Hans Gerd Ruwe

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Der Bürgerbrunnen in Osnabrück

Hans Gerd Ruwe (* 1926 in Osnabrück; † 1995 ebenda) war ein deutscher Steinmetz und Bildhauer. Seine überwiegend in Bronze ausgeführten Werke sind weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus bekannt geworden.

Nach seiner Schulzeit kam Ruwe zum Militär und kehrte erst im Dezember 1948 aus französischer Kriegsgefangenschaft zurück. Anschließend erlernte er bei Emil Jung das Steinmetzhandwerk. Ab 1951 studierte er an der Werkkunstschule Hannover und an der Hochschule der bildenden Künste in Hamburg. 1954 legte er die Meisterprüfung als Steinmetz ab und ließ sich nach Studienaufenthalten in Italien, Holland und Frankreich in Osnabrück als freischaffender Künstler nieder.

Ruwe ist für seine großen und teils vielfigurigen Plastiken bekannt. Als bekanntestes Werk wird oft der Bürgerbrunnen genannt, der in der Nähe des Osnabrücker Marktes auf dem Platz des Westfälischen Friedens steht. Weitere Werke in der Osnabrücker Innenstadt sind die Waschfrau am Vitihof oder das Tiergericht im Zoo.

Nicht nur in seiner Heimatstadt, auch in zahlreichen anderen norddeutschen Orten stehen Werke von ihm, wie beispielsweise in Gütersloh, Bad Iburg, Quakenbrück, Werlte oder Blomberg.

Von Hans Gerd Ruwe sind zwei Weihnachtskrippen bekannt, eine große Blockkrippe aus Kunststein (patinierter Steinguss), die in der Krippenausstellung im Diözesanmuseum zu sehen ist, zum anderen eine aus verschiedenen Hölzern modellierte vielfigurige Hauskrippe. Beide Arbeiten befinden sich in Privatbesitz und werden zu den bedeutenden Werken Osnabrücker Krippenkunst gezählt.

Hans Gerd Ruwe starb kurz nach Vollendung des Bürgerbrunnens für die Stadt Osnabrück im Jahr 1995 in seiner Heimatstadt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1965: Stein der Freundschaft, Boulevard Foch, Angers, Frankreich (vom Bahnhofsvorplatz dorthin versetzt), ein Beitrag zur Partnerschaft der Städte Angers, Haarlem und Osnabrück
  • frühe 1970er Jahre: Katzenbrunnen, Osnabrück
  • 1978: Bronzeskulptur Gänseliesel, Kettelerschule, Lohne (Oldenburg)
  • 1983: Schäfer an der Tränke, Kloster Gertrudenberg, Osnabrück
  • 1983: Die Waschfrau oder Der Pumpenbrunnen, Vitihof, Osnabrück
  • 1983: Bronzeplastik für das Kongresszentrum, Angers
  • 1983: Der Bote, Bronze, Heinrich-von-Stephan-Straße, Göttingen
  • 1983: Mann mit Laute, Bronze, Grünanlage am Riedenbach, Osnabrück
  • 1986: Bürgerbrunnen, Bronze, Platz des Westfälischen Friedens, Osnabrück
  • 1986: Wildwechsel, Bronze, Bad Sassendorf
  • 1987: Bischof-Benno II.-Denkmal, Bronze, Höhe 270 cm, beim Gografenhof, Bad Iburg
  • 1989: Alheyd-Pustekoke-Brunnen, Blomberger Marktplatz
  • 1989: Albert-Trautmann-Denkmal, Bronze, Kellerstraße/Sögeler Straße, Werlte
  • 1992: Handwerkerbrunnen, Große Straße, Bad Iburg
  • 1994: Gedenktafel für Bischof Franziskus Demann, Domhof, Osnabrück

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H.G. Hörschelmann (Vorwort), Ulrich Heemann (Illustrationen): Hans Gerd Ruwe. Steinbacher Druck 1996, ISBN 3-9804399-5-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hans Gerd Ruwe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien