Murau

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Murau
Wappen von Murau
Murau (Österreich)
Murau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murau
Kfz-Kennzeichen: MU
Fläche: 76,63 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 14° 10′ OKoordinaten: 47° 6′ 43″ N, 14° 10′ 23″ O
Höhe: 829 m ü. A.
Einwohner: 3.688 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 8850
Vorwahl: 03532
Gemeindekennziffer: 6 14 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Raffaltplatz 10
8850 Murau
Website: murau.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Kalcher (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(20 Mitglieder)
15
3
1
1
15 
Von 20 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Murau im Bezirk Murau
Krakau Mühlen Murau Neumarkt in der Steiermark Niederwölz Oberwölz Ranten Sankt Georgen am Kreischberg Sankt Lambrecht St. Peter am Kammersberg Scheifling Schöder Stadl-Predlitz Teufenbach-Katsch SteiermarkLage der Gemeinde Murau im Bezirk Murau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Aufführung von Shakespeare in Styria in Murau (2014)
Aufführung von Shakespeare in Styria in Murau (2014)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Murau ist die Bezirkshauptstadt des Bezirkes Murau (Obersteiermark) im Bundesland Steiermark in Österreich mit 3688 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016).

Mit 1. Jänner 2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark die vormals eigenständigen Gemeinden Laßnitz bei Murau, Stolzalpe und Triebendorf eingemeindet.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften bzw. Katastralgemeinden (Einwohner und Fläche: Stand 1. Jänner 2015[2][3]):

  • Laßnitz-Lambrecht (266 Ew., 1.690,75 ha)
  • Laßnitz-Murau (183 Ew., 1.701,27 ha)
  • Murau (2100 Ew., 1.075,13 ha)
  • Sankt Egidi (566 Ew.), Egidi (1.154,98 ha)
  • Stolzalpe (465 Ew., 1.190,06 ha)
  • Triebendorf (138 Ew., 850,69 ha)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet wurde schon in der Bronze- und Römerzeit besiedelt, erstmals urkundlich erwähnt wurde Murau im Jahr 1250, das Stadtrecht wurde im Jahre 1298 verliehen.

Das Gebiet von Murau war vom 13. bis ins 15. Jahrhundert das Zentrum des Herrschaftsgebietes der steirischen Adelsfamilie Liechtenstein. Diese Familie war eine eigenständige Familie, die unabhängig von der gleichnamigen Familie Liechtenstein aus Niederösterreich entstanden war. Der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein, der auf der Frauenburg bei Unzmarkt lebte, stammt aus der steirischen Familie. Der Name dieser Familie wird von der Burg Liechtenstein östlich von Judenburg abgeleitet. Verwandtschaftsbeziehungen zwischen beiden Familien sind nicht auf gemeinsame Urahnen, sondern auf einzelne Eheschließungen zurückzuführen. Das Herrschaftsgebiet der steirischen Liechtensteiner reichte von Oberkärnten bis nach Niederösterreich (Kreuzstetten).[4]

Das steirische Landgericht der Familie Liechtenstein an der Mur wurde 1256 erstmals in Urkunden erwähnt. Es umfasste das Murtal von der Salzburger Grenze bis nach Teufenbach im Osten.[5]

Auf Grund antiker Entfernungsangaben aus der (leider sehr ungenauen) Tabula Peutingeriana wurde im ausklingenden 18. und dem 19. Jahrhundert angenommen, dass Noreia, die Hauptstadt des keltischen Königreichs Noricum, sich bei Murau befunden haben soll. Gefunden wurde diese, trotz immer wiederkehrender Fundmeldungen, bis heute nicht.[6]

Während des Zweiten Weltkrieges befand sich in Murau ein Gefangenenlager der deutschen Wehrmacht, in dem gegen Kriegsende hauptsächlich britische Kriegsgefangene interniert waren. In den ersten Maitagen des Jahres 1945 befreiten Widerstandsgruppen diese Gefangenen, um den sowjetischen Truppen bei ihrem Einmarsch vorzugaukeln, dass Murau schon von den Briten besetzt sei. Tatsächlich zogen die Sowjets wieder ab und überließen die Stadt den Briten. Die Stadt lag bis zum Jahre 1955 in der britischen Besatzungszone. Die Idee dazu hatte der lokale Heimwehrführer und Gemeinderat Karl Brunner, der kurz zuvor aus seiner Gefängniszelle in Graz freigelassen worden war.

