Gerundium

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Das Gerundium (lat. gerere „vollbringen“, gerundus (ältere Form für gerendus) „auszuführend“, als Substantiv Neutrum gerundium[1] „das Auszuführende“)[2] ist im Lateinischen ein aktivisches Verbalsubstantiv (Substantiv, das einen verbalen Vorgang enthält), das bei der Flexion des ursprünglich nur im Nominativ und präpositionslosen Akkusativ deklinierten Infinitivs die fehlenden Kasus (Fälle) Genitiv, Dativ und Ablativ ersetzt.

  • Beispiele: legere „lesen, das Lesen“ > ars legendī (Genitiv) „die Kunst des Lesens“, docēre „lehren, das Lehren“ > docendō (Ablativ) discimus „durch (das) Lehren lernen wir“.

Das Gerundium gehört zu den infiniten Formen des Verbs. Formal ist es ein Partizip Futur Passiv und das substantivierte Neutrum des Verbaladjektivs Gerundivum (Gerundiv) aus dem es wahrscheinlich entstanden ist.[3]

Beispiel:

  • Gerundivum (passivisches Verbaladjektiv auf -us, -a, -um mit den Endungen der o/a-Deklination): Das Neutrum Singular legendum „ein zu lesendes“ wird substantiviert zum Gerundium auf -i, -o, -um: legendī „des Lesens“, legendō „durch das Lesen“, ad legendum „zum Lesen“.

Gerundivum und Gerundium werden wegen des charakteristischen Bildungselementes auch adjektivische nd-Form (= Gerundivum) bzw. substantivische nd-Form (= Gerundium) genannt.[4]

Die Verwendung des Terminus „Gerundium“ für andere Sprachen – außer den romanischen, in denen das lateinische Gerundium weiterlebt – ist problematisch. Im Englischen wird der Terminus Gerundium (engl. gerund) für eine der sogenannten ing-Formen verwendet. In der deutschen Grammatik wird der Terminus Gerundium nicht verwendet, weil es in der modernen deutschen Sprache kein Gerundium im eigentlichen Sinne gibt. In den slawischen Sprachen werden die Adverbialpartizipien[5] auch als Gerundien bezeichnet.

Das Gerundium in verschiedenen Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Latein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Deklination des lateinischen Infinitiv Präsens Aktiv übernimmt der Infinitiv selbst die Funktion des Nominativs und des reinen (präpositionslosen) Akkusativs.

Beispiele:

  • Nominativ: Cantāre mē dēlectat. „Singen (das Singen) erfreut mich.“
  • Akkusativ: Didicī cantāre. „Ich lernte singen (das Singen).“

Die fehlenden Kasus (Fälle), die sogenannten cāsūs oblīquī, Genitiv, Dativ, Akkusativ mit Präposition und Ablativ werden vom Gerundium übernommen.

Morphologie (Formenbildung)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gerundium wird aus dem Präsensstamm des Verbes, dem Kennzeichen -nd- und den drei Endungen -ī, -ō, -um gebildet. Der Stammauslaut wird gekürzt (amāre „lieben“ > amăndi „des Liebens“), in der 3. und 4. Konjugation findet sich der Zwischenvokal e (audīre „hören“ > audĭĕndī „des Hörens“, capere „fangen“ > capiĕndī „des Fangens“).[6]

  • 1. Konjugation (ā-Konjugation): laudāre „loben, das Loben“ > laudandī „des Lobens“,
  • 2. Konjugation (ē-Konjugation): dēlēre „zerstören, das Zerstören“ > dēlendī „des Zerstörens“,
  • 3. Konjugation (konsonantische Konjugation): regere „leiten, das Leiten“ > regendī „des Leitens“,
  • 3. Konjugation (gemischte- oder ĭ-Konjugation): capere „fangen, das Fangen“ > capiendī „des Fangens“.
  • 4. Konjugation (ī-Konjugation): audīre „hören, das Hören“ > audiendī „des Hörens“

Die folgende Tabelle zeigt die Deklination des lateinischen Infinitivs des Verbs laudāre „loben“ im Nominativ und reinen Akkusativ sowie die Formen des Gerundiums im Genitiv, Dativ, Akkusativ (mit Präposition) und Ablativ (mit oder ohne Präposition).

Kasus Form mögliche Übersetzung
Nominativ laudāre loben, das Loben
Genitiv laudandī des Lobens
Dativ laudandō dem Loben
Akkusativ laudāre loben, das Loben
Akkusativ ad laudandŭm zum Loben
Ablativ (in) laudandō beim Loben, durch das Loben

Syntax und Semantik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Akkusativ des Gerundiums (laudandum) steht nur nach Präpositionen wie ad, in, inter, ob. Der Dativ ist ungebräuchlich. Der Ablativ steht entweder allein oder mit den Präpositionen in, ab, ex, dē, prō.

Das Gerundium bezeichnet im Gegensatz zum verbaladjektivischen Gerundivum lediglich die Handlung des Verbs, das Tun, ohne eine Notwendigkeit (wie etwa das Gerundivum in vir laudandus „ein Mann, den man loben muss“) auszudrücken.

Syntaktisch nimmt das Gerundium die Position eines Attributes oder einer adverbialen Bestimmung ein.

  • Genitiv (Attribut):
    • ars vivendi „die Kunst des Lebens / Lebenskunst“,
    • facultās evadendi „die Möglichkeit des Entkommens / zu entkommen“,
    • evadendī causa „um zu entkommen / wegen des Entkommens“,
Semantik: final, kausal.
  • Akkusativ (Adverbiale):
    • ad pugnandum parātus „kampfbereit“,
Semantik: modal, final.
  • Dativ („finaler Dativ“):
    • solvendō non esse „zahlungsunfähig sein“.
  • Ablativ (Adverbiale):
    • bellandō diripiendōque „durch das Führen eines Krieges und durch das Plündern“, „dadurch, dass sie Krieg führten und plünderten“,
Semantik: instrumental/modal.
  • in conficiendō „bei/während der Durchführung“,
Semantik: temporal.


Da das Gerundium nicht nur ein Substantiv ist, sondern auch eine Verbalform, kann es mit einem Objekt oder einer adverbialen Bestimmung verbunden werden:

  • Gerundium mit Objekt:
    • Pompēium laudandō „durch das Loben des Pompeius/indem er Pompeius lobte“,
    • ōrātiōnem habendō „durch das Halten einer Rede“,
    • iniūriam ferendō „durch das Ertragen eines Unrechtes.“
  • Gerundium mit Adverb:
    • diū ridendō „durch langes Lachen“,
    • fortiter bellandō „durch tapfere Kriegführung“,
    • Gutta cavat lapidem nōn vi, sed saepe cadendō. „Der Tropfen höhlt den Stein nicht mit Kraft, sondern durch häufiges Fallen / Steter Tropfen höhlt den Stein.“
In der deutschen Übersetzung erscheinen die Adverbien (diū, fortiter, saepe) als Adjektive in Verbindung mit den substantivierten Infinitiven.

Romanische Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die romanischen Sprachen setzen als Tochtersprachen des Lateinischen den Ablativ (ohne oder mit Präposition) des lateinischen Gerundiums fort. Es bezeichnet durch den instrumentalen Ablativ die Begleitumstände, unter denen sich eine Handlung vollzieht. Docendo discimus: (Ablativ von dŏcēre „lehren“): „Durch das Lehren, dadurch, dass wir lehren, lernen wir.“[7]

Die Formen der modernen romanischen Sprachen:

  • Ausgangsform: lateinisch: cantando (Ablativ von căntāre „singen“„durch das Singen“) >
  • rumänisch: cîntînd,
  • italienisch, sardisch, spanisch, portugiesisch: cantando,
  • katalanisch: cantand,
  • rätoromanisch: chantand (engadinisch) und cantond (obwaldisch),
  • französisch: chantant,
  • okzitanisch: cantant.

Französisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das französische Gerundium (le gérondif) gehört mit dem Partizip Präsens (Mittelwort der Gegenwart, le participe présent) zu den ant-Formen, vergleichbar den ing-Formen im Englischen.
Ausgangsform zur Bildung des Gerundiums, sowie des Partizip Präsens im modernen Französischen ist die 1. Person Plural des Präsens Indikativ (le présent de l’indicatif) eines Verbes.

Beispiele:

  • chanter „singen“ > nous chantons „wir singen“ > (en) chantant „singend“.
  • faire „machen“ > nous faisons „wir machen“ > (en) faisant „machend“.
  • finir „beendigen“ > nous finissons „wir beendigen“ > (en) finissant „beendigend“.
  • voir „sehen“ > nous voyons „wir sehen“ > (en)voyant „sehend“.

Unregelmäßige Bildungen haben drei Verben:

  • être „sein“ > (en) étant „seiend“.
  • avoir „haben“ > (en) ayant „habend“.
  • savoir „wissen“ > (en) sachant „wissend“.

Das gérondif hat zwei Formen (les temps du gérondif)[8]:

  • le gérondif présent (gewöhnlich gérondif genannt) zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit in Bezug auf das Hauptverb: en chantant „singend, beim Singen“. Beispiel: Il faisait toujours ses devoirs en chantant. „Er sang immer, wenn er seine Hausaufgaben machte“ (beide Handlungen laufen gleichzeitig ab).
  • le gérondif passé zum Ausdruck der Vorzeitigkeit in Bezug auf das Hauptverb: en ayant chanté „gesungen habend, als er gesungen hatte“. Diese Form gilt als schwerfällig und wird im modernen Sprachgebrauch vermieden.[9]

Bei der Entwicklung vom Lateinischen zum Französischen sind Gerundium und Partizip Präsens lautlich zusammengefallen (cantando > chantant; cantantem > chantant). Deshalb entspricht das französische gérondif [10] heute (auf der synchronen Ebene) formal dem participe présent (Partizip Präsens), dem die Präposition en [11] vorangestellt wird.

Beispiel:

  • Il travaille en chantant. „Er arbeitet und singt dabei“, „er singt beim Arbeiten.“

Das gérondif hat im heutigen Französisch eine temporale (zeitliche), konditionale (bedingende) oder modale (die Art und Weise betreffende) Bedeutung.[12]

  • temporal: En arrivant à la station de métro, Charles a rencontré un vieil ami. „Als Karl an der Metrostation ankam, traf er einen alten Freund.“ (Gleichzeitigkeit von zwei Ereignissen. Das gérondif steht hier für einen Temporalsatz). Quand Charles est arrivé à la station de métro … „Als Karl an der Metrostation ankam …“
  • konditional: En lisant ce livre vous comprendrez bientôt le problème. „Wenn sie dieses Buch lesen, werden Sie bald das Problem verstehen.“ (Ausdruck einer Bedingung. Das gérondif steht hier für einen Konditionalsatz (Bedingungssatz)). Si vous lisez ce livre … „Wenn Sie dieses Buch lesen …“
  • modal: En travaillant beaucoup, Jean a réussi à passer son examen. „Dadurch dass Hans viel arbeitete, gelang es ihm, sein Examen zu bestehen.“ „Durch hartes Arbeiten gelang es Hans sein Examen zu bestehen.“ (Das gérondif gibt hier die Art und Weise der Handlung wieder).

Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Okzitanisch, Rumänisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung des Gerundiums:

  • Spanisch: Anfügen von -ando / -iendo: cantar „singen“ > cantando, partir „abreisen“ > partiendo.
  • Italienisch: Anfügen von -ando / -endo: cantare > cantando, partire > partendo.
  • Portugiesisch: Anfügen von -ando / -endo / -indo: cantar > cantando, vender „verkaufen“ > vendendo, partir > partindo.
  • Okzitanisch: Anfügen von -ant / -ent: cantare > cantant, legir „lesen“ > legissent, sentir „fühlen“ > sentent.
  • Rumänisch: Anfügen von -înd / ind: a lucra „arbeiten“ > lucrînd, a merge, „gehen“ > mergînd, a tăcea „schweigen“ > tăcînd, a fugi „fliehen“ > fugind.

Zu den Aufgaben des Gerundiums zählt in einigen der genannten Sprachen die Realisierung des imperfektiven Aspektes, der eine Handlung als noch nicht abgeschlossen, gerade ablaufend darstellt.

Beispiele:

  • Französisch: Le canal allait se perdant (André Gide). „Der Kanal verlor sich, der Kanal verschwand allmählich.“[13]
  • Italienisch: Sto cantando. „Ich singe gerade.“ Il tempo va peggiorando. „Das Wetter wird schlechter.“
  • Spanisch: Estaba cantando. „Ich sang gerade.“ Los precios van aumentando. „Die Preise steigen immer mehr.“
  • Portugiesisch: Estou escrevendo uma carta. „Ich schreibe gerade einen Brief.“ Ela ainda está dormindo. „Sie schläft noch.“[14]

Das Gerundium dient auch der Verkürzung bzw. dem Ersetzen von adverbialen Nebensätzen, die im Deutschen mit bei, während, weil, indem, als, wenn, etc. eingeleitet werden.

Beispiele:

  • Italienisch: Vedendola, la riconosceresti. „Wenn du sie sehen würdest (sähest), würdest du sie wiedererkennen“ (Konditionalsatz „Bedingungssatz“).
  • Spanisch: Tomando el tren llegarás más pronto. „Wenn du den Zug nimmst, kommst du schneller hin.“ (Ausdruck des Mittels: wenn, dadurch dass, indem).
  • Portugiesisch: Caminhando pela rua a vi. „Als ich auf der Straße ging, sah ich sie“ (Temporalsatz).
  • Okzitanisch (Referenzokzitanisch[15]): Partiguèron de la fèsta en menant ambe eles tota la gaietat. „Sie verließen das Fest und nahmen dabei alle Fröhlichkeit mit.“
  • Rumänisch:[16] Ajungînd acasă, el se desbrăcă. „Zu Hause angekommen, nachdem er nach Hause kam, zog er sich aus.“

Germanische Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im älteren Deutsch folgt eine flektierte (deklinierte) Form des Infinitivs hauptsächlich nach der Präposition zu (zi, ze, zuo, z).

  • althochdeutsch: nëman – zi nëmanne ‚nehmen – zu nehmen‘ (starkes Verb), zellen – zi zellenne ‚(er)zählen – zu (er)zählen‘ (schwaches Verb I. Klasse), salbōn – zi salbōnne ‚salben – zu salben‘ (schwaches Verb II. Klasse), habēn – zi habēnne ‚haben – zu haben‘ (schwaches Verb III. Klasse). Vereinzelt tritt neben -enne usw. auch -ende usw. oder aber eine mit dem Infinitiv gleichlautende Form auf.[17]
  • mittelhochdeutsch: nëmen – ze nëmen(n)e / ze nëmende; zellen – ze zellen(n)e / ze zellende; salben – ze salben(n)e / ze salbende; haben – ze haben(n)e / ze habende. Die Variante -ende, die sich zunehmend durchsetzt, wird als Einwirkung des Partizip Präsens erklärt.[18]
  • frühneuhochdeutsch: nëmen – ze nëmen(n)e / ze nëmend(e); zellen – ze zellen(n)e / ze zellend(e); salben – ze salben(n)e / ze salbend(e); haben – ze haben(n)e / ze habend(e). Die Formen auf -en(n)e finden sich im Südalemannischen, diejenigen auf -ende haben einen Schwerpunkt am Oberrhein, und -end, -ent gilt als Schwäbisch. Vom 14. bis zum 15. Jahrhundert zeichnet sich ein deutlicher Rückgang im Gebrauch bis hin zum gänzlichen Verschwinden im bairischen und mittelfränkischen Sprachraum ab; nach 1500 schlägt sich das Gerundium nur noch selten in schriftlichen Texten nieder.[19]

Ein formales Nachleben hat dieses Gerundium einerseits in den ostalemannischen und, auf Einzelverben beschränkt, einigen südalemannischen Dialekten sowie anderseits im Thüringischen, Niederhessischen und in den angrenzenden Teilen des Oberhessischen, im Oberostfränkischen und Obersächsischen. In diesen Mundarten kann nach dem zur Partikel gewordenen ze, z eine besondere Form des Infinitivs (ein „Infinitiv II“) auftreten.

  • rezente alemannische Dialekte: In der Osthälfte der Alemannia von Schwaben im Norden bis in die Nordostschweiz im Süden wird jedes Verb regulär nach der Infinitivpartikel z(e) mit einer vom Infinitiv abweichenden Form gebildet. Normalverben erhalten die Endung -id oder -ed (entstanden aus dem mhd. -ende), beispielsweise ässe – z ässid ‚essen – zu essen‘, mache – z machid ‚machen – zu machen‘; Kurzverben erhalten zumeist die Endung -nd und lauten in vielen Dialekten den Stammvokal um, beispielsweise tue – z tüend, z tönd, z tond u. ä ‚zu tun‘, gaa/goo – z gänd, z gönd u. ä. ‚gehen – zu gehen‘, nää – z nänd ‚nehmen – zu nehmen‘. Auf Einzelverben beschränkt kommt das Gerundium auch in weiteren südalemannischen Mundarten vor, so tue – z tüe ‚tun – zu tun‘ im Raum Bern–Freiburg–westliches Luzernbiet. Auf faktitive Konstruktionen beschränkt wird es in Teilen des Wallis verwendet, etwa linde – z linden tüe ‚weich werden – zum Weichmachen in Wasser einlegen‘ (z linden < *ze lindenne oder *ze lindende).[20]
  • rezente mitteldeutsche Dialekte: Im thüringischen Salzungen lauten die morphologischen Paare mach – ze mache, im Oberostfränkischen mache – ze machen ‚machen – zu machen‘.[21]

Englisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Englischen wird das Gerundium (gerund) durch Anhängen des Suffixes -ing an den Infinitiv gebildet: to read — reading, z. B. in reading is fun „Lesen macht Spaß“. Obwohl das gerund formal identisch mit dem present participle (Mittelwort der Gegenwart, Partizip Präsens) ist, sind doch Syntax und Semantik verschieden.

Beispiele:

  • Climbing is dangerous. Klettern ist gefährlich.
  • Swimming is easy. Schwimmen ist leicht.
  • Climbing is good. Klettern ist gut.
  • I stopped smoking. Ich habe mit dem Rauchen aufgehört.

Darüber hinaus kann das Gerundium nach Präpositionen stehen und hat somit die syntaktische Funktion eines präpositionalen Objektes:

  • He is proud of working at this company.
  • We should focus on making a new plan.
  • This product is good for cleaning windows.

Die Bildung eines Gerundiums kann Hilfsverben mit einschließen:

  • Having worked at this company helps me to understand business processes much better.
  • Having been working at this company for more than twenty years gives my life stability and orientation.
  • Being accepted by my colleagues is so important to me to survive in this job.
  • Having been accepted by my colleagues still fills me with pride. (Now I am retired.)

Dies gilt auch für die Funktion als (präpositionales) Objekt:

  • He is proud of working at this company.
  • He is proud of having worked at this company. (Now he is retired.)
  • He is proud of having been working at this company for more than twenty years.
  • He is proud of being accepted and respected by his colleagues.
  • He is proud of having been accepted and respected by his colleagues. (Now he is retired.)

Nach einer Reihe von Verben, z. B. admit, advise, anticipate, avoid, consider, delay, deny, discuss, enjoy, finish, give up, go on, imagine, keep, miss, postpone, practice, recall, recommend, regret, resist, resume, risk, stop, suggest, tolerate, try und understand steht das Gerundium als Objekt.

Das Gerundium steht manchmal in Konkurrenz zum Infinitiv. Dabei kann es zu Bedeutungsunterschieden kommen.

  • He stopped to read the newspaper. „Er blieb stehen, um die Zeitung zu lesen.“
  • He stopped reading the newspaper. „Er hörte auf die Zeitung zu lesen.“
  • She tried to learn French. „Sie versuchte Französisch zu lernen.“
  • Finding Russian too difficult she tried learning French. „Da sie Russisch zu schwer fand, versuchte sie es mal mit Französisch.“

Slawische Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die slawischen Sprachen kennen, morphologisch betrachtet, kein Gerundium im eigentlichen Sinne. Allerdings nehmen die Adverbialpartizipien vergleichbare Funktionen wahr (und werden auch in manchen Grammatiken als Gerundium bezeichnet). Insbesondere dienen sie der paraverbalen Bildung von Adverbialen, wie das auch im Englischen oder den romanischen Sprachen der Fall ist:

  • Она написала письмо, поя песню. (russ.). „Sie schrieb einen Brief und sang dabei ein Lied (wörtl. ein Lied singend).“
  • Scrisse una lettera, cantando una canzone (it.).
  • Singing a song she wrote a letter (engl.).

Russisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polnisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Polnischen gibt es zwei Adverbialpartizipien (auch Gerundien genannt): das nur von imperfektiven Verben (czasowniki niedokonane) gebildete Adverbialpartizip der Gleichzeitigkeit und das von perfektiven Verben (czasowniki dokonane) gebildete Adverbialpartizip der Vorzeitigkeit.[22] Sie sind unveränderlich und dienen wie die Gerundien in den romanischen Sprachen u. a. der Verkürzung von Nebensätzen. Um Adverbialpartizipien verwenden zu können, müssen sich das Prädikat des Satzes und das Adverbialpartizip auf ein gemeinsames Subjekt beziehen.

Beispiel: Czytając gazetę, słuchałem muzyki. „Während ich Zeitung las, hörte ich Musik.“

Die Adverbialpartizipien werden vor allem in der Schriftsprache benutzt, das Adverbialpartizip der Vorzeitigkeit immer seltener.

Das Adverbialpartizip der Gleichzeitigkeit (Imiesłów współczesny przysłówkowy, Gerundium der Gleichzeitigkeit):

Bildung: An die 3. Person Plural Präsens (czas teraźniejszy, Gegenwart) eines imperfektiven Verbes wird die Endung -c gehängt.

