Furt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Furt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Querbare Furt in Mézilles, Frankreich
Furt in Stanhope
Furt in Aufseß neben einer Brücke, die nur 1,5 Tonnen trägt
Gué durch den Rivière d'argent bei Huelgoat
Furt (mit Warnhinweis) nahe der Motte von Urr

Als Furt (englisch ford (crossing); französisch gué) bezeichnet man eine Untiefe in einem Bach- oder Flusslauf, mittels der das Gewässer zu Fuß oder mit Fahrzeugen durchquert werden kann.

Verkehrsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabkammer des Ti, Szene: Durchgang durch die Furt (Ägypten, um 2500 v. Chr.)

Furten in Flüssen sind oft von alters her bekannt. An solchen Stellen entstanden – besonders im Mittelalter – Städte und Orte, vor allem, weil an den Handelswegen mitunter Zölle erhoben werden konnten. Das Durchqueren eines Gewässers mithilfe einer Furt wird auch (durch)furten genannt.[1]

Für militärischen Unternehmungen spielten Furten eine entscheidende Rolle, Vortrupps mussten Furten aufspüren und erkunden. Mit einem Boot wurde der Fluss befahren, dabei die Gewässertiefe ermittelt, insbesondere wurde die erkundete Furt auf Löcher im Flussbett überprüft. Bei schneller Fließgeschwindigkeit und Spiegelung der Bäume in der Wasseroberfläche kann man von einem tiefen Gewässer ausgehen, Sandbänke und kurze Wellen bei Wind sind ein Anzeichen einer Furt. Vor der Passage einer Furt trieb man eine Viehherde mehrmals durch die Furt (am besten Kühe, weil sie sehr langsam gehen), um den Flussgrund festzustampfen, damit die Räder der Fuhrwerke sich nicht „festsaugen“. Beim Flussübergang wurde Kavallerie oberhalb der Furt aufgestellt, um die Strömung zu brechen, unterhalb der Furt Posten zur Aufnahme von Gepäck und Menschen, welche von der Strömung mitgerissen wurden.[2]

Noch heute nutzt man in Bachläufen vorhandene Furten beim Bau von Wald- oder Wirtschaftswegen, wenn so der teure Bau von Brücken vermieden werden kann.

Die an Fahrzeugen angeschriebene Wattiefe gibt die maximale Eintauchtiefe im Wasser an.

Als Furten wurden auch die Flussquerungen bezeichnet, die sich dadurch auszeichneten, dass sie leicht zu erreichen waren. Dies trifft besonders auf sumpfige Gebiete in der norddeutschen Tiefebene zu. Ein Beispiel ist die sumpfige Flussaue der Randow, die nur an einer Stelle einen „trockenen“ Uferzugang bot; an dieser Stelle wurde Löcknitz angelegt.

Querungen über breite oder vielbefahrenene Verkehrs-, nicht mehr Wasser-Ströme werden in übertragener Bedeutung als Fußgängerfurt bzw. Radfahrerfurt bezeichnet.

Namenkunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Städte und Orte tragen den Begriff Furt(h) im Namen, was auf ihre Lage weist. In Norddeutschland ist die gleichbedeutende Endung Wedel verbreitet. In englischsprachigen Ortsbezeichnungen verwendet man den Suffix -ford, z. B. Oxford oder Stratford. In niederländischen Ortsbezeichnungen heißt es voorde oder voort wie in Vilvoorde, Zandvoort und Bosvoorde. Das lateinische trajectum (‚Furt‘) findet man zurück in Maastricht, Utrecht und Dordrecht.

Orte mit Furt-Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchquerung einer Furt in der Þórsmörk, Island
Furt in Stanhope durch den Fluss Wear, mit Steinen für Fußgänger
in Zusammensetzung

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beispiel: Erklärungen der Reisen (Memento vom 18. Januar 2012 im Internet Archive) „Größere Flüsse könnten gefurtet werden.“ Abgerufen am 21. Juli 2011
  2. Taschenbuch für den Offizier. Zusammengetragen von F.W.Dammeyer, Verlag von Carl Heymann, Berlin 1838, Seite 304–307.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Furt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Furten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien