Edlitz

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Edlitz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Edlitz
Edlitz (Österreich)
Edlitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 14,2 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 16° 8′ OKoordinaten: 47° 35′ 52″ N, 16° 8′ 28″ O
Höhe: 454 m ü. A.
Einwohner: 934 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 66 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2840, 2842
Vorwahl: 02644
Gemeindekennziffer: 3 18 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 10
2842 Edlitz
Website: www.edlitz.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Schuh (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
13
2
13 
Insgesamt 15 Sitze
Lage der Marktgemeinde Edlitz im Bezirk Neunkirchen
AltendorfAspang-MarktAspangberg-St. PeterBreitenauBreitensteinBuchbachBürg-VöstenhofEdlitzEnzenreithFeistritz am WechselGloggnitzGrafenbach-St. ValentinGrimmensteinGrünbach am SchneebergHöflein an der Hohen WandKirchberg am WechselMönichkirchenNatschbach-LoipersbachNeunkirchen (Niederösterreich)OtterthalPayerbachPittenPrigglitzPuchberg am SchneebergRaach am HochgebirgeReichenau an der RaxScheiblingkirchen-ThernbergSchottwienSchrattenbachSchwarzau am SteinfeldSchwarzau im GebirgeSeebensteinSemmeringSt. Corona am WechselSt. Egyden am SteinfeldTernitzThomasbergTrattenbachWarthWartmannstettenWillendorfWimpassing im SchwarzataleWürflachZöbernNiederösterreichLage der Gemeinde Edlitz im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Edlitz Richtung Nord-West
Edlitz Richtung Nord-West
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Edlitz ist eine Marktgemeinde mit 934 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edlitz liegt in der Buckligen Welt im Industrieviertel nahe Aspang Markt. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 14,23 Quadratkilometer. Genau 50 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Die Gemeinde bildet die Katastralgemeinde Edlitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grimmenstein Thomasberg
Nachbargemeinden Lichtenegg
Thomasberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altertum und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Die ersten Ansiedlungen in dieser Gegend befanden sich wegen des Wasserreichtums des Pittentales und der damit verbundenen häufigen Überschwemmungen etwas abseits in den erhöhten Seitentälern. Ein Fund römischer Münzen lässt darauf schließen, dass der Übergangsbereich vom Edlitztal in das Pittental schon zur Römerzeit besiedelt war. Ab dem Mittelalter ist die Geschichte des Ortes sehr eng mit der Entwicklung der Kirche und der Pfarre verbunden.

Im Jahre 1192 wurde der Pfarrsitz „de Edelz“ erstmals erwähnt, als die Abtrennung von der Mutterpfarre Bromberg erfolgte und eine selbständige Pfarre eingerichtet wurde.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung des Ortsnamens ist nicht geklärt. Es gibt zwei Theorien zur Herkunft:

  • Eine bezieht sich auf den Wortlaut einer lateinischen Schenkungsurkunden aus dem Jahre 860, in der dem Erzbistum Salzburg vierzig Gutshöfe, von denen sich ein Teil auf dem Gebiet der Buckligen Welt befand, geschenkt wurden. Einer davon lag „ad ecclesiam Ellodis“ („bei der Kirche des Ello“). Ello ist ein germanischer Name, der übersetzt so viel wie „der Edle“ heißt. Daraus abgeleitet würde „de Edelz“ „Siedlung eines Edlen“ bedeutet.
  • Eine zweite – bekanntere Theorie – besagt, dass sich der Name „Edlitz“ aus dem slawischen „jedlica“ („Tannenbach“) ableitet, was auf die waldreiche Umgebung des Ortes zurückzuführen wäre.

Einfälle von Ungarn, Türken und Kuruzzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den folgenden Jahrhunderten wurde Edlitz von zahlreichen Einfällen der Ungarn und später der Türken heimgesucht. Immer wieder traten auch Seuchen auf, die ebenfalls ihre Opfer forderten: Im Pestjahr 1349 musste für die vielen Toten sogar ein eigener Pestfriedhof angelegt werden.

Gerade noch einem Überfall der Türken entgehen konnte der Ort im Jahre 1529, als Türken im Anmarsch waren, aber durch das Mittags-Geläut der Glocken aufgeschreckt, doch wieder umkehrten.

Im Jahre 1608 wird Pfarrer Georg Hayden von ungarischen Horden nach Güns verschleppt und erst nach 6 Wochen nach Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 200 Gulden wieder freigelassen. Als Dank stiftet er die Fresken im Altarraum der Pfarrkirche.

Im Jahr 1590 wird Edlitz zum ersten Mal als Markt bezeichnet, der damals 14 Häuser zählte.

Zweimal wird von kriegerischen Überfällen in der Gegend von Edlitz noch berichtet, nämlich 1620 durch Ungarn und 1770 durch Kuruzen. Vermutlich wurden in dieser Zeit die Wehranlagen der Kirche als Versteck benutzt.

Das Pittental mit Edlitz um 1780 (Josephinische Landesaufnahme)

Verkehrswege und Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 18. Jahrhunderts nahm Edlitz wieder einen wichtigen Platz im Wirtschafts- und Verkehrsleben der Buckligen Welt ein. Eine Landbeschreibung, die von Kaiser Joseph II. durchgeführt wurde, schrieb damals über den Ort Edlitz: „Ein mittelmäßig solid gebauter Markt in einem Graben, hat auch eine solide Kirche, mit Kirchhofmauern umgeben.“ Dass ein Ort damals „solid“, das heißt aus Stein gebaut war, ist durchaus nicht selbstverständlich.

Die meisten Dörfer in der Buckligen Welt bestanden damals aus Holzhütten, was sich in den zahlreichen Brandkatastrophen in den verschiedenen Ortschroniken widerspiegelt.

