Gerwald Claus-Brunner

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Gerwald Claus-Brunner (2013)

Gerwald Claus-Brunner (* 19. Mai 1972) ist ein deutscher Politiker der Piratenpartei und Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Geburt, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerwald Claus-Brunner wurde im Mai 1972 geboren, angeblich auf der Heimfahrt aus einem Dänemark-Urlaub seiner Eltern. Aus diesem Grund soll der Ortsname Harrislee in seinem Ausweis stehen.[1] Neben Harrislee wird auch manchmal Dissen am Teutoburger Wald als sein Geburtsort angegeben.[2]

Claus-Brunner besuchte die Realschule und machte eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker der Fachrichtung Telekommunikation bei der Deutschen Telekom. Von 1992 bis 1995 war er Soldat auf Zeit. Als Mechatroniker arbeitete er unter anderem bei Alptransit und Siemens Gebäudetechnik Ost. Seit 1997 lebt er in Berlin. Er studiert seit Oktober 2011 Maschinenbau an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2009 trat er der Piratenpartei Berlin bei. Im Mai 2011 stellte sich Claus-Brunner beim Bundesparteitag der Partei als Generalsekretär und als Beisitzer zur Wahl. Er unterlag aber in beiden Fällen klar.[3] Am 18. September 2011 trat er bei der Abgeordnetenhauswahl 2011 als Direktkandidat seiner Partei im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 1 an und wurde auf Platz 13 der Landesliste in das Abgeordnetenhaus gewählt.

Anfang November 2011 wurde Claus-Brunner in einem Offenen Brief von Charlotte Knobloch, der ehemaligen Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland für das Tragen des Palästinensertuches (Kufiya) kritisiert. Claus-Brunner wies die Kritik und den Vorwurf einer eventuellen antisemitischen Einstellung zurück.[4][5] Als Reaktion auf die Kritik trägt Claus-Brunner jetzt einen Davidsternanhänger an einer Kette.[6]

Im September 2012 stellte sich Claus-Brunner beim Landesparteitag der Berliner Piraten überraschend als Landesvorstandsvorsitzender zur Wahl und erzielte mit 104 Stimmen bzw. 35,4 % das zweitbeste Ergebnis.[7]

Am 7. Oktober 2014 rügte die Fraktionsversammlung der Piraten im Abgeordnetenhaus Claus-Brunner für Falschaussagen und Beleidigungen gegenüber Mitarbeitern und Mitgliedern der Fraktion. Diese Rüge wurde am 8. Oktober 2014 veröffentlicht.[8]

Im November 2014 stellte sich Claus-Brunner nach dem Rücktritt von Christopher Lauer als Kandidat für den Landesvorsitz zur Verfügung, unterlag bei der Wahl jedoch deutlich Bruno Kramm.[9]

Am 13. Dezember 2015 beleidigte Claus-Brunner durch Äußerungen auf Twitter die gewählten Kandidaten der Bezirksverordnetenliste für Friedrichshain-Kreuzberg der Piratenpartei als „Vollhonks“ und „Deppen“ und den Bezirk als „Friedrichfail-Scheißeberg“.[10]

Am 12. Januar 2016 scheiterte ein Antrag auf Ausschluss von Claus-Brunner aus der Piratenfraktion.[11]

Neben dem Kopftuch ist sein Markenzeichen die Latzhose.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gerwald Claus-Brunner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Morgenpost: Gerwald Claus-Brunner - Der Querkopf von Steglitz-Zehlendorf, vom: 5. September 2013; abgerufen am: 11. Dezember 2014
  2. Abgeordnetenhaus Berlin 17. Wahlperiode (PDF; 7,0 MB) NDV Redaktion Taschenbuch Abgeordnetenhaus Berlin, Seite 7.
  3. Wahlergebnisse des Bundesparteitags 2011.1
  4. Pirat soll sein Kopftuch ablegen Frankfurter Rundschau online 4. November 2011
  5. Ich werde es ablegen, wenn Friede herrscht Berliner Morgenpost online 9. November 2011
  6. So twittern Piraten aus dem Abgeordnetenhaus Tagesspiegel online 10. November 2011
  7. Gerhard Anger ist neuer Chef der Piraten. In: Welt Online, 15. September 2012.
  8. Fraktion rügt öffentliche Falschaussagen Fraktionswebsite 8. Oktober 2014, abgerufen am 15. Januar 2016
  9. Musiker Bruno Kramm übernimmt Vorsitz der Berliner Piratenpartei. In: Heise online, 17. November 2014, abgerufen am 7. Februar 2015.
  10. Pirat motzt: Friedrichsfail-Scheißeberg, Partei distanziert sich BZ online 14. Dezember 2015, abgerufen am 15. Januar 2016
  11. Antrag auf Ausschluss von Claus-Brunner scheitert Tagesspiegel online 13. Januar 2016