Die Bezirkshauptmannschaft Murau wurde in den Jahren 1999 bis 2001 von den Architekten Wolfgang Tschapeller / Friedrich W. Schöffauer auf einem zur Mur abfallenden Hang neu errichtet.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit.

AUT Murau COA.jpg

Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 1. Dezember 2015.[7]
Die Blasonierung lautet:

„In rotem Schild eine silberne, schwarz ausgefugte gezinnte Stadtmauer mit offenem Tor und aufgezogenem goldenen Fallgitter, dahinter zwei silberne, viereckige Türme mit je doppeltem Rundfenster, schwarzem, silbern ausgefugtem Spitzdach und goldenem Knauf, zwischen denen die Zinnen der rückwärtigen Ringmauer erkennbar sind; gegen die seitlichen Schildränder beiderseits je ein kleinerer Turm ähnlicher Gestaltung, jedoch ohne Rundfenster. Über der rückwärtigen Ringmauer an einer am oberen Schildrand mittig angebrachten silbernen Hängevorrichtung ein am linken Obereck abhängendes silbernes Schildchen mit zwei schwarzen Schrägrechtsbalken.“

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsansicht mit Schloss und Stadtpfarrkirche
Panorama von Murau mit Murtalbahn
Stadtpfarrkirche
Evangelische Elisabethkirche
Leonhardikirche

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Murau ist als Büro-, Schul- und Geschäftsstadt bekannt, die diesbezüglich die Umgebung des oberen Murtales versorgt. Daneben spielt für die Stadt der Sommer- und Wintertourismus (Schigebiete auf Frauenalpe und am Kreischberg) eine bedeutende Rolle. In Murau erzeugt eine Brauerei das Murauer Bier und andere Erfrischungsgetränke, auch die Holzindustrie hat hier einige Betriebe. Die Murauer Stadtwerke erzeugen Strom aus Wasserkraft.

Murau ist auch eine Station und das betriebliche Zentrum der Murtalbahn. Im Straßenverkehr zweigt in Murau die Murauer Straße B 97 nach Predlitz von der Murtal Straße B 96 ab.

Tourismusverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Ranten und St. Georgen am Kreischberg den Tourismusverband „Murau-Kreischberg“. Dessen Sitz ist in Murau.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Murau
  • Schloss Murau: barock, mit Rittersaal und umfangreichem Kerker; Rittersaal mit Konzertaufführungen; im Besitz des Hauses Schwarzenberg
  • Stadtpfarrkirche St. Matthäus: 1296 eingeweiht von Bischof von Lavant, Frühgotik, Fresken teilweise gut erhalten, österreichweit einzigartiger, seltener Vierungsturm mit sechs Glocken
  • Evangelische Elisabethkirche und Evangelische Diözesanmuseum in der Steiermark
  • Annakirche: Die Annakirche ist die Friedhofskirche der Stadt Murau. Sie wurde um 1400 erbaut und besitzt ein Kreuzrippengewölbe, gotischen Flügelaltar und barocken Hochaltar mit Dreifigurengruppe Anna-Maria-Jesus sowie reichlich Fresken und Glasfensterschmuck. Der Bau steht angeblich auf dem Fundort gestohlener Hostien im Spätmittelalter.
  • Leonhardikirche: Die Leonhardikirche ist Teil der Burganlage Grünfels in Murau und wurde 1439 erstmals erwähnt. Sie ist im sehr schlanken und hohen spätgotischen Stil erbaut und besitzt kunstvolle Schlusssteine. Westlich davon liegt die Heiligengrabkapelle mit der Kreuzigungsgruppe. Der Burgberg Grünfels mit der Leonhardikirche ist ein kunstvoller Kalvarienberg mit allen Kreuzwegstationen.
  • Stadtmauern und Tore sind teilweise erhalten
  • weitere Kirchen: alle katholisch
  • ehemaliger Galgen: Der ehemalige Galgen neben der Straße nach Ranten, bestehend aus drei Steinsäulen und einer Umfassungsmauer
  • Heimatmuseum im ehemaligen Kapuzinerkloster