  • robić „tun“ > robią „sie tun“ > robiąc „tuend“.
  • czytać „lesen“ > czytają „sie lesen“ > czytając „lesend“.
  • iść „gehen“ > idą „sie gehen“ > idąc „gehend“.
  • Ausnahme: być „sein“. będąc „seiend“.[23]

Beispiele:[24]

  • Idąc do domu, spotkałem mojego przyjaciela. „Als ich nach Hause ging (auf dem Heimweg), traf ich meinen Freund“. (Steht für den Temporalsatz: Kiedy szedłem do domu … „Als ich nach Hause ging …“).
  • Nie mając czasu, nie mogliśmy przyjść do ciebie. „Weil wir keine Zeit hatten, konnten wir nicht zu dir kommen.“ (Steht für den Kausalsatz: Ponieważ nie mieliśmy czasu … „Weil wir keine Zeit hatten …“).

Das Adverbialpartizip der Vorzeitigkeit (Imiesłów uprzedni przysłówkowy, Gerundium der Vorzeitigkeit):

Bildung: Die Form wird von der 3. Person Singular maskulinum des Präteritums (czas przeszły, Vergangenheit) abgeleitet. Es sind zwei Fälle zu unterscheiden.
1. Fall: Vor dem -ł des Präteritums steht ein Vokal: -ł wird ersetzt durch die Endung -wszy.

  • kupić „kaufen“ > kupił „er kaufte“ > kupiwszy „gekauft habend“.

2. Fall: Vor dem -ł des Präteritums steht ein Konsonant: an -ł wird die Endung -szy gehängt.

  • pójść „gehen“ > poszedł „er ging“ > poszedłszy „gegangen sein“.

Beispiele:

  • Kupiwszy bukiet róż, mogłem pójść na urodziny. „Da (weil) ich den Strauß Rosen gekauft hatte, konnte ich zum Geburtstag gehen.“ (Steht für den Kausalsatz: Ponieważ kupiłem bukiet róż … „Da (weil) ich den Strauß Rosen gekauft hatte …“.) (Möglich wäre auch ein Temporalsatz mit jak, kiedy „als“).
  • Przyszedłszy do biura, sekretarka napisała list do firmy handlowej w Warszawie. „Als sie ins Büro gekommen war (nach ihrer Ankunft im Büro), schrieb die Sekretärin einen Brief an eine Handelsfirma in Warschau.“ (Steht für den Temporalsatz: Kiedy przyszła do biura … „Als sie ins Büro gekommen war …“).

Weitere Sprachen in Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Turkologie (und davon ausgehend auch in anderen Teildisziplinen der sog. Altaistik) sowie in der Grammatik des Litauischen wird der Terminus Gerundium für eine Reihe von adverbial gebrauchten Verbableitungen gebraucht (d. h. Konverben).

Litauisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Litauischen werden vier Verbaladverbien als Gerundium (padalyvis) bezeichnet:[25]

Zeitform Suffix
Gegenwart -ant, -int
Zukunft -siant
einmalige Vergangenheit -us
mehrmalige Vergangenheit -davus

Die Gerundien der Gegenwart und der einmaligen Vergangenheit werden, ähnlich den lateinischen Gerundien, häufig für adverbiale Begleitsätze gebraucht (sogenannte adverbiale Gerundien):

  • Auštant išėjau. „Als es tagte, ging ich fort.“ (Gleichzeitigkeit)
  • Man išėjus aušo. „Nachdem ich fortgegangen war, tagte es.“ (Vorzeitigkeit)

Dabei ist das Subjekt des Begleitsatzes nie mit dem Subjekt des Hauptsatzes identisch, andernfalls werden Partizipien oder das Adverbialpartizip gebraucht. Das logische Subjekt bei der Gerundium-Konstruktion steht im Dativ.

Außerdem können alle Gerundien als attributive Gerundien gebraucht werden. Sie lassen sich dann häufig mit dem Infinitiv, einem Partizip oder dem Konjunktiv I ins Deutsche übersetzen:

  • Moteris pamatė vyrą ateinant. „Die Frau sah ihren/einen Mann näherkommen.“ (Andere Übersetzung: „Die Frau sah, dass ein Mann sich näherte.“ → Gleichzeitigkeit)
  • Radau visus sumigus. „Ich fand alle eingeschlafen.“ („Ich fand, dass alle eingeschlafen waren.“ → Vorzeitigkeit)
  • Girdėjau jį priilsdavus tenai. „Ich hörte, er habe sich dort auszuruhen gepflegt.“ (Vorzeitigkeit, wiederholte Handlung)
  • Sako ir tavo bernelį netrukus atjosiant. „Er sagte, auch dein Bursche werde bald herbeigeritten kommen.“ (Zukunft)

Türkisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Türkischen werden folgende Verbaladverbien (ulaç) auch als Gerundien bezeichnet: [26][27]

Suffix Form mögliche Übersetzung
-yarak bağırarak schreiend
-e diye sagenderweise
-e -e ağlaya ağlaya
diye diye
ständig weinend
sagend
-eli geleli seit gekommen ist
-ince bitince sobald beendet ist
-ip gelip ist gekommen und…
iken yemekte iken
(= yemekteyken)
beim Essen
-meden yemeden ohne zu essen

Beispielsätze:

  • „Neredesin?“ diye bağırdı – Er/Sie/Es schrie: „Wo bist du?“
  • Çocuk ağlaya ağlaya eve geldi – Das Kind ist ständig weinend nach Hause gekommen.
  • Çocuk bağırarak geldi – Das Kind ist schreiend gekommen.
  • Ders bitince kahve içeceğim – Wenn der Unterricht zu Ende ist, werde ich Kaffee trinken.
  • Dün akşam bir şey yemeden yattım – Gestern Abend habe ich mich hingelegt, ohne etwas gegessen zu haben.
  • Eve gidip duş yapacağım – Ich werde nach Hause gehen und duschen.
  • Ülkü geleli bir saat oldu – Es ist eine Stunde her, seitdem Ülkü gekommen ist.
  • Yemekteyken konuşma – Sprich nicht, während du isst.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikibooks: Gerundium – Lern- und Lehrmaterialien
 Wiktionary: Gerundium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Form gerund-ium statt gerund-um ist wahrscheinlich eine Analogbildung nach particĭp-ium.
  2. Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 4. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2004, Artikel Gerundium.
  3. Die Entstehung des Gerundiums aus dem Gerundivum kann man sich etwa so vorstellen: Aus cupiditās librī legendī (wörtlich: „Begierde nach einem zu lesenden Buch“) wurde cupiditas legendi („Begierde nach zu Lesendem“ und daraus „Begierde nach Lektüre“). Beispiele mit Übersetzung aus: F. Adami und Eduard Bornemann: Lateinische Sprachlehre (= Bornemann. Lateinisches Unterrichtswerk. Teil 3). 8. Auflage. Hirschgraben-Verlag, Frankfurt 1970, S. 163.
  4. Vergleiche die ähnlichen Bezeichnungen ant-Form im Französischen und ing-Form im Englischen.
  5. Ein Adverbialpartizip gibt die Umstände an, unter denen die Handlung, die das Verb ausdrückt, verläuft. Es ist nicht flektierbar (wird nicht dekliniert). Jolanta Rudolph: Żadnych granic. Polnisch von A bis Z. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-89657-880-4, S. 328.
  6. Hermann Throm: Lateinische Grammatik. 5. Auflage (= unveränderter Nachdruck der 1. Auflage). Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1970, S. 58, 68, 195–199.
    Hermann Throm: Abriss der lateinischen Syntax. 1. Teil. (= Fundamentum Latinum). Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1959, S. 87–91. (Hermann Throm (1903–1985) war Gymnasialprofessor am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in Heidelberg).
  7. Heinrich Lausberg: Romanische Sprachwissenschaft. Formenlehre 2. Teil (= Sammlung Göschen, Band 1200/1200a). Walter de Gruyter, Berlin 1962, S. 198–202.
    Wilhelm Meyer-Lübke: Grammatik der romanischen Sprachen. Band 3: Romanische Syntax. Verlag O. R. Reisland, Leipzig 1899, S. 534. (Reprografischer Nachdruck: Verlag Olms, Hildesheim/New York 1972, ISBN 978-3-487-04239-8).
  8. Maurice Grevisse: Le bon usage. Grammaire française. 12. Auflage, bearbeitet von André Goosse. Éditions Duculot, Paris/Gembloux, 1986, S. 1348, § 892.
  9. Man verwendet dafür ayant + participe passé (Mittelwort der Vergangenheit, Partizip Perfekt): Ayant fait ses devoirs … „als (da) er seine Aufgaben gemacht hatte“, oder einen Nebensatz mit einer Konjunktion wie z. B. quand, comme, après que bzw. eine Infinitiv-Konstruktion: Après avoir fait ses devoirs, il quitta (il a quitté) la maison. „Nachdem er seine Aufgaben gemacht hatte, verließ er das Haus.“
  10. Die Bezeichnung gérondif, im 16. Jahrhundert aus lateinisch gerundivum entlehnt, ist eigentlich irreführend, da es sich hier nicht um das Gerundivum handelt, das im Französischen als adjectif verbal bezeichnet wird.
  11. In der älteren französischen Sprache (vor 1600) konnte das Gerundium auch mit anderen Präpositionen wie z. B. à, de, par, pour und sans verbunden werden. Auch ohne Präposition kam das Gerundium bis ins 17. Jahrhundert vor. Ernst Gamillscheg: Historische französische Syntax. Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 1957, S. 445–447.
  12. Hans-Wilhelm Klein und Hartmut Kleineidam: Études françaises: Grundgrammatik. Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1989, S. 130–132.
  13. Zitiert in: Gerhard Rohlfs: Vom Vulgärlatein zum Altfranzösischen (= Sammlung kurzer Lehrbücher der romanischen Sprachen und Literaturen. Band 15). 3., verbesserte Auflage. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1968, S. 175.
  14. Beispiel und Übersetzung aus: Fatima Viegas Figueiredo Brauer, Uwe Brauer: Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Portugiesisch (= Langenscheidts Praktische Lehrbücher). 8. Auflage. Langenscheidt, Berlin u. a. 1986, ISBN 3-468-26270-1, S. 61.
  15. Beispiel und Übersetzung aus: Peter Cichon: Einführung in die okzitanische Sprache (= Bibliothek romanischer Sprachlehrwerke. Band 4). 2., korrigierte Auflage. Romanistischer Verlag, Bonn 2002, ISBN 3-86143-132-7, S. 96. (Zum Begriff „Referenzokzitanisch“ siehe S. 20).
  16. Beispiel und Übersetzung aus: Ion Popinceanu: Rumänische Elementargrammatik mit Übungstexten. 2., verbesserte Auflage. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1962, S. 88.
  17. Wilhelm Braune: Althochdeutsche Grammatik (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Reihe A. Band 5). 13. Auflage bearbeitet von Hans Eggers. Niemeyer, Tübingen 1975, § 315.
  18. Hermann Paul: Mittelhochdeutsche Grammatik (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Reihe A. Band 2). 23. Auflage neu bearbeitet von Peter Wiehl und Siegfried Grosse. Niemeyer, Tübingen 1989, § 237, 240.
  19. Robert Peter Ebert, Oskar Reichmann, Hans-Joachim Solms und Klaus-Peter Wegera: Frühneuhochdeutsche Grammatik (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Reihe A. Band 12). Niemeyer, Tübingen 1993, § M 85.
  20. Einzelheiten siehe Südwestdeutscher Sprachatlas III/1 303; Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben VI 16; Sprachatlas der deutschen Schweiz III 1, 3, 55; Schweizerisches Idiotikon XVII 4 ff., Artikel zue (dort unter Bedeutung B3, Sp. 73 ff., mit zugehöriger Anmerkung, Sp. 79 f.).
  21. Wiktor Maximowitsch Schirmunski: Deutsche Mundartkunde. Hrsg. und kommentiert von Larissa Naiditsch. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010, S. 584 f.
  22. Norbert Damerau: Polnische Grammatik (= Sammlung Göschen. Band 2808). 2., unveränderte Auflage. Verlag Walter de Gruyter, Berlin u. a. 1992, ISBN 3-11-006211-9, S. 99–100.
    Erika Worbs: Witaj Polsko! Grammatisches Beiheft. Universum Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-89869-241-0, S. 79–80.
    Barbara Bartnicka, Björn Hansen, Wojtek Klemm, Volker Lehmann, Halina Satkiewicz: Grammatik des Polnischen (= Slavolinguistica. Band 5). Verlag Otto Sagner, München 2004, ISBN 3-87690-845-0, S. 439–440.
  23. Ausgangsform ist nicht „sie sind“, sondern der Stamm des Infinitivs.
  24. Polnische Sätze für beide Formen des Gerundiums nach: Victor Falkenhahn und Walter Zielke: Grammatik der polnischen Sprache. Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin 1957, S. 161.
    Monika Skibicki: Polnische Grammatik. Helmut Buske Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-87548-435-9, S. 364–365.,
    Monika Skibicki: Grammatikübungsbuch: Polnisch. Helmut Buske Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-87548-575-2, S. 125–128.
  25. Alfred Senn: Handbuch der litauischen Sprache. Band 1. Grammatik. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1966.
  26. Margarete I. Ersen-Rasch: Türkische Grammatik. Hueber Verlag, Ismaning 2001, ISBN 3-19-005185-2.
  27. Algimantas Urbanavičius: Gerbkime žodį! (online).