Oliver Welke

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Oliver Welke, 2016

Oliver Welke (* 19. April 1966 in Bielefeld) ist ein deutscher Satiriker, Moderator, Journalist, Komiker, Autor und Synchronsprecher.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Welke wuchs ab dem fünften Lebensjahr[1] im ostwestfälischen Harsewinkel (Kreis Gütersloh) als Sohn eines Werbeagenturinhabers und dessen Ehefrau auf. Im Alter von vier Jahren war Welke kurz als Kinderfotomodell für das Motiv einer Wurstkonservenbanderole der Firma Schulte Fleisch- und Wurstwaren tätig.[2] Er machte 1985 sein Abitur in Gütersloh am Evangelisch Stiftischen Gymnasium und studierte danach Publizistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, an der er 1993 sein Examen machte.

Von 1987 bis 1994 arbeitete er als freier Mitarbeiter beim Westfalen-Blatt in Gütersloh, beim WDR-Fernsehen in Dortmund und verschiedenen Lokalradiosendern in Nordrhein-Westfalen. Danach war er freier Autor, Sprecher und Volontär beim Frühstyxradio auf dem niedersächsischen Radiosender Radio ffn (mit Dietmar Wischmeyer, Klaus-Dieter Richter, Andreas Liebold, Sabine Bulthaup und Oliver Kalkofe) mit eigenen Comedy-Serien und -Figuren, unter anderem die Serien „Zwei kleine Italiener“, „Bad Oeynhausen Cops“ und „Die Fahrgemeinschaft“, welche teilweise auch auf CD erhältlich waren.[3]

Sportmoderation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welke begann 1996 als freier Mitarbeiter in der Redaktion des Sat.1-Fußballmagazins ran, zunächst als Sportmoderator im Frühstücksfernsehen sowie als Fieldreporter. 1997 moderierte er dann die Sportnachrichten täglich ran sowie die Berichte der Freitags- und Sonntagsspiele in ran am Freitag bzw. ranissimo, ehe er nach Johannes B. Kerners Weggang zum ZDF ab 1998 auch die Hauptausgabe der Sendung am Samstag moderierte. Im Jahr 2000 entwickelte er mit seinem Moderationspartner Lou Richter das Fußball-Comedy-Format Helmut & Hellmuth – Die Zweierkette. 2002 moderierte er gemeinsam mit Paul Breitner die Sendung ran WM Fieber zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002, darüber hinaus auch zahlreiche Boxkämpfe.

Nach dem Verlust der Bundesligarechte an die ARD-Sportschau im Jahr 2003 übernahm Oliver Welke im gleichen Jahr gemeinsam mit Experte Oliver Bierhoff die Moderation der erstmals bei Sat.1 gezeigten UEFA Champions League und präsentierte diese drei Jahre lang. Im März 2006 gab er seinen Abschied von Sat.1 bekannt, da der Berliner Privatsender ab Sommer 2006 keine Spiele der Champions League mehr übertrug und vorerst auch keine anderen Sportübertragungen in seinem Programm hatte.

In der Saison 2006/07 moderierte Welke die Übertragungen der Fußball-Bundesliga beim Pay-TV-Sender arena, ehe der Sender die Rechte im Sommer 2007 an Premiere sublizenzierte. Zudem moderierte Welke in der Saison 2007/08 die UEFA-Pokal-Spiele des FC Bayern München für ProSieben. Von August 2009 bis 2012 war Oliver Welke wieder regelmäßig als Moderator bei ran auf Sat.1 bzw. Kabel eins zu sehen und moderierte die Spiele der UEFA Europa League.

Seit August 2012 ist er im Wechsel mit Jochen Breyer Moderator der Champions League im ZDF, die er zusammen mit dem Experten Oliver Kahn moderiert. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit in diesen zwei Jahren übernahm Welke auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien die Vor- und Nachberichterstattung der Spiele an den ZDF-Sendetagen zusammen mit Oliver Kahn, der bei Länderspielen bis dahin immer mit Katrin Müller-Hohenstein aufgetreten war. Auch die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich moderierte Welke zusammen mit Kahn, weiteren Experten wie Sebastian Kehl und Holger Stanislawski und Gästen.

