kathrin Tarricone
Vertreter der Jungen Liberalen Maximilian Gludau
Vertreterin der Liberalen Frauen Aline Kalb

Landesfachausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Arbeit des Landesvorstandes wird von den folgenden Landesfachausschüssen fachkundig unterstützt:[5]

  • Innen, Recht und Europa
  • Verkehr, Bauen, Wohnen und Umwelt
  • Landwirtschaft und Umwelt
  • Bildung und Wissenschaft
  • Wirtschaft, Energie und Finanzen
  • Außen- und Sicherheitspolitik
  • Gesundheit und Pflege, Arbeit und Soziales
  • Kommunales, Sport und Kultur
  • AG Liberalismus
  • AG Medien und Internet

Mitgliederentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliederentwicklung[1]
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
24.171 14.289 8.394 7.254 5.908 4.688 3.930 3.444 3.222 2.722 2.520 2.498 2.496 2.405 2.343 2.264 2.166 2.019 1.920 2.020 1.919 1.694 1.524 1.425 1.274 1.219

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesvorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesvorsitzende
Jahre Name Foto
1990–1991 Gerd Brunner
Gerd Brunner (1990)
1991–1994 Peter Kunert
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1994–1995 Bruno Menzel
Bruno Menzel (1990)
1995–2011 Cornelia Pieper
Cornelia Pieper (2013)
2011–2013 Veit Wolpert
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2013–2015 Cornelia Pieper
Cornelia Pieper (2013)
seit 2015 Frank Sitta
Frank Sitta (2015)

Fraktionsvorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionsvorsitzende
Jahre Name Foto
1990–1994 Hans-Herbert Haase
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Von 1994 bis 2002 war die FDP nicht im Landtag vertreten
2002 Cornelia Pieper
Cornelia Pieper (2013)
2002–2004 Rainhard Lukowitz
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2004–2006 Veit Wolpert
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2006–2008 Karl-Heinz Paqué
Karl-Heinz Paqué (2015)
2008–2011 Veit Wolpert
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Seit 2011 ist die FDP erneut nicht im Landtag vertreten

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landtagswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landtagswahlergebnisse
in Prozent
15%
10%
5%
0%
Landtagswahlergebnisse[6]
Jahr Stimmen Sitze
1990 13,5 % 14
1994 3,6 %
1998 4,2 %
2002 13,3 % 17
2006 6,7 % 7
2011 3,8 %
2016 4,9 %

Bundestagswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahlergebnisse[7]
Jahr Stimmen Sitze
1990 19,7 % 5
1994 4,1 % 1
1998 4,1 % 1
2002 7,6 % 1
2005 8,1 % 2
2009 10,3 % 2
2013 2,6 %

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Oskar Niedermayer: Parteimitglieder in Deutschland. Version 2016. In: fu-berlin.de. Abgerufen am 1. November 2016 (PDF; 844 kB).
  2. Kai-Uwe Schnapp, Susann Burchardt: Politische Parteien in Sachsen-Anhalt. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Landespolitik in Sachsen-Anhalt. Ein Handbuch. MDV, Halle (Saale) 2006, ISBN 3-89812-398-7, S. 186.
  3. a b c d FDP Sachsen-Anhalt – Landessatzung. In: fdp-lsa.de. Abgerufen am 20. Januar 2016 (PDF; 124 kB).
  4. FDP Sachsen-Anhalt – Landesvorstand. In: fdp-lsa.de. Abgerufen am 17. April 2016.
  5. FDP Sachsen-Anhalt – Landesfachausschüsse. In: fdp-lsa.de. Abgerufen am 20. Januar 2016.
  6. Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. In: wahlrecht.de. Abgerufen am 14. März 2016.
  7. Ergebnisse der Bundestagswahlen 1949 bis 2009. In: bundeswahlleiter.de. Abgerufen am 25. September 2013.