Green Room (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelGreen Room
OriginaltitelGreen Room
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2015
Länge94 Minuten
AltersfreigabeFSK 18[1]
Stab
RegieJeremy Saulnier
DrehbuchJeremy Saulnier
ProduktionNeil Kopp
Anish Savjani
Victor Moyers
Macon Blair
Brian Johnston
MusikBrooke Blair,
Will Blair
KameraSean Porter
SchnittJulia Bloch
Besetzung

Green Room ist ein US-amerikanischer Thriller von Jeremy Saulnier, der am 17. Mai 2015 im Rahmen der Director’s Fortnight der Filmfestspiele von Cannes seine Premiere feierte. Im April 2016 wurde der Film im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights in den Städten Berlin, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Köln, Stuttgart und München gezeigt und kam am 2. Juni 2016 regulär in die deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem ein Konzert der Punk-Rock-Band The Ain’t Rights abgesagt wurde und ihnen auch der Ersatzgig in einem mexikanischen Restaurant kein Geld einbrachte, nimmt die Gruppe das Angebot an, am folgenden Tag in einer Rockerbar in den Wäldern Oregons aufzutreten. Zwar besteht ihr Publikum dort nur aus Neo-Nazis, aber der Job ist gut bezahlt. Nachdem die Band auf der Bühne ihre Cover-Version des Songs Nazi Punks Fuck Off von den Dead Kennedys gespielt hat, werden die vier Mitglieder der Band in einen Mordfall verwickelt. Sie werden daraufhin zu unfreiwilligen Geiselnehmern und halten im Green Room des Gebäudes einen stämmigen, bärtigen und tätowierten Rocker fest, der ihre Lebensversicherung ist. Vor der Tür wartet Darcy, der Inhaber der Bar und Kopf einer Neo-Nazi-Vereinigung, mit seinen Leuten. Darcy verspricht ihnen freies Geleit im Tausch für die Pistole, die sie in ihrem Besitz haben. Die vier Bandmitglieder diskutieren und schmieden einen Plan, wie sie sich aus der gefährlichen Situation befreien und ihr Leben retten können.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Yelchin bei der Premiere des Films auf dem Toronto Film Festival 2015

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regie übernahm Jeremy Saulnier, der auch das Drehbuch zum Film schrieb.

Anton Yelchin übernahm mit Pat die Rolle des Bassisten der Band, Alia Shawkat die der Gitarristin Sam, Joe Cole die Rolle des Schlagzeugers der Band namens Reece, und Callum Turner schlüpfte in die Rolle von Tiger, dem Sänger der Gruppe. Patrick Stewart ist in der Rolle des Inhabers der Bar und Anführer der White Supremacists, Darcy Banker, zu sehen. Imogen Poots übernahm die Rolle von Amber, eine Freundin des Mordopfers.

Nur wenige Wochen nach dem Kinostart des Films in Deutschland und nur einen Monat vor der Weltpremiere seines nächsten Films Star Trek Beyond starb Yelchin im Alter von 27 Jahren. Der in der damaligen Sowjetunion geborene Filmschauspieler wurde am 19. Juni 2016 in der Garageneinfahrt seines Zuhauses vom eigenen zurückrollenden Auto erdrückt.[2] Green Room war der letzte Film, der zu Yelchins Lebzeiten veröffentlicht wurde. Saulnier sagte nach dessen Tod über die Arbeit am Film: „Er legte nicht nur eine feine Balance zwischen einer tragischen Verletzlichkeit und einer starken Körperlichkeit in die Rolle, sondern zeigte auch abseits der Dreharbeiten seine unendliche Großzügigkeit und Geduld.“[3]

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack zum Film wurde am 15. April 2016 von Milan Records auf CD veröffentlicht, hat eine Gesamtlänge von 59:47 min und umfasst 24 Lieder und einen Bonustrack.[4] Die Lieder werden von der Filmband The Ain't Rights interpretiert und stammen zum großen Teil von Brooke und Will Blair.

