Gamburg

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Dieser Artikel behandelt den Ort Gamburg. Für die gleichnamige Burg siehe Burg Gamburg, für deren Burgherrn und Klosterstifter siehe Beringer von Gamburg.

49.6933979.598163176Koordinaten: 49° 41′ 36″ N, 9° 35′ 53″ O

Gamburg
Gemeinde Werbach
Wappen von Gamburg
Höhe: 176 m ü. NN
Fläche: 10,02 km²
Einwohner: 666 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 97956
Vorwahl: 09348
Gamburg

Gamburg

Gamburg (im taubergründischen Dialekt Gammri) ist ein Ortsteil der Gemeinde Werbach im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Zur ehemaligen Gemeinde Gamburg gehörten das Dorf Gamburg und das Gehöft Eulschirben mit Haus und schlossartiger Mühle (Eulschirbenmühle). Die ehemals selbständige Gemeinde gehört nun seit 1975 zur Gemeinde Werbach.

Geographie[Bearbeiten]

Gamburg liegt im untersten engen Talabschnitt der Tauber, an einer ehemaligen Furt des Flusses und der Einmündung des Maisenbachs in die Tauber, landschaftlich zum Tauberland gehörig mit dem Übergang der Muschelkalkböden zu den Buntsandstein-Sedimenten. Politisch liegt Gamburg im Grenzland von Baden-Württemberg zu Bayern.

Geschichte[Bearbeiten]

Ausgrabungen zufolge bestand an der Tauberfurt schon lange vor Gründung der Burg eine Siedlung auf der rechten Flussseite. Der Name Gamburg ist älter als die gleichnamige Burg. Eine Würzburger Bischofs-Urkunde von 1139 enthält mit den edelfreien Zeugen Beringer und seinem Bruder Trageboto von Gamburg die älteste bekannte Nennung Gamburgs mit Jahresdatierung. Mit dem Bau der Burg im 12. Jahrhundert entstand dann die heutige Siedlung links der Tauber.

An die Stelle der Furt trat später eine Brücke. In dieser Zeit entstanden auch die Sagen um den Hokemo und die Melusine. 1219 wurde erstmals ein Schultheiß des Ortes Gamburg erwähnt, 1248 folgte die erste gesicherte Erwähnung der Dorfmühle. Im 14. Jahrhundert erfolgte der Ausbau der Mauern rings um das Dorf. Die Befestigungsanlagen des Dorfes bildeten einen Gürtel und eine Einheit, die in das Verteidigungssystem der Burg mit einbezogen wurden und in der die Bevölkerung Schutz fand. Reste der Befestigungsmauern und eines Torturms (das Krappentor-Türmle) sind noch erhalten.

Seit 1520 stand eine Kirche in Gamburg. 1567 begann man mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche auf dem heutigen Rathausplatz. Auf diesem Platz stehen heute drei Kreuze aus Stein. Auf dem Sockel des mittleren Kreuzes steht: "Hier befand sich der Hochaltar der alten Pfarrkirche von 1567 bis 1895." Eine Bleistiftzeichnung der alten Kirche wurde kurz vor deren Abbruch 1896 von Sir Joseph Archer Crowe gemalt. Das Original befindet sich im Besitz der Familie Alberts wohnhaft im unteren Schloß.

1730 entstand die erste steinerne Brücke über die Tauber. Von 1845 bis 1930 wanderten über 300 Gamburger nach Amerika aus.

Mit der 1868 fertiggestellten Taubertalbahn erhielt der Ort einen Bahnhof mit Güter- und Reiseverkehr und damit Anschluss an die nächstgelegenen größeren Städte Tauberbischofsheim und Wertheim. Infos zu Geschichte des Bahnhofes siehe unten.

1915 wurde das letzte der fünf Tore in der Ortsmauer, das Mühlentor abgerissen.

1975 endete die politische Selbstständigkeit mit der Eingemeindung in die Gemeinde Werbach.

2008 wurde die Grundschule aufgegeben und später abgerissen. 2011 wurde auch der örtliche Kindergarten geschlossen und mit dem im Ortsteil Niklashausen bestehenden zusammengelegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof befindet sich ein Ehrenhain mit den Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Museum[Bearbeiten]

Seit 13. Oktober 2013 ist das Gamburger-Buscher-Museum (GBM) mit Werken der Künstlerfamilie Buscher öffentlich zugänglich. Öffnungszeiten: April-Oktober an Sa+So von 14:00 - 16:00 Uhr

Ein Rundweg (genannt Buscher-Pfad) führt durch das Dorf zu den Schaffensplätzen der Künstler. Hinweistafeln vor den Gebäuden haben nochmals nähere Informationen dazu.

Bauwerke[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Martin
  • Burg Gamburg im 12. Jahrhundert errichtet, ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung mit den ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen
  • Eulschirbenmühle, Mühle an der Tauber, 1245 erstmals urkundlich erwähnt, heutiges Gebäude aus dem späten 16. Jahrhundert
  • Dorfmühle an der Tauber, 1248 erstmals urkundlich erwähnt
  • Pfarrkirche St. Martin, 1520 erstmals erwähnt, heutiges Gebäude 1895–1898 erbaut
  • Unteres Schloss, 1522 erbaut von Johann Kuchenmeister
  • Türmle, mit den Überresten der Dorfbefestigung und Torbogen (Krappentor)
  • Sonnenuhr, das sogenannte Sonnentor der Zeit
  • Bahnhof Gamburg (Tauber) an der Taubertalbahn, 1886 wurde das Empfangsgebäude mit angebautem Güterschuppen fertiggestellt.
  • Bimssteinfabrik (zuvor Ölmühle), 1897 gegründet und bis 2002 in Betrieb, Hersteller des Gamburger Mäuschens, eines kleinen Bimssteins zur Reinigung der Hände.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Türmle(Krappentor)
  • jährliche Prunksitzung und Straßenumzug des Faschingvereins
  • jährlicher Laetare-Umzug des Heimatvereins
  • Maifest und Sportfest des Sportvereins SV Gamburg
  • monatliche Vogel-Tauschbörse des Vereins Vogelliebhaber und -züchter Taubertal e.V. (jeder 1. Samstag im Monat)

Musik[Bearbeiten]

Eine Musikkapelle gibt es (mit Unterbrechung) seit 1898 in Gamburg. Der heute bestehende Musikverein dient in erster Linie der Pflege der Volksmusik.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof

Bahn[Bearbeiten]

Gamburg ist über die Taubertalbahn an den Bahnverkehr angeschlossen, es verkehren Regionalzüge aus Aschaffenburg und Crailsheim. In Lauda besteht Anschluss an die Frankenbahn, die Würzburg mit Stuttgart verbindet.

Straße[Bearbeiten]

Gamburg ist über die L 506 von Tauberbischofsheim (BAB 81) oder Wertheim (BAB 3) zu erreichen. Es besteht Buslinienverkehr der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber (VGMT) und der RegioBus-Linie, mit zwei Haltestellen im Ort. (Haltestelle Bahnhof und Haltestelle Tauberperle)

Radwege[Bearbeiten]

Gamburg ist über den Radweg Liebliches Taubertal, der Klassiker auch Taubertalradweg genannt, zu erreichen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite der Gemeinde Werbach (abgerufen am 12. Januar 2015)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien