Gemeinde (Schweiz)

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Dieser Artikel behandelt die Schweizer Gemeinde – zum selben Thema siehe auch Politische Gemeinde. Zu anderen (deutschsprachigen) Ländern siehe Gemeinde (Deutschland), Gemeinde (Österreich) und allgemein Gemeinde.
Eidgenössisches Wappen
Gemeinde in der Schweiz

In der Schweiz gibt es verschiedene Arten von Gemeinden des öffentlichen Rechts.

Politische Gemeinde[Bearbeiten]

Die politischen Gemeinden verfügen über die sogenannte allgemeine Kompetenz in kommunalen Angelegenheiten. Dies bedeutet, dass alle nicht ausdrücklich durch Verfassung und Gesetz dem Kanton, dem Bund oder einer Spezialgemeinde vorbehaltenen Geschäfte in die Kompetenz der politischen Gemeinde fallen. In manchen Kantonen werden die politischen Gemeinden u. a. als Einwohner-, Orts- oder Munizipalgemeinden bezeichnet.

Per 1. Mai 2013 existierten 2396 politische Gemeinden (zum Vergleich: 2551 Gemeinden[1] per 1. Januar 2011). Diese Zahl nimmt aufgrund von Gemeindefusionen laufend ab. Seit 1. Januar 2014 gibt es in der Schweiz 2352 Gemeinden.

Die Gemeinde (franz. commune, ital. comune) ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die über [ihr] Gebiet mit hoheitlicher Gewalt ausgestattet ist. Die politische Gemeinde ist im ... Staatsaufbau ... die bürgernächste Einheit und die unterste Stufe der öffentlichen Verwaltungsgemeinde. Der Begriff Gemeinde kann sich auch auf eine Versammlung ihrer Angehörigen (gmeinden oder gmein halten) beziehen (Gemeindeversammlungen, Landsgemeinde).
Um die menschlichen Grundbedürfnisse nach Schutz und gegenseitiger Hilfe zu befriedigen, bildeten sich ab dem ausgehenden Frühmittelalter über Familie und Sippe hinausgreifende Personenverbände, die Vorformen der späteren Gemeinden. Von solchen Nachbarschaften und Genossenschaften hob sich die Gemeinde in einem langen, durch Zuwachs an Selbstregelungs- und Sanktionskompetenz geprägten Prozess ab, bis sie politisch und rechtlich selbstverantwortlich wurde.
... Die Gemeinden geniessen nach wie vor grosse politische Beachtung und werden von ihren Einwohnern als sozialer Bezugsrahmen und Ort erfahren, an dem eine unmittelbare Mitgestaltung der Lebenswelt … möglich ist.

Andreas Ladner, in: Historisches Lexikon der Schweiz[2]

Andere Gemeindeformen[Bearbeiten]

Daneben kann es auf gleichem oder davon abweichendem Territorium verschiedene andere Gemeinden mit unterschiedlichen Kompetenzen geben, nämlich

personenbezogene Gemeindetypen:

ortsteilbezogene Gemeindetypen:

funktionsbezogene Gemeindetypen:

Alphabetische Liste der Schweizer Gemeinden[Bearbeiten]

(nach Bundesamt für Statistik, mit Mutationen bis 1. Juli 2011, gemäss Nachträgen zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz)

ÜbersichtABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Gemeinden nach Kantonen[Bearbeiten]

(nach Bundesamt für Statistik, mit Mutationen bis 1. Januar 2010, gemäss Nachträgen zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz)

Aargau | Appenzell Ausserrhoden | Appenzell Innerrhoden | Basel-Landschaft | Basel-Stadt | Bern | Freiburg | Genf | Glarus | Graubünden | Jura | Luzern | Neuenburg | Nidwalden | Obwalden | Schaffhausen | Schwyz | Solothurn | St. Gallen | Tessin | Thurgau | Uri | Waadt | Wallis | Zug | Zürich

Siehe auch[Bearbeiten]

Listen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Bund kurz erklärt 2013 (PDF); 8,89 MB, Schweizerische Bundeskanzlei (BK)
  2. Andreas Ladner: Gemeinde im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks[Bearbeiten]