Lichtenberg (Oberfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lichtenberg
Lichtenberg (Oberfranken)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lichtenberg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 23′ N, 11° 41′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Verwaltungs­gemeinschaft: Lichtenberg
Höhe: 564 m ü. NHN
Fläche: 9,47 km2
Einwohner: 1037 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95192
Vorwahl: 09288
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 146
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 16
95192 Lichtenberg
Website: www.stadt-lichtenberg.de
Bürgermeister: Kristan von Waldenfels (CSU/Unabhängige Lichtenberger Bürger)
Lage der Stadt Lichtenberg im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der SaaleZell im FichtelgebirgeWeißdorfTrogen (Oberfranken)TöpenStammbachSparneckSelbitz (Oberfranken)Schwarzenbach am WaldSchauensteinRehauRegnitzlosauOberkotzauNailaMünchbergLichtenberg (Oberfranken)KonradsreuthKöditzIssigauHelmbrechtsGeroldsgrünGattendorf (Oberfranken)FeilitzschDöhlauBerg (Oberfranken)Bad StebenLandkreis KronachHof (Saale)Landkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthMartinlamitzer Forst-NordGeroldsgrüner ForstGerlaser ForstForst Schwarzenbach a.WaldSachsenThüringenTschechienKarte
Über dieses Bild

Lichtenberg ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Hof. Die malerische Altstadt schließt unmittelbar an die Ruine der Burg Lichtenberg an.

Lichtenberg ist nach der Einwohnerzahl eine der kleinsten Städte Deutschlands (Platz 12, Stand 31. Dezember 2015) und die zweitkleinste Stadt Bayerns.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einem Berg über dem Höllental, das vom Fluss Selbitz durchflossen wird. Die Stadt gehört zum Naturpark Frankenwald. Der Nachbarort Blankenstein liegt in Thüringen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile:[2]

  • Stadt Lichtenberg
  • Blechschmidtenhammer
  • Dörflas
  • Dorschenmühle
  • Friedensgrube
  • Friedrich-Wilhelm-Stollen
  • Höllenthal
  • Selbitzmühle

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosenthal am Rennsteig
Nachbargemeinden Issigau
Bad Steben Naila

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Lichtenberg
Blick auf die Altstadt mit Burgruine

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der Burg reichen bis 814 zurück. Belegt sind Neubau und Erweiterung im 12. Jahrhundert durch die Herzöge von Meranien. 1248 kamen Ort und Burg durch Erbschaft an die Grafen von Orlamünde. Im Jahr 1337 wurde Lichtenberg erstmals urkundlich erwähnt und als Stadt bezeugt. Im Jahr 1427 ging Lichtenberg durch Kauf durch Caspar von Waldenfels, damals markgräflich-brandenburgischer Hauptmann in Hof, vom Grafen Sigismund von Orlamünde in den Besitz der Freiherren von Waldenfels über, die es zu ihrem Familiensitz machten. Im vierten Kreuzzug der Hussiten wurde Lichtenberg unter Caspar von Waldenfels erfolgreich verteidigt. Caspars Söhne Hans und Fritz lösten 1441 die Waldenfelser Fehde aus, in deren Verlauf Lichtenberg 1444 der Belagerung durch ein Nürnberger Heer standhielt und dieses schließlich zum Abzug zwingen konnte. In der weiteren Folge mussten allerdings Hans und Fritz 1446 die brandenburgische Lehenshoheit über Lichtenberg anerkennen. Hans’ Sohn Heinz erbte 1481 die Herrschaft Lichtenberg. Heinz’ Urenkel Hans Rudolf und Christoph verkauften die Herrschaft Lichtenberg 1618 für 100.000 Gulden an den Fürsten Janusz Radziwiłł.[3] Das Waldenfelser Wappen, ein silbernes springendes Einhorn auf blauem Grund, ist noch Bestandteil des Lichtenberger Stadtwappens. Vom Spätmittelalter bis 1792 gehörte die Stadt zum zollerschen Fürstentum Brandenburg-Bayreuth. 1792 fiel das ehemalige Kämmereiamt Lichtenberg zusammen mit dem Fürstentum Bayreuth an Preußen. Im Frieden von Tilsit 1807 trat Preußen das Fürstentum Bayreuth an Frankreich unter Napoleon Bonaparte ab und im Jahre 1810 kam das Fürstentum Bayreuth und damit auch die Stadt Lichtenberg zu Bayern. Lichtenberg besitzt seit mehr als 670 Jahren die Stadtrechte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1080 auf 1051 um 29 bzw. um 2,7 %. Am 31. Dezember 1999 hatte die Stadt 1200 Einwohner.

