heute-show

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel heute-show
ZDF heute-show logo black.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 2009
Produktions-
unternehmen
Prime Productions GmbH, Köln[1]
Länge ca. 30–45 Minuten
Episoden 212+ und 9 Specials in 13+ Staffeln (Liste)
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich
Genre Satire, Comedy, politisches Kabarett
Titelmusik Terry Devine-King – Breakfast Briefing[2]
Produktion David Flasch (2009–2010), Georg Hirschberg, Gregor Salmingkeit
Moderation Oliver Welke
Erstausstrahlung 26. Mai 2009 auf ZDF
Besetzung
Ehemaliges Logo (2009–2014)

Die heute-show ist eine deutsche, im Stil einer Nachrichtensendung gestaltete Comedy- bzw. Satiresendung im ZDF. Der Name der Sendung wurde in Anlehnung an die Nachrichtenformate heute beziehungsweise heute-journal gewählt. Moderator ist Oliver Welke.

Die Sendung wurde mit vielen Auszeichnungen bedacht, unter anderem mit dem Adolf-Grimme- und dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Als einzige deutsche Fernsehsendung hat die heute-show einen Hattrick beim Deutschen Comedypreis geschafft.[3][4]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute-show ist eine deutsche Adaption der US-amerikanischen Nachrichtensatire The Daily Show.[5] Die Sendung behandelt aktuelle Themen aus der politischen Landschaft Deutschlands, greift aber auch internationale Nachrichten auf.

Die „Live-Schaltungen“ an beliebige Orte der Erde werden für die Zuschauer deutlich erkennbar komplett im Studio mithilfe der Green-Box-Technik produziert.

Einzelne Einspieler, wie zum Beispiel die Darstellung der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze für Hard- (19 %) und Softcorepornografie (7 %) in den „Hotelmedien“, sind in politischen Talkshows wie hart aber fair wiederverwendet worden.