Titelliste des Soundtracks

  1. Weapons Ready
  2. What Have I Become?[5]
  3. Corpus Rottus
  4. Oregon Coast
  5. Balefire
  6. Prowling Leather
  7. Nazi Punks Fuck OffDead Kennedys
  8. Red Laces
  9. Pour A Floor
  10. Blades And Fangs
  11. Coronary
  12. Inevitable Failure
  13. Mosh Pit
  14. Mopping Up
  15. Let’s Pretend
  16. Savage Pressure
  17. Trash
  18. Melted
  19. Odin Himself
  20. Fresh Air
  21. The Residence
  22. We Need The Police
  23. Sinister Purpose
  24. Rock N Roll
  25. Toxic Evolution (Bonus Track)

Im Film werden von der Filmband weitere Musikstücke gespielt oder Lieder angestimmt, die auf dem Soundtrack nicht enthalten sind, darunter Lieder von Bands wie Napalm Death, Poison Idea und Slayer.[6] Viele der Lieder sind dem Punk zuzuordnen.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film feierte am 17. Mai 2015 im Rahmen der Director’s Fortnight der Filmfestspiele von Cannes seine Premiere und wurde im September 2015 beim Fantastic Fest in Austin vorgestellt. Im April 2016 wurde der Film im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights in den Städten Berlin, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Köln, Stuttgart und München gezeigt und kam am 2. Juni 2016 regulär in die deutschen Kinos.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte 90 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und befindet sich damit in den TOP 100 der hier am besten bewerteten Filme des Jahres 2016.[7][8] Zudem ging der Film aus den 18th Annual Golden Tomato Awards in der Kategorie Best Horror Movie 2016 als Zweitplatzierter hervor.[9] Im Konsens heißt es dort: „Green Room bietet erbarmungslosen Nervenkitzel mit ungewöhnlicher Intelligenz und kraftvollem schauspielerischem Elan.“[10] Auf Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 79 von 100 basierend auf 42 Kritiken.[11]

Leslie Felperin von The Hollywood Reporter meint: „So wie die Action clever ausgeführt ist, wurde die Spannung ordentlich gebaut, und die Schocker sind erwartbar überraschend. […] Als Bonus haben Saulnier und seine Crew den Grundriss des Gebäudes so festgelegt, […] dass es auch blinde Flecken gibt.“[12]

Auch Till Kadritzke von critic.de hebt die Dramaturgie des Films hervor: „Saulnier kostet diese Situation bis zum Äußersten aus. Mit stoischer Ruhe schickt er uns auf die Spitze seiner Achterbahn; wir wissen genau, dass es rasant werden wird, so lange, wie wir jetzt schon eingesperrt sind im Green Room und den hektischen Dialogen lauschen.“[13]

Dem Filmdienst scheint der Film unnötig brutal: „Spannender und beklemmender Thriller, der sich auf die örtlichen Beschränkungen seiner Erzählprämisse konzentriert und mit eng gefassten Bildausschnitten ein Gefühl der Klaustrophobie erzeugt. So irritierend wie überflüssig wirken die übertrieben blutrünstig inszenierten Gewaltszenen.“[14]

Regisseur und Drehbuchautor Jeremy Saulnier bei der Vorstellung des Films im Rahmen des Fantastic Fest in Austin

Johannes Hahn von Robots & Dragons erklärt: „Dadurch, dass der Film ständig die Erwartungen des Publikums untergräbt, schafft er eine knisternde Atmosphäre der Unberechenbarkeit.“ Zudem findet es Hahn „unheimlich erfrischend, Anton Yelchin und Patrick Stewart in Rollen zu sehen, die nicht ihrem bisherigen Werk entsprechen.“ Hahn resümiert: „Mit Green Room hat Jeremy Saulnier wahrscheinlich einen der spannendsten Filme des Jahres geschrieben.“[15]

Ein Kritiker von Das Film Feuilleton sagt über den Film: „Green Room ist ein kleines Juwel – gerade, weil er auf den ersten Blick wie der langweiligste Vertreter seiner Gattung aussieht. Doch dann betreten auf einmal Imogen Poots, Alia Shawkat, Patrick Stewart und Anton Yelchin den titelgebenden Raum und verwandeln das vermeintlich durchschaubare Setup in einen gleichermaßen aufregenden sowie abgefahrenen Trip.“ In der Kritik heißt es zudem: „Die Ungewissheit im Green Room nimmt niemals ab, besonders weil Jeremy Saulnier verspielt falsche Fährten streut, gleichzeitig aber den eigentlichen Kern der Geschichte nicht aus den Augen verliert.“[16]

