Fauna Timors

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Die Insel Timor

Die Insel Timor gehört zum Gebiet von Wallacea. Somit ist die Fauna Timors Teil der biogeographischen Übergangszone zwischen der asiatischen und der australischen Flora und Fauna, weshalb sich die Fauna der Insel sowohl aus Arten der Asiatischen Region, als auch aus Arten der Australischen Region zusammensetzt. Die meisten Landtiere rekrutieren sich jedoch aus asiatischen Tiergruppen, während aus Australien nur relativ wenige stammen. Mehrere Tierarten, vor allem verschiedene Vögel, sind nur auf Timor, seinen vorgelagerten Inseln und dem benachbarten Wetar zu finden und damit hier endemisch. Deswegen wurde die Region zum Timor and Wetar Endemic Bird Area erklärt.

Ausgestorbene Arten aus der Vorzeit[Bearbeiten]

Fossile Muschel aus Baucau

Im Pliozän lebten große Echsen, ähnlich dem heutigen Komodowaran auf Timor. Außerdem entwickelte sich hier, wie auf Java, Sulawesi und Flores, eine Zwergform des Stegodon mit nur 1,2 Metern Schulterhöhe und Riesenratten, wie Coryphomys buehleri,[1] deren Überreste man in einer Kalksteinhöhlen im indonesischen Westtimor fand. 2010 entdeckte man in Osttimor die Überreste der Riesenratte Coryphomys musseri, die mit 6 kg wohl die größte Spezies dieser Gattung repräsentieren dürfte. Sie ist vermutlich vor 1000 bis 2000 Jahren ausgestorben.[2]

Säugetiere[Bearbeiten]

Flughunde auf dem Markt in Suai

Die Zahl der Säugetiere aus der asiatischen Region ist etwas größer, insgesamt aber auch eher gering, da die Insel durch tiefe Wassergräben vom Festland getrennt ist. Vielfältig sind die Fledermausarten. Es gibt mehr als 30 verschiedene Arten, zum Beispiel Nyctophilus timoriensis, Sumba-Blattnasenfledermaus (Hipposideros sumbae),[3] Sulawesi-Hufeisennase (Rhinolophus celebensis)[3] und die timoresische Unterart der Canuts Hufeisennase[3] (Rhinolophus canuti timoriensis). Etwa zehn verschiedene Flughunde (Fruit bats) spielen eine wichtige Rolle bei der Verteilung von Baumsamen. Dazu gehören Geoffroys Flughund (Rousettus amplexicaudatus),[3] Höhlen-Langzungen-Flughund (Eonycteris spelaea),[3] Sunda-Flughund (Acerodon mackloti), Westlicher Nacktwangen-Flughund (Dobsonia peronii), Timor-Blattnasenfledermaus (Hipposideros crumeniferus), Diadem-Rundblattnase (Hipposideros diadema),[3] Hipposideros bicolor[3] und Indonesischer Kurznasen-Flughund (Cynopterus titthaecheilus).

Zu den 24 flugunfähigen Arten zählen Mähnenhirsche (Cervus timorensis), Javaneraffen (Macaca fascicularis), Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus), Spitzmäuse (zum Beispiel Crocidura maxi und Moschusspitzmaus) und einige Nagetiere, wie Pazifische Ratte (Rattus exulans) und Asiatische Hausratte (Rattus tanezumi). Der Graue Kuskus (Phalanger orientalis) ist ein Beuteltier und stellt einen typischen Vertreter der australischen Tierwelt dar. Verwandte Arten findet man auch in Australien. Kuskuse sind für Timoresen eine beliebte Jagdbeute für den Kochtopf. Von der Timorratte (Rattus timorensis) kennt man bisher nur ein Exemplar, das 1990 gefangen wurde. Bis auf die beiden einzigen endemischen Säugetierarten Timorspitzmaus (Crocidura tenuis) und Timorratte gelten alle anderen Arten als eingeführt oder eingewandert.[4] So wurde der Graue Kuskus vor 9000 Jahren von Menschen aus Neuguinea nach Timor eingeführt. Er ist heute eine der Hauptjagdbeuten der einheimischen Bevölkerung. Die ältesten Spuren, die man von ihm an der Ostspitze Timors fand, werden auf das frühe Holozän datiert. Überreste von Hunden und Schweinen an derselben Fundstelle weisen darauf hin, dass sie erst zur Zeit der Einführung der Töpferei auf Timor vor 3500 Jahren auf der Insel erschienen.[5]

An den Küsten der Region findet sich der Dugong, der zu den Seekühen gehört. An der Nordküste finden sich verschiedene Delphine, Buckelwale und Kurzflossen-Grindwale.[6][7]

Als Haustiere wurden Schweine (auch das Sulawesi-Pustelschwein), Wasserbüffel, Balirinder (domestizierte Bantengs), Hühner, Ziegen, das Timor-Pony und Hunde eingeführt.

Endemische oder fast endemische Säugetierarten der Region Timor und Wetar[8]
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Information
Timorspitzmaus Crocidura tenuis
Molukken-Flugfuchs Pteropus chrysoproctus
Canuts Hufeisennase Rhinolophus canuti eigene Unterart auf Timor, R. c. timoriensis[9]
Flores-Riesenratte Papagomys armandvillei Widersprüchliche Angaben, ob die Ratte auch in der Region oder nur auf Flores vorkommt.[10]
Timorratte Rattus timorensis

Reptilien[Bearbeiten]

Seeschlange Laticauda laticaudata vor Atauro
Meeresschildkröte am Strand von Tutuala vor der Eiablage

Besondere kulturelle Bedeutung hat in Osttimor das in Meer und Flüssen lebende Leistenkrokodil (siehe Das gute Krokodil). Hier kam es 2007/2008 zu drei Krokodilangriffen mit zwei Toten und zwei Verletzten.[11] Regelmäßig trifft man das Krokodil auf Timor in den ruhigeren Flüssen östlich von Dili und an der Südküste.[12]

Auch andere Reptilien bereichern die Tierwelt Timors, so etwa der nach der Insel benannte Timor-Wasserpython (Liasis mackloti) und die im Meer lebende Timor-Riffschlange (Aipysurus fuscus). Den Timor-Waran (Varanus timorensis) findet man in Küstennähe nahe Palmen und anderen Bäumen, die er als Zuflucht nutzt. Hier jagt er kleinere Eidechsen und wirbellose Tiere.[12] Auch auf Timor zu finden ist der Tokeh, mit 35 cm einer der größten Geckos. Außerdem gibt es mit dem Timor-Flugdrachen eine Flugechse, die 30 bis 50 Meter weit durch die Luft segeln kann. Endemisch ist auf der Insel der Eremiascincus timorensis, eine Glattechsenart. Er findet sich zum Beispiel am Monte Mundo Perdido, ebenso wie die Gefleckte Bronzenatter (Dendrelaphis pictus).[4] Die Timor-Bronzenatter (Dendrelaphis inornatus timorensis) kommt neben Timor auch auf Roti und Wetar vor. Die ungiftige Schlange ernährt sich von Fröschen und kleinen Eidechsen.[12] Die Sunda-Lanzenotter (Cryptelytrops insularis) hat als einzige Schlange Osttimors ihre Giftzähne vorn. Sie erreicht eine Länge von bis zu einem Meter und ist im Flachland an beiden Küsten weit verbreitet.[12] Ein Vorkommen des Timor-Python auf der Insel ist trotz seines Namens sehr unwahrscheinlich, denn im auf Timor über die letzten Jahrzehnte extensiv betriebenen Leder- und Lebendtierhandel tauchte keine Haut des Python auf. Es wird vermutet, dass das Tier, auf dem die Erstbeschreibung zurückgeht, nur über Timor exportiert wurde und ursprünglich von einer anderen Insel stammte.[13] Im Meer finden sich Seeschlangen.

2007 wurde erstmals eine Unterart der McCords Schlangenhalsschildkröte (Chelodina mccordi) im Distrikt Lautém beschrieben. Sie kommt nur im Gebiet des Sees Ira Lalaro, seiner Nebengewässer und Feuchtgebiete und möglicherweise im Fluss Irebere vor. Sie zeigt Merkmale, die sie zwischen die McCords Schlangenhalsschildkröte und die Neuguinea-Schlangenhalsschildkröte (Chelodina novaeguineae) stellen.[14] Teilweise wird sie auch als eigene Art Chelodina timorensis angesehen.[15] Auf einer osttimoresischen Briefmarke von 2010 wird sie als Timorschildkröte bezeichnet.[12] Vor allem am östlichen Ende Timors kommen Meeresschildkröten an die Strände zur Eiablage.

