Hermann Hagena

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hermann Hagena (* 20. November 1931 in Kigarama (Ostafrika)) ist ein deutscher Offizier (Brigadegeneral a. D.), Pilot, Jurist und Publizist. Zuletzt war er stellvertretender Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jurastudium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1952 bis 1955 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Philipps-Universität Marburg. 1951/52 war er Fulbright-Stipendiat am Liberal Arts Hamilton College in Clinton, New York. Nach dem juristischen Staatsexamen 1955 war er Gerichtsreferendar und Doktorand am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. 1959 wurde er bei Hermann Mosler mit einer völkerrechtlichen Arbeit über Die Stellung staatlicher Repräsentanten in internationalen politischen Organisationen zum Doktor beider Rechte (Dr. iur. utr.) promoviert.

Militärischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beförderungen

Bereits 1957 trat Hagena in die Luftwaffe der Bundeswehr ein. Er absolvierte die Offizierausbildung beim Luftwaffenausbildungsregiment 1 in Uetersen und an der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) in Faßberg. 1958/59 war er Gruppen- und Zugführer beim Luftwaffenausbildungsregiment in Altenwalde. 1959 wurde er auf L-18 gescreent. Außerdem wurde er als Sprachlehrer eingesetzt. 1959/60 durchlief er die sprachliche und fliegerische Ausbildung auf der Lackland Air Force Base in San Antonio, auf der Bartow Air Base in Bartow, Florida und auf der Webb Air Force Base in Big Spring, Texas. Dabei wurde er auf T-37, F-86 und T-33 ausgebildet. 1960/61 war er Lehrgangsteilnehmer in Fürstenfeldbruck. 1961 erhielt er die Tagjagdausbildung (F-86) an der Waffenschule der Luftwaffe 10 in Oldenburg. Von 1961 bis 1963 war er Jagdfliegerführer (F-86) und erhielt eine S3-Ausbildung beim Jagdgeschwader 73 (heute: „Steinhoff“).

Im Rahmen eines Austauschsprogramms mit der US Air Force war er im Dienstgrad eines Hauptmanns von 1963 bis 1966 als Fluglehrer und Assistant Professor an die Air Force Academy (USAFA) nach Colorado Springs, Colorado abkommandiert. Von 1966 bis 1968 war er Flugzeugführer (F-104G), Einsatzstabsoffizier und stellvertretender Kommandeur der Fliegenden Gruppe beim Jagdgeschwader 74 (heute: Taktisches Luftwaffengeschwader) in Neuburg an der Donau, das von 1973 bis 2005 den Beinamen „Mölders“ trug.

Von 1968 bis 1970 durchlief er den 13. Generalstabslehrgang (L) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg. Von 1970 bis 1972 war er Referent der Luftwaffe in der Stabsabteilung Planung im Führungsstab der Streitkräfte (Fü S VI 3) in Bonn. Danach war er Hörsaalleiter bei der Generalstabsausbildung Luftwaffe und von 1974 bis 1977 war er Chef des Stabes Abteilung Ausbildung und Lehre an der FüAkBw. 1977 wurde er Referatsleiter Ausbildung Führungsstab der Luftwaffe (Fü L I 5) in Bonn. Von 1984 bis 1989 Stellvertreter der Kommandeure Dieter Wellershoff, Dieter Clauß, Jörn Söder und Werner von Scheven an der FüAkBw.

1989 wurde er als Brigadegeneral in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch engagierte sich Hagena ab Ende der 1960er Jahre in der Europäischen Föderalistischen Partei (EFP), für die er bei der Bundestagswahl 1969[1] erfolglos im Wahlkreis Pinneberg (Wahlkreis 9) als Direktkandidat und auf der schleswig-holsteinischen Landesliste (10/13) kandidierte. Unter Hans-Wittich von Gottberg war er Pressesprecher[2] der Partei.

Studien, Publizistik und Beratertätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium der Slawistik von 1989 bis 1991 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn blieb er als Berater (Russland/Ukraine, europäische Luftfahrtindustrie) und Publizist tätig. Besondere Aufmerksamkeit über militärische und sicherheitspolitische Fachkreise hinaus erlangte er mit seinem publizistischen Engagement für die Rehabilitation Werner Mölders’.

Hagena ist/war Mitglied in der Clausewitz-Gesellschaft, im Arbeitskreis Militär und Sozialwissenschaften, in der Gemeinschaft der Flieger Deutscher Streitkräfte, in der Mölders-Vereinigung beim Jagdgeschwader 74 in Neuburg/Donau und bei den „Mölders-Freunden“. Außerdem war er Mitglied in der 2015 aufgelösten Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagena ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jagdflieger Werner Mölders. Die Würde des Menschen reicht über den Tod hinaus. Ein Beitrag über militärische Vorbilder und Traditionen. Helios Verlag, Aachen 2008, ISBN 978-3-938208-66-3.
  • Mit Ernst Woit: Zur Bewertung militärischer Optionen gegen das Nuklearprogramm des Iran. Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik, Dresden 2006.
  • Hrsg. mit Reinhard Mutz: Streitkräfte und Strategien. Sicherheitspolitik - kontrovers diskutiert. Beiträge einer Sendereihe des Norddeutschen Rundfunks. Nomos Verlag, Baden-Baden 2001 (= Demokratie, Sicherheit, Frieden, 138), ISBN 3-7890-7344-X.
  • Mit Hartwig Hagena und Niklas von Witzendorff: Eine Raketenabwehr für Europa?.Probleme und Erfahrungen mit den Systemen MEADS und PAC-3. Stiftung Wissenschaft und Politik, Ebenhausen 2000.
  • Mit Niklas von Witzendorff: Sicherheitspolitische Aspekte der Entwicklung nach der deutschen Wiedervereinigung (= DSS-Arbeitspapiere, 30). Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik, Dresden 1996.
  • Tiefflug in Mitteleuropa. Chancen und Risiken offensiver Luftkriegsoperationen. Nomos-Verlag, Baden-Baden 1990 (= Militär, Rüstung, Sicherheit, 58), ISBN 3-7890-1914-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr, 1955–1999. Die militärischen Werdegänge (= Deutschlands Generale und Admirale. Teil 6b). Band 2, 1: Gaedcke – Hoff. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 3-7648-2562-6, S. 211–212.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.B. – Volksvertretung im Wiederaufbau 1946–1961. Bundestagskandidaten und Mitglieder der westzonalen Vorparlamente. Eine biographische Dokumentation. Droste, Düsseldorf 2000, ISBN 3-7700-5224-2, S. 428.
  2. Europa-Partei: Umsetzung von Kraft. In: Der Spiegel, 47/1972, 13. November 1972, S. 50–51, hier: S. 51.