Hagermarsch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hagermarsch
Hagermarsch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hagermarsch hervorgehoben
Koordinaten: 53° 39′ N, 7° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Samtgemeinde: Hage
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 22,32 km2
Einwohner: 431 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26524
Vorwahl: 04938
Kfz-Kennzeichen: AUR, NOR
Gemeindeschlüssel: 03 4 52 009
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 56
26524 Hage
Webpräsenz: http://www.sg-hage.de/
Bürgermeister: Richard Gloger (Freie Wählergemeinschaft (FWG))
Lage der Gemeinde Hagermarsch im Landkreis Aurich
Baltrum Juist Landkreis Wittmund Landkreis Leer Memmert Norderney Nordsee Emden Landkreis Friesland Landkreis Leer Landkreis Wittmund Aurich Berumbur Berumbur Dornum Großefehn Großheide Hage Hagermarsch Halbemond Hinte Ihlow (Ostfriesland) Krummhörn Leezdorf Lütetsburg Marienhafe Norden (Ostfriesland) Osteel Rechtsupweg Südbrookmerland Upgant-Schott Upgant-Schott Wiesmoor WirdumKarte
Über dieses Bild
Luftaufnahme des Hagermarscher Ortsteils Hagermarsch (von Nordwesten)
Alte Schule in Hagermarsch

Hagermarsch ist die bevölkerungsmäßig kleinste Gemeinde in der Samtgemeinde Hage im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Die Gemeinde hat 431 Einwohner, die sich auf vier Ortsteile verteilen. Sie erstreckt sich dabei auf einer Fläche von 22,32 Quadratkilometern.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Gemeindenamens lässt sich für 1719 in der Schreibweise Hager Marsch nachweisen. Die heutige Schreibung ist für 1787 belegt.[2]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hagermarsch liegt fast vollständig in der ehemaligen Hilgenrieder Bucht (auch Hagermarscher Bucht genannt), deren Ausläufer, die Hilgenriede und die Wichter Ee, bis ins 8. Jahrhundert tief in das Norderland hineinragten und im Hager Geestrücken ihre natürliche Begrenzung fanden.[3] Das Gemeindegebiet ist von der sogenannten Jungmarsch geprägt und verfügt über „frische junge Böden mit noch hohem Kalkgehalt.“ In ihrer Qualität entsprechen sie durchaus den besten Lössböden und eignen sich in besonderer Weise zum Ackerbau.[4]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nördliche Grenze der Gemeinde Hagermarsch, die auf einer durchschnittlichen Höhe von 1,5 m über Meeresniveau (NN)[5] liegt, bildet die Nordseeküste. Ihr vorgelagert ist hier das Ostende der Insel Norderney. Im Osten grenzt Hagermarsch an Nessmersiel, ein Ortsteil der Gemeinde Dornum. Die Südgrenze teilt sich die Gemeinde mit Hage und Lütetsburg, die Westgrenze mit Ostermarsch, einem Ortsteil der Stadt Norden.

Die Landstraße 5 verbindet Hagermarsch mit der Stadt Norden und den Sielorten Nessmer- und Dornumersiel. Sie wird im Ortsteil Theener von der Kreisstraße 213 gekreuzt. Diese führt in nördlicher Richtung nach Hilgenriedersiel und südlich auf die Kreisstraße 210, die Hage, den Hauptsitz der Samtgemeinde, mit Nesse verbindet.

Der Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ) bietet eine Reihe von Buslinien, die Hagermarsch mit den umliegenden Orten verbinden.[6] So führt zum Beispiel die VEJ-Buslinie 414 nach Norden und Hage, die VEJ-Linie 413 nach Dornumersiel und die Linien 314 und 319 nach Dornum. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Norden. In Hage existiert eine Haltestelle einer Museumsbahn, die in bestimmten Saisonzeiten zwischen Norden und Dornum verkehrt.[7] Schiffsverbindungen zu den Inseln gibt es in Norddeich (Juist und Norderney) sowie Nessmersiel (Baltrum).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Ortsteilen Hagermarsch, Hilgenriedersiel, Theener und Junkersrott. Während die drei erstgenannten Ortschaften bereits vor der Gebietsreform in Niedersachsen eine Gemeinde bildeten, [8] war Junkersrott bis zur Reform 1972 eine selbständige Gemeinde.[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Gemeinde Hagermarsch liegt größtenteils innerhalb der historischen Hilgenrieder Bucht. Die früheste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 1719 datiert. Damals wird der Ort als in der Hager Marsch genannt. Der Ortsnamens ist eine Zusammensetzung bestehend aus dem dem Siedlungsnamen Hage und der Landform Marsch zu erkennen. Seit 1787 ist die heutige Schreibweise geläufig.[10]

Die Besiedelung des Ortes dürfte aber bereits früher begonnen haben. So gibt es um das kleine frühmittelalterliche Gräberfeld Süderhaus einige Gehöftwurten, von denen aber bis dato keine Funde bekannt sind, so dass eine Datierung des Siedlungsbeginns schwierig ist.[11]

Im Bereich der ehemaligen Hilgenriederbucht sollen im Jahre 884 in der Schlacht bei Norditi (auch Schlacht von Nordendi oder Schlacht an der Hilgenrieder Bucht) ein friesisches Heer unter Erzbischof Rimbert von Bremen-Hamburg und ein Heer dänischer Wikinger aufeinandergetroffen sein. Die Friesen siegten, was den vollständigen Rückzug der Wikinger aus Ostfriesland zur Folge hatte.

Im Ortsteil Hilgenriedersiel seit 1576 ein Siel nachgewiesen. 1925 wurde es wegen mangelnder Vorflut geschlossen. Heute erinnert ein Denkmal an das historische Siel. Hilgenriedersiel war bis 1873 für die Überfahrt und den Verkehr mit der Nordseeinsel Norderney bedeutsam. Danach verlagerte sich der Inselverkehr auf den Hafen von Norddeich. Von privaten Spediteuren wurde der Hilgenrieder Wattweg allerdings noch bis 1949 genutzt.

Im Jahre 1871 wird eine Ziegelei in Hagermarsch genannt, 1930 eine Hagermarscher Landstraße.[12]

Während des Zweiten Weltkrieges richteten die Nationalsozialisten in der Hagermarsch ein Kriegsgefangenenlager. Es bestand aus einer Holzbaracke, in der 25 bis 30 Kriegsgefangene Franzosen inhaftiert waren.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weitaus überwiegende Teil der Einwohner Hagermarschs gehört der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. Eingepfarrt sind sie nach Hage; das für sie zuständige Gotteshaus ist die dortige St. Ansgari-Kirche.[13] Die römisch-katholischen Christen gehören zur Pfarreiengemeinschaft St. Ludgerus mit Sitz in Norden. Sie verfügt in Hage über die Filialkirche St. Wiho an der Bahnhofsstraße.[14] Freikirchler (zum Beispiel Baptisten, Mennoniten und Pfingstler) finden im nahe gelegenen Norden die jeweiligen Gemeindezentren.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Hagermarsch besteht aus 7 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl bis zu 500 Einwohnern.[15] Die sieben Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[16]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
SPD 42,83 % 3 − 3,83 % 0
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 46,65 % 3 + 2,75 % 0
CDU 10,50 % 1 + 8,52 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 65,24 %[16] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[17] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 64,77 %.[18]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Richard Gloger (Freie Wählergemeinschaft (FWG)) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[19]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hagermarsch
Wappenbeschreibung:

„In Blau unter drei fächerförmig angeordneten goldenen Ähren aus silbernem Wellenschildfuß wachsend ein goldener Flechtzaun.“

Wappenbegründung:

Die goldenen Ähren stehen für den Ackerbau auf dem fruchtbaren Marschenland. Der Flechtzaun erinnert an die Beziehung der Hager Marsch zum Flecken Hage (Hage bedeutet Gehege, eingehegtes Waldland). Die Wellen im Schildfuß symbolisieren die Lage Hagermarschs hinter dem Nordseedeich sowie die Bedrohung des Landes durch das Meer. Die Farben Blau und Gold verweisen auf den Altkreis Norden, zu dem der Ort ursprünglich gehörte.[20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Haddinga, Martin Stromann: Luftkurort Hage. Mit den Ortschaften Blandorf-Wichte, Berum, Berumbur, Hagermarsch, Halbemond, Lütetsburg. Norden 2002, ISBN 3-928327-55-0.
  • Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden. Norden 1972, S. 167–170 (Hagermarsch), S. 201–204.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hagermarsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft:Hagermarsch, Samtgemeinde Hage, Landkreis Aurich
  3. Hans-Gerd Coldewey: Radtour auf den Spuren früherer Deichlinien, Siele und Häfen in Hage. (online auf der Homepage der SPD Hage); eingesehen am 1. März 2015.
  4. Karl-Ernst Behre: Ostfriesland. Die Geschichte seiner Landschaft und ihrer Besiedlung. Wilhelmshaven 2014, ISBN 978-3-941929-09-8, S. 34.
  5. Ostfriesische Landschaft: Hagermarsch, Samtgemeinde Hage, Landkreis Aurich
  6. Verkehrsverbund Ems-Jade: Liniennetz; eingesehen am 23. Februar 2015.
  7. Internetauftritt der Küstenbahn Ostfriesland; eingesehen am 23. Februar 2015.
  8. Siehe dazu Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden. Norden 1972, S. 169f.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 264.
  10. Arend Remmers: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 90
  11. Karl-Ernst Behre: Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Hrsg.: Hajo van Lengen. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0. S. 80
  12. Arend Remmers: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 90
  13. Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden. Norden 1972, S. 169;203
  14. Homepage der Pfarreiengemeinschaft St. Ludgerus: St. Wiho Hage; eingesehen am 1. März 2015.
  15. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  16. a b Gemeinde Hagermarsch – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  17. hna.de: Kommunalwahlen: Alle Infos, alle Ergebnisse, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  18. Gemeinde Hagermarsch – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  19. Samtgemeinde Hage – Gemeindeorgane, abgerufen am 22. Januar 2017
  20. Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden. Norden 1972, S. 167.