Reptilien auf Timor
Echsen
Agamen (Agamidae)
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
Timor-Flugdrache im Distrikt Viqueque Timor-Flugdrache[15][18] Draco timoriensis Teki liras (Geflügelter Gecko) Fehlt in Ainaro, Aileu, Bobonaro und auf Atauro. Auf Meereshöhe regelmäßig zu finden, aber auch bis 1200 m Höhe anzutreffen.[17]
Geckos (Gekkonidae)
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
Bogenfinger-Gecko , Same, Manufahi Bogenfinger-Gecko[17] Cyrtodactylus sp.[15] Teki ain-fuan kleuk (Kleiner Gecko mit gestreiften Zehen) Erstmals 2009 beschrieben, aus der Familie der Gekkonidae, selten.[15] Zwei Exemplare wurden 2009 am Trilolo gefunden, vier Kilometer nördlich von Same. 2010 fand man ein Exemplar am Nordwesthang des Mano Côcos auf Atauro und zehn am Fluss Abanat in Oecusse. 2011 kamen weitere Exemplare von Atauro auf Meereshöhe und aus dem Distrikt Lautém von Com, Raça und nahe dem Mainina-Loch. Dazu kamen 2012 Populationen aus dem Küstenwald von Nancuro, in Venilale, nahe dem Dorf Maganutu (auf 1036 m Höhe) und im Dorf Fiuren. 2013 wurde eine zweite Population in Com gefunden, die vom Körperbau her größer war, als die in Com zuerst entdeckte. Die Art scheint sehr anpassungsfähig zu sein, was die Besiedlung neuer Lebensräume betrifft. Wahrscheinlich handelt es sich um mindestens sieben verschiedene Arten von Cyrtodactylus. Vier weitere der entdeckten Populationen sind noch nicht spezifiziert.[17]
 ? Cyrtodactylus celatus [17]  ? Vorkommen im indonesischen Westtimor.[17]
Vierklauen-Gecko in Lore Vierklauen-Gecko[17] (Gewöhnlicher Vierkrallengecko) Gehyra mutilata (Gehyra cf. mutilata) Teki kulit kanek (Kleiner Gecko mit verletzter Haut) Bisher fand man Exemplare auf Timor in den Distrikten Baucau, Bobonaro, Lautém, Liquiça und Manatuto und auf der zu Dili gehörenden Insel Atauro. Auf Atauro wurden Vierklauen-Gecko von Meereshöhe bis auf 572 m Höhe dokumentiert. In Lautém fanden sie sich von Com an der Nordküste bis Raça, knapp unter einer Meereshöhe von 400 m. Dazu kommen Funde im Distrikt Liquiça nahe dem Zusammenfluss der Flüsse Comoro und Bemos, in Nancuro, in den Ruinen der Escola do Reino de Haudere (Baguia) und in Fiuren. Vierklauen-Geckos leben in trockenen Wäldern, finden sich aber auch in Hütten und Häusern.[17]
Tokeh in Dare Tokeh[15] Gekko gecko Toke Der größte der Geckos auf den Kleinen Sundainseln gilt auf Timor als eingeführte Art. Er ist alltäglich anzutreffen und seine typischen „toh-kai“-Rufe sind Tag und Nacht zu hören. In Aileu, Ainaro, Cova Lima und Ermera wurde der Tokeh noch nicht nachgewiesen, kommt aber wahrscheinlich auf der ganzen Insel vor. Auch auf Atauro ist er anzutreffen.[17]
Varianten des Asiatischen Hausgecko Asiatischer Hausgecko[15] Hemidactylus frenatus Teki uma baibain frenatus (Kleiner gewöhnlicher Hausgecko) Der Hausgecko ist der am häufigsten auf Timor anzutreffende Gecko. Schnell besetzen sie neue Gebäude und sind so genauso in sauberen Hotelzimmern, wie in der Wildnis oder sogar auf Müllhaufen zu finden. Bisher wurde er nicht in Aileu, Ainaro, Bobonaro, Ermera und Lautém nachgewiesen, kommt aber wahrscheinlich in ganz Timor vor; Zumindest bis auf Höhen bis 600 m. Auch auf Atauro zu finden. Möglicherweise kam der Hausgecko bereits mit Händlern in früheren Jahrhunderten nach Timor.[17]
Bild aus Hongkong Indopazifischer Gecko (Jungfern-Halbfinger-Gecko)[17] Hemidactylus cf. garnotii Teki uma baibain garnotii (Gewöhnlicher kleiner Hausgecko) Der Indopazifische Gecko ist leicht mit den häufiger vorkommenden H. frenatus oder H. tenkatei zu verwechseln. 2012 wurden erstmals in Osttimor sieben Exemplare in einem Bambuswald bei Maganutu (auf 1041 m bis 1063 m Höhe, an den Hängen des Leolaco) und eines in einem teils gerodeten Wald bei Fiuren (463 m Höhe) gefangen und dokumentiert. Der Indopazifische Gecko ist eine parthenogene Spezies, das heißt Weibchen können unbefruchtet Eier legen, aus denen dann Junge schlüpfen. Obwohl so ein einzelnes Weibchen eine komplet neue Population gründen kann, verwundert es, dass man diese Art nicht öfter auf Timor antrifft. Man vermutet, dass die fehlende genetisch Vielfalt ein Wettbewerbsnachteil gegenüber seinen bisexuellen Verwandten darstellt. Möglicherweise erklärt dies sein Vorkommen am Leolaco, in Höhen wo bisher auf Timor keine anderen Geckoarten angetroffen wurden. Allerdings kennt man den Indopazifischen Gecko als kolonisierende Art, die in Küstennähe oder in Gebieten, mit viel menschlichen Transportbetrieb zu finden ist. Letzteres trifft auf Fiuren zu, nicht aber auf das Bergland am Leolaco. Daher könnte es sich bei der Hauptpopulation auch um eine neue Art handeln, die dem Indopazifischen Gecko ähnelt. Morphologische Unterschiede konnten aber bisher nicht festgestellt werden, auch weil bisher keine männlichen Geckos gefangen werden konnten.[17]
Saumschwanz-Hausgecko in Lore Saumschwanz-Hausgecko[15] Hemidactylus platyurus Teki ikun belar (Kleiner Gecko mit flachem Schwanz) Nicht so häufig, wie andere Halbfinger-Geckos. Gefunden in Cova Lima, Dili, Lautém, Liquiça, Manatuto, Oecusse und Viqueque.[17]
Roti-Hausgecko[17] Hemidactylus tenkatei Teki uma baibain Roti (Kleiner gewöhnlicher Hausgecko) Bekannt aus Dili, Lautém, Liquiça und Oecusse. Da er bisher nur direkt an der Nordküste unterhalb von 25 m Meereshöhe gefunden wurde, vermutet man, dass der Roti-Hausgecko erst vor kurzem nach Timor eingeschleppt wurde. In Dili hat die Population im Vergleich zu H. frenatus in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen.[17]
Bild eines Exemplars von Réunion Zigeunergecko (Gewöhnlicher Halbblattfinger-Gecko)[17] Hemiphyllodactylus cf. typus Teki ai isin lotuk (Baumgecko mit sehr kleinem Körper) Erst 2013 entdeckten Wissenschaftler erstmals auf Timor den kleinsten Gecko der Region in Osso Huna. Der Zigunergecko ist weit verbreitet und pflanzt sich parthenogen fort. Als kolonisierende Art findet man ihn oft in Strandnähe. Osso Huna liegt zwar in Luftlinie nur 22 km von der Nordküste und 10 km von der Südküste entfernt, befindet sich aber bereits auf 938 m Höhe und der Weg dahin beschwerlich. Es ist unklar, ob es sich um die parthenogene oder eine bisher unbeschriebene, sich sexuell fortpflanzende Art handelt. Die gefangenen Exemplare sind ein jugendliches und ein erwachsenes, weibliches Tier. Molekulare Analysen sind geplant.[17]
 ? Goniodactylus timorensis[15] Zuordnung noch nicht gesichert, aus der Familie der Gekkonidae, selten
Timor-Gecko[19] Cnemaspis timoriensis
 ? Gekko vittatus[20] engl. Name: Lined Gecko
Skinke (Scincidae)
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
A: C. sp. ‘Maubisse’; B: C. sp. ‘South Coast’ aus Loré; C: C. sp. ‘Meleotegi River’; D: C. sp. ‘Baucau’ Regenbogen-Skinke Carlia Mamór liman-fuan haat (Vier-Finger-Skink) Regenbogen-Skinke unterscheiden sich durch ihre vierzehigen Vorderfüße von allen anderen Echsenarten Timors. Die einzelnen Arten sind nur schwer voneinander zu unterscheiden.[15] Regenbogen-Skinke finden sich sowohl in trockenen als auch in feuchten Habitaten. Sofern das Nahrungsangebot nicht beschränkt ist, ist die Populationsdichte hoch. Spezialisierungen der einzelnen Taxa auf Timor konnte man bisher nicht beobachten. Bei Männchen der Bergform konnte man einen auffälligen Farbwechsel zur Paarungszeit beobachten. C. peronii und C. spinauris aus Westtimor galten bis 2009 als die einzigen Regenbogen-Skinke auf Timor. In Osttimor fand man die beiden Arten bisher nicht, dafür aber Vertreter, die sich nach molekularanalytischer Untersuchung als vier bis fünf neue Arten herausstellen könnten.[17]
Carlia sp. ‘Maubisse’[17] Bergform aus Maubisse (siehe Bild: A).[17]
Carlia sp. ‘South Coast’[17] Flachlandform aus den Dörfern Loré, Beaco, Nancuro und vom Südufer des Lagoa Wetanas. Spätere Funde gab es auch an der Nordküste in Com. Ein weiteres gefundenes Exemplar aus Betano wird vorerst als Carlia incertae sedis. Carlia sp. ‘South Coast’ dokumentiert (siehe Bild: B).[17]
Carlia sp. ‘Meleotegi River’[17] Bergform vom Fluss Meleotegi, Eraulo (siehe Bild: C).[17]
Carlia sp. ‘Baucau’[17] Flachlandform aus Afacaimau und Venilale (Distrikt Baucau) (siehe Bild: D).[17]
Carlia sp. ‘Abanat River’[21] Flachlandform vom Fluss Abanat in Oecusse.[17]
 ? Carlia peronii (Heteropus peronii)[15] Alltäglicher Flachlandbewohner. Bekannt vom westtimoresischen Kupang und östlich benachbarten Orten.[17]
 ? Carlia spinauris (Lygosoma (Leiolopisma) spinauris)[15] Berglandbewohner. Bekannt aus den westtimoresischen Orten Lelogama und Soe.[17]
 ? Carlia leucotaenia (Heteropus leucotaenia)[22]
