Gunnera

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Gunnera
Mammutblatt (Gunnera manicata), Habitus.

Mammutblatt (Gunnera manicata), Habitus.

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Gunnerales
Familie: Gunneraceae
Gattung: Gunnera
Wissenschaftlicher Name der Familie
Gunneraceae
Endl.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Gunnera
L.

Gunnera, deutsch auch Mammutblatt[1] genannt, ist die einzige Gattung der Pflanzenfamilie der Gunneraceae in der kleinen Ordnung der Gunnerales. Diese Pflanzengattung ist nicht mit dem Rhabarber (Rheum rhabarbarum) verwandt. Wenige Arten sind in großen Parkanlagen als Zierpflanze zu finden, sind jedoch nur bedingt winterhart.

Beschreibung[Bearbeiten]

Gunnera-Arten sind meist große, ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie bilden Rhizome oder Stolonen aus, als Speicherorgane, um schlechte Klimabedingungen zu überdauern. Die rhabarberartigen, lang gestielten, einfachen Laubblätter werden alle direkt über dem Boden an der Basis der Pflanze (grundständig) gebildet. Neben den Arten, die Laubblätter mit Längen von mehreren Metern haben, gibt es auch Arten mit kleinen Laubblättern; Beispiele hierfür sind Gunnera albocarpa, eine neuseeländische Art mit 1 bis 2 cm langen Blättern und Gunnera magellanica, eine südamerikanische Art mit 5 bis 9 cm langen Blättern.

In verzweigten Blütenständen werden viele Blüten gebildet. Je zwittrige Blüte gibt es zwei bis selten drei freie Kelchblätter, zwei freie Kronblätter, ein bis zwei Staubblätter und zwei synkarpe Fruchtblätter. Der Fruchtknoten ist unterständig.

Symbiose mit Cyanobakterien[Bearbeiten]

Alle Gunnera-Arten leben in Symbiose mit Cyanobakterien der Gattung Nostoc, die Luftstickstoff fixieren. Die Pflanzen profitieren von dem fixierten Stickstoff, im Gegenzug profitieren die Symbionten von den Assimilaten. Eine Cyanobakterien-Symbiose zur Stickstofffixierung ist bei höheren Pflanzen nur von Gunnera bekannt.

Verbreitung[Bearbeiten]

Gunnera-Arten kommen von den Tropen bis in die südhemisphärisch gemäßigte Zone vor. Sie besitzen ihre Areale im gesamten südlichen Pazifik-Raum und in Afrika und Madagaskar. Es gibt sie also in der Neotropis und der Paläotropis. Als wild wachsende Pflanzen sind sie auch im Südwesten der irischen Insel an Straßenrändern anzutreffen.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Gunnera wurde 1767 durch Carl von Linné in Systema Naturae, 12. Auflage, 2, S. 587, 597 aufgestellt und gleichzeitig auch in Mantissa Plantarum, 16, S. 121 veröffentlicht. Typusart ist Gunnera perpensa L..[2][3] Der Gattungsname Gunnera ehrt den norwegischen Botaniker Johan Ernst Gunnerus.

Zur Gattung Mammutblatt (Gunnera) gehören 40 bis 50 Arten (Auswahl):

Nutzung[Bearbeiten]

Nur von einer Art wird eine medizinische Verwendung berichtet. Von Gunnera perpensa wird in Südafrika aus den Wurzeln ein Mittel für innerliche und äußerliche Anwendung gegen Psoriasis gewonnen. Von der gleichen Art werden die Wurzeln benutzt, um Wunden abzudecken. Die geschälten jungen Blattstiele von Gunnera tinctoria wurden von den Einwohnern Chiloés gegessen. Außerdem kann man mit ihren Wurzeln Leder gerben und einen schwarzen Farbstoff herstellen.

Bilder[Bearbeiten]

Gunnera manicata:

Gunnera tinctoria:

Gunnera insignis:

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  2. Gunnera bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 8. Juni 2013.
  3. Gunneraceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 8. Juni 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gunnera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien