Immergrün

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Dieser Artikel beschreibt die Pflanzengattung Immergrün, für die immergrüne Pflanze siehe dort.
Immergrün
Großes Immergrün (Vinca major)

Großes Immergrün (Vinca major)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Tribus: Vinceae
Gattung: Immergrün
Wissenschaftlicher Name
Vinca
L.
Blüten des Immergrün
Krautiges Immergrün (Vinca herbacea)

Immergrün (Vinca) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Der botanische Gattungsname ist abgeleitet von lateinisch vinca pervinca, von pervincire für umwinden, Kränze binden; in Bezug auf die langen biegsamen Stengel[1] (Zu früheren Zeiten haben sich Mädchen zum Tanz Kränze aus Immergrün gewunden).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vinca-Arten sind mehrjährige krautige Pflanzen bis Halbsträucher. Entgegen dem Gattungsnamen sind nicht alle Vinca-Arten immergrün: das Krautige Immergrün verliert im Winter seine Laubblätter und ist daher sommergrün. Sie besitzen Stolonen und einen wässerigen, klaren Milchsaft. Die gegenständig angeordneten, kurzgestielten Laubblätter sind einfach und ganzrandig.

Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, oder selten zu zweit in zymösen Blütenständen. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig. Der Kelch ist klein. Die fünf blauen, violetten oder weißen Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die Innenfläche der Kronröhre ist behaart oder es sind Schüppchen vorhanden. Die Kronlappen sind kürzer als die Kronröhre und überlappen sich. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden; sie sind mit der Kronröhre verwachsen, aber untereinander frei. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Griffel sind fadenförmig. Aus jeder befruchteten Blüte entwickeln sich zwei Balgfrüchte; sie sind 35 bis 40 mm lang und enthalten vier bis acht Samen. Die Samen sind glänzend.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung ist von Europa bis Westasien verbreitet. Sie ist eine der beiden mitteleuropäischen Gattungen der vor allem in den Tropen verbreiteten Hundsgiftgewächse.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Arten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten genutzt und verwildern leicht.

Bekannt ist vor allem das Kleine Immergrün (Vinca minor), welches eine alte Volksarznei-Pflanze ist und noch heute in der Homöopathie verwendet wird. Vincaalkaloide aus Catharanthus roseus werden als Zytostatika verwendet.

Arten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fünf bis sieben (bis zwölf Arten) in der Gattung Immergrün (Vinca). Hier eine Auswahl[2]:

  • Mittleres Immergrün (Vinca difformis Pourr.), mit den Unterarten:
    • Vinca difformis subsp. difformis
    • Vinca difformis subsp. sardoa Stearn
  • Aufrechtes Immergrün (Vinca erecta Regel & Schmalh.): Es kommt von Zentralasien bis ins nordöstliche Afghanistan vor.[2]
  • Krautiges Immergrün (Vinca herbacea Waldst. & Kit.)
  • Kleines Immergrün (Vinca minor L.)
  • Großes Immergrün (Vinca major L.), mit den Unterarten:
    • Vinca major subsp. balcanica (Pénzes) Kozuharov & A.V.Petrova
    • Vinca major subsp. hirsuta (Boiss.) Stearn
    • Vinca major subsp. major
  • Vinca soneri Koyuncu: Die 2012 erstbeschriebene Art kommt in der Türkei vor.[2]

Einige ehemalige bei Vinca eingeordnete Arten gehören heute zu Catharanthus, darunter auch das arzneilich bedeutsame Madagaskar-Immergrün. Verschiedene Sorten von Catharanthus werden als Beet- und Balkonpflanzen mit unterschiedlichen Blütenfarben kultiviert.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beschreibung in der Flora of China, (engl.)
  • Beschreibung in der Western Australian Flora, (engl.)
  • Land Oberösterreich, OÖ Landesmuseen, konzipiert und rediert von Manfred A. Fischer. Mit Beitr. von G. Gottschlich ... , W. Adler & K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Bestimmungsbuch für alle in der Republik Österreich, in der Autonomen Provinz Bozen/Südtirol (Italien) und im Fürstentum Liechtenstein wildwachsenden Gefäßpflanzen (Farnpflanzen und Samenpflanzen) mit Angaben über ihre Ökologie und Verbreitung. OÖ Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 978-3-85474-140-4.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Quelle, 2005, ISBN 978-3-494-01397-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Immergrün (Vinca) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Immergrün – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen 1. Auflage, Birkhäuser Verlag 1976. ISBN 978-3-7643-0755-4, S. 383.
  2. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Vinca - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 12. November 2017.