Cryptoblepharus leschenault in Lore Leschault-Schlangenaugenskink[17] Cryptoblepharus leschenault[15] Mamór matan samea leschenault (Leschault-Schlangenaugenskink) Ein nicht häufiger Vertreter der Gattung der Inselskinke. Bekannt aus dem Flachland Baucaus und Lautéms, dem Küstenwald von Manatutos Nancuro und der Küste Atauros. Der Skink ist schwer zu fangen. Bei Bedrohung klettern sie schnell den Stamm von großen Hartholzbäumen rauf.[17]
Bakhita-Schlangenaugenskink[17] Cryptoblepharus sp. ‘Bakhita’[17] Mamór matan samea bakhita (Bakhita-Schlangenaugenskink) Der Name „Bakhita“ stammt von der Sta. Bakhita Mission am Fluss Meleotegi (nahe Eraulo, Distrikt Ermera), wo der Skink von Wissenschaftlern 2010 erstmals dokumentiert wurde. Er ähnelt dem Leschault-Schlangenaugenskink, jedoch teilt sich beim Bakhita-Schlangenaugenskink der helle Rückenstreifen am Nacken nicht in zwei Streifen auf. Letzte Gewissheit, dass es sich wirklich um eine neue Spezies handelt, fehlen noch.[17]
Schlegel-Schlangenaugenskink[17] Cryptoblepharus cf. schlegelianus[23] Mamór matan samea tasi ibun utara (Nordküsten-Schlangenaugenskink) Exemplare der Art wurden in Com (Lautém), Tasitolu und Cristo Rei (Dili) gefunden. Frühere Berichte, die Art käme auch in Westtimor vor, sind in Frage zu stellen. Möglicherweise wurden Exemplare, die auf der benachbarten Insel Semau im 19. Jahrhundert gefangen wurden über den westtimoresischen Hafen Kupang nach Europa gebracht und daher die Herkunft falsch registriert. Dem Schlegel-Schlangenaugenskink fehlt der helle Rückenstreifen der beiden anderen von Timor bekannten Schlangenaugenskinke. Zudem fanden sie sich in dicht besiedelten Kolonien in felsigem Gelände oder an Werftmauern direkt am Meer, wo Wellen an das Land schlagen, während die anderen beiden Arten Einzelgänger zu sein scheinen, die auf hohen Bäumen leben. Die Schlegel-Schlangenaugenskinks Osttimors sind dunkler als die bekannten Artvertreter von Semau, weswegen die Zuordnung zu C. schlegelianus nicht ganz gesichert ist. Sogar ein melanistisches Exemplar wurde in Osttimor gefunden.
A Eremiascincus sp. 1 (USNM [CMD 365], SVL 66 mm, TL 185 mm) aus Maubisse, Distrikt Ainaro, B Eremiascincus sp. 2 (USNM [CMD 474], SVL 51 mm, TL 101 mm) aus Lore I, Distrikt Lautém Glatte Nachtskinke Eremiascincus Mamór kalan (Nachtskink) Glatte Nachtskinke finden sich auf Timor versteckt unter Steinen und Baumstämmen, sowohl in feuchten, als auch in trockenen Regionen. Nachgewiesen sind auf Timor bisher drei Arten von Glatten Nachtskinken, zwei davon in Westtimor. Neuere Forschungen lassen aber für Osttimor mehrere neue Arten vermuten.[17]
Eremiascincus sp. ‘Montane’[17] Dokumentiert im Hochland von Maubisse, Distrikt Ainaro (USNM [CMD 365], SVL 66 mm, TL 185 mm, auf Bild: A)[15] und um Same, Distrikt Manufahi. Die Tiere sind E. timorensis ähnlich, könnten aber auch ein neues Taxon darstellen. Sie sind etwas kleiner (Kopf-Rumpf-Länge 72 mm) und schlanker als die herkömmlichen E. timorensis, die Unterseite ist bis zur Schnauze gelb statt orange gefärbt.[17]
Eremiascincus sp. ‘Lautém’[17] Diese schlanken, kleineren Skinke (Kopf-Rumpf-Länge 51 mm) wurden im Tiefland Lautéms (unter 500 m Meereshöhe) von Lore I (USNM [CMD 474], SVL 51 mm, TL 101 mm, auf Bild: B) und Raça gefunden. Möglicherweise bilden sie mit E. sp. ‘Jaco’ eine gemeinsame Art.[15][17]
Eremiascincus sp. ‘Ermera’[17] Männchen und Weibchen dieser Skinke (Kopf-Rumpf-Länge 53 mm) haben einen gelben Bauch, doch die Färbung reicht nicht bis zur Kehle, wie bei E. sp. ‘Montane’. Auch ähnelt er im Körperbau mehr E. antoniorum, ist schlanker und länglicher als der Morphotyp von E. timorensis. Gefunden wurde er nur in der Umgebung des Flusses Meleotegi in Ermera.[17]
Eremiascincus sp. ‘Jaco’[17] Diese schlanken, kleinen Skinke wurden auf der Insel Jaco gefunden. Möglicherweise bilden sie mit E. sp. ‘Lautém’ eine gemeinsame Art (Kopf-Rumpf-Länge 39 mm), haben aber ein schwächer ausgeprägtes Fleckenmuster.[17]
Eremiascincus sp. ‘Ataúro’[17] Auf Ataúro wurden an der Küste Skinke gefunden, die sich deutlich von 'E. emigrans wetariensis der Nachbarinsel Wetar unterscheiden.[17]
 ? Eremiascincus antoniorum[15][17] Eine Skinkart, alltäglich, im Zentralgebirge des indonesischen Westtimors.[17]
 ? Eremiascincus cf. emigrans[15][17] Eine kleine Skinkart mit verkürzten Gliedmaßen und gestrecktem Körper. Bestimmung noch unsicher. Dokumentiert aus Lore I, Distrikt Lautém.[17]
 ? Eremiascincus timorensis[15][17] Eine große Skinkart, ehemals Glaphyromorphus timorensis, mit stämmigen Gliedern und kurzem Rumpf. Der Bauch ist orange gefärbt. Nachgewiesen im Zentralgebirge des indonesischen Westtimors. Am Fluss Meleotegi (Distrikt Ermera), auf einer Meereshöhe von 1180 m, registrierten Wissenschaftler Tiere, die als E. cf. timorensis eingeordnet wurden. Sie sind die größten Vertreter der Glatten Nachtskinke auf Timor (Kopf-Rumpf-Länge 96 mm).[17]
Eutropis multifasciata nahe Lospalos Vielstreifen-Skink[17] Eutropis cf. multifasciata (Mabuya multifasciata, Euprepes Sebae)[15] alltäglich
Smaragdskink in Lore Smaragdskink[15] Lamprolepis cf. smaragdina (Lygosoma smaragdinum, Dasia smaragdinum) alltäglich
Beschreibung rechts Nicht genau identifizierte Waldskinke[15] Sphenomorphus spp. Möglicherweise Sphenomorphus florensis,[24] nicht häufig.
Bildbeschreibung: Repräsentative Exemplare der vier mutmaßlich unbeschriebenen Arten der Sphenomorphus-Gruppe: A Sphenomorphus sp. 1 (USNM [CMD 446], SVL 58 mm, TL 150 mm) aus Lore, Distrikt Lautém, B Sphenomorphus sp. 2 (USNM [CMD 364], SVL 66 mm, TL 185 mm) aus Maubisse, Distrikt Ainaro, C Sphenomorphus sp. 3 (USNM [CMD 416], SVL 69 mm, TL 152 mm) vom Fluss Meleotegi, nahe Eraulo, Distrikt Ermera, D Sphenomorphus sp. 4 (USNM [CMD 415], SVL 42 mm, TL 92 mm) vom selben Ort, wie das Exemplar C.
Warane (Varanidae)
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
Timorwaran im Trockenwald an der Küste in Lore Timor-Waran[15] Varanus timorensis Lafaek rai-mara (Trockener Dreck-Große Eidechse/Krokodil) Nicht häufig. Frühere Berichte sprechen wahrscheinlich fälschlich von Pazifikwaranen (Varanus indicus)[25] oder Bindenwaranen. Letztere finden sich nur auf Atauro, nicht aber auf Timor. Möglicherweise bilden der Timorwaran und der Auffenbergs Waran (Varanus auffenbergi) von der Insel Roti eine gemeinsame Art.[17]
Bild ist nicht von Timor oder Atauro Bindenwaran Varanus cf. salvator Fälschlicherweise auf Timor vermutet, aber auf Atauro vorkommend.[17]
Schlangen
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
Blumentopfschlange in Same, Manufahi Blumentopfschlange[15] Ramphotyphlops braminus nicht häufig
Cantors Wasserschlange[26] Cantoria violacea
Gefleckte Bronzenatter[4] Dendrelaphis pictus Möglicherweise Dendrelaphis inornatus timorensis[27]
Hundskopf-Wassertrugnatter in Baucau Hundskopf-Wassertrugnatter[15] Cerberus rynchops nicht häufig
Indonesische Kletternatter in Baucau Indonesische Kletternatter[15] Coelognathus subradiatus ehemals Elaphe subradiat, nicht häufig
Kapuzen-Wolfszahnnatter in Same Kapuzen-Wolfszahnnatter[15] Lycodon capucinus Häufigkeit nicht ermittelbar
Krebs-Wassertrugnatter[28] Fordonia leucobalia
Bild nicht von Timor Nattern-Plattschwanz[21] Laticauda colubrina in Oecusse
Bild nicht von Timor Netzpython[29] Malayopyhthon reticulatus reticulatus
Südostasiatische Warzenschlange[30] Acrochordus granulatus
Sunda-Lanzenotter in der Ebene des Ira Lalaro, Lautém Sunda-Lanzenotter[15] Cryptelytrops insularis nicht häufig
Timor-Bronzenatter in Lore Timor-Bronzenatter[15] Dendrelaphis inornatus timorensis nicht häufig
Timor-Riffschlange[31] Aipysurus fuscus
Timor-Wasserpython[32] Liasis mackloti
Weißgebändete Wolfszahnnatter in Letefoho Weißgebändete Wolfszahnnatter[15] Lycodon subcinctus Häufigkeit nicht ermittelbar
 ? Aipysurus duboisii[33] engl. Name: Reef shallows seasnake
 ? Aipysurus laevis[34] engl. Name: Olive-brown seasnake
 ? Brachyorrhos albus[35]
 ? Cylindrophis boulengeri[36] engl. Name: Boulenger's Pipe Snake
 ? Emydocephalus annulatus[37] engl. Name: Turtle-headed seasnake, Egg-eating Sea Snake
 ? Ramphotyphlops polygrammicus[38] engl. Name: Southern New Guinea blindsnake
Schildkröten
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
Chinesische Dreikielschildkröte in Baucau Chinesische Dreikielschildkröte[15] oder Großkopf-Chinaschildkröte Mauremys reevesii eingeführt, selten
Chinesische Weichschildkröte[39] Pelodiscus sinensis
Timorschildkröte Timorschildkröte[15] Chelodina mccordi timorensis (veraltet: Chelodina mccordi|Chelodina mccordi timorlestensis) Unklar, ob Unterart der Chelodina mccordi oder eigenständige Art Chelodina timorensis, selten.
Amboina-Scharnierschildkröte (Bild nicht aus Timor) Amboina-Scharnierschildkröte Cuora amboinensis Lebt in großen Teilen Timors, aber nicht im Ira Lalaro.[14]
Krokodile
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
Gefangenes Leistenkrokodil in Aileu Leistenkrokodil[15] Crocodylus porosus alltäglich

