Harald Zaun

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Harald Zaun (* 21. März 1962 in Köln) ist ein deutscher Wissenschaftsautor und Wissenschaftshistoriker.

Harald Zaun (links) mit Harald Lesch

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zaun absolvierte das Abitur 1982 in Köln und begann ab 1984 ein Studium generale in Astronomie, Geologie, Medizin, Germanistik und Soziologie an der Universität zu Köln, welches er 1986 beendete. Anschließend studierte er an derselben Hochschule von 1986 bis 1993 Geschichte im Hauptfach und Philosophie im Nebenfach. Nach Erlangen des akademischen Grades eines Magister Artium promovierte Zaun bei Herbert Hömig zum Doctor philosophiae im Fachbereich Neuere Geschichte an der Universität Dortmund über „Paul von Hindenburg und die deutsche Außenpolitik 1925 bis 1934“ (ausgezeichnet mit magna cum laude).

Während seines Studiums absolvierte Zaun Journalistik- und Forschungspraktika, u. a. ein archäologisches Ausgrabungspraktikum am Römisch-Germanischen Museum in Köln. 1999 arbeitete er zudem als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kölnischen Stadtmuseums.

Seit 1997 hat Zaun mehr als tausend Artikel auf Print- und Onlineebene verfasst. Beiträge seiner Arbeiten sind überregional und regional in Zeitungen und Magazinen erschienen, u. a. in der vom Bundestag herausgegebenen Zeitung Das Parlament, der Welt, der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Rundschau, dem Kölner Stadt-Anzeiger, der Rhein-Zeitung, dem Star Observer, der c’t, der Technology Review, der Wirtschaftswoche, der Basler Zeitung. Online steuerte er Beiträge u. a. zu Telepolis, Spektrum der Wissenschaft und Spiegel Online bei.

Zaun ist Mitglied des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK), der Initiative Wissenschaftsjournalismus (IW) und der Astrobiologischen Gesellschaft (DAbG) [1]

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkte seiner Arbeiten liegen in den Fachbereichen der Kosmologie, der Astrophysik und der Astronomie sowie Exo- bzw. Astrobiologie, der Raumfahrt, der Paläontologie, der Anthropologie, der Physik, der Robotik, der Archäologie und der Philosophie. Des Weiteren beschäftigt sich Zaun mit dem Forschungsfeld Search for Extraterrestrial Intelligence (SETI).

Zaun ist Herausgeber und Co-Autor von vier Telepolis-Wissenschaftsmagazinen, die im Hannoveraner Heise-Verlag erschienen sind. Er führte zudem Interviews mit Raumfahrern, Wissenschaftlern und Nobelpreisträgern, die größtenteils auf dem Onlineportal Astronomie.de veröffentlicht wurden. Zusammen mit Harald Lesch verfasst er seit 2004 regelmäßig mehrere Fachbeiträge und Artikel. Ihr erstes gemeinsames Buch „Die kürzeste Geschichte allen Lebens. Eine Reportage über 13,7 Milliarden Jahre Werden und Vergehen“ (2008 im Münchner Piper-Verlag erschienen) avancierte zum Bestseller, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und als Hörbuch produziert.[2]

Zauns jüngstes Werk „SETI – Die wissenschaftliche Suche nach außerirdischen Zivilisationen. Chancen, Risiken, Perspektiven“ fand im Juli 2010 beim Heise-Verlag publizistischen Niederschlag und wurde 2013 auch als E-Book veröffentlicht. Der EKZ Informationsdienst bewertet besagte Publikation als "pointierte, vielschichtige, auch unterhaltsame, keineswegs oberflächige oder grob spekulative Darstellung" und charakterisiert Zauns Buch als neues Standardwerk zum Thema SETI. "Der Autor (...) schildert außergewöhnlich detail- und kenntnisreich den Hintergrund der Fahndung nach einer interstellaren Flaschenpost." schreibt des Weiteren das Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft über das Buch.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul von Hindenburg und die deutsche Außenpolitik 1925 bis 1934 (Diss.), Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 1999
  • Der Urknall – Anfang und Ende des Universums, C.H. Beck-Verlag, München 2004 (mit Hans-Joachim Blome)
  • Wie Forscher und Raumfahrer ALIENS aufspüren wollen, Telepolis Special 01/2005, Heise-Verlag, München/Hannover 2005
  • Kosmologie für Besserwisser, Gondrom-Verlag, Bindlach 2005 (mit Ingeborg Cernaj und Rosemarie Benke-Bursian)
  • Sciene + Fiction = Science Fiction²? Von der geistigen Vorwegnahme der Realität (mit Harald Lesch), in: Homo spaciens. Der Mensch im Kosmos, discorsi, Hamburg 2005, S. 147–179.
  • Briand-Kellogg-Pakt: Die Ächtung des Angriffskrieges, in: Zum Ideologieproblem in der Geschichte, Europaforum-Verlag, Lauf an der Pregnitz 2006, S. 505–514.
  • Kosmologie – Jenseits von Zeit und Raum, Telepolis Special 02/2007, Heise-Verlag, München/Hannover 2007
  • Die kürzeste Geschichte allen Lebens. Eine Reportage von 13,7 Milliarden Jahre Werdens und Vergehens, Piper-Verlag, München 2008 (mit Harald Lesch)
  • Zukunft – Die Welt in 1000 Jahren, Telepolis Special 01/2009, Heise-Verlag, München/Hannover 2009
  • Kosmologie – Intelligenz im All, Telepolis Special 01/2010, Heise-Verlag, München/Hannover 2010
  • SETI – Die wissenschaftliche Suche nach außerirdischen Zivilisationen. Chancen, Perspektiven, Risiken, Heise-Verlag, Hannover 2010
  • First Contact – Spurensuche nach kosmischer Intelligenz und die Gefahren, Telepolis E-Book, Heise-Verlag, Hannover 2013
  • 'Star Wars' und die astrobiologischen und physikalischen Realitäten (mit Harald Lesch), in: Viel zu lernen Du noch hast. Stars Wars und die Philosophie, Rowohlt-Verlag, Reinbek 2016, S. 217–237.
  • Homo spaciens = Science Fiction²? Die Evolution des Science-Fiction-Genres und der Traum vom Homo spaciens (mit Harald Lesch). Der Himmel als transkultureller ethischer Raum, V&R unipress, Göttingen 2016, S. 371-406.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Hohenheim: PM Detailansicht: Universität Hohenheim. In: www.uni-hohenheim.de. Abgerufen am 8. Dezember 2016.
  2. Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Harald Zaun bei perlentaucher.de
  3. http://www.mpg.de/779888/MPF_2010_3