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Hafermilch

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Verschiedene Haferdrinks aus einem deutschen Bio-Supermarkt

Hafermilch ist eine Form der Getreidemilch aus Saat-Hafer. Da Milchersatz in der EU nicht mit der Bezeichnung Milch in Verkehr gebracht werden darf,[1] sind Umschreibungen wie „Hafergetränk“ oder „Haferdrink“ gängig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der schwedische Professor Rickard Öste entwickelte an der Universität Lund in den 1990er Jahren eine Methode Hafermilch herzustellen. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich mit Laktoseintoleranz und ökologischer Landwirtschaft. Kurz darauf gründete er mit Hilfe einiger Investoren und seinem Bruder Björn das Unternehmen Oatly.[2][3][4]

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industriell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ausgangsmaterial sind Haferkörner. Diese werden vor der Weiterverarbeitung entspelzt. Anschließend werden sie mit Wasser vermengt und gemahlen. Je nach Verfahren wird noch eine Fermentation angewendet. Abschließend wird die Masse homogenisiert, die festen Bestandteile werden herausgefiltert. Die dabei anfallenden Filterrückstände, darunter die Kleie, sind ebenfalls zum Verzehr geeignet.

Durch Zugabe von Pflanzenöl kann das wässrige Extrakt emulgiert werden, wodurch die für Milch typische weiße Farbe entsteht. Je nach gewünschtem Geschmack der Hafermilch können Süßungsmittel, Speisesalz und andere Würzmittel sowie Aromen bei der Verarbeitung hinzugegeben werden.

Zum Teil enthalten die Endprodukte weitere Stoffe wie Konservierungsmittel, Verdickungsmittel, Säuerungsmittel, Vitamine, etwa Vitamin B12, und Mineralstoffe, beispielsweise Calcium in Form der Alge Lithothamnium calcareum. Zum Teil werden die Produkte ultrahocherhitzt, wodurch die Hafermilch haltbar gemacht wird und auch ohne Kühlung gelagert werden kann.

Manuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst wird der Hafer oder die Haferflocken mit Wasser vermengt und entweder für mehrere Stunden eingeweicht oder gekocht. Anschließend wird die Masse püriert, bis eine homogene Flüssigkeit entsteht. Abschließend können die festen Bestandteile herausgefiltert werden, etwa mittels eines Seihtuches. Die dabei anfallenden Filterrückstände, ähnlich dem Trester beim Pressen von Früchten, sind ebenfalls zum Verzehr geeignet.

Anwender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingesetzt wird Hafermilch etwa von Veganern, Ovo-Vegetariern sowie Menschen mit Laktoseintoleranz, Milcheiweiß-Allergie oder Sojaallergie. Falls bei der Herstellung auf Erhitzen verzichtet wurde, ist Hafermilch auch bei einer Rohkost-Ernährung geeignet.

Da Hafermilch parve ist, kann sie im Kontext der jüdischen Speisegesetze auch mit fleischigen Speisen verzehrt werden.[5]

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltsstoffe (pro 100 ml, Durchschnitt von drei kommerziellen Bio-Haferdrinks[6][7][8])
Brennwert 173 kJ (41 kcal)
Inhaltsstoffe g
Kohlenhydrate 7,0
davon Zucker 4,9
Fett 1,1
davon gesättigte Fettsäuren 0,2
Eiweiße 0,6
Speisesalz 0,1
Ballaststoffe 0,5

Ähnliche pflanzliche Getränke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnung (EWG) Nr. 1898/87 des Rates vom 2. Juli 1987 über den Schutz der Bezeichnung der Milch und Milcherzeugnisse bei ihrer Vermarktung, abgerufen am 15. September 2015
  2. [1] Geschichte von "The Aventure Group"
  3. [2] Geschichte von "The Aventure Group"
  4. Hitchens, A. (2018, August 6). Hey, Where’s My Oat Milk? The New Yorker. Abgerufen am 3. Februar 2019 https://www.newyorker.com/magazine/2018/08/06/hey-wheres-my-oat-milk
  5. Fleischig, Milchig und Parve. Die koschere Küche. Chabad-Lubawitsch Media Center, abgerufen am 15. September 2015.
  6. Haferdrink Bio. Nährwert. Oatly AB, abgerufen am 15. September 2015.
  7. Hafer-Drink natur (1 l). Durchschnittliche Nährwerte pro 100 ml. Alnatura Produktions- und Handels GmbH, abgerufen am 15. September 2015.
  8. Hafer-Drink Natural. Durchschnittliche Nährwerte pro 100 ml. Natumi GmbH, abgerufen am 15. September 2015.