Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

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Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH

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Rechtsform GmbH
Sitz Hamburg, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Geschäftsführung:
Karl Pojer,
Kay Rasmus
Mitarbeiterzahl 240 an Land (Stand: Januar 2018)
Branche Kreuzfahrten
Website www.hl-cruises.de

Die Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der TUI AG und führt mit ihrer aus vier Schiffen bestehenden Flotte Hochseekreuzfahrten durch. Seit Anfang des Jahres 2009 veranstaltet das Unternehmen auch Kreuzflüge und Erlebnisreisen mit Privatjet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich gehörte Hapag-Lloyd Kreuzfahrten zu der Hapag-Lloyd-Gruppe, wurde aber im Vorfeld des im Oktober 2008 erfolgten Verkaufs durch die TUI aus der Gruppe herausgelöst. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten ist seitdem eine direkte Tochter der TUI. Seit Januar 2016 werden Kreuzfahrten unter der Marke Hapag-Lloyd Cruises angeboten.

Das Angebot des Unternehmens positioniert sich im Segment der Luxus- und Expeditionskreuzfahrten und ist in erster Linie auf den deutschsprachigen Kreuzfahrtenmarkt ausgerichtet. Der Anteil ausländischer Passagiere soll auch mithilfe der internationaleren Ausrichtung als Hapag-Lloyd Cruises gesteigert werden.[1]

Hapag-Lloyd erreichte in den Touristikjahren 2006/07 am deutschen Markt bezogen auf den jeweiligen Umsatz einen Marktanteil von ca. 12,1 % bzw. 2007/08 ca. 12,4 % und befand sich damit in beiden Touristikjahren an dritter Stelle nach AIDA Cruises und Phoenix Reisen. Das Unternehmen erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 200 Mill. Euro, was im Vergleich zu 2005 einer Steigerung von 35,4 % entspricht. Das EBITA, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 245 % auf 13,8 Mill. Euro im Jahr 2008.

Die Europa

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Europa unter der Billigflagge der Bahamas ist das Flaggschiff von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Die heutige, 1999 in Dienst gestellte Europa ist bereits die sechste Trägerin dieses Namens. Im Berlitz Cruise Guide hatte die Europa in den Jahren 2001–2012 als einziges Schiff die Bewertung 5-Sterne-plus erhalten und galt damit als bestes Kreuzfahrtschiff der Welt.[2] Die Europa bietet Platz für 408 Passagiere, wobei jedem Passagier durchschnittlich 70,8 m² zur Verfügung stehen. Das Schiff befährt im Rahmen der jährlichen Weltreise alle Weltmeere. Außerdem finden auch mehrere Themenreisen statt.

Die Europa 2 vor der Insel Sark (Kanalinsel)

Europa 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Europa 2 unter der Billigflagge von Malta wird seit Mai 2013 neben der bisherigen Europa mit neuem Konzept betrieben. Das Schiff wurde am 10. Mai 2013 im Rahmen des 824. Hafengeburtstags in Hamburg von Dana Schweiger getauft.

Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bremen vor Paraty/Brasilien

Die Bremen unter der Billigflagge der Bahamas ist wie die Hanseatic ein Expeditionsschiff und besitzt auch das Zertifikat „Höchste Eisklasse“ für Passagierschiffe. Sie bietet Platz für 164 Passagiere und wurde vom Berlitz Cruise Guide mit 4 Sternen ausgezeichnet. Sie befährt entlegene Routen am Nordpol und Südpol.

Hanseatic nature[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hanseatic nature ist das Typschiff der von der Reederei so bezeichneten Expeditionsklasse. Sie wurde am 4. Mai 2019 getauft und hat einen Tag danach ihre Jungfernreise begonnen. Das Schiff bietet Platz für 230 Passagiere in 18 Suiten und 102 Kabinen.

Hanseatic inspiration (2019)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hanseatic inspiration ist ein Schwesterschiff der Hanseatic nature und wurde mit ihr in Auftrag gegeben. Das Schiff soll im Oktober 2019 in Dienst gestellt werden.

Hanseatic spirit (2021Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juli 2018 wurde ein weiteres Schwesterschiff, die Hanseatic spirit, mit Ablieferung in 2021 bestellt.[3]

Ehemalige Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanseatic (1996–2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hanseatic in der Paradise Bay, Antarktis

Mit der Hanseatic als Expeditionsschiff führte Hapag-Lloyd Kreuzfahrten für 184 Passagiere unter anderem zu entlegenen Orten wie der Arktis oder Antarktis durch. Die Hanseatic wurde vom Berlitz Cruise Guide mit 5 Sternen ausgezeichnet. Sie ist außerdem das einzige 5-Sterne-Expeditionsschiff der Welt und besitzt das Zertifikat „Höchste Eisklasse“ für Passagierschiffe. Das Schiff verließ die Flotte von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten im Oktober 2018.

Umwelt - CO2-Kompensation (2011)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten arbeitet bisher als einziger Kreuzfahrtenanbieter mit atmosfair zusammen, um eine CO2-Kompensation für die Seepassage anzubieten. Ein Viertel der freiwilligen Kompensationszahlungen der Gäste übernimmt Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, um damit ein Projekt zur Stromversorgung durch Solarlampen in Indien zu unterstützen. Ein Klimarechner ermittelt den CO2 Anteil und die entsprechende Kompensationszahlung abhängig von der Reisedauer und Kabinenkategorie des Passagiers.

Artenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da nach Angaben des Deutschen Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) im Juni 2015 auf den Färöer-Inseln ein Gesetz verabschiedet wurde, das Einheimische wie Touristen dazu verpflichtet, innerhalb der Zwölf-Meilen-Zone jede Sichtung der Meeressäuger den Behörden der Inseln zu melden und diese Informationen dazu dienen können, Treibjagden auf Grindwale und andere Delfinarten zu starten, hat Hapag-Lloyd Kreuzfahrten seine Anlandungen auf den Färöer-Inseln bis auf weiteres storniert.[4][5][6]

Ende Juli 2018 kam es zu einer Kontroverse mit Tierschützern, nachdem ein Mitarbeiter („Eisbärenwächter“) des Kreuzfahrtschiffes Bremen einen Eisbären erschossen hatte, nachdem ein Crewmitglied von diesem angegriffen worden war.[7]

Kreuzflug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 bietet Hapag-Lloyd neben Kreuzfahrten auch 10- bis 20-tägige Kreuzflüge an. Diese Reisen ergänzen das Kreuzfahrtprogramm, da hierbei auch Ziele, die landeinwärts liegen, besucht werden können.

Ab Winter 2008/2009 wurden die Flüge mit einer eigenen Boeing 737-800, registriert als D-AHLK bei TUIfly, durchgeführt. Dieses Flugzeug war in den Firmenfarben Blau/Orange mit der Aufschrift „Hapag Lloyd - Kreuzfahrten“ lackiert und trug den Taufnamen Albert Ballin. In dem Flugzeug fanden max. 52 Passagiere Platz. Mit Stand Mai 2010 flog die D-AHLK im Wetlease für Germanwings und ist heute bei TUIfly im Einsatz.[8] Die Kreuzflüge werden mit Stand Januar 2011 mit einem Airbus A319CJ mit dem Kennzeichen CS-TFU durchgeführt, der ebenfalls wieder Albert Ballin heißt und maximal 44 Passagieren Platz bietet.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erste Vergnügungsreise auf hoher See. In: Täglicher Hafenbericht vom 22. Januar 2016.
  2. Berlitz Cruise Guide 2013: MS EUROPA verteidigt zum 13. Mal ihre Spitzenposition [1]
  3. HANSEATIC spirit: ein weiteres neues Expeditionsschiff für Hapag-Lloyd Cruises. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, 3. Juli 2018, abgerufen am 6. Mai 2019.
  4. Aida meidet Färöer-Inseln wegen Delfinjagden. In: Ostsee-Zeitung. 10. August 2015, abgerufen am 1. September 2015: „Nach Angaben des Deutsche Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) wurden im Juni auf den Färöer-Inseln ein Gesetz verabschiedet, dass Einheimische wie Touristen dazu verpflichtet, innerhalb einer Zwölf-Meilen-Zone jede Sichtung der Meeressäuger den Behörden der Inseln zu melden. Die Informationen können dazu dienen, Treibjagden auf die Grindwale und andere Delfinarten zu starten.“
  5. Färöischer Tourismus erleidet Rückschlag. Sea Shepherd Deutschland e.V., 10. August 2015, abgerufen am 1. September 2015: „Mit einem verheerenden Schlag für die Tourismusindustrie der Färöer-Inseln reagierten zwei der größten Kreuzfahrtgesellschaften, AIDA und Hapag-Lloyd, mit der Bekanntgabe, dass alle Fahrten zu den Färöer-Inseln abgesagt wurden. Die Absagen sind eine Antwort auf die fortwährende Treibjagd und Abschlachtung von Grindwalen, bekannt als Grindadráp, im Inselarchipel.“
  6. Aida und Hapag Lloyd meiden Färöer-Inseln wegen Walfang. Verlag Lensing-Wolff, 12. August 2015, abgerufen am 1. September 2015: „Aida-Cruises- und Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten steuern die Färöer-Inseln wegen der dortigen Waljagd nicht mehr an. «Unser Unternehmen distanziert sich ausdrücklich vom Walfang», teilte Aida auf Anfrage mit. Artenschutz sei Teil der Nachhaltigkeitsstrategie. «Daher haben wir uns entschieden, die Färöer-Inseln bis auf weiteres nicht mehr anzulaufen», heißt es weiter von Aida. … Wie Aida Cruises erklärt, gibt es auf den Färöer-Inseln seit Juni 2015 eine Ergänzung des Walfanggesetzes, nach dem jede Person – ob Einheimischer oder Besucher – dazu verpflichtet ist, jede Sichtung von Walen innerhalb von zwölf Seemeilen zur Küste den Behörden zu melden.“
  7. Eisbär erschossen: „Wie weit soll der Wahnsinn der Kreuzfahrtindustrie noch gehen?“ In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 30. Juli 2018]).
  8. airfleets.net: Informationen zur D-AHLK, abgerufen am 1. Januar 2011
  9. Albert Ballin Privatjet. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH, abgerufen am 27. September 2016.