Die Titelmelodie stammt von Terry Devine-King und heißt Breakfast Briefing.[2] Das 2015 überarbeitete Bühnenbild wurde von Florian Wieder entworfen, die grafische Gestaltung wurde von der Kölner Agentur Brand New Media übernommen.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller Rollenname Folgen Beschreibung der Rolle/Bemerkungen
Oliver Welke 1− Nachrichtenmoderator
Martina Hill Tina Hausten 1− Die Figur ist an die ZDF-Journalistin Bettina Schausten angelehnt. Solange diese das Politbarometer moderierte, präsentierte Hausten in „Kompetent in Prozent“ Meinungsumfragen zu allen möglichen Themen. Seit Schausten das ZDF-Hauptstadtstudio leitet, tritt die Figur Hausten hauptsächlich als Expertin für diverse Themen im Studio und „Außenreporterin“ vor dem Greenscreen auf.
Mandy Hausten 161− In Anlehnung an Martina Hills ältere Figur Tina Hausten und den in der DDR beliebten Vornamen Mandy ist dies die Rolle einer impulsiven, naiven Frau mit deutlich sächsischem Akzent, gekleidet im Stil der 80er Jahre, mit oftmals kleinbürgerlich-linken Ansichten.
Christian Ehring 1− Experte für diverse Themen im Studio und „Außenreporter“ vor dem Greenscreen sowie Moderator der Rubrik „Aktenzeichen XY … eingedöst“ (Anspielung auf die Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst)
Dietrich Hollinderbäumer Ulrich von Heesen 1− Sarkastischer „Korrespondent“ vor dem Greenscreen und Experte für diverse Themen im Studio. Running Gags sind unter anderem sein hohes Alter (er studierte in der Zeit des Nationalsozialismus) sowie sein exzessiver Lebensstil samt Drogenkonsum, wie man gelegentlich sieht.
Olaf Schubert 1– Aktiver Außenreporter und Experte für diverse Themen im Studio
Martin Sonneborn 1−153 Aktiver Außenreporter; ist aufgrund seiner politischen Tätigkeit im Europaparlament vorübergehend aus der Besetzung ausgetreten
Hans-Joachim Heist Gernot Hassknecht 5[6] Sprecher des Kommentars in Anlehnung an die Tagesthemen sowie Moderator der Rubriken „Gernot Hassknecht löst Ihr Problem“, „Vorsicht Falle! Nepper, Schlepper, Schuldenmacher“ (Anspielung auf die Sendung Vorsicht Falle! Nepper, Schlepper, Bauernfänger) und „Onkel Gernots Märchenstunde“, der sich regelmäßig in Rage redet (angelehnt an das Segment „Back in Black“ mit Lewis Black der Daily Show), meist endet Hassknechts Kommentar mit einem alten „Störungs“-Hinweisbild des ZDF.
Lutz van der Horst 6− Aktiver Außenreporter
Carsten van Ryssen 7−
Alexander Schubert Albrecht Humboldt 10− „Außenreporter“ vor dem Greenscreen, Experte und einziges Mitglied der „Kirchenredaktion“, vertritt in satirisch-überhöhter Weise konservative Standpunkte; starke Gemeinsamkeiten mit Stephen Colbert aus The Daily Show bzw. dem Colbert-Report
Bettina Lamprecht Petra Radetzky 15−171 „Außenreporterin“ vor dem Greenscreen, Expertin für diverse Themen im Studio
Yunus Cumartpay Mesut Güngen 27−66 „Außenreporter“ vor dem Greenscreen, Migrationsexperte
Alexis Kara Dennis Knossalla 60− Verdeckter Ermittler und „Außenreporter“ vor dem Greenscreen[7]
Christine Prayon Birte Schneider 62− „Fundamental-Realistin“, „Außenreporterin“ vor dem Greenscreen und Expertin für diverse Themen im Studio sowie Moderatorin der Rubrik „Heute-Show Mystery“[8]
Claus von Wagner 68− „Außenreporter“ vor dem Greenscreen und Experte für diverse Themen im Studio[9]
Dietmar Wischmeyer 74− Moderator der Rubriken „Heute-Show-History ohne Prof. Dr. Guido Knopp“ (Anspielung auf ZDF-History) und „Wischmeyers Logbuch der Bekloppten und Bescheuerten“[10]
René Pütz 90− Multiinstrumentalist, gelegentliche Auftritte als Keyboarder, Bassist, Gitarrist und Sänger
Ralf Kabelka 92− Aktiver Außenreporter
Carolin Kebekus 108− Aktive Außenreporterin und Rollen im Studio
Serdar Somuncu 145− Kommentator und Rollen im Studio
Sebastian Pufpaff 169- Aktiver Außenreporter und Experte für diverse Themen im Studio
Matthias Matschke 186− Rollen im Studio
Hazel Brugger 205− Außenreporterin

Außerdem haben die Mainzelmännchen regelmäßige Auftritte. Die Trickfiguren werden zum Beispiel als militante Kommunisten oder Polizisten eingeblendet.

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptautor ist seit der zweiten bzw. fünften Folge im November 2009 Morten Kühne, der auch schon für Switch reloaded schrieb; damit löste Kühne David Flasch ab. Seit 2015 ist auch Oliver Welke, vorher bereits einfacher Autor, Hauptautor.

Einfache Autoren sind bzw. waren seit 2009 Micky Beisenherz, Björn Mannel, Stefan Stuckmann, Jörg Uebber, Markus Schafitel, Thomas Rogel, Stephan Pächer, Sascha Albrecht und Lutz van der Horst. 2010 kam Marc Löb hinzu. Seit 2011 sind Andreas Coerper, Sven Nagel, Henning Bornemann, Michael Gremlich, Dietmar Jacobs, Markus Barth und Dietmar Wischmeyer Mitglieder des Autorenteams; Oliver Nagel und Christian Guht waren in der vierten Staffel Gastautoren. Später stießen Tommy Jaud und Ralf Kabelka hinzu.

Sämtliche „Live-Schalten“ vor dem Greenscreen werden von Oliver Welke und Morten Kühne verfasst.[11]

Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten beiden Folgen der Serie liefen am 26. Mai und am 23. Juni 2009 als Pilotfolgen. Die folgende „Pilotstaffel“ startete am 8. September 2009 und endete am 30. Dezember 2009 mit einer Best-of-Folge. Der Sendeplatz lag zunächst dienstags im Anschluss an Neues aus der Anstalt um 23:00 Uhr, später dann mittwochs um 22:45 Uhr.[12]

Die erste Staffel startete am 22. Januar 2010 und endete am 8. Juni 2010 mit einer Best-of-Folge. Der Sendeplatz lag zunächst freitags zwischen 22:30 Uhr und 23:15 Uhr, später dann wieder dienstags um 23:00 Uhr. Auf ZDFneo wurde die aktuelle Sendung am Samstag darauf gegen 19:45 Uhr wiederholt.[12]

Die zweite Staffel begann am 27. August 2010 und endete am 17. Dezember 2010 mit einer Best-of-Folge. Der Sendeplatz lag freitags zwischen 22:30 Uhr und 23:45 Uhr. Mit Beginn der dritten Staffel am 21. Januar 2011 wurde die Heute-show immer freitags im ZDF ausgestrahlt. Die dritte Staffel endete am 17. Juni 2011 mit einem Best-of. Die vierte Staffel war zwischen dem 16. September und dem 16. Dezember 2011 zu sehen und wurde mit einem Jahresrückblick abgeschlossen. Die Ausstrahlung der fünften Staffel begann am 27. Januar 2012 und endete am 1. Juni 2012. Die sechste Staffel begann am 31. August 2012 mit der insgesamt 89. Folge und endete am 14. Dezember 2012 mit dem Jahresrückblick.[13] Nach der Winterpause startete am 25. Januar 2013 die siebte Staffel, die bis zum 7. Juni 2013 ausgestrahlt wurde. Am 6. September 2013 begann die achte Staffel, welche bis zum 13. Dezember 2013 gezeigt wurde. Letzte Folge war wieder ein Jahresrückblick. Knapp zwei Monate später startete die neunte Staffel, die vom 24. Januar bis zum 6. Juni 2014 ausgestrahlt wurde. Nach der traditionellen Sommerpause wurde die zehnte Staffel ab dem 5. September 2014 ausgestrahlt und endete mit dem Jahresrückblick am 19. Dezember 2014. Am 23. Januar 2015 startete die elfte Staffel in neuem Design, die bis zum 29. Mai 2015 ausgestrahlt wurde. Während der Staffel wurde die Episode vom 27. März 2015 wegen des Flugzeugunglücks von Germanwings-Flug 9525 abgesagt.[14]

Am 11. September 2015 startete die zwölfte Staffel. Die aufgezeichnete Sendung vom 13. November wurde wegen der am Abend beginnenden Berichte über die Terroranschläge in Paris nicht ausgestrahlt.

Aktuelle Sendezeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Sendezeit
Logo des ZDF Freitag, 22:30 Uhr (Erstausstrahlung)
Logo des ZDF Sonntag, 00:30 Uhr (Wdh.)
Logo von ZDFinfo Samstag, 22:30 Uhr (Wdh.)
Logo von ZDFkultur Sonntag, 21:30 Uhr (Wdh.)
Logo von ZDFkultur Montag, 11:45 Uhr (Wdh.)
Logo von ZDFneo Donnerstag, 21:45 Uhr (Wdh.)

Quelle: ZDF.de[15]

Ablauf der Aufzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendung wird in Studio 3 der Kölner Produktionsfirma Brainpool in der Schanzenstraße 22 freitags gegen 18:00 Uhr aufgezeichnet. Teilweise werden schon beim Warm-Up aufgezeichnete Lacher eingespielt. Der Warm-Upper wird vor der Aufzeichnung eingesetzt, um die Zuschauer im Studio in Stimmung zu bringen, u. a. wird ein kurzes „Best Of“ vergangener Sendungen gezeigt (früher auch „Pannenvideos“). Während der Aufzeichnung kann das Publikum selbstständig reagieren und applaudieren; der Warm-Upper hält sich im Hintergrund und gibt nur noch vereinzelt Signale.

Studiogäste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinzelt begrüßt die heute-show als Studiogäste Personen aus dem Journalismus (wie wie Steffen Seibert, Maybrit Illner, Hans-Ulrich Jörges) und der Politik, wie Claudia Roth, Wolfgang Bosbach, Wolfgang Kubicki, Hannelore Kraft, Anton Hofreiter, Peter Tauber[16] und Gregor Gysi. Am 27. Januar 2012 war der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle im Studio zu Gast, dessen undeutliche, vom pfälzischen und rheinhessischen Dialekt geprägte Aussprache[17] zuvor ein häufiges Thema der Sendung gewesen war. Laut Welke habe Brüderle „wie kein Zweiter die heute-show inhaltlich bereichert“.[18] Mit Peter Altmaier konnte in der Sendung vom 3. Mai 2013 zum ersten Mal ein amtierender Bundesminister begrüßt werden. Im Wahlkampfbussi der heute-show waren auch Dirk Niebel (Bundesentwicklungsminister) und Jürgen Trittin (Grünen-Fraktionschef) zu sehen.

Immer wieder werden Komiker und Kabarettisten eingeladen, so wie Florian Schroeder, Michael Mittermeier, Monika Gruber, Mike Krüger, Bastian Pastewka, Simon Gosejohann, Elton, Timo Wopp, Christoph Sieber, Sebastian Pufpaff, Torsten Sträter, Ingmar Stadelmann und Abdelkarim.

Cameo-Auftritte hatten unter anderem Kai Pflaume am 26. Oktober 2013 als „ostdeutscher Jugendlicher“, Hella von Sinnen am 31. Januar 2014 als „lesbische Rektorin“, Karl Lauterbach als „ZDF-Kontrolleur“ am 28. März 2014, Oliver Kahn als er selbst in seiner Funktion als ZDF-Experte bei der Berichterstattung zum Fußballländerspiel DeutschlandArgentinien am 5. September 2014 sowie als Ex-Bayern-Spieler in Form eines Video-Anrufs in der Sendung vom 20. November 2015, Reiner Calmund am 6. Februar 2015, Hugo Egon Balder am 6. November 2015 als „Ersatz-Moderator“ sowie Stefan Raab am 11. Dezember 2015.

Pannen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausgabe vom 22. Oktober 2010 konnte aufgrund einer Panne bei der Überspielung ins Sendezentrum in Mainz nicht planmäßig um 22:30 Uhr ausgestrahlt werden. Ursache war ein technischer Fehler im Sendezentrum. Das ZDF strahlte schließlich die Literatur-Sendung Die Vorleser aus und holte die heute-show im Anschluss daran nach. Die Verzögerung der Ausstrahlung wirkte sich negativ auf die Einschaltquote der Sendung aus.[19][20]

Die Ausgabe vom 18. März 2011, in der als Gast Michael Mittermeier auftrat, endete abrupt 41 Sekunden vor dem eigentlichen Ende der Sendung. Da in der heute-show im Zusammenhang mit dem Begriff „Atomfetischismus“ mehrfach das Wort „wichsen“ und andere sexuelle Anspielungen gebraucht worden waren, kam es zu Spekulationen über Zensur seitens des ZDF. In der Presse[21] wurde auch ein bewusster Bezug auf die Zensur der satirischen Sendung Scheibenwischer im Mai 1986 (Tschernobyl) vermutet. In einem Interview bestätigte am 19. März 2011 der Produzent der Sendung, Georg Hirschberg, jedoch den Abbruch der Ausstrahlung wegen eines Planungsfehlers, durch den die Zuspielleitung aus Köln zu früh gekappt worden sei.[22]

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Episodenliste

Überbrückung in den Sommerpausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 wurde in der Sommerpause heute-show spezial im Internet ausgestrahlt und von Christian Ehring moderiert. Diese Sendung wurde wöchentlich veröffentlicht, jedoch wurde sie nicht im Fernsehen übertragen.

Ähnliches gab es wieder 2011, unter dem Namen heute-show XXS füllten wöchentliche Kurzausgaben die Zeit in der Sommerpause vom 18. Juni bis zum 15. September 2011. Die erste Hälfte der XXS-Sendungen moderierte Christian Ehring, die zweite Hälfte Lutz van der Horst. heute-show XXS war im Internet abrufbar. Im Gegensatz zu heute-show spezial wurde heute-show XXS auch im Fernsehen übertragen, freitags um 23:30 Uhr im Digitalkanal ZDFinfo.[23] In der Sommerpause 2011 erschien auch ein Buch zur heute-show, welches der Moderator der Sendung Oliver Welke und Headautor der heute-show Morten Kühne zusammen geschrieben haben.

In der Sommerpause 2013 stellte das ZDF von 14. Juni 2013 bis 30. August 2013 jeden Freitag eine neue Ausgabe von Wischmeyers Logbuch der Bekloppten und Bescheuerten – Die 12 Verlorenen auf seine Internetseite. In jeder Folge gab es einen Satire-Beitrag über einen Politiker von Dietmar Wischmeyer.[24][25]

Die 12 Verlorenen
Nr. Veröffentlichung Thema
1 14. Juni 2013 Katrin Göring-Eckardt
2 21. Juni 2013 Peer Steinbrück
3 28. Juni 2013 Philipp Rösler und Rainer Brüderle
4 5. Juli 2013 Horst Seehofer
5 12. Juli 2013 Sigmar Gabriel
6 19. Juli 2013 Claudia Roth und Jürgen Trittin
7 26. Juli 2013 Angela Merkel
8 2. August 2013 Bernd Lucke
9 9. August 2013 Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht
10 16. August 2013 Dirk Niebel und Patrick Döring
11 23. August 2013 Ursula von der Leyen und Kristina Schröder
12 30. August 2013 Hannelore Kraft

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jury des Adolf-Grimme-Preis nannte die heute-show 2010 „ein entschlossenes System“, das wage statt nur abzuwägen. Sie beschleunige „weit in den roten Bereich, ohne es sich im wohnlichen Satiresessel bequem zu machen. Genau deshalb ist ja die persönliche Entgleisung – wie bei der Kommentatorenkarikatur Gernot Hassknecht oder beim Außenreporterklischee Ulrich von Heesen – ein gründlich inszeniertes Leitmotiv. Den wirklichen Wahnsinn aber sammelt die heute-show im uninszenierten Alltag auf. Kühne Kunst ist es, wenn Ex-Titanic-Chef Martin Sonneborn mit minimalen Gesten und maximaler Geistesgegenwart tief in die Menschen dringt. […]“ In Sonneborns seriöses heute-Mikrophon spräche „ein Deutschland ohne Filter“. Welke sei „mehr Ansager denn Anchorman, was allerdings nicht Problem, sondern im Gegenteil System der heute-show ist. Denn mag auch Jon Stewarts Daily Show, diese tägliche US-amerikanische Nachrichtensatire, als Anschauung nicht ganz unbeteiligt gewesen sein (genauso wie übrigens Rudis Tagesshow), so steckt doch die heute-show keineswegs einfach einen öffentlich-rechtlichen Satireauftrag ins Korsett eines amerikanischen Erfolgsmodells.“ Insbesondere würdigte sie „auch die programmatische Entscheidung, die heute-show inzwischen wöchentlich auszustrahlen“.[26]

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis lobte 2012 die Nachrichtencomedy, die die klassische politische Satire mit den bildhaften Verzerrungen der Karikatur verknüpfe. Damit verschaffe sie der Kritik an Politik und Gesellschaft im Medium Fernsehen einen eigenen Platz. Die satirisch-bissigen Analysen würden die Rituale der Politik und gerade auch der Fernsehnachrichten entlarven. Insbesondere lobte sie Welkes Sprach- und Moderationsstil: „Aufklärung mit Genuss in Zeiten des Politikverdrusses und des Misstrauens gegenüber herkömmlicher Berichterstattung.“[27]

Anlässlich der Jubiläumsshow zum 50. Geburtstag des ZDF wurde per Internet-Abstimmung die beliebteste Sendung der Sendergeschichte gesucht, hierbei belegte die heute-show den ersten Platz vor 1, 2 oder 3 und Wetten, dass..?[28]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Negative Kritik erhielt die Sendung nach der Ausstrahlung eines Interviews von Martin Sonneborn mit dem Pharmalobbyisten Peter Schmidt in der Sendung vom 14. Mai 2010. Sonneborn nutzte dabei vor allem die Aussagen Schmidts, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren und etwa in den Interviewpausen geäußert worden waren.[29] Schmidt zeigte sich über die Ausstrahlung verärgert und bezeichnete sie als „echte Schweinerei“, da Sonneborn ihn mit der Anfrage für ein ZDF-Interview gelockt habe, das man „nach Möglichkeit in einer der ‚heute‘-Sendungen, bevorzugt im ‚heute-journal‘, platzieren“ wolle. Sonneborn selbst sprach von einem Missverständnis.[30] Nachdem Peter Schmidt als Geschäftsführer von Pro Generika e. V. entlassen worden war,[30][31] rügte Thomas Bellut, damals Programmdirektor des ZDF, dieses Vorgehen und untersagte der Redaktion der heute-show, mit den Marken heute und heute-journal zu arbeiten.[32]

