Laetare

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Laetare (lateinisch laetare „freue dich!“) ist der nach dem Anfangswort des Introitus in der römisch-katholischen und evangelisch-lutherischen Liturgie benannte vierte Fastensonntag oder vierte Passionssonntag.

„Laetare Ierusalem: et conventum facite omnes qui diligitis eam: gaudete cum laetitia, qui in tristitia fuistis: ut exsultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.“

„Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum!“

– (Jes 66,10–11 EU)

Mit dem Sonntag Laetare ist die Mitte der Fastenzeit („Mittfasten“) überschritten und er hat deshalb einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter, da das Osterfest näher rückt. Das wird in der katholischen Kirche traditionell auch durch die liturgische Farbe ausgedrückt: In das Violett der Fastenzeit mischt sich an diesem Tage schon ein wenig von der weißen Liturgiefarbe des nahen Osterfestes, was dann einen rosa Farbton ergibt. Das österliche Weiß strahlt gewissermaßen schon durch das Violett hindurch. Diese liturgische Farbe ist auch für den 3. Adventssonntag Gaudete vorgesehen, ist jedoch nicht verpflichtend. Es können an beiden Tagen auch violette Gewänder benutzt werden.

In der römisch-katholischen Kirche wird Laetare umgangssprachlich zuweilen auch „Rosensonntag“ genannt, da an diesem Tag vom 11. bis zum 19. Jahrhundert die Goldene Rose (Tugendrose) gesegnet wurde, die der Papst einer Person oder Institution verlieh, die sich um die Kirche besonders verdient gemacht hatte. Eine andere Bezeichnung für diesen Sonntag ist „Brotsonntag“, abgeleitet vom Evangelium der wundersamen Brotvermehrung.

Liturgische Texte[Bearbeiten]

Römisch-katholische Leseordnung[Bearbeiten]

Erste Lesung Zweite Lesung Evangelium
Lesejahr A 1 Sam 16,1b.6–7.10–13b EU Eph 5,8–14 EU Joh 9,1–41 EU (Heilung des Blindgeborenen)
Lesejahr B 2 Chr 36,14–16.19–23 EU Eph 2,4–10 EU Joh 3,14–21 EU (Gespräch mit Nikodemus)
Lesejahr C Jos 5,9a.10–12 EU 2 Kor 5,17–21 EU Lk 15,1–3.11–32 EU (Gleichnisse vom barmherzigen Vater)

Evangelische Perikopenordnung[Bearbeiten]

Reihe Perikope Anmerkung Inhalt
I Joh 12,20–26 LUT Evangelium „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt …“
II 2 Kor 1,3–7 LUT Epistel Gott tröstet uns in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können.
III Joh 6,55–56 LUT Jesus spricht: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“
IV Phil 1,15–21 LUT „Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“
V Joh 6,47–51 LUT Jesus spricht: „Ich bin das Brot des Lebens.“
VI Jes 54,7–10 LUT Alttestamentliche Lesung „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen“.
Psalm Ps 84,6–13 LUT „Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!“
Wochenspruch Joh 12,24 LUT „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt …“

Regionales Brauchtum[Bearbeiten]

Regional wird Laetare auch „Todsonntag“ genannt, was auf den Brauch des allegorischen Todaustragens von Winter und Sommer zurückgeht, bei dem der Sommer gewinnt.[1]

Im Südwesten Deutschlands wird in vielen Orten am Sonntag Laetare der Brauch der Winterverbrennung gefeiert. Im Elztal im Schwarzwald und angrenzenden Seitentälern findet das Scheibenschlagen traditionell an diesem Tag statt. In der Ostschweizer Gemeinde Ermatingen findet alle drei Jahre am Laetaresonntag ein kombinierter Fischer-, Frühlings- und alemannischer Fasnachtsumzug als Höhepunkt der Groppenfasnacht statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dreihöf: Ortsbeschreibung und Geschichte. Auf der Website „Kreis Landskron“ von Markus Klenk; abgerufen am 19. März 2015.
    Todaustragen. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Bd. 19, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1909, S. 586.