Für Edlitz stellte das Wasser immer wieder eine große Bedrohung dar. Oftmals wurde der Ort von Überschwemmungen des Edlitzbaches heimgesucht. Nach dem Unglücksjahr 1886, wo ein Toter zu beklagen war, wurde der Bach durch eine großzügige Wildbachverbauung gesichert.

Das 19. Jahrhundert brachte eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, als Graf Palffy im Jahre 1815 den Reitersteg von Grimmenstein nach Edlitz und weiter über Thomasberg nach Kirchschlag bis Güns zur Landstraße ausbauen ließ. Heute führt entlang dieser ehemaligen Palffy-Straße die Bundesstraße.

Im Jahre 1881 brachte die Eröffnung der Aspangbahn die neue Zeit in die Bucklige Welt. Der Bahnhof Edlitz wurde, da der Baugrund in Grimmenstein, das damals „Am Treitl“ hieß, günstiger war, außerhalb der Gemeindegrenzen errichtet. Heute liegt der Bahnhof Edlitz-Grimmenstein auf dem Gemeindegebiet von Thomasberg.

Die Eröffnung der Bahnverbindung bedeutete auch den Beginn des Fremdenverkehrs in Edlitz. Vor allem Gäste aus Wien kamen gerne zur Sommerfrische in die Bucklige Welt.

Im Jahr 1972 zählte man in Edlitz insgesamt 32.000 Nächtigungen. Heute ist der Fremdenverkehr für die Gemeinde noch immer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, die Nächtigungszahlen sind aber bei weitem nicht mehr so hoch. In den letzten Jahren lag das Hauptaugenmerk der Gemeinde auf der Verbesserung der Infrastruktur in den Bereichen Wegebau, Wasserversorgung, Kanal, Kindergarten, Feuerwehr- und Amtshaus.

Edlitz und seine Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt)

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 92,1 % der Einwohner römisch-katholisch und 0,7 % evangelisch. 4,3 % sind Muslime, 0,1 % gehören orthodoxen Kirchen an. 2,4 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Vitus in Edlitz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Edlitz
  • Pfarrkirche hl. Vitus: Edlitz beherbergt eine der interessantesten Wehrkirchen der Buckligen Welt. Die Ursprünge der Kirche stammen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Im Grundriss fast quadratisch mit vier kreuzgewölbten Jochen, die in der Mitte von einem mächtigen Pfeiler gestützt werden, ist das Kirchenschiff das beherrschende Bauelement. Der Glockenturm verschwindet fast hinter dem hohen Dach der Kirche. Beim Neubau des Kirchenschiffes im Jahre 1492 wurde der Sakralbau mit wehrhaften Anlagen ausgestattet. Von den Wehreinrichtungen sind heute noch vorhanden: Gusserker, Schießscharten, Wehrobergeschoß im Dachboden mit Blockkammer, ehemalige Zisterne unter dem Kirchenfußboden. Die letzte Außenrenovierung erfolgte im Jahre 1978, der Innenraum der Kirche wurde zuletzt in den Jahren 1984 (Innenrenovierung, Freilegung diverser Fassungen an Steinrippen und Malerei, Restaurierung von Hochaltar, Kanzel, Kreuzwegstationen und Heiligenfiguren) und 2003 (Neugestaltung des Altarraumes) renoviert. Im Herbst 2005 wurde das Dach neu gedeckt. Die Pfarrkirche Edlitz besitzt fünf Glocken, die älteste stammt von Lazlo Raczko aus dem Jahr 1518, eine weitere aus 1757, alle anderen wurden 1948 angeschafft.
  • Der Pfarrhof bildete eine Einheit mit dem Wehrkirchenhof. Der älteste erhaltene Teil ist durch ein Tor gekennzeichnet, das unabhängig vom Kirchhof einen Zugang ermöglicht hat. Eine kleine Steintafel, die in die Mauer über dem Tor eingelassen ist, trägt die Jahreszahl 1463 und in lateinischen Buchstaben den Namen Oswald. Rund um die Kirche findet man noch die Mauerreste der ehemaligen Kirchhofwehrmauern.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
83,69 %
(+4,08 %p)
16,31 %
(-4,08 %p)
2010

2015


Bürgermeister der Marktgemeinde und zugleich Amtsleiter ist Manfred Schuh.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 15 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: ÖVP-Liste „VP-NÖ - Volkspartei Niederösterreich“ 13, SPÖ 2, andere keine Sitze.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 36, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 55. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 478. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 48,5 Prozent.

Beidseits der Straße von Edlitz nach Krumbach liegen kleine Vorkommen von Braunkohle, die aber nicht abbauwürdig sind.[1]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NÖ Landeskindergarten Edlitz
  • Volksschule
  • Hauptschule
  • Musikschule Artes Iuventutis

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marktgemeinde Edlitz (Hg.): Edlitz – unsere Heimatgemeinde. 2 Bde., 1992

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Edlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leopold Weber, Alfred Weiss: Bergbaugeschichte und Geologie der österreichischen Braunkohlenvorkommen. Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt. Wien 1983. ISBN 978-3-900312-26-8. Seiten 239–240. (PDF, 34 MB)
  2. Christoph Tepperberg: Der Holzknechtseppl aus Festschrift 680 Jahre Marktgemeinde Riedlingsdorf, Riedlingsdorf 2011, Herausgeber Marktgemeinde Riedlingsdorf
  3. Johann Anton Laschober: Aus dem Leben eines Räuberhauptmannes aus Edlitz – unsere Heimatgemeinde, Edlitz 1992, Herausgeber Marktgemeinde Edlitz