Frauenalpe und Kreischberg sind die am nächsten zur Stadt gelegenen Schigebiete.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samsonumzug 2014
  • Shakespeare in Styria: Die Europäischen Shakespeare-Tage sind ein jährlich stattfindendes kulturelles Ereignis, sie wurden von Nick Allen und Rudolph J. Wojta im Jahr 2002 gegründet. „Artistic Director“ war von 2007 bis 2010 Daniel Winder, der im Londoner Iris Theatre Regie führt. Träger des Festivals ist der Verein Shakespeare in Styria. Junge Schauspieler und Studierende aus ganz Europa erarbeiteten originalsprachliche Shakespeare-Inszenierungen, die bis 2011 im Schlosshof gezeigt wurden. Konzerte und Lesungen im Rittersaal begleiten die Aufführungen. Seit 2013 wird alljährlich in deutscher Sprache im Domenig-Pavillon des Murauer Stadtparks gespielt.
  • Operettenfestspiele Murau: Die Operettenfestspiele Murau sind seit 1998 ein fixer Bestandteil des Kulturlebens in Murau.
  • Murauer Theaterrunde: Die Murauer Theaterrunde inszeniert jährlich zumindest eine Musikproduktion in ihrer Heimatstadt, das Genre Operette steht dabei im Mittelpunkt.
  • Samsonumzug am 15. August (Mariä Himmelfahrt)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

Personen mit Beziehung zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Brunner: Murau. Eine Stadt stellt ihre Geschichte vor. Anläßlich der 700. Wiederkehr der Stadtrechtsverleihung. Band 1: Von den Anfängen bis 1850. Eigenverlag der Stadtgemeinde Murau, Murau 1998.
  • Wolfgang Wieland: Murau. Eine Stadt stellt ihre Geschichte vor. Anläßlich der 700. Wiederkehr der Stadtrechtsverleihung. Band 2: Von 1850 bis zur Gegenwart. Eigenverlag der Stadtgemeinde Murau, Murau 1998.
  • Wolfgang Wieland: Pioniere – Idealisten – Weltmeister. 100 Jahre Schisport in Murau. Eigenverlag des Wintersportvereines Erste Murau, Murau 1993; ISBN 3-9500244-0-9.
  • Wolfgang Wieland: Schloß Murau. Schwarzenbergische Archive, Murau 1994.
  • Wolfgang Wieland: Anna Neumanin von Wasserleonburg. Die Herrin von Murau. 2. Auflage. Eigenverlag, Murau 1999; ISBN 3-9501004-0-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Murau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 5. Dezember 2013 über die Vereinigung der Stadtgemeinde Murau und der Gemeinden Laßnitz bei Murau, Stolzalpe und Triebendorf, alle politischer Bezirk Murau. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 20. Dezember 2013. Nr. 170, 37. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 712.
  2. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 766 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  3. Katastralgemeinden Stmk. 2015 (Excel-Datei, 128 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  4. Norbert Weiss: Die älteste weltliche Urbarhandschrift der Steiermark. Der Besitz der steirischen Liechtensteiner im 14. Jahrhundert. Quellen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, herausgegeben von der Historischen Landeskommission für Steiermark (HLK), Band 18; Im Selbstverlag der HLK, Graz 2005; ISBN 3-901251-28-6; S. 24, 39.
  5. Weiss: Urbarhandschrift. Seiten 40–42.
  6. August von Wersebe: Über die Völker und Völker-Bündnisse des alten Teutschlands: Nochmals versuchte größtenteils auf ganz neue Ansichten gegründete Erläuterungen, Hahnsche Hofbuchhandlung, Hannover 1826, S. 268
  7. 98. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 5. November 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Stadtgemeinde Murau (politischer Bezirk Murau), abgerufen am 1. Dezember 2015
  8. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 310. ZDB-ID 1291268-2 S. 627.