Heubisch

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Dieser Artikel beschreibt den Ort Heubisch; für den FDP-Politiker und bayerischen Minister siehe Wolfgang Heubisch.
Heubisch
Gemeinde Föritz
Koordinaten: 50° 18′ 37″ N, 11° 9′ 8″ O
Höhe: 336 m
Fläche: 6,42 km²
Einwohner: 472
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner/km²
Eingemeindung: 30. Juni 1994
Postleitzahl: 96524
Vorwahl: 036761
Heubisch (vom Muppberg aus gesehen)
Heubisch (vom Muppberg aus gesehen)
Ehemalige Untere Mühle

Heubisch ist ein Ortsteil der Gemeinde Föritz im südthüringischen Landkreis Sonneberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubisch liegt direkt an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze und somit in unmittelbarer Nähe zum „grünen Band“. Nächstgelegener Berg ist der Muppberg mit einer Höhe von 516 m. Der Ort wird von der Steinach durchflossen. Auch der Europa-Radweg Eiserner Vorhang verläuft durch den Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Heubisch ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1162 zu finden, in der das Kloster Banz seinen damaligen Besitz (historischer Name: Hiwisch) zurückbekommen hat.[1]

1920 bekam Heubisch mit der Steinachtalbahn einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im Juli 1945 wurde der Betrieb auf dem Streckenabschnitt zwischen Fürth am Berg und Neustadt-Süd eingestellt.

Zu DDR-Zeiten lag Heubisch im so genannten Sperrgebiet. Im Zug der „Aktion Ungeziefer“ wurden 1952 zwölf Familien aus Heubisch von den DDR-Behörden zwangsumgesiedelt.

Nach der Wiedervereinigung kaufte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland einige Flurstücke im ehemaligen Grenzstreifen bei Heubisch an, um der dort lebenden Fauna (Wasseramsel, Eisvogel) nachhaltigen Schutz zu bieten. Hier befindet sich jetzt das Naturschutzgebiet Müßholz.

Seit 2002 bekommt Heubisch durch das Wohnbaugebiet „Ackerstraße“ weiter Zuwachs. Ende Januar 2002 wurde bei einem Hochwasser der Steinach die denkmalgeschützte Sandsteinbogenbrücke, die 1819 mit drei Bögen errichtet worden war, stark beschädigt und musste im selben Jahr abgerissen werden.[2] Im Januar 2009 wurde die neue Brücke - nun mit einer Öffnung - fertiggestellt. Dabei wurden zwei alte Sandsteine zu dekorativen Zwecken wiederverwendet.

Im Jahr 2012 feierte Heubisch sein 850-jähriges Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung. Im Rahmen der jährlichen Kirchweih wurde in der Ortsmitte ein Ahorn gepflanzt, am Samstag, den 28. Juli 2012 führte ein Festumzug durch den Ort und im Sportlerheim fand eine Ausstellung mit Werken Heubischer Künstler statt.

Der Gemeinderat von Föritz hat 2016 beschlossen, sich mit den Gemeinden Judenbach und Neuhaus-Schierschnitz vereinigen zu wollen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubisch ist der Geburtsort des deutschen Missionars Johann Nicol Wittmann (* 20. Mai 1866; † 20. März 1934), der von 1898 bis 1915 als Pädagoge und Leiter eines Leprahospitals in Indien wirkte.

Ebenso wurde Wilhelm "Willy" Truckenbrodt, der bekannte Flugkapitän (* 17. Juni 1890; † 14. August 1960), in Heubisch geboren. Er gründete bereits am 1. Juni 1922 die erste Bodensee-Luftverkehrsgesellschaft (BLV) Willy Truckenbrodt & Co. - Wasserflugbetrieb.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heubisch gibt es eine Freiwillige Feuerwehr und den Sportverein Blau-Weiß. Die erste Fußballmannschaft des SV Blau-Weiß spielt derzeit in der Kreisliga Südthüringen.

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kindertagesstätte "Schnatterschnabel" verfügt über 70 Plätze und nimmt Kinder ab dem ersten Lebensjahr auf.

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heubisch wird Itzgründisch, ein mainfränkischer Dialekt, gesprochen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urkunde aus dem Jahre 1162 mit der Erwähnung Heubischs Webseite der Stadt Rödental
  2. http://www.heubisch.eu/geschichte/bruecke.php

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heubisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien