Feistritztalbahn

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Weiz–Birkfeld–Ratten
Strecke der Feistritztalbahn
Streckenlänge:42,2 km
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
   
Anschluss von Landesbahn Gleisdorf–Weiz
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,0 Weiz Bahnhof 462 m ü. A.
   
2,9 Büchl
Haltepunkt, Haltestelle
4,9 Peesen
   
6,2 Bachl
Brücke (groß)
Grub-Viadukt (276 m)
   
8,5 Hart-Puch 510 m ü. A.
Tunnel
Hart-Puch-Tunnel (223 m)
Brücke (groß)
Viadukt über Feistritzklamm
Bahnhof, Station
11,5 Oberfeistritz 461 m ü. A.
   
Anschlussbahn an die Luzenac Naintsch
Bahnhof, Station
13,2 Anger 474 m ü. A.
   
17,3 Rossegg 516 m ü. A.
Tunnel
Frondsberg-Tunnel (93 m)
Haltepunkt, Haltestelle
19,2 Koglhof 534 m ü. A.
Tunnel
Kirchleiten-Tunnel (106 m)
   
23,9
0,0
Birkfeld 574 m ü. A.
   
4,5 Waisenegg 1981 bis Ratten abgetragen 610 m ü. A.
   
7,7 Strallegg 636 m ü. A.
   
12,4 Fischbach 671 m ü. A.
   
13,6 Falkenstein 688 m ü. A.
   
16,8 Sankt Kathrein am Hauenstein 724 m ü. A.
   
18,3 Ratten 737 m ü. A.

Die Feistritztalbahn ist eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 760 mm in der Steiermark, die heute noch von Weiz nach Birkfeld führt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vereinfachtes Höhenprofil der Strecke

Die heute von der Feistritztalbahn Betriebs- GmbH betriebene Bahnlinie Weiz–Birkfeld wurde (nachdem der ursprüngliche Termin, 1. Oktober 1911, nicht zu halten gewesen war)[1] am 14. Dezember 1911 eröffnet.[2] Die ursprüngliche Lokalbahn-AG Weiz–Birkfeld beauftragte die k.k. österreichische Staatsbahnen mit der Betriebsführung der Bahnlinie. Der Anschluss an das normalspurige Streckennetz erfolgt im Bahnhof Weiz, dem Endpunkt der normalspurigen Landesbahn Gleisdorf–Weiz. Bis Dezember 2014 wurde noch von der Steiermärkischen Landesbahn ein Güterverkehr zwischen Weiz und Oberfeistritz aufrechterhalten.

Der Bau der Fortsetzung nach Ratten wurde während des Ersten Weltkrieges begonnen, musste jedoch mangels Arbeitskräften wieder eingestellt werden. 1922 wurde das Teilstück als Schleppbahn zum Braunkohlenbergwerk in Ratten in Betrieb genommen. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Feistritz-Bergbau- und Industrie A.G. den Bau durch Kauf übernommen und sich verpflichtet, bis 25. Februar 1931 die Strecke Birkfeld–Ratten–Rettenegg auf eigene Kosten von einer Industriebahn in eine öffentliche, schmalspurige Lokalbahn für Personen- und Frachtenverkehr auszugestalten.[3] Da die Strecke bis Ratten nur als Industriebahn errichtet worden war, war es trotz gleicher Spurweite wegen unterschiedlicher Brems- und Kupplungssysteme nicht möglich, direkte Züge von Ratten über Birkfeld hinaus zu führen. Das bewirkte für Kohlentransporte ein zweimaliges Umladen (in Birkfeld und Weiz), ehe die Kohle in normalspurigen Güterwagen weitertransportiert werden konnte. Hohe Transportkosten waren die Folge.[4]

Am 29. Mai 1930 wurde die vom Land Steiermark erworbene Industrieschleppbahn Birkfeld–Ratten, nunmehr ausgebaut als öffentliche Bahnlinie und der Lokalbahn Weiz–Birkfeld angeschlossen, von Bundespräsident Wilhelm Miklas (1872–1956) dem Verkehr übergeben.[5] Ein bereits 1913 erwogener Weiterbau bis Rettenegg, der durch den Anschluss an die seit 1902 bestehende Feistritzwaldbahn das Erreichen der Südbahn in Steinhaus am Semmering zumindest für den Gütertransport ermöglicht hätte, wurde nie verwirklicht, ebenso wenig wie der im selben Jahr in Niederösterreich beabsichtigte Bau einer Strecke von Edlitz an der Aspangbahn zur steiermärkischen Landesgrenze bei Trattenbach und, von diesem Punkt, eine allfällige unter zwei Baukilometern liegende Verbindung mit der Feistritzwaldbahn.[6]

Dampflok Kh.101 in Weiz
Dampfzug mit 83.180 bei Weiz, im Hintergrund die Weizbergkirche.