Vögel[Bearbeiten]

Es gibt mehr als 20 Vogelarten, die nur im Timor and Wetar Endemic Bird Area (TWEBA) vorkommen, zu der auch die Inseln Atauro, Jaco, Semau, Roti und Sawu gehören. 17 davon leben auf beiden Hauptinseln, die anderen Arten kommen nur auf Timor und teilweise seinen vorgelagerten Inseln vor, was Timor gerade für Ornithologen interessant macht.[40] Zu den etwa 260 Vogelarten[41] gehören zahlreiche Papageien, zum Beispiel der Timor-Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea parvula), außerdem unter anderem Muskatamadine, Schwarzgesicht-Schwalbenstar (Artamus cinereus), Sumbawadrossel (Zoothera dohertyi), Timor-Zebrafink (Taeniopygia guttata guttata), Tigerfink, Timortäubchen (Geopelia maugei), Grüne Timortaube (Treron psittacea), Schwarzmilan (Milvus migrans affinis) und Zwergwachtel.

Eine große Überraschung war 2009 die Entdeckung einer Population von Goldhähnchen-Blauschnäppern (Muscicapella hodgsoni) am Monte Mundo Perdido, die man bisher nur von Sumatra und Kalimantan her kannte. Der taxonomische Status dieser Gruppe wird noch weiter untersucht.[42]

Der Mayrbuschsänger (Bradypterus timorensis) konnte seit dem Auffinden zweier Exemplare am Mount Mutis in Westtimor 1932 nicht mehr nachgewiesen werden, doch 2009 gelang zuerst die Entdeckung der Art in Osttimor, dann auch auf der indonesischen Insel Alor. Dabei geht man davon aus, dass es sich um zwei getrennte Populationen handelt. Der Mayrbuschsänger gilt als bedroht.[43]

Auf der zu Osttimor gehörenden, nördlich gelegenen Insel Atauro wurden 2004 und 2007 insgesamt 97 Vogelarten erfasst, die fast alle auch auf Timor vorkommen.[40][44] Nur wenige stammen von der Nachbarinsel Wetar.[40]

Inklusive Atauros sind in Osttimor derzeit 17 Regionen als Important Bird Area klassifiziert.[42]