Im Februar 2015 erhielt die heute-show große Aufmerksamkeit seitens der Medien, da in ihrer Ausgabe des 6. Februar 2015 die Aussage der Linken-Politikerin Marlena Schiewer aus dem Zusammenhang gerissen und die Betroffene dadurch als vermeintliche ehemalige NPD-Wählerin dargestellt wurde. Der Ausschnitt stammt aus einem MDR-Bericht, in dem Schiewer ihre Sorge über die zunehmende Beliebtheit der Alternative für Deutschland (AfD) in ihrem Dorf zum Ausdruck bringt. Dabei erklärt sie: „Hier auf dem Dorf gibt es ziemlich viele Leute, die rechter Meinung sind und die einfach sagen: ‚Ich möchte nicht mehr die NPD wählen, weil die mir zu rechtsextrem ist, deswegen wähle ich jetzt die AfD.‘ Ich sage immer: Das ist die NPD in freundlich.“ In der heute-show wurde hingegen der erste Teil der Aussage herausgenommen, wodurch der Eindruck entstanden ist, die Politikerin wählte selbst früher die NPD und nun die AfD. Als Reaktion auf Kritik durch die Politikerin bat die heute-show-Redaktion via Facebook um Entschuldigung und versprach, den Vorfall aufzuklären. Der Abschnitt wurde aus der ZDF-Mediathek entfernt.[33] Am 8. Februar 2015 erklärte Schiewer, dass sich Oliver Welke telefonisch bei ihr entschuldigt habe und sie die Entschuldigung annehme.[34] In der heute-show vom 13. Februar 2015 entschuldigte sich Oliver Welke erneut bei Marlena Schiewer und zeigte deren Aussage diesmal inklusive der ersten Passage.

Ähnliches war bereits 2014 passiert, als ein Zitat von Bundespräsident Joachim Gauck über die Verantwortung von Banken aus dem Zusammenhang gerissen und dadurch ins Gegenteil verkehrt wurde. Beanstandet wurde das unter anderem in der Sendung Walulis sieht fern.[35]

Kurz nach der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl in Österreich 2016 veröffentlichte die heute-show als Reaktion auf den Wahlsieg von Norbert Hofer (FPÖ) in sozialen Netzwerken ein Bild von einem Schnitzel in Form eines Hakenkreuzes mit den Worten „Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen: Möglichst flach und schön braun“, daraufhin wurde die Sendung von einem österreichischen Jus-Studenten sowie einem Deutschen wegen Beleidigung, Volksverhetzung und Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten angezeigt. Auch soll die FPÖ selber eine Klage erwogen haben.[36][37] Das Nazischnitzel blieb straffrei.[38]

Besondere Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 22. Februar 2013 gesendete Beitrag von Carolin Kebekus über die Rolle der Frau in der katholischen Kirche sorgte für Kritik seitens der Kirche. Medienberichten zufolge soll ein Sprecher der deutschen Bischofskonferenz versucht haben, die Ausstrahlung des Gespräches von Kebekus mit Kardinal Joachim Meisner zu verhindern.[39]

Die Sendung gelangte erneut in die Presse, als der Deutsche Bundestag im Oktober 2014 eine beantragte Drehgenehmigung nicht erteilte, da es sich um keine „politisch-parlamentarische Berichterstattung“ handele.[40][41] Am 5. November 2014 erhielt die heute-show jedoch eine Tagesakkreditierung und durfte wieder im Bundestag drehen.[42]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009:

2010:

2011:

2012:

2013:

2014:

Quoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die ersten Ausgaben im Jahr 2009 am Dienstagabend im Durchschnitt 1,72 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 12,3 Prozent erreichten, erreichte die erste Staffel am Freitagabend trotz des prominenteren Sendeplatzes nur 1,59 Millionen Zuschauer bei einem durchschnittlichen Marktanteil von 7,3 Prozent. Seitdem steigen die Zuschauerzahlen wieder kontinuierlich an, zwischen August 2012 und Juni 2013 wurden durchschnittlich 2,67 Millionen Zuschauer und 11,5 Prozent Marktanteil erreicht. Damit liegt die Sendung insbesondere bei jüngeren Zuschauern über dem Senderschnitt. Seit November 2013 liegt die heute-show dauerhaft bei über drei Millionen Zuschauern.[52]

Die besten absoluten Zuschauerzahlen in der klassischen Zielgruppe erzielte der heute-show Jahresrückblick 2015 am 18. Dezember 2015 mit 4,26 Mio. Zuschauern in der klassischen Zielgruppe, was einem Marktanteil von 17,5 % entspricht.[53]

Den höchsten Marktanteil von 25,1 % (3,90 Mio. Zuschauer) erreichte die heute-show am 6. Juni 2014 im Anschluss an das Freundschaftsspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Armenien. Auch in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen wurden in dieser Sendung mit 1,57 Mio. Zuschauern und 23,5 % Marktanteil Rekordwerte erreicht.[54]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.prime-productions.de/heuteshow.php – Offizielle Website beim Produktionsunternehmen, abgerufen am 2. März 2014
  2. a b Nec Alkmaar: Facebook-Account der „heute-show“. In: facebook.com. Facebook Ireland Limited, 22. Dezember 2010, abgerufen am 25. Dezember 2010 (Nec Alkmaar fragt die „heute-show“-Redaktion auf deren offiziellem Facebook-Account nach dem Titelsong der Sendung und diese antwortet).
  3. Siehe Auszeichnungen
  4. Pressemeldung des ZDF über den ersten Hattrick beim Deutschen Comedypreis, Pressemeldung vom 21. Oktober 2011 | Abgerufen am 19. Juli 2013 23:40 Uhr
  5. David Wagner: Wenn der Wegschaltfinger dreimal juckt. In: freitag.de. der Freitag Mediengesellschaft mbh & Co. KG, 29. Januar 2010, abgerufen am 27. November 2010.
  6. Heute Show vom 17. November 2009, erster Auftritt von Gernot Hassknecht
  7. Information über „Dennis Knossalla“ auf der Internetpräsenz der heute-show (abgerufen am 23. September 2011)
  8. Informationen über „Birte Schneider“ auf heuteshow.zdf.de (abgerufen am 6. Oktober 2011)
  9. Informationen über „Claus von Wagner“ auf der Internetpräsenz der heute-show (abgerufen am 16. März 2012)
  10. Notiz über die neue Rubrik (abgerufen am 18. Februar 2012)
  11. youtube.com
  12. a b heute-show – Archiv als Liste. Zweites Deutsches Fernsehen, abgerufen am 27. November 2010.
  13. Die heute-show informiert über facebook
  14. ZDF-Satiresendung "heute-show" entfällt wegen Germanwings-Unglück. Zeit online, 26. März 2015, abgerufen am 26. März 2015.
  15. Programmdatensuche - ZDF.de. In: ZDF.de. Abgerufen am 21. Februar 2013.
  16. http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/3a844b94-6760-3991-aa58-a323ae4fad8e/20415654
  17. FDP-Fraktionschef bekennt sich zu seinem Nuscheln, focus.de vom 25. November 2011, abgerufen am 28. Januar 2012
  18. Zitat nach der Beschreibung der Sendung bei zdf.de (abgerufen am 27. Januar 2012)
  19. Jürgen Kirsch: Panne in Mainz: «heute-Show» kam zu spät. In: Quotenmeter.de. 23. Oktober 2010, abgerufen am 27. November 2010.
  20. Jürgen Kirsch: Sendepanne in Mainz schadet der «heute-show». In: Quotenmeter.de. 23. Oktober 2010, abgerufen am 27. November 2010.
