Hans-Günter Klein (Ringer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans-Günter Klein (* 24. Mai 1954 in Lünen) ist ein ehemaliger deutscher Ringer. Er war vielfacher deutscher Meister im griechisch-römischen Stil im Schwer- und Superschwergewicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Günter Klein begann als Jugendlicher beim ASV Westerfilde-Huckarde mit dem Ringen. Zunächst rang er in beiden Stilarten, dem griechisch-römischen Stil und dem freien Stil. Nach der Aufnahme in die Nationalmannschaft konzentrierte er sich ganz auf den griechisch-römischen Stil. Bereits als Junior wechselte er zum ASV Heros Dortmund und etwas später zum KSV Witten. Er begann im Halbschwergewicht (damals bis 90 kg Körpergewicht), wechselte aber schon bald in das Schwergewicht (damals bis 100 kg Körpergewicht). Gegen Ende seiner Ringerlaufbahn startete er im Superschwergewicht (damals über 100 kg, bzw. bis 130 kg Körpergewicht).

Im Jahre 1972 wurde Hans-Günter Klein deutscher Meister in der A-Jugend im freien Stil in der Gewichtsklasse über 87 kg Körpergewicht und belegte im griechisch-römischen in der gleichen Gewichtsklasse hinter Pedro Pawlidis aus Aalen den zweiten Platz. In den folgenden Jahren gewann er bei den deutschen Juniorenmeisterschaften mehrere Medaillen. 1974 wurde er deutscher Junioren-Meister im Halbschwergewicht (griech.-röm. Stil) vor Siegbert Koch aus Lichtenfels.

Bei den deutschen Seniorenmeisterschaften belegte Klein in den Jahren 1975 bis 1977 im Halbschwergewicht (griech.-röm. Stil) jeweils den zweiten Platz hinter Fred Theobald aus Schifferstadt und Pedro Pawlidis. Seinen ersten deutschen Meistertitel bei den Senioren gewann Hans-Günter Klein im Jahre 1978, nachdem er in das Schwergewicht gewechselt war. In dieser Gewichtsklasse gewann er von 1978 bis 1982 fünfmal in Folge den deutschen Meistertitel. Nach einer etwas längeren Pause bei deutschen Meisterschaften gewann er schließlich 1986 und 1987 noch deutsche Meistertitel im Superschwergewicht und wurde in dieser Gewichtsklasse 1988 und 1989 deutscher Vizemeister.

Mit dem KSV Witten wurde Hans-Günter Klein außerdem 1978, 1980, 1981 und 1983 deutscher Mannschaftsmeister.

Die internationale Ringerlaufbahn von Hans-Günter Klein begann 1974 mit einem dritten Platz bei der Junioren-Europameisterschaft in Haparanda im Halbschwergewicht hinter Georgi Rajkow aus Bulgarien und Airapet Minassjan aus der UdSSR.

Von 1977 bis 1981 startete er bei mehreren Welt- und Europameisterschaften. Die besten Resultate waren ein 5. Platz bei der Weltmeisterschaft 1978 in Mexiko-Stadt und ein weiterer 5. Platz bei der Europameisterschaft 1980 in Prievidza. An den Olympischen Spielen 1980 in Moskau konnte er wegen des deutschen Boykotts dieser Spiele nicht teilnehmen. Hans-Günter Kleins internationale Karriere fiel in eine Zeit, in der im Schwergewicht eine ganze Reihe herausragender Athleten am Start war. Es war für ihn deshalb ungemein schwer, bei den internationalen Meisterschaften gut abzuschneiden. Seine Konkurrenten waren Nikolai Balboschin, Nikolai Inkow und Valentin Misgaitis aus der Sowjetunion, Roman Bierla und Roman Wroclawski aus Polen, Vasile Andrei und Ivan Savin aus Rumänien, Georgi Rajkow und Andrej Dimitrow aus Bulgarien, Tamás Gáspár und Jozsef Farkas aus Ungarn sowie Refik Memišević und Josef Tertelj aus Jugoslawien.

Ab 1982 startete Hans-Günter Klein nur mehr auf den deutschen Ringermatten. Nach seiner aktiven zeit als Ringer widmete er sich dem Ringen weiterhin in verschiedenen Funktionen. Sein Sohn Mirko Klein war ebenfalls ein deutscher Spitzenringer.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
1974 3. Junioren-Europameisterschaft (Espoirs) in Haparanda Halbschwer hinter Georgi Rajkow, Bulgarien u. Airapet Minassjan, UdSSR
1974 1. CISM-Militär-WM in Rom Halbschwer vor Lassila, Finnland u. Fin, Italien
1975 2. EG-Meisterschaften in Frederikshavn/Dänemark Schwer hinter Svend Studsgaard, Dänemark, vor Artsen, Norwegen
1977 1. Int. Turnier in Kladovo/CSSR Halbschwer vor Darko Nišavić, Jugoslawien
1977 8. EM in Bursa Halbschwer mit einem Sieg über Georgios Posidis, Griechenland u. Niederlagen gegen Herbert Götze, DDR u. Roman Wroclawski, Polen
1977 2. Turnier in Helsinki Schwer hinter Andrzej Skrzydlewski, Polen, vor Jarmo Pöyry, Finnland
1978 1. Int. Turnier in Athen Schwer vor N. Koytsouridis u. Georgios Pikilidis, bde. Griechenland
1978 6. EM in Oslo Schwer mit einem Sieg über Polat, Türkei u. Niederlagen gegen Jozsef Farkas, Ungarn u. Georgi Rajkow
1978 3. Großer Preis der Bundesrepublik Deutschland in Aschaffenburg Schwer hinter Nikolai Balboschin, UdSSR u. Ivan Savin, Rumänien, vor Heinz Schäfer, BRD u. Refik Memišević, Jugoslawien
1978 1. "Werner-Seelenbinder"-Turnier in Leipzig Schwer vor Virtanen, Finnland u. Svensson, Schweden
1978 5. WM in Mexiko-Stadt Schwer mit einem Sieg über Ivan Savin u. Niederlagen gegen Jozsef Farkas u. Georgi Rajkow
1978 7. WM in Bukarest Schwer nach Niederlagen gegen Roman Bierla, Polen und Vasile Andrei, Rumänien
1979 5. Großer Preis der BRD in Aschaffenburg Schwer hinter Nikolai Balboschin, Andrej Dimitrow, Bulgarien, Vasile Andrei u. Georg Svensson, Schweden
1979 3. "Werner-Seelenbinder"-Turnier in Leipzig Schwer hinter Valentin Misgaitis u. Nikolai Balboschin, bde. UdSSR, vor Bogdan Dąbrowski, Polen u. Tamás Gáspár, Ungarn
1979 8. WM in San Diego Schwer nach Niederlagen gegen Vasile Andrei u. Georgi Rajkow
1980 6. Großer Preis der BRD in Aschaffenburg Schwer hinter Nikolai Balboschin, Roman Bierla, Vasile Andrei, Georgi Rajkow u. Jozsef Farkas
1980 5. EM in Prievidza Schwer mit Siegen über Svend Studsgaard u. Vasile Andrei u. einer Niederlage gegen Jozsef Farkas
1981 2. Großer Preis der BRD in Aschaffenburg Schwer hinter Nikolai Inkow, UdSSR, vor Roman Wroclawski, Jozsef Farkas, Roger Öberg, Schweden u. Josef Tertelj, Jugoslawien
1981 unpl. EM in Göteborg Schwer nach Niederlage gegen Josef Tertelj Aufgabe wegen Verletzung
1987 3. Großer Preis der BRD in Aschaffenburg Superschwer hinter Tomas Johansson, Schweden u. Mathias Heinrich, DDR, vor Lubomir David, CSSR u. Roman Wroclawski

Deutsche Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Altersgruppe Stil Gewichtsklasse Ergebnis
1972 1. Jugend A F über 87 kg KG vor Ullrich Burr, Königsbronn u. Bernhard Stössel, Sandhofen
1972 2. Jugend A GR über 87 kg KG hinter Pedro Pawlidis, Aalen, vor Bernhard Stössel
1972 2. Junioren GR Schwer hinter Heinz Essig, Ludwigshafen am Rhein, vor Max Schröger, Untergriesbach
1972 3. Junioren F Schwer hinter Bernd Redmann, Daxlanden u. Max Schröger
1973 2. Junioren GR Halbschwer hinter Roland Bohlen, Eppelborn, vor Siegbert Koch, Lichtenfels
1973 6. Senioren GR Halbschwer Sieger: Günter Kowalewski, Witten vor Reinhard Drott, Mainz u. Kaspar Eham, Bad Reichenhall
1974 2. Senioren GR Halbschwer hinter Fred Theobald, Schifferstadt u. Roman Bednarek, Rheydt
1974 1. Junioren GR Halbschwer vor Siegbert Koch u. Paul Hübner, Inzlingen
1975 2. Senioren GR Halbschwer hinter Fred Theobald, vor Anton Kunkel, Goldbach
1976 2. Senioren GR Halbschwer hinter Fred Theobald, vor Roman Bednarek
1977 2. Senioren GR Halbschwer hinter Pedro Pawlidis, vor Fred Theobald
1978 1. Senioren GR Schwer vor Walter Götz, Seeheim u. Heinz Schäfer, Witten
1979 1. Senioren GR Schwer vor Karl Hug, Freiburg im Breisgau u. Karl Niederländer, Mietraching
1980 1. Senioren GR Schwer vor Karl Hug u. Andreas Breid-Holzer, Freiburg
1981 1. Senioren GR Schwer vor Klaus Schneegans, Elgershausen u. Jürgen Richter
1982 1. Senioren GR Schwer vor Klaus Schneegans u. Andreas Breid, Riegelsberg
1986 1. Senioren GR Superschwer vor Peter Borutta, AC Goldbach u. Miroslav Hulboj, Goldbach
1987 1. Senioren GR Superschwer vor Peter Borutta u. Wolfgang Gentzen, Bonn-Duisdorf
1988 2. Senioren GR Superschwer hinter Fritz Gerdsmeier, Aschaffenburg u. vor Stefan Kaiser, Freiburg
1989 2. Senioren GR Superschwer hinter Fritz Gerdsmeier u. vor Darek Chiechanowski, Bonn-Duisdorf

Anm.: GR = griechisch-römischer Stil, F = freier Stil, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, Halbschwergewicht, damals bis 90 kg, Schwergewicht, damals bis 100 kg u. Superschwergewicht, damals bis 130 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Fachzeitschriften Athletik und Der Ringer,
  • Hundert Jahre Ringen in Deutschland, Herausgeber Deutscher Ringer-Bund, Verlag Der Ringer, Niedernberg, 1991

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Profil von Hans-Günter Klein (Ringer) beim Institut für Angewandte Trainingswissenschaft