IBA-„Trigger“ Vogelarten auf Timor
Vogelart[45] Status Weitere Informationen
Große Kuckuckstaube (Macropygia magna) nicht gefährdet Auch auf Inseln nördlich und nordöstlich von Timor zu finden.
Timortaube (Schwarze Timortaube, Turacoena modesta) gering gefährdet Nur auf Timor und Wetar.
Wetar-Taube (Gallicolumba hoedtii) stark gefährdet Vorkommen auf Wetar, Liran und Timor. 2005 erstmals in Osttimor fotografiert
Grüne Timortaube (Timorgrüntaube) (Treron psittaceus) stark gefährdet Vorkommen nur auf Timor und Semau.
Rosakopf-Fruchttaube (Ducula rosacea) gering gefährdet Vorkommen nicht auf Roti und Sawu, dafür auf zahlreichen anderen kleinen Inseln des Malaiischen Archipels.
Schieferrücken-Fruchttaube (Ducula cineracea) stark gefährdet Vorkommen nur auf Timor und Wetar. engl.: Timor Imperial-pigeon
Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) vom Aussterben bedroht Nationalvogel von Osttimor
Gelbkopflori (Trichoglossus euteles) nicht gefährdet Vorkommen in Osttimor, vielen Inseln Ost-Nusa Tenggaras und der Südlichen Molukken. Nicht auf Sawu, Roti und Liran
Irislori (Psitteuteles iris) gering gefährdet Vorkommen nur auf Timor und Wetar.
Timorsittich (Aprosmictus jonquillaceus) gering gefährdet Lebt auf Timor, Semau, Roti (A. j. jonquillaceus) und Wetar (A. j. wetterensis)[46] Fehlt auf Atauro und Sawu.[40]
Timorliest (Todiramphus australasia) gering gefährdet Zwischen West-Nusa Tenggara und Südliche Molukken verbreitet.
Temminckhonigfresser (Meliphaga reticulata) nicht gefährdet Vorkommen nur auf Timor, Semau und Jaco.
Timorlederkopf (Philemon inornatus) nicht gefährdet Vorkommen nur auf Timor und Semau.
Timorhonigfresser (Lichmera flavicans) nicht gefährdet Endemisch auf Timor.
Dreifarben-Honigfresser (Myzomela vulnerata) nicht gefährdet Endemisch auf Timor und Jaco.
Timor-Gerygone (Gerygone inornata) nicht gefährdet Außer auf Jaco auf allen Inseln des TWEBA.
Orpheusdickkopf (Pachycephala orpheus) nicht gefährdet Vorkommen auf Timor, Jaco, Atauro, Liran und Wetar.
Feigenpirol (Sphecotheres viridis) nicht gefährdet Vorkommen auf Timor, Semau und Roti.
Sundapirol (Oriolus melanotis) nicht gefährdet Auf allen Inseln der TWEBA außer Liran und Sawu.
Timorbuschsänger (Buettikoferella bivittata) nicht gefährdet Vorkommen auf Timor und Semau.
Timorstutzschwanz (Urosphena subulata) nicht gefährdet Genaue Verbreitung nicht bekannt, aber verbreitet auf Wetar und Timor.
Timorlaubsänger (Phylloscopus presbytes) nicht gefährdet Vorkommen auf Timor, Atauro, Roti und Flores.
Fleckenbrust-Brillenvogel (Heleia muelleri) gering gefährdet Vorkommen auf Timor, Jaco und Semau
Sumbawadrossel (Zoothera dohertyi) gering gefährdet Vorkommen auf Timor und einigen westlich gelagerten Inseln bis Lombok.
Timordrossel (Zoothera peronii) gering gefährdet Vorkommen auf allen Inseln der TWEBA außer Sawu, außerdem auf einigen Inseln der Südlichen Molukken.
Timorschmätzer (Saxicola gutturalis) gering gefährdet Vorkommen auf Timor, Jaco, Semau und Roti.
Brustband-Grundschnäpper (Ficedula timorensis) gering gefährdet Endemisch auf Timor und Jaco.
Hyazinthenblauschnäpper (Cyornis hyacinthinus) nicht gefährdet Vorkommen auf allen Inseln der TWEBA außer Atauro und Liran.
Macklot-Mistelfresser (Dicaeum maugei) nicht gefährdet Nicht auf Wetar und Liran, dafür aber auf zahlreichen anderen Inseln der Kleinen Sundainseln.
Sonnennektarvogel (Cinnyris solaris) nicht gefährdet Nicht auf Sawu, aber auch auf vielen Inseln, westlich von Timor bis Sumbawa.
Blaugrüne Papageiamadine (Erythrura tricolor) nicht gefährdet Nicht auf Roti und Sawu, aber auch auf Inseln der Südlichen Molukken.
Timor-Reisfink (Padda fuscata) gering gefährdet Vorkommen auf Timor, Roti und Semau.

Amphibien[Bearbeiten]

Bei einer Feldstudie zwischen 2004 und 2009 konnte man nur sieben Froscharten in Osttimor einfangen. Am weitesten verbreitet sind die aus Südostasien in den letzten Jahren eingewanderte Schwarznarbenkröte, die zu den Echten Fröschen gehörenden Vertreter der Gattung Reisfrösche (Fejervarya) und von den Ruderfröschen die Art Polypedates leucomystax. Dabei sind die drei entdeckten Fejervarya-Varianten bisher nicht beschriebene Arten, die Fejervarya verruculosa von der Insel Wetar ähneln. Frühere Berichte von Fejervarya verruculosa, Fejervarya cancrivora oder Fejervarya limnocharis auf Timor werden daher von den Autoren des Forschungsberichts als fehlerhafte Identifizierungen betrachtet. Außerdem konnte man den Australischen Laubfrosch Litoria everetti und als einzige einheimische Art seiner Gattung den Timorfrosch (Limnonectes timorensis) nachweisen.[15] Der Timorfrosch hat im Gegensatz zu den anderen Vertretern seiner Gattung keine raue, mit Warzen übersäte, sondern eine sehr weiche Haut mit nur wenigen Warzen an der Körperseite. Er hat auffällig große Augen und starke Hinterbeine mit langen Zehen.[12] Ältere Forschungen berichten noch vom Riesenlaubfrosch, dem Roten Laubfrosch (Familie Hylidae), die Engmaulfroschart Kaloula baleata, Fejervarya verruculosa und Rana elberti. Verglichen mit anderen, größeren Inseln des Malaiischen Archipels ist die Amphibienfauna von Timor damit relativ artenarm. Zoogeographisch ist die geringe Vielfalt an Amphibien wohl über die relativ abseitige Lage Timors innerhalb des Indonesischen Archipels zu deuten – die Besiedlung dieses Raumes erfolgte über die Landbrücke der Malaiischen Halbinsel, von der Timor besonders weit entfernt liegt.

2008 und 2009 gab es Meldungen, dass die Aga-Kröte (Bufo marinus) aus Australien nach Osttimor eingeschleppt worden sei. Diese von der Bevölkerung als INTERFET-Frosch (Manduku Interfet) bezeichneten Exemplare wurden aber bisher als Schwarznarbenkröten (Bufo melanostictus) identifiziert.[47][48]

Auf der zu Osttimor gehörenden Insel Atauro konnte man bisher keine Amphibien nachweisen.[17]

Amphibien auf Timor
Bild[16] Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Name auf Tetum[17] Information
Beschreibung siehe rechts Drei bisher nicht beschriebene Arten der Gattung der Reisfrösche (Fejervarya)[15] Fejervarya sp. Manduku natar (Reisfeldfrosch) Bisher fehlerhaft als Fejervarya cancrivora, Fejervarya verruculosa oder Fejervarya limnocharis identifiziert. Bildbeschreibung: A Fejervarya sp. 1 aus Baucau (SVL 58 mm), B Fejervarya sp. 2 aus Viqueque (SVL 46 mm), C Fejervarya sp. 3 aus Viqueque (SVL 38 mm), D Alle drei Arten, die in Osttimor leben variieren in den Grüntönen am Rücken und an der Seite. Dieses Exemplar (SVL 56 mm) aus Viqueque hat die extremste Grünfärbung der 2009 gefundenen Tiere, sowohl im puncto Ausstrahlung und gefärbter Fläche. Reisfrösche finden sich in allen Distrikten Osttimors, außer in Ainaro.[17]
Everett-Laubfrosch in Eraulo Everett-Laubfrosch[15] Litoria everetti Manduku ai Timor (Timor-Baumfrosch) Bisher nur bekannt aus dem Fluss Meleotegi im Distrikt Ermera.[17]
Timor-Ochsenfrosch[17] Kaloula sp. Manduku lakeru (Kürbisfrosch) 2011 neu entdeckte Art aus Fatukahi (Manufahi) und Nancuro (Manatuto),[17] zuvor fälschlicherweise als Javanischer Ochsenfrosch (Kaloula baleata) identifiziert.[49]
Schwarznarbenkröte in Same Schwarznarbenkröte[15] Bufo melanostictus, Duttaphyrnus melanostictus Manduku Interfet (INTERFET-Frosch) Wurde zunächst mit der Aga-Kröte verwechselt. Nachgewiesen in elf der 13 Distrikte Osttimors. Die Schwarznarbenkröte fehlt nur in Lautém und Ainaro.[17]
Timorfrosch in Eraulo (Distrikt Ermera) Timorfrosch[15] Limnonectes timorensis Manduku mota (Flussfrosch) Bisher kennt man den Timorfrosch von zwei Fundorten. Einer liegt am Fluss Meleotegi, nahe Eraulo (Distrikt Ermera), der zweite in den Reisfeldern von Afaloicai (Distrikt Baucau). Zwischen den Orten liegen 130 km.[17] Möglicherweise identisch mit dem weiter verbreiteten Rana elberti (Hylarana elberti).[50] Es wird auch allgemein über eine Zuordnung des Timorfroschs zur Ranidae diskutiert.[17] Bei einigen Arten fand man einen Befall der Beinmuskulatur mit Bandwürmern (Cestoda).[17]
Riesenlaubfrosch[51] Litoria infrafrenata
Roter Laubfrosch[52] Litoria rubella Keine Angaben über die Population auf Timor bekannt.
Verschiedene Farbformen des Weißbart-Ruderfroschs Weißbart-Ruderfrosch[15] Polypedates leucomystax Manduku ai-riskadu (Gestreifter Baumfrosch) In allen Distrikten außer Aileu.[17]

Fische und Meeresbewohner[Bearbeiten]

Gefangene Fische in Maubara

Die einzigen reinen Süßwasserfische in den Flüssen Timors sind der nur vier Zentimeter lange endemische Oryzias timorensis aus der Familie der Reisfische (Adrianichthyidae) und Craterocephalus laisapi[53] aus der Gattung der Hartköpfchen, der im osttimoresischen Fluss Irasiquero endemisch ist. Daneben gibt es noch etwa 40 weitere Arten, die aber eher im Brackwasser der Flussmündungen und Mangroven leben, unter anderem aus den Familien der Kreuzwelse (Ariidae), der Grundeln (Gobiidae), der Schützenfische (Toxotidae) und Kuhlia mugil aus der Familie der Flaggenschwänze (Kuhlia). Der Karpfen, der Raubwels Clarias gariepinus und die Zahnkärpflinge Guppy, Moskitofisch und Aplocheilus panchax wurden vom Menschen eingeführt.[54] Im Ira Lalaro leben insgesamt 21 verschiedene Fischarten.[14]

Die Gewässer um Timor gehören zum so genannten Korallendreieck, einer Region mit der größten Biodiversität an Korallen und Rifffischen in der Welt. 55.600 Hektar Meeresfläche an der Ostspitze der Insel sind Teil des Nationalparks Nino Konis Santana. Hier entdeckte man 2013 den endemischen Eviota santanai.[55] Auch die Nordküste, zum Beispiel vor Atauro, Metinaro und Liquiçá, verfügt über eine arten- und farbenreiche Meereswelt. Derzeit sind an den Küsten Osttimors 967 verschiedene Fischarten bekannt.[55]

Andere Tiere[Bearbeiten]

Troides plato
Ein Vertreter der Schildwanzen

Schmetterlinge, die auf Timor vorkommen, sind zum Beispiel Vanessa dilekta und Troides plato.

Bei einer wissenschaftlichen Expedition wurden 111 Ameisenarten aus 32 Gattungen auf Timor identifiziert, 64 (aus 25 Gattungen) davon allein im Distrikt Lautém, wo systematisch gesucht wurde. 76 % der einheimischen Ameisenarten der Region sind südostasiatischem Ursprung, während bei 18 % (vor allem Iridomyrmex, Rhytidoponera und die am Boden nistende Untergattung Polyrhachis) schwache Merkmale australischer Ameisen aufweisen. 8 % sind weit verbreitet in der Indo-Australischen Region. Bei den in Lautém gefundenen Gattungen handelte es sich unter anderem um Camponotus (10 Arten), Polyrhachis (10 Arten), Tetramorium (7 Arten) und Paratrechina (5 Arten). Die artenreichsten Unterfamilien in Lautém waren Formicinae (32 Arten), Myrmicinae (19 Arten) und Dolichoderinae (8 Arten).[56]

Zweimal im Jahr werden an bestimmten Stellen an der Ostspitze Timors Meci-Würmer beim Mechi-Fest gesammelt. Die Ernte dieser maritimen Ringelwürmer markiert den Beginn eines neuen Jahreszyklus für die Landwirtschaft und wird von den Fataluku festlich begangen.[57]

Des Weiteren findet man auf Timor auch Skorpione und bis zu 15 cm lange Tausendfüssler.[58]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