Nachdem die erste Hälfte des Filmjahres 2016 vorbei war, wurde Saulnier von Kristopher Tapley und Jenelle Riley von Variety als möglicher Kandidat für eine Nominierung für die beste Regie bei der kommenden Oscar-Verleihung ins Gespräch gebracht. Sie argumentieren: „Der Regisseur findet eine einzigartige atmosphärische Balance zwischen dem Schaurigen und – wenn es notwendig wird – dem Komischen, während er das Orientierungsgefühl, das für solch einen klaustrophobischen Film von größter Bedeutung ist, aufrecht erhält.“[17]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das weltweite Einspielergebnis des Films liegt derzeit bei rund 3 Millionen US-Dollar (Stand 22. Mai 2016).[18]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BloodGuts UK Horror Awards 2016

Chlotrudis Awards 2017

  • Nominierung für den Besten Einsatz von Musik in einem Film (Lauren Mikus)

Festival du nouveau cinéma 2015

  • Auszeichnung mit dem Publikumspreis als Bester Film (Jeremy Saulnier)

Montréal Festival of New Cinema 2015

  • Auszeichnung mit dem Temps Ø People's Choice Award (Jeremy Saulnier)

National Board of Review Awards 2016

  • Aufnahme in die Top 10 Independent Films[22]

Neuchâtel International Fantasy Film Festival 2015

  • Auszeichnung mit dem Publikumspreis (Jeremy Saulnier)
  • Auszeichnung mit dem Denis-de-Rougemont Youth Award (Jeremy Saulnier)
  • Auszeichnung als Bester Spielfilm mit dem Narcisse Award (Jeremy Saulnier)

Three Empire Awards 2017

  • Nominierung (Aufnahme in die Shortlist) als Bester Horrorfilm[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Green Room – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Green Room. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 159250/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Anton Yelchin, actor in 'Star Trek' films, dies in freak car accident at age 27 In: Los Angeles Times, 19. Juni 2016. (englisch)
  3. 'Green Room' Director Remembers Anton Yelchin In: indiewire.com, 20. Juni 2016.
  4. ‘Green Room’ Soundtrack Details In: filmmusicreporter.com, 17. Februar 2016.
  5. The Ain't Rights - What Have I Become In: soundcloud.com. Abgerufen am 8. April 2016.
  6. Leslie Felperin: 'Green Room': Cannes Review In: The Hollywood Reporter, 17. Mai 2015.
  7. Top 100 Movies of 2016 In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 10. Januar 2017.
  8. Eliza Berman: These Movies Were All Certified Fresh by Rotten Tomatoes in 2016 In: time.com, 21. Dezember 2016.
  9. Best-reviewied Horror Movies 2016 In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 21. Januar 2017.
  10. Green Room In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 10. Januar 2017.
  11. Green Room In: Metacritic. Abgerufen am 10. Januar 2017.
  12. Leslie Felperin: 'Green Room': Cannes Review In: The Hollywood Reporter, 17. Mai 2015.
  13. Till Kadritzke: Green Room In: critic.de, 18. Mai 2015.
  14. Green Room In: filmdienst.de. Abgerufen am 15. Juni 2016.
  15. Johannes Hahn: Kritik zu Green Room: Horror-Thriller mit Patrick Stewart und Anton Yelchin In: Robots & Dragons, 22. Mai 2016.
  16. Green Room – Kritik (Memento vom 7. April 2016 im Webarchiv archive.is)
  17. Kristopher Tapley und Jenelle Riley: 22 Deserving Oscar Contenders From the First Half of 2016 In: Variety, 24. Juni 2016.
  18. Green Room In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  19. BloodGuts UK Horror Awards 2016 – The Films In: bloodguts.co.uk. Abgerufen am 14. März 2017.
  20. BloodGuts UK Horror Awards 2016 – The Extras In: bloodguts.co.uk. Abgerufen am 14. März 2017.
  21. BloodGuts UK Horror Awards 2016 – The Stars In: bloodguts.co.uk. Abgerufen am 14. März 2017.
  22. Hilary Lewis: 'Manchester by the Sea' Named Best Film by National Board of Review In: The Hollywood Reporter, 29. November 2016.
  23. James Dyer: Vote For The 2017 Three Empire Awards: Final Round In: empireonline.com, 7. Februar 2017.