Einwohnerentwicklung von Lichtenberg von 1840 bis 2016
  • 1840: 0989
  • 1871: 0832
  • 1900: 0961
  • 1925: 0978
  • 1939: 0949
  • 1950: 1481
  • 1960: 1259
  • 1970: 1281
  • 1980: 1142
  • 1990: 1168
  • 1995: 1172
  • 2000: 1199
  • 2003: 1169
  • 2004: 1160
  • 2005: 1154
  • 2006: 1136
  • 2007: 1121
  • 2008: 1107
  • 2009: 1120
  • 2010: 1101
  • 2011: 1099
  • 2012: 1080
  • 2013: 1040
  • 2014: 1023
  • 2015: 1012
  • 2016: 1036
  • 2017: 1053

(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat für die Wahlperiode 2020–2026 besteht aus zwölf Ratsmitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 setzt sich der Stadtrat zusammen aus[4]:

  • CSU/Unabhängige Lichtenberger Bürger: 6 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • Liste 4: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1980– Herbert Heinel
  • –2004 Dieter Köhler († 13. November 2004)
  • 2005–2014 Elke Beyer (SPD/Freie Wähler)
  • 2014–2020 Holger Knüppel (CSU/Unabhängige Lichtenberger Bürger, † 16. Februar 2020)
  • 2020– Kristan von Waldenfels (CSU/Unabhängige Lichtenberger Bürger)

Bürgermeisterwahl 2020

In der Stichwahl am 29. März 2020 wurde der 19-jährige Jura-Student Kristan von Waldenfels (CSU) mit 52,5 Prozent der Stimmen als jüngster Bürgermeister in Bayern gewählt.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Lichtenberg (Oberfranken)
Blasonierung: „In Silber auf silbernen Felsblöcken stehend eine rote Burg mit drei blau bedachten Türmen; anschließend rechts ein kleines Gebäude, links ein bedachter Torweg; aus dem blauen Tor springt ein golden bewehrtes silbernes Einhorn.“[7]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichtenberg ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Lichtenberg, deren Mitglied diese ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Marteau

In Lichtenberg befindet sich die Internationale Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Trägerschaft des Bezirks Oberfranken. Hier werden ganzjährig Meisterkurse angeboten sowie der dreijährlich stattfindende Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau ausgerichtet.

Burgfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordostansicht der Burg

Jedes Jahr im September findet in der Altstadt und in der Ruine der Burg ein mittelalterliches Burgfest statt. Die Organisation übernehmen in zweijährigem Wechsel die Burgfreunde Lichtenberg e. V.[8] und BurgKultur Lichtenberg e. V. (2013). Das 13. Burgfest am 7./8. September 2013 hatte etwa 8000 Besucher.[9]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Friedrich-Wilhelm-Stollen bei Blechschmidtenhammer ist heute ein Besucherbergwerk. In dem bis 1945 genutzten Bahnhof befindet sich das Informationszentrum Blechschmidtenhammer des Naturparks Frankenwald.[10] Die Burgruine am Waldenfelsplatz dominiert das Stadtbild. Viele Gebäude der Altstadt stammen aus dem Mittelalter und stehen unter Denkmalschutz.

Erholungszentrum am Frankenwaldsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Lichtenberg liegt der Frankenwaldsee. Das Erholungszentrum am Ufer des Sees bot vielfältige Freizeitmöglichkeiten: ein Strandbad mit Restaurant, die Mehrzweckhalle, den Campingplatz und das Feriendorf. Da die Stadt Lichtenberg die Wartungskosten für das Erholungszentrum nicht bestreiten kann, ist es seit dem Jahr 2000 nicht mehr in Betrieb.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Lichtenberg (Ofr) im Ortsteil Blechschmidtenhammer lag an der Bahnstrecke Triptis–Marxgrün. Der bayerische Teil ist stillgelegt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Firma LIROS (Lichtenberg Rosenberger, ehemals Rosenberger Tauwerk GmbH) hatte bis 2011 in Lichtenberg ihren Sitz. Nach dem Umzug der Hauptproduktion nach Berg wurde mit der Umfirmierung in LIROS GMbH der Firmensitz nach Berg verlegt.[11] In Lichtenberg verbleibt ein Zweigwerk.
  • Hans Schmidt Kartonagen und Druck GmbH
Stadtansicht der Lichtenberger Altstadt von Süden, Turmspitzen von links: Rathaus, Johannes-Kirche, Bergfried

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sohn der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lichtenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1231&attr=590&modus=automat&tempus=20100925/182442&hodie=20100925/182445
  3. Friedrich Gottlob Leonhardi (Hrsg.): Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie, Band 4, 2. Abteilung, Halle 1797, S. 1398.
  4. Kommunalwahl 2020 | Verwaltungsgemeinschaft Lichtenberg. Abgerufen am 9. Mai 2020.
  5. Lichtenberg: Bayerns jüngster Bürgermeister gewählt. 29. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  6. Städtepartnerschaften in der Region Naila, abgerufen am 21. November 2014
  7. Eintrag zum Wappen von Lichtenberg (Oberfranken) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Burgfest Burgfreunde Lichtenberg, abgerufen 26. August 2013
  9. Artikel der Frankenpost zum 13. Burgfest 2013
  10. Infozentrum Blechschmidtenhammer auf naturpark-frankenwald.de, abgerufen am 28. Mai 2012
  11. https://www.online-handelsregister.de/handelsregisterauszug/by/Hof/HRB/2102/Rosenberger-Tauwerk-GmbH