 Commons: Tierbilder aus Osttimor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Meerestiere Osttimors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelne Bereiche[Bearbeiten]

Historisch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Coryphomys buehleri auf der Roten Liste
  2. K. P. Aplin, K. M. Helgen: Quaternary Murid Rodents of Timor. Part I: New Material of Coryphomys buehleri Schaub, 1937, and Description of a Second Species of the Genus. In: Bulletin of the American Museum of Natural History. 341, 2010, S. 1–80, doi:10.1206/692.1
  3. a b c d e f g Report of Findings on the Proposed Iralalaro Hydro-ElectricPower Scheme, Timor-Leste (pdf; 3,2 MB) Haburas Foundation and the Australian Conservation Foundation. Abgerufen am 9. August 2013.
  4. a b c Bird life International: A lost world in Timor-Leste. Mount Mundo Perdido. A profile of its biodiversity and conservation (PDF-Datei; 737 kB)
  5. John Norman Miksic, Geok Yian Goh, Sue O Connor: Rethinking Cultural Resource Management in Southeast Asia: Preservation, Development, and Neglect. 2011, ISBN 978-0-85728-389-4, S. 43–55.
  6. ABC, 18. Dezember 2007, NT helping E Timor establish first marine park
  7. Timor a Global Hotspot for Whales and Dolphins (PDF-Datei; 48 kB)
  8. WWF – Timor and Wetar deciduous forests
  9. Mammal Species of the World
  10. Eintrag auf der Roten Liste für Papagomys armandvillei
  11. United Nations Integrated Mission in Timor-Leste, 17. September 2008, Crocodile threat in Timor-Leste
  12. a b c d e f Government of Timor-Leste, 28. November 2010, Prime Minister officially launches the new stamp models for Timor-Leste
  13. D. G. Barker, T. M. Barker: The Lesser Sundas Python (Python timoriensis): Taxonomic History, Distribution, Husbandry, and Captive Reproduction. Advances in Herpetoculture 1996, S. 103–108.
  14. a b c Gerald Kuchling, Anders G. J. Rhodin, Bonggi R. Ibarrondo, Colin R. Trainor: A New Subspecies of the Snakeneck Turtle Chelodina mccordi from Timor-Leste (East Timor) (Testudines: Chelidae). In: Chelonian Conservation and Biology 6(2):213-222. 2007 doi:10.2744/1071-8443(2007)6[213:ANSOTS]2.0.CO;2.
  15. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak Hinrich Kaiser u. a., PhD, Department of Biology, Victor Valley College: The herpetofauna of Timor-Leste: a first report
  16. a b c d e f g h Hinweis: Die Bilder zeigen, sofern nicht anders in der Beschreibung angegeben, Exemplare auf Timor
  17. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt Mark O’Shea u. a.: Herpetological Diversity of Timor-Leste Updates and a Review of species distributions. In: Asian Herpetological Research. 2015, 6(2): S. 73–131., abgerufen am 17. Juli 2015.
  18. Mark O'Shea: TIMOR-LESTE 2009
  19. Reptile Database: Cnemaspis timoriensis
  20. Reptile Database: Gekko vittatus
  21. a b Sanchez u. a.: First report on the herpetofauna of the Oecusse District, an exclave of Timor-Leste In: Herpetology Notes, volume 5: 137–149 (2012), abgerufen am 7. Juni 2014
  22. Reptile Database: Carlia leucotaenia
  23. Reptile Database: Cryptoblepharus schlegelianus
  24. Reptile Database: Sphenomorphus florensis
  25. Reptile Database: Varanus indicus
  26. Reptile Database: Cantoria violacea
  27. Reptile Database: Dendrelaphis inornatus
  28. Reptile Database: Fordonia leucobalia
  29. reticulatus&species=reticulatus Reptile Database: Malayopyhthon reticulatus
  30. Reptile Datbase: Acrochordus granulatus
  31. Reptile Database: Aipysurus fuscus
  32. Reptile Database: Liasis mackloti
  33. Reptile Database:Aipysurus duboisii
  34. Reptile Database: Aipysurus laevis
  35. Reptile Database: Brachyorrhos albus
  36. Reptile Database: Cylindrophis boulengeri
  37. Reptile Database: Emydocephalus annulatus
  38. Reptile Database: Ramphotyphlops polygrammicus
  39. Reptile Database: Pelodiscus sinensis
  40. a b c d Colin R. Trainor und Thomas Soares: Birds of Atauro Island, Timor-Leste (East Timor) In: Forktail. 20 (2004), S. 41–48.
  41. Colin Richard Trainor, Brian Coates, David K. Bishop: Aves de Timor-Leste. Burung-burung di Timor-Leste. The Birds of Timor-Leste, S. 61
  42. a b Bird life International, 27. Oktober 2009, Endemics thrive on Timor-Leste's „Lost World“ mountain
  43. Bird Life International: Timor Bush-warbler rediscovered; Colin R. Trainor u. a.: Rediscovery of the Timor Bush Warbler Locustella timorensis on Alor and Timor, Wallacea: clarifying taxonomic affinities, defining habitat and survey recommendations. 2011.
  44. Colin R. Trainor, Pedro J. Leitão: Further significant bird records from Atauro Island, Timor-Leste (East Timor). In: Forktail. 23 (2007), S. 155–158.
  45. Birdlife International IBAs in Timor-Leste (PDF-Datei; 1,9 MB)
  46. IBC: Olive-shouldered Parrot (Aprosmictus jonquillaceus)
  47. Wikinews, 12. September 2008, Krötenplage stammt nicht aus Australien?
  48. ABCnews, 17. Dezember 2009, Fears cane toads have hitched to E Timor
  49. The IUCN Red List of Threatened Species: Kaloula baleata
  50. The IUCN Red List of Threatened Species: Hylarana elberti
  51. The IUCN Red List of Threatened Species: Litoria infrafrenata
  52. The IUCN Red List of Threatened Species: Litoria rubella
  53. Craterocephalus laisapi auf Fishbase.org (englisch)
  54. Fishbase: List of Freshwater Fishes for East Timor
  55. a b Country’s First New Species of Fish Discovered, 11. Dezember 2013, abgerufen am 13. Dezember 2013
  56. Colin Trainor: The ant fauna of Timor and neighbouring islands: potential bridges between the disjunct faunas of South East Asia and Australia. In: Australian Journal of Zoology. 2010, 58, S. 133–144.
  57. Broschüre des Nationalparks Nino Konis Santana (englisch; PDF-Datei; 3,61 MB)
  58. Bildungsministerium Osttimors, SIDA, UNICEF: Vida Selvagem de Timor-Leste, Timor Flipchart Ecology (portugiesisch, tetum), abgerufen am 31. Mai 2015.