Comedy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2003 übernahm Welke den festen Platz von Rudi Carrell in der Comedy-Show 7 Tage, 7 Köpfe, zu deren Stammbesetzung er bis zum Ende der Sendung 2005 zählte. Bei der Improvisationscomedy Frei Schnauze gehörte er zur wiederkehrenden Besetzung, im Mai 2004 moderierte er die kurzlebige Sendung goXX.

Welke hatte mehrere Gastauftritte als Polizist in der Sat.1-Comedysendung Schillerstraße. Zwischen 2006 und 2007 hatte er mehrere Auftritte in verschiedenen Shows, wie Genial daneben, Johannes B. Kerner, Pochers WM-Countdown oder dem Quatsch Comedy Club. Von 2009 bis 2011 spielte er in einigen Folgen der Schillerstraße den Untermieter von Jürgen Vogel.

Seit dem 26. Mai 2009 moderiert Welke im ZDF die heute-show. In dieser Comedy- bzw. Satiresendung im Stil einer Nachrichtensendung thematisieren er und sein Team wöchentlich politische und gesellschaftliche Vorgänge. Über die Sendung veröffentlichte er im Juli 2011 zusammen mit Morten Kühne das Buch heute-show: Das Buch. Für die heute-show ist Welke auch selbst als Autor tätig.[4]

2012 wirkte Welke außerdem bei der sechsteiligen Comedyserie Götter wie wir mit, die im Spartenkanal ZDFkultur gezeigt wurde.

Weitere Moderationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 moderierte er für RTL mit Guinness – die Show der Rekorde erstmals eine eigene Fernseh-Show zur Prime-Time. Des Weiteren moderierte er, zusammen mit Lou Richter und MC Lücke an jedem ersten Sonntag im Monat den Sport Blue Moon auf Radio Fritz.

Ab dem 7. August 2007 moderierte er bei ProSieben die Comedy-Rate-Show Noch Besserwissen – Die große Show des unnützen Wissens, in der vier Prominente kuriose Fakten erraten, die 2008 in eine zweite Staffel ging. Von 2005 bis 2010 moderierte er einige Events von Stefan Raab bei ProSieben.

Im NDR Fernsehen moderierte Welke von 2008 bis 2009 die Sendung Wer hat’s gesehen?, die er von Eva Herman übernommen hatte und nach dem Start der heute-show an Florian Weber weitergab.

Am 2. Oktober 2012 moderierte Welke zusammen mit Olaf Schubert die 14. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, deren Aufzeichnung zwei Tage später im ZDF ausgestrahlt wurde.[5][6]

Film und Synchron[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka schrieb er 2003 das Drehbuch zum Kinofilm Der Wixxer, in dem er als Dr. Brinkman mitspielte. Mit Oliver Kalkofe synchronisierte Welke die englische Sketchshow Little Britain, Come Fly with Me sowie Mystery Science Theater 3000: Der Film.

Managementagentur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende 2009 betreibt Welke zusammen mit Matthias Krüger die Management-Agentur Knacker Einfach, um eigene Ideen zu entwickeln und zu produzieren, ist als Management und Agentur aber auch für andere Kreativschaffende tätig. [7] Der Name erklärt sich aus der kurzen Tätigkeit Welkes als Kinderfotomodell für das Motiv einer Wurstkonservenbanderole.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997 ist Oliver Welke mit der TV-Journalistin Diane Welke verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne (* 1999, * 2002/2003) und wohnte von 1997 bis 2011 in Berlin, ehe es ihn nach Bonn zog.[8]

Zusammen mit seinen Kollegen Lou Richter und MC Lücke sowie Hörern des Berliner Senders Radio Fritz gründete Welke 2003 den ersten Gummistiefelweitwurf-Verein Deutschlands: Gib Gummi 03 Berlin.[9]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Welke engagiert sich bei der Organisation Weitblick, die sich für einen verbesserten Zugang zu Bildungseinrichtungen einsetzt.[10] Außerdem engagiert er sich bei Terre des hommes für Kinder in Not.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Goldenes Kabel für die Frühstyxradio-Sendung „Wir sind die Niedersachsen“
  • 2001: Deutscher Fernsehpreis als Moderator von „ran – Sat.1 Bundesliga“, für die Beste Moderation einer Sportsendung
  • 2004: Preis der beleidigten Zuschauer (zusammen mit Gaby Köster und Ruth Moschner)
  • 2004: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied von „7 Tage, 7 Köpfe“, Sonderpreis für Ausdauer und Popularität
  • 2007: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied von „Frei Schnauze XXL“, für die Beste Comedy-Show
  • 2009: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied der „heute-show“, für die Beste Comedy-Show
  • 2010: Grimme-Preis als Ensemblemitglied der „heute-show“, für die Kategorie Unterhaltung
  • 2010: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied der „heute-show“, für die Beste Comedy-Show
  • 2010: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Beste Comedy als Ensemblemitglied der „heute-show“
  • 2010: Unterhaltungsjournalist des Jahres, durch das Medium Magazin[12]
  • 2011: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied der „heute-show“, für die Beste Comedy-Show
  • 2012: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus als Moderator der „heute-Show“ (zusammen mit der Redaktion)[13]
  • 2012: Deutscher Comedypreis als Bester Komiker für die „heute-show“
  • 2012: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied der „heute-show“ für die Beste Comedy-Show
  • 2013: Bayerischer Fernsehpreis als Moderator der „heute-show“[14]
  • 2013: Zuschauerpreis für die beste Sendung aus 50 Jahren ZDF für die „heute-show“[15]
  • 2014: Deutscher Fernsehpreis als Moderator der „FIFA WM 2014“, für die Beste Sportsendung[16]
  • 2014: Bambi in der Kategorie Comedy für die „heute-show“
  • 2014: Deutscher Fernsehpreis als Ensemblemitglied der „heute-show“, für die Beste Comedy[17]
  • 2014: Hans-Oelschläger-Preis für die „heute-show“[18]
  • 2016: Goldene Henne für die „heute-show“
  • 2017: Goldene Kamera im Bereich "Beste Satire"

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kalk & Welk (zusammen mit Oliver Kalkofe), 2000, Frühstyxradio (rough trade)
  • Kalk & Welk: Zwei Engel der Barmherzigkeit (zusammen mit Oliver Kalkofe), 2000, Frühstyxradio (rough trade)

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oliver Welke – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinweis in ausführlichem Interview „Jetzt mal ganz im Ernst“, in: Westfalenpost vom 17. Dezember 2016, Verlagsbeilage Events
  2. http://www.knacker-einfach.de/wer-wir-sind/warum-der-name.html
  3. fsr-shop.de, abgerufen am 19. Dezember 2016
  4. Schauspieler Hans-Joachim Heist. ARD, abgerufen am 25. Februar 2013.
  5. Oliver Welke und Olaf Schubert moderieren deutschen Fernsehpreis. In: filmecho. IMDb, 4. September 2012, abgerufen am 4. September 2012.
  6. Oliver Welke und Olaf Schubert moderieren Deutschen Fernsehpreis. filmecho.de, 4. September 2012, archiviert vom Original am 4. März 2014, abgerufen am April 2012.
  7. knacker-einfach.de Hinweis auf der Startseite der Agentur, abgerufen am 19. Dezember 2016
  8. FÜR SIE Nr. 18 vom 5. August 2013, S.98
  9. tagesspiegel.de vom 14. Juli 2007: So weit die Sohlen fliegen, abgerufen am 19. Dezember 2016
  10. Persönlichkeiten. Abgerufen am 25. Februar 2013.
  11. Prominente engagieren sich. Abgerufen am 10. April 2014.
  12. Annette Milz: Die Journalisten des Jahres 2010. 21. Dezember 2010, abgerufen am 22. Dezember 2010.
  13. Verleihung am 10. Oktober 2012 in Hamburg; Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geht an Comedian Oliver Welke, Abgerufen am 25. Februar 2013
  14. Bayerische Staatskanzlei: Ministerpräsident Seehofer verleiht Bayerischen Fernsehpreis 2013 (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)
  15. Video heute-show ist beliebteste ZDF-Sendung in der ZDFmediathek, abgerufen am 27. Januar 2014 (offline)
  16. Preisträger. In: deutscher-fernsehpreis.de. Abgerufen am 3. Oktober 2014.
  17. Preisträger. In: deutscher-fernsehpreis.de. Abgerufen am 3. Oktober 2014.
  18. Auszeichnung der Gesellschaft für deutsche Sprache. 5. Februar 2014, abgerufen am 1. Juli 2016 (de-de).