1942 ging die Bahngesellschaft in den Besitz des damaligen Reichsgaues Steiermark und damit nach dem Zweiten Weltkrieg an die Steiermärkischen Landesbahnen über. Die Schließung des Bergwerkes in Ratten 1960 führte zum Wegfall des Haupt-Güterkunden in Ratten, die allgemeine Motorisierung zum Rückgang der Passagierzahlen im Personenverkehr. Dennoch waren die Landesbahnen bestrebt, den Betrieb durch den Einsatz von Diesellokomotiven aus der Serie VL 11–16 und neuer Güterwagen zu modernisieren.

Im Jahre 1971 wurde wie auch bei der Murtalbahn ein fahrplanmäßiger Bummelzugverkehr mit Dampflokomotiven eingeführt, der rasch zu einem festen Bestandteil des touristischen Angebotes der Region wurde.

Nach Einstellung des öffentlichen Personenverkehrs im Teilstück Birkfeld–Ratten (28. Februar 1971) und Weiz–Birkfeld (2. Juni 1973) sowie Abtragung der Gleisanlagen von Birkfeld nach Ratten (1981) wird der Bummelzugbetrieb seit 1994 durch den Verein „Club U44, Freunde der Feistritztalbahn“ organisiert. Güterverkehr wurde bis 15. August 2015 im Abschnitt WeizOberfeistritz fahrplanmäßig betrieben, wichtigstes Frachtgut war Talkum aus dem Tagbau am Rabenwald der Luzenac Naintsch Mineralwerke, die zur Rio Tinto Gruppe gehören.

Die Strecke führt durch drei Tunnels und über einige markante Viadukte. Der längste davon, der Grubviadukt, ist 276 Meter lang.[7]

Private Initiativen schlagen vor, den Personenverkehr auf der Feistritztalbahn eventuell wieder aufzunehmen, da fünf Schülerbusse und Pendlerbusse in knapper Zeitfolge gefahren werden und ein Transport mit der Bahn praktischer und auch schneller wäre.

Derzeit wird angedacht, die Feistritztalbahn mit ihren Brücken, Tunnels und gut erhaltenen Bahnhöfen unter Denkmalschutz zu stellen.[8]

Triebfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feistritztalbahn / Club U44[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dampflok Kh.101 * – wurde in Jenbach bei der Zillertalbahn einer Hauptuntersuchung unterzogen und stand seit der Saison 2013 im Einsatz.[9]
  • Dampflok 83 180 (ex-JDŽ) – nicht betriebsbereit abgestellt in Birkfeld
  • Dampflok U.44 * – befindet sich in zerlegtem Zustand im Heizhaus Birkfeld.
  • Dampflok U.8 * – befindet sich nicht betriebsbereit in Birkfeld
  • Dampflok U.7 – befindet sich zerlegt für eine spätere Aufarbeitung in Weiz; einzelne Teile der Lok in Birkfeld.
  • Diesellok JW 200 – betriebsbereit in Weiz (blaue Lackierung)
  • Diesellok Jung – betriebsbereit in Birkfeld (orange Lackierung)
  • Draisine 616.912 (ex ÖBB) – betriebsbereit in Birkfeld (gelbe Lackierung)

* gemietete Fahrzeuge, im Besitz der Steiermärkischen Landesbahnen

STLB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diesellok VL 16 – (von der FTB angemietet) nicht betriebsbereit in Birkfeld (orange Lackierung)
  • Diesellok VL 15 – abgestellt in Weiz (orange Lackierung mit hellblauem Dach)
  • Diesellok VL 14 – abgestellt in Weiz (orange Lackierung)
  • Diesellok VL 12 – (vom der FTB angemietet) betriebsbereit in Birkfeld (rote-grün-weiße Lackierung)
  • Diesellok VL 11 – abgestellt in Weiz (orange Lackierung)
  • Diesellok VL 22 (ex-JDŽ, mit Funkfernsteuerung ausgerüstet) - nach Murau überstellt (rot-grün-weiße Lackierung)
  • Diesellok VL 23 (ex-JDŽ) – nach Murau überstellt (orange Lackierung mit grüner Bauchbinde)
  • Diesellok VL 8 – betriebsbereit in Weiz (orange Lackierung)
  • Diesellok RT 3 – in Weiz (rot-grün-weiße Lackierung)
  • Draisine X44 – betriebsbereit in Weiz (rote Lackierung mit blauem Dach)

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grazer Morgenpost schrieb am 12. Dezember 1911[Anm. 1] zur Eröffnung der Feistritztalbahn Folgendes:

„Aus Birkfeld schreibt man uns vom 10. d. M. unter anderem: Fix und fertig ist der Bahnhof! Heute liest man in den Tagesblättern, daß die Eröffnung der Lokalbahn endlich am 14. d. M. stattfinden soll [...]. Ein starkes, unermüdliches Komitee arbeitet mit Umsicht und Eifer; verschiedene Dekorationen sind fertiggestellt, die Einladungen sind geschrieben und harren nur auf die Einsetzung des endgültigen Tages der Eröffnung. Möge der erste Zug nun recht bald um die Ecke kommen und sein Pfiff in den Bergen Birkfelds seinen Widerhall finden, damit die aufgeregten Gemüter wieder zur Ruhe kommen und dem trauten Alpenwinkel Birkfelds neues Leben geben und ihm neuer Verkehr erschlossen wird![10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Feistritztalbahn Weiz–Anger–Birkfeld. In: Grazer Volksblatt, Morgen-Ausgabe, Nr. 197/1911 (XLIV. Jahrgang), 30. April 1911, S. 5, oben links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.
  2. Tagesberichte. Der erste Zug nach Birkfeld. In: Grazer Volksblatt, Morgen-Ausgabe, Nr. 572/1911 (XLIV. Jahrgang), 15. Dezember 1911, S. 4, oben rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.
  3. Aus den Alpenländern. Steiermark. (…) Weiz, 23. Juli. In: Neues Grazer Tagblatt, Erste Morgenausgabe, Nr. 511/1921 (XXXI. Jahrgang), 30. Juli 1921, S. 4 Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gtb.
  4. Manfred Hohn: 8. Die Kohlenbahn Birkfeld-Ratten und die Bahnen bei den Bergbauen Kogl, St. Kathrein und Ratten. In: Feldbahnen in Österreich. Leykam, Graz 2011. ISBN 978-3-7011-7766-0. S. 72 und 84.
  5. (Bildunterschrift:) Die feierliche Eröffnung der Bahnlinie Birkfeld–Ratten. (…). In: Wiener Bilder, Nr. 23/1930 (XXXV. Jahrgang), 8. Juni 1930, S. 27. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb.
  6. Ratten. Eisenbahntag. In: Grazer Volksblatt, Morgen-Ausgabe, Nr. 484/1913 (XLVI. Jahrgang), 21. Oktober 1913, S. 8, Spalte 1. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.
  7. das digitale eisenbahn fotoarchiv
  8. kleinezeitung.at
  9. Hauptuntersuchung (Memento des Originals vom 4. Juni 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.club-u44.at der Dampflok Kh.101
  10. Alfred Niel: Vom Dampfroß zur E-Lok. Die Eisenbahn in Österreich. Styria Verlag, Graz 1987, ISBN 3-222-11745-4.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unrichtige Quellenangabe: Die Grazer Morgenpost stellte mit 31. Dezember 1904 ihr Erscheinen bleibend ein. – Siehe: Die „Grazer Morgenpost“ (…). In: Grazer Volksblatt, Morgen-Ausgabe, Nr. 1/1905 (XXXVIII. Jahrgang), 1. Jänner 1905, S. 3, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre sowie Gesamtkatalog, Österreichischer Bibliothekenverbund.

Koordinaten: 47° 15′ 41″ N, 15° 42′ 51″ O