Gubin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gubin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gubin
POL Gubin COA.svg
Gubin (Polen)
Gubin
Gubin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Krośnieński
Fläche: 20,68 km²
Geographische Lage: 51° 57′ N, 14° 43′ OKoordinaten: 51° 57′ 7″ N, 14° 43′ 29″ O
Einwohner: 16.855
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 66-620 bis 66-621
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FKR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: CottbusZielona Góra
Schienenweg: Bahnstrecke Guben–Zbąszynek
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 20,68 km²
Einwohner: 16.855
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 815 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0802011
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Bartłomiej Bartczak
Adresse: ul. Piastowska 24
66-620 Gubin
Webpräsenz: www.gubin.pl



Kirchenruine und Rathaus
Grundriss der nur als Ruine erhaltenen Hauptkirche von Gubin
Schloss Liebesitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Gubin (deutsch: Guben) ist eine Stadtgemeinde und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im polnischen Teil der Niederlausitz. Sie liegt am Ufer der Lausitzer Neiße gegenüber der deutschen Stadt Guben, von der sie 1945 durch die neue Grenzziehung zwischen Polen und Deutschland abgetrennt wurde. Administrativ gehört sie zur Woiwodschaft Lebus. Gubin hat rund 17.000 Einwohner. In der Stadt gibt es drei Grenzübergänge nach Deutschland – einen Straßenübergang nach Guben, den Eisenbahnübergang der Bahnstrecke Guben–Zbąszynek sowie eine Fußgängerbrücke über die Theaterinsel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur älteren Geschichte siehe Guben.

Guben/Gubin wurde 1211 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1235 das Stadtrecht nach Magdeburger Recht.

Bis 1945 gehörte ganz Guben zu Deutschland. Aufgrund der Verlegung der deutsch-polnischen Grenze an die Neiße gemäß dem Potsdamer Abkommen wurden die im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Altstadt und das übrige Stadtgebiet östlich der Neiße 1945 unter Umbenennung in Gubin und Vertreibung der deutschen Einwohner polnisch.

Bauwerke, Parks und Gedenksteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das historische Rathaus mit Bausubstanz aus dem 14. Jahrhundert, mehrfach umgebaut und erweitert im 16. und 17. Jahrhundert, im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde es originalgetreu wiederaufgebaut.
  • Ruine der im 14. Jahrhundert erbauten und im Zweiten Weltkrieg zerstörten spätgotischen Stadtkirche. Im Jahre 2005 hat sich ein deutsch-polnischer Förderverein zum Wiederaufbau der Kirche gebildet.
  • Der Mickiewicz-Park ist ein 0,6 Hektar großer öffentlicher Park, der nach dem polnischen Nationaldichter und wichtigsten Vertreter der polnischen Romantik Adam Bernard Mickiewicz benannt ist. Ihm zu Ehren befindet sich ein Gedenkstein im Park. Seit 1908 steht hier auch der Brunnen mit einer verschollenen Figur, die einen „Karpfenjungen“ zeigte.
  • Die Theaterinsel erstreckt sich auf rund 370 Meter in der Lausitzer Neiße und ist nach einem dort einst gebauten Theater aus dem Jahr 1874 benannt. Heute erinnert ein neu aufgebautes Eingangsportal mit originalen Säulenresten an das Bauwerk.[2] In der Mitte der bis zu 37 Meter breiten Insel befindet sich eine Skulptur von Julian Zaplatynski mit dem Titel „Goldschatz“. Sie zeigt einen aus einem Holzstamm gearbeiteten Fisch, der im Rahmen eines Bildhauerworkshops Insel der Phantasie entstand. Der Künstler will mit seinem Werk an den Goldschatz von Vettersfelde erinnern.
  • Werderturm als Rest der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert. Der Turm ist rund 28,5 Meter hoch bei einem Umfang von 24,8 Metern und einem Innendurchmesser von rund 3,7 Meter. Das erste Zifferblatt aus dem Jahr 1659 ist in der Gubiner Museumskammer ausgestellt.
  • Gedenkstein für Corona Schröter: Die Künstlerin und Muse Goethes wurde in der Klosterstraße 12 geboren (heute ein Platz in unmittelbarer Verlängerung des Grenzübergangs).
  • Gedenkstein für die Synagoge aus dem Jahr 1878 in der Ulica Dabrowskiego. Das Gebäude wurde im Zuge der Novemberpogrome am 9. November 1938 zerstört.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landgemeinde/Gmina Gubin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gmina Gubin ist eine selbständige Landgemeinde im Powiat Krośnieński (Crossen/Oder) der Woiwodschaft Lebus und umschließt die Stadt Gubin im Norden, Osten und Süden. Zwischen 1975 und 1998 gehörte die Gemeinde zur Woiwodschaft Zielona Góra (Grünberg/Schlesien).

Verwaltungssitz der Gmina Gubin ist die Stadt Gubin, deren Fläche aber nicht zur Landgemeinde gehört.

Am 30. Juni 2015 lebten in der Landgemeinde Gubin 7327 Einwohner. Die Gemeindefläche beträgt 379,73 km², von denen 32 % landwirtschaftliche Nutzfläche und 57 % Wald sind. Das Gemeindegebiet macht 27,32 % der Fläche des Landkreises (Powiat) aus.

Nachbargemeinden der Gmina Gubin sind: Bobrowice (Bobersberg), Brody (Groß Blumberg), Cybinka (Ziebingen), Krosno Odrzańskie (Crossen/Oder), Lubsko (Sommerfeld) und Maszewo (Messow) sowie die Stadt Gubin. Auf deutscher Seite grenzen an die Gmina Gubin: die Städte Forst (Lausitz) und Guben sowie die Gemeinden Neißemünde und Schenkendöbern

Die Gmina Gubin gliedert sich in 48 Ortsteile:

  • Bieżyce (Groß Bösitz)
  • Brozów (Birkenberge)
  • Budoradz (Buderose)
  • Chęciny (Sachsdorf)
  • Chlebowo (Niemaschkleba/Lindenhain)
  • Chociejów (Göttern)
  • Czarnowice (Schernewitz/Tzschernowitz)
  • Dobre (Dobern)
  • Dobrzyn (Döbern)
  • Drzeńsk Mały (Klein Drenzig)
  • Drzeńsk Wielki (Groß Drenzig)
  • Dzikowo (Heidekrug)
  • Gębice (Amtitz)
  • Grabice (Reichersdorf)
  • Grochów (Grocho)
  • Gubinek (Gubinchen)
  • Jaromirowice (Germersdorf)
  • Jazów (Haaso)
  • Kaniów (Kanig)
  • Komorów (Mückenberg)
  • Koperno (Küppern)
  • Kosarzyn (Kuschern)
  • Kozów (Kaaso)
  • Kujawa (Kujawa)
  • Luboszyce (Liebesitz)
  • Łazy (Laaso)
  • Łowy (Lahmo)
  • Markosice (Markersdorf)
  • Mielno (Mehlen)
  • Nowa Wioska (Neudörfel)
  • Pleśno (Plesse)
  • Polanowice (Niemitzsch)
  • Pole (Pohlo)
  • Późna (Posen, Kr. Guben)
  • Przyborowice (Schiegern)
  • Sadzarzewice (Sadersdorf)
  • Sękowice (Schenkendorf)
  • Sieńsk (Antoinettenruh)
  • Stargard Gubiński (Stargardt)
  • Starosiedle (Starzeddel)
  • Strzegów (Strega)
  • Wałowice (Wallwitz, Kr. Guben)
  • Węgliny (Oegeln)
  • Wielotów (Weltho)
  • Witaszkowo (Vettersfelde)
  • Zawada (Saude)
  • Żenichów (Schöneiche)
  • Żytowań (Seitwann)

Das Gebiet der Landgemeinde Gubin wird von zahlreichen kleineren Flüssen durchzogen, deren größter, die Lubsza (Lubst) von Südosten kommend im Zentrum der Stadt Gubin in die Lausitzer Neiße mündet. Im Südwesten der Gemeinde fließt die Wodra (Werder), im Norden die Stekinik (Stichlingsgraben) mit Einmündung in den Jezioro Borek (Mönchssee), sowie die Łomianka (Strieming), die in die Oder fließt.

Verkehrstechnisch durchziehen die Landgemeinde Gubin die Landesstraße 32 (Deutschland –) Gubinek – Zielona Góra (Grünberg) – Stęszew (– Poznań (Posen)) und die Woiwodschaftsstraßen 138 (Gubin – Torzym (Sternberg) – Sulęcin (Züllichau)), 285 (Gubin – Grabice (Reichersdorf) – Starosiedle (Starzeddel)) und 286 (Gubin – Stargard Gubiński (Stargardt) – Starosiedle – Biecz (Beitzsch)).

Außerdem befinden sich im Gemeindegebiet drei Bahnstationen:

  • Wałowice (Wallwitz, Kr. Guben) an der PKP-Strecke Nr. 358 (Deutschland –) Gubin – Sulechów (Züllichau) – Bomst (Babimost)Zbąszynek (Neu Bentschen),
  • Gubinek (Gubinchen) und Gębice (Amtitz) an der PKP-Strecke Nr. 275 (Deutschland –) Gubinek – Żagań (Sagan)Legnica (Liegnitz)Wrocław (Breslau).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katarzyna Stokłosa: Grenzstädte in Ostmitteleuropa. Guben und Gubin 1945 bis 1995. BWV – Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-8305-0521-3 (Frankfurter Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Ostmitteleuropas 9), (Zugleich: Frankfurt (Oder), Europa-Univ., Diss., 2002).
  • Ryszard Pantkowski: Gubin. Poligrafia, Gubin 1998, ISBN 83-87891-00-2 (Stadtgeschichtliches mit Schwerpunkt auf der Zeit nach 1945).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gubin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Theaterinsel Gubin, Webseite der Marketing und Tourismus Guben e.V., abgerufen am 4. Juli 2013.