  21. Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)
  22. Thomas Lückerath: Produzent erklärt abruptes Ende der „heute show“. 19. März 2011, abgerufen am 20. März 2011.
  23. DWDL: heute-show XXS soll die Sommerpause verkürzen
  24. DWDL: Wischmeyer überbrückt den Sommer
  25. pressportal: Dietmar Wischmeyer hilft Fans durch die Sommerpause
  26. Laudatio des Grimmepreis, abgerufen am 4. Mai 2012
  27. „heute-show“: Oliver Welke erhält Preis für „entlarvte Politik“ dpa/ar in digitalfernsehen.de vom 4. Juni 2012
  28. Die Top 10 der beliebtesten Sendungen im ZDF. ZDFmediathek, abgerufen am 31. März 2013.
  29. ZDF heute-Show: Martin Sonneborn im Interview mit Pharma-Lobbyist auf YouTube
  30. a b Oliver Welke, Morten Kühne: heute-show. Das Buch. Berlin 2011, S. 219 f.
  31. Artikel über die Entlassung Peter Schmidts beim Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal, abgerufen am 27. Dezember 2011
  32. Wegen Tricks bei Interview – ZDF-Programmchef rügt „heute-show“. In: Spiegel-Online. 21. Mai 2010, abgerufen am 27. November 2010.
  33. http://www.berliner-zeitung.de/medien/fehler-bei-satiresendung-im-zdf-heute-show-stellt-linken-politikerin-als-afd-waehlerin-dar,10809188,29779320.html
  34. http://www.dielinke-sachsen.de/politik/detail/article/schiewer-nehme-entschuldigung-von-oliver-welke-an/
  35. https://www.youtube.com/watch?v=BAHEMIt8LR4&feature=youtu.be&t=15m32s
  36. Hakenkreuz-Schnitzel: Student aus Österreich zeigt ZDF-Sendung „heute-show“ an. In: salzburg24.at. Abgerufen am 29. April 2016.
  37. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Wegen Nazi-Schnitzel-Satire: Österreicher zeigt „heute-show“ an. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 29. April 2016.
  38. Spiegel Online: ZDF-"heute-Show": Kein Ermittlungsverfahren wegen Hakenkreuz-Schnitzel (de) 3. Mai 2016. Abgerufen am 4. Mai 2016.
  39. "heute-show": Kath. Kirche beschwert sich beim ZDF - Beschwerde ohne Wirkung. Am 24. Februar 2013 auf DWDL.de erschienen, abgerufen am 11. März 2013
  40. dwdl.de
  41. spiegel.de
  42. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/heute-show-bekommt-drehgenehmigung-fuer-deutschen-bundestag-a-1001288.html
  43. Deutscher Comedypreis 2009 – Preisträger
  44. Grimme Institut – Preisträger 2010
  45. Deutscher Fernsehpreis 2010 Beste Comedy
  46. Der Deutsche Comedypreis 2010
  47. „Deutscher Comedypreis“: Bülent und Cindy beste Komiker. Abgerufen am 22. Oktober 2011.
  48. Der Hanns-Joachim-Friedrichspreis 2012 für Fernsehjournalismus geht an den Moderator der ZDF „heute-show“ Oliver Welke und sein Team, Die Preisträger 2012 des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises
    Friedrichs-Preis geht an „heute-show“, NDR am 10. Oktober 2012
  49. Ministerpräsident Seehofer verleiht Bayerischen Fernsehpreis 2013 (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)
  50. Video heute-show ist beliebteste ZDF-Sendung in der ZDFmediathek, abgerufen am 27. Januar 2014 (offline)
  51. Preisträger. In: deutscher-fernsehpreis.de. Abgerufen am 3. Oktober 2014.
  52. Daniel Sallhoff: Quotencheck: „heute-show“. In: quotenmeter.de. 10. Juni 2013, abgerufen am 7. September 2013.
  53. Marcel Pohlig: Über 4 Millionen: "heute-show" holt neuen Bestwert. In: DWDL.de. 19. Dezember 2015. Abgerufen am 19. Dezember 2015.
  54. Manuel Nunez Sanchez: Nach DFB-Generalprobe: Neue Allzeit-Rekorde für «heute-show». Quotenmeter, 7. Juni 2014, abgerufen am 7. Juni 2014.