Hochfranken

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Karte von Hochfranken und Lage in Deutschland

Hochfranken – auch als Nordostoberfranken bezeichnet – umfasst das Hofer Land mit der kreisfreien Stadt Hof (Saale), den Landkreis Hof und den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Hochfranken entstand aus der Planungsregion Oberfranken-Ost im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken. Ungefähr 215.000[1] Einwohner leben in dieser Region.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbeplakat in Hof

Der Begriff Hochfranken kennzeichnet keinen Verwaltungsbereich und keine geohistorische Region, sondern ist eine Wortneuschöpfung der jüngsten Zeit zur Unterstützung einer Initiative zum Standortmarketing und Regionalmanagement. Die früher gebräuchliche Bezeichnung Nordostoberfranken soll sukzessive durch Hochfranken ersetzt werden. Ein Beispiel ist die Sparkasse Hochfranken, deren Geschäftsgebiete die Stadt Hof sowie die Landkreise Hof und Wunsiedel im Fichtelgebirge sind.

Diese Initiative, mit dem Ziel, die zentrale Lage der Region in Europa als Brückenkopf zum östlichen Mitteleuropa zu nutzen, soll die großen Strukturprobleme (Abwanderung und Überalterung), verursacht durch die Randlage am Eisernen Vorhang, mindern.

Geografie und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordostoberfranken ist eine geographische Einheit, abgrenzbar im Westen und Südwesten zum restlichen Oberfranken, im Norden zu Thüringen, im Nordosten zu Sachsen, im Südosten zur Oberpfalz und im Osten zum tschechischen Egerland. Die nördliche Teilregion bezeichnet man auch als Hofer Land, die südliche im Fichtelgebirge als Sechsämterland.

Geprägt durch seine Hochlage mit dem Fichtelgebirge, einem bis zu 1051 Meter hohen Mittelgebirge im Nordosten Bayerns und dem Frankenwald, die beide durch die Münchberger Hochfläche verbunden sind, sowie der Selb-Wunsiedler Hochfläche im Osten, liegt Hochfranken durchschnittlich deutlich höher als das übrige Oberfranken und der westliche Teil Sachsens. Den tiefsten Punkt Hochfrankens bildet das Tal der Sächsischen Saale beim Übertritt nach Thüringen.

Hochfranken weist ein stark kontinental beeinflusstes Klima auf mit kalten Wintern und einer kurzen, durchaus heißen Sommerperiode. Das kontinental beeinflusste Klima ergibt sich aus dem nach Westen abriegelnden Frankenwald, der Einfluss auf die sonst übliche Westwinddrift ausübt. Das zentrale Fichtelgebirge hat eine nach Osten geöffnete Hufeisenform mit kontinentalen Wetterlagen im Sommer wie im Winter begünstigt durch den Böhmwind. Im Winter werden in der Region Hochfranken neben den östlichen Teilen Bayerns und Sachsens oft die tiefsten Temperaturen in Deutschland registriert. Im Volksmund hat der bayerische Teil des vom Böhmwind bestrichenen Gebiets den Beinamen „Bayrisch Sibirien“.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochfranken ist mit dem Auto und mit der Bahn gut zu erreichen. Im Westen wird Hochfranken in Nord-Süd-Richtung durch die A 9 erschlossen, im Norden durch die A 72 aus Richtung Chemnitz und im Osten durch die A 93 aus Regensburg kommend.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin und München sind mit der Anbindung an die A 9 jeweils in drei Stunden erreichbar. Weiterhin gibt es den Anschluss an die A 72 mit der Verbindung nach Chemnitz/Dresden sowie den Beginn der A 93 in Richtung Regensburg mit Anschluss nach Prag.

Das Autobahndreieck Hochfranken an der Einmündung der A 93 in die A 72 auf dem Gebiet der Gemeinde Trogen nordöstlich von Hof trägt den Namen der Region.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochfranken liegt an einer zentralen Bahnstrecke der DB. Vom Bahnhof Hof Hauptbahnhof verkehren regelmäßig Züge nach Dresden, Leipzig, Nürnberg, München und Würzburg. Mit der Verbindung nach Leipzig ist eine Weiterfahrt nach Berlin und mit der Verbindung nach Würzburg eine Weiterfahrt nach Frankfurt/Main möglich.

Luft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Verkehrslandeplatz Hof-Plauen verkehrte bis Anfang 2012 täglich zweimal eine Maschine nach Frankfurt am Main und zurück. Derzeit findet aufgrund der Insolvenz des bisherigen Betreibers Cirrus Airlines kein Linienflugbetrieb mehr statt.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochfranken weist eine relativ hohe Industriedichte (Keramik, Kunststoff, Textil, Maschinenbau basierend auf mittelalterlichem Bergbau) auf. Zudem gibt es eine historisch bedingte starke Verflechtung zum sächsischen Industrierevier und zum Egerland (Euregio Egrensis).

In den letzten 20 Jahren vollzog sich ein starker Strukturwandel. Neben dem immer stärkeren Verlust der traditionell dominierenden Porzellan- und Textilindustrie bilden heute aus Sicht von Wirtschaftsverbänden Logistik, Dienstleistungs- und innovativere verarbeitende Unternehmen das Rückgrat der hochfränkischen Wirtschaft.

Ausgewählte Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochfranken erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von ca. 1.550 Quadratkilometern mit knapp 215.000 Einwohnern in 45 Gemeinden.[3] Die bevölkerungsreichsten Städte sind Hof gefolgt von Marktredwitz, Selb, Münchberg und Wunsiedel im Fichtelgebirge. Folgende elf Gemeinden haben mehr als 5.000 Einwohner:

Stadt und
Wappen
Status
KFZ-Kennzeichen
Lage
Einwohner Markantes Bild
Hof
Wappen Hof.svg
46.286
(31. Dezember 2010)
Rathaus
Marktredwitz
Wappen Marktredwitz.png
17.253
(31. Dezember 2010)
Rathaus und St. Bartholomäus-Kirche am Markt
Selb
Wappen Selb.png
15.894
(31. Dezember 2010)
Porzellanbrunnen
Münchberg
Wappen Münchberg.svg
10.882
(31. Dezember 2010)
Fußgängerzone an der Pulschnitz
Wunsiedel
DEU Wunsiedel COA.svg
9.515
(31. Dezember 2010)
Blick über die Stadt
Rehau
Rehau Wappen.svg
9.427
(31. Dezember 2010)
Pfarrkirche St. Jobst
Helmbrechts
Wappen Helmbrechts.svg
8.873
(31. Dezember 2010)
Evangelische Kirche
Naila
Wappen Naila.svg
8.071
(31. Dezember 2010)
Evangelische Kirche am Marktplatz
Schwarzenbach an der Saale
Wappen Schwarzenbach an der Saale.png
7.290
(31. Dezember 2010)
Evangelische Kirche St. Gumbertus
Arzberg
Wappen von Arzberg (Oberfranken).svg
5.566
(31. Dezember 2010)
Luftbild von Arzberg
Oberkotzau
Wappen Oberkotzau.jpg
5.536
(31. Dezember 2010)
Schloss von Oberkotzau

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikatlas Bayern. In: www.statistik.bayern.de. Abgerufen am 14. Januar 2017.
  2. Katja Auer, Olaf Przybilla: Flughafen Hof-Plauen vor dem Ende: Abgestürzt. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 15. Januar 2017]).
  3. Statistikatlas Bayern. In: www.statistik.bayern.de. Abgerufen am 14. Januar 2017.