Höllental (Frankenwald)

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Lage des Höllentals im Landkreis Hof

Das Höllental (bis 1900 Höllenthal) im Frankenwald ist der Abschnitt des Flusstales der Selbitz zwischen Hölle und Blechschmidtenhammer im Landkreis Hof. Es steht unter Naturschutz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kraftwerk Höllental mit Fontäne; die Rohrleitung zum Wasserturm ist über der Selbitz zu erkennen

Das enge Tal wird von der Selbitz durchflossen, die nach dem Ende des Höllentales die Grenze zwischen Bayern und Thüringen bildet. Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Wiedervereinigung 1989 war die Grenze dort nicht passierbar. Das Höllental gehört geografisch zu den Gebietskörperschaften Lichtenberg, Issigau und Naila im Landkreis Hof/Saale in Bayern. Das Höllental ist über Hof und Naila zu erreichen. Am westlichen Ufer der Selbitz verläuft die Höllentalstraße, eine Privatstraße, die für den Autoverkehr gesperrt ist. Sie kann aber als Rad- und Wanderweg genutzt werden. Der Frankenweg, ein Fernwanderweg, führt durch das Höllental und trifft am Talausgang bei Blankenstein auf den Rennsteig. Der Röhrensteig verläuft östlich der Selbitz am Berghang auf der Rohrleitung, der Wasserzuführung eines Kraftwerkes. Das Werk am nördlichen Ende des Höllentales erzeugt Strom mit dem Wasser der Selbitz, die am Taleingang im Süden mit einem Wehr aufgestaut wird.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bemerkenswert sind ein Aufschluss von fossiler Kissenlava an einer der steilen Flanken des Tales und das Diabas-Gestein.

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 475R004[1] ausgewiesen. Siehe hierzu auch die Liste der Geotope im Landkreis Hof.

Mineralwasserquellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mineralwasser aus dem Höllental wird auch vermarktet

Bei der Ortschaft Hölle am Eingang des Höllentales gibt es mehrere Sauerbrunnen. Ihr Wasser wird unter der Bezeichnung Höllensprudel von der Brunnenverwaltung Höllensprudel der Firma Kohlensäurewerk Hölle Dr. Fritz Wiede GmbH & Co. vermarktet. Bis 1907 wurde nur die Kohlensäure der Quellen an Brauereien abgegeben. Dann begann der Vertrieb von Mineralwasser für Endverbraucher. Im Jahre 1928 wurde erstmals auch Limonade, damals Brause genannt, produziert. Die Herstellung von Getränken wurde erheblich ausgebaut. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg wurden jährlich 400.000 Getränkeflaschen abgefüllt. Durch die Deutsche Teilung brach für Höllensprudel 80 % des Absatzmarktes weg. Trotzdem konnte die Produktion bis zum Jahr 1988 auf 20 Millionen Flaschen gesteigert werden. Die Wiedervereinigung erlaubte es, den Absatz mehr als zu verdoppeln: Es wurden über 50 Millionen Flaschen abgefüllt. Auch Deit-Erfrischungsgetränke werden mit Höllensprudel hergestellt. Höllensprudel wird vor allem in Nordbayern, Sachsen und Thüringen sowie in einigen Ballungszentren vertrieben, [2]. Die Kohlensäureproduktion hat die Firma mittlerweile eingestellt.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Höllental verlief früher die Bahnstrecke Marxgrün-Blankenstein, die als Höllentalbahn bezeichnet wurde.

Weiter ist der Haltepunkt Höllenthal an der Bahnstrecke Hof–Bad Steben nach dem Tal benannt. In Namen ist dabei die alte Schreibweise des Talnamens erhalten geblieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick übers Höllental vom Hirschsprung
Naturparkinformationszentrum im Bahnhof Lichtenberg (Ofr)
  • Stauwehr am Beginn des Röhrensteiges für das Kraftwerk
  • Teufelssteg (Neubau nach Zerstörung durch einen umgestürzten Baum)
  • Kanzelfelstunnel
  • Eisenbahnbrücke beim Kraftwerk
  • Kesselfelstunnel
  • Kraftwerk mit Wasserturm am Ende des Röhrensteiges, Wasserfontäne und Betriebsgebäude im Schweizerstil
  • Jungfernsteg
  • Felsspitze Hirschsprung, hoch über dem Tal gelegen mit hölzernem Hirsch; der Sage nach haben sich an dieser Stelle mehrfach in die Enge getriebene Hirsche durch einen Sprung ins Tal zu retten versucht[3];
  • Aussichtspunkt König David, hoch über dem Tal gelegen, in der Nähe des Hirschsprungs;
  • Selbitzmühle am Talausgang
  • Informationszentrum des Naturparks Frankenwald im Bahnhof Lichtenberg (Ofr) am Talausgang
  • Schaubergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen am Talausgang

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Triptis–Marxgrün wurde von Adolf Hitlers Sonderzug von Berlin nach Berchtesgaden regelmäßig genutzt. Tagsüber wurde der Zug im Kesselbergtunnel im Höllental bombensicher abgestellt, aus Sicherheitsgründen wurde nur nachts gefahren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herta Vogel: Das Höllental. 1989, Ackermann Verlag Hof; Heft 1 der Schriftenreihe FRANKENWALD – BAYERNS GRÜNE KRONE des Frankenwaldvereins e.V.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geotop: Höllental östlich von Lichtenberg (Abgerufen am 3. September 2013; PDF; 254 kB)
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 21. Mai 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hoellensprudel.de www.hoellensprudel.de > Geschichte
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.selbitztal.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Höllental (Frankenwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 23′ 2,7″ N, 11° 41′ 26,6″ O