Hubert Christian Ehalt

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Hubert Christian Ehalt (2010)

Hubert Christian Ehalt (* 18. Mai 1949 in Wien) ist ein österreichischer Historiker und Anthropologe. Er ist Privatdozent für Sozialgeschichte der Neuzeit an der Universität Wien, Wissenschaftsreferent der Stadt Wien, Generalsekretär von fünf städtischen Wissenschaftsförderungsfonds, Koordinator der Wiener Vorlesungen, Präsident der Gesellschaft der Freunde und Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Honorarprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien und der Technischen Universität Wien sowie Träger des Berufstitels Universitätsprofessor und französischen ritterlichen Ordens Chevalier des Arts et des Lettres (dt. Ritter der Künste und der Literatur).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hubert Christian Ehalt studierte Malerei, Geschichte, Kunstgeschichte, Soziologie, Philosophie, Psychologie und Pädagogik in Wien (Dr. phil.) und habilitierte sich für Sozialgeschichte der Neuzeit an der Universität Wien. Er ist seit 1980 Lehrbeauftragter, Universitätsdozent, Universitätsprofessor und Gastprofessor an österreichischen Universitäten.

Seit 1984 ist er Wissenschaftsreferent der Stadt Wien. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die Förderung von Wissenschaft und Forschung, für die Förderung der Wissens- und Wissenschaftsstadt Wien, für den Wissenstransfer zwischen der Stadt Wien und den in Wien situierten Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsgesellschaften sowie für die Vernetzung und Verbindung wissenschaftlicher und urbaner Öffentlichkeit. Er ist Generalsekretär, Vorstands- und Kuratoriumsmitglied von sechs städtischen Wissenschaftsförderungsfonds und -stiftungen und seit 1987 Planer und Koordinator der Wiener Vorlesungen.

1996 wurde er zudem mit der Leitung des Ludwig Boltzmann Institutes für historische Anthropologie betraut (seit 1. Januar 2006 Institut für historische Anthropologie).

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsschwerpunkte von Ehalt liegen u.a. in den Bereichen der Sozial-, und Mentalitätsgeschichte Wiens in der Neuzeit mit besonderer Berücksichtigung der Wissens-, Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte, Kultur-, Zivilisations- und Alltagsgeschichte (18.–20. Jh.), der Gesellschaftsgeschichte der bildenden Künste (17.–20. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung Wiens), der Geschichte der Schule (19.–20. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Schulgeschichte), der Geschichte des Lebenszyklus.

Vermittlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hubert Christian Ehalt ist seit 1969 in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit tätig – Vorträge, Konzeption und Leitung von Workshops, Seminaren und Tagungen, Exkursionen, intermediale Veranstaltungen, Führungen, Leitung von Kunstreisen, Sommerseminaren, etc.

Zu den von ihm gegründeten Veranstaltungsreihen zählen neben den „Wiener Vorlesungen“ die „Wiener Vierteltouren“, ein Veranstaltungsprojekt der Stadt Wien zur historisch-ethnographisch-literarischen Erkundung Wiens gegen den Strich der Mythen und Klischees und die „Stadtwerkstatt“ der Verwaltungsakademie der Stadt Wien – Veranstaltungen zur Vernetzung von Wissenschaft und Verwaltung.

Ein weiteres von Ehalt ins Leben gerufene Wissenschaftsvermittlungsprojekt ist der Wissenschaftskompass, das Wissenschaftsprogrammheft Wiens.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehalt ist seit 1976 Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen im Bereich der Gesellschafts-, Geschichts- und Kulturwissenschaften, Mitgründer und -gesellschafter des wissenschaftlichen Autorenverlages „Verlag für Gesellschaftskritik“ (1980), Gründer mehrerer Buchreihen, u.a. „Kulturjahrbuch. Wiener Beiträge zu Kulturwissenschaft und Kulturpolitik“ (1982), „Kulturstudien. Bibliothek der Kulturgeschichte“ gemeinsam mit Helmut Konrad (1984), „Historisch-anthropologische Studien“ (1996), „Bibliotheca aurea“ (2001) sowie acht Buchreihen der Wiener Vorlesungen.

  • Ausdrucksformen absolutistischer Herrschaft. Der Wiener Hof im 17. und 18. Jahrhundert (= Sozial- und wirtschaftshistorische Studien, Band 14). Verlag für Geschichte und Politik, Wien / Oldenbourg, München 1980, ISBN 3-7028-0153-7 / ISBN 3-486-42371-1 (Oldenbourg) (Dissertation Universität Wien 1978, 256 Seiten).
  • Geschichte von unten. 1984.
  • Zwischen Natur und Kultur. Zur Kritik biologistischer Ansätze. 1985.
  • Wiener Beiseln. 1985.
  • Glücklich ist, wer vergißt … Das andere Wien um 1900. 1986.
  • Das Wiener Donaubuch. 1987.
  • Volksfrömmigkeit. 1989.
  • Kult und Kultur des Ausstellens. 1992.
  • mit Horst Eberhard Richter: Zur Epidemie der Gewalt. 1995.
  • Inszenierung der Gewalt. 1996.
  • mit Horst Eberhard Richter: Anfang und Ende der Egomanie. 2004.
  • mit Gerhard Botz, Eric Hobsbawm, Jürgen Kocka, Ernst Wangermann: Geschichte: Möglichkeit für Erkenntnis und Gestaltung der Welt. 2008.
  • mit Eric J. Hobsbawm: Kunst und Kultur am Ausgang des 20. und am Beginn des 21. Jahrhunderts. 2008.
  • mit Rolf Graber, Harm Klueting und Jean Mondot: Aufklärung und Moderne, 2008.
  • Kritik und Utopie. Positionen & Perspektiven, mit Wilhelm Hopf und Konrad Paul Liessmann, 2009.
  • mit Jean Mondot (Hrsg.): Was blieb vom Josephinismus? Zum 65. Geburtstag von Helmut Reinalter, Innsbruck University Press, Innsbruck 2010.
  • mit Friedrich Stadler, Edward Timms und Heidemarie Uhl: Schorskes Wien: Eine Neuerfindung, 2012.
  • mit Konrad Paul Liessmann und Robert Pfaller: Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft im Diskurs, 2013.
  • mit Jürgen Habermas, Ulrich H. J. Körtner und Peter Kampits: Biologie und Biotechnologie - Diskurse über eine Optimierung des Menschen, 2014.
  • mit Stéphane Gompertz, Kathrin Röggla: Höflichkeit heute: zwischen Manieren, Korrektheit und Respekt, Podiumsgespräch am 21. August im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach (= Wiener Vorlesungen im Rathaus, Band 175). Picus, Wien 2015, ISBN 978-3-85452-575-2.
  • mit Franz X. Eder und Suleika Mundschitz: Sex zwischen Befreiung und neuer Disziplinierung (= Wiener Vorlesungen im Rathaus, Band 181). Picus, Wien 2016, ISBN 978-3-7117-3001-5.
  • mit Konstanze Fliedl, Daniela Strigl: Ruth Klüger und Wien (= Wiener Vorlesungen im Rathaus, Band 182). Picus, Wien 2016, ISBN 978-3-7117-3002-2.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kürschners Deutscher Gelehrtenkalender
  • Hübners Who is who in Österreich
  • Österreichische Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon, Fritz Fellner, Doris A. Corradini, Böhlau Verlag Wien, Köln, Weimar, 2006.
  • Allgemeines Künstlerlexikon, K.G.Saur-Verlag
  • Curriculum vitae und Verzeichnis der Publikationen, in: Wien – Technik – Kultur. Erkundungen zum Verhältnis von Technik, Kunst und Kultur in Wien, Peter Skalicky (Hg.), publikation PN°1 Bibliothek der Provinz, 2006.
  • Intellektueller findet Stadt, Artikel in der Wiener Zeitung, 13. Oktober 2007 [8]
  • Volksbildner, Publizist und ... Aufklärer, in: Die Furche, Im Porträt, Von Claus Reitan, 26. August 2010.
  • Wiener Wege der Vernunft, Artikel in der Wiener Zeitung, 10. Mai 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hubert Christian Ehalt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 51 neue Mitglieder in die ÖAW gewählt. Hubert Christian Ehalt wird Ehrenmitglied / Überreichung der Dekrete in der Feierlichen Sitzung am 15. Mai 2013, Österreichische Akademie der Wissenschaften, 2. Mai 2013.
  2. Hubert-Christian Ehalt erhält 'Chevalier des Arts et des Lettres', wien.at vom 11. Februar 2015.
  3. Vorstand des Orchesters Wiener Akademie, abgerufen am 12. August 2016.
  4. Alpbach-Ehrung für Hubert Christian Ehalt, Kurier, 27. August 2015
  5. Hohe Bundesauszeichnung für Hubert Christian Ehalt, wien.at vom 16. Dezember 2015.
  6. Auszeichnung: Großes Ehrenzeichen der Wiener Ärztekammer an Christian Ehalt, APA OTS, 11. Juli 2016
  7. Huber Christian Ehalt ist Ehrenbürger der Universität Wien, wien.at vom 7. Dezember 2016.
  8. Leopold Rosenmayr: Intellektueller findet Stadt. Eine Laudatio auf Hubert Christian Ehalt. Wiener Zeitung vom 13. Oktober 2007.