Ivan Graziani

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Ivan Graziani (* 6. Oktober 1945 in Teramo; † 1. Januar 1997 in Novafeltria, Provinz Rimini) war ein italienischer Cantautore und Rockgitarrist.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivan Graziani war der Sohn einer sardischen Mutter und eines abruzzischen Vaters. Schon früh interessierte er sich für Musik und nach erstem Versuchen am Schlagzeug wandte er sich der Gitarre zu. Der in Teramo populäre Bandleader Nino Dale entdeckte den jungen Gitarristen und nahm ihn 1960 in seine Gruppe auf, mit der Graziani auch im Ausland auftreten konnte. Danach studierte der Musiker Grafik an der Kunsthochschule in Urbino und gründete nach dem Abschluss die Beatband Anonima Sound, die 1967 ihre erste Single Fuori piove veröffentlichte. Die Band tat sich jedoch schwer und landete mit der Debütsingle auf dem letzten Platz des Wettbewerbs Cantagiro. 1969 wurde die Band bei Mogols Plattenfirma Numero Uno unter Vertrag genommen, doch der große Erfolg blieb aus und Graziani beschloss bald, eine Solokarriere zu beginnen.

Erste Musik nahm Graziani in Eigenproduktion auf. 1973 legte er mit Desperation zuerst ein Album mit englischsprachigem Rock ’n’ Roll (unter dem Pseudonym Rockleberry Roll) vor, dann das von den Cantautori inspirierte Album La città che io vorrei. Während seine eigene Musik weitgehend unbeachtet blieb, war Graziani bei Numero Uno bald ein gefragter Studio- und Livemusiker, etwa für Lucio Battisti, Premiata Forneria Marconi oder Antonello Venditti. Seine nächsten eigenen Alben Ballata per 4 stagioni (1975) und I lupi (1977) verhalfen Graziani endlich zu mehr Anerkennung. Das Lied Lugano addio aus I lupi machte den Musiker bei einem breiten Publikum bekannt und wurde ein Klassiker seines Repertoires.

Mit dem Album Pigro (1978) übertraf Graziani den Erfolg des Vorgängers und leitete eine Reihe ähnlich erfolgreicher Alben ein. Er kombinierte Rock und melodiöse Lieder und verarbeitete sozialkritische Satire und literarische Einflüsse (insbesondere von Gabriele D’Annunzio). Kennzeichnend für Grazianis Musik war auch sein auffälliger Falsettgesang. Bekannte Lieder aus dieser Phase waren Agnese (1969, ein Cover von A Groovy Kind of Love) und Firenze (Canzone triste) (1980), das für den Musiker der größte Charterfolg seiner Karriere wurde. 1980 arbeitete er für eine Q disc und eine Tournee mit Ron und Goran Kuzminac zusammen. Doch im weiteren Verlauf der 80er-Jahre musste Graziani mehrere Misserfolge hinnehmen: Seine nächsten Alben blieben unter den Erwartungen und seine Teilnahme am Sanremo-Festival 1985 mit Franca ti amo blieb völlig unbeachtet.

Schließlich verließ Graziani Numero Uno und legte 1988 den Roman Arcipelago Chieti vor, in dem er Erfahrungen aus seinem Militärdienst verarbeitete. 1989 begann er mit dem Album Ivangarage bei Carosello Records eine neue Phase seiner Karriere. Mit dem Lied Maledette malelingue erreichte er beim Sanremo-Festival 1994 den siebten Platz und erstmals wieder Aufmerksamkeit bei einem größeren Publikum. Das Lied fand Eingang ins Album Malelingue. 1995 nahm Renato Zero zusammen mit Graziani das Lied La Nutella di tua sorella auf, außerdem veröffentlichte Graziani das Livealbum Fragili fiori… livan, das seine Karriere beschließen sollte: Im Alter von 51 Jahren starb der Musiker am 1. Januar 1997 an einer Krebserkrankung.

Mit Per sempre Ivan erschien 1999 das erste postume Album, mit unveröffentlichten Liedern Grazianis und Gesangsbeiträgen von Renato Zero, Antonello Venditti, Biagio Antonacci und Umberto Tozzi. Weitere postume Veröffentlichungen folgten, etwa Firenze-Lugano no stop (2004) oder Rock e ballate per quattro stagioni (2017).

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT
1978 Pigro IT17
(13 Wo.)IT
Numero Uno
1979 Agnese dolce Agnese IT13
(11 Wo.)IT
Numero Uno
1980 Viaggi e intemperie IT15
(18 Wo.)IT
Numero Uno
1981 Seni e coseni IT15
(14 Wo.)IT
Numero Uno
1984 Nove IT15
(4 Wo.)IT
Numero Uno
1999 Per sempre Ivan IT38
(1 Wo.)IT
  • 1973 – Desperation (als Rockleberry Roll)
  • 1973 – La città che io vorrei
  • 1974 – Tato Tomaso’s Guitars
  • 1976 – Ballata per 4 stagioni
  • 1977 – I lupi
  • 1983 – Ivan Graziani
  • 1986 – Piknic
  • 1989 – Ivangarage
  • 1991 – Cicli e tricicli
  • 1994 – Malelingue

Livealben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT
2015 Parla tu… Ivan Graziani dal vivo IT51
(2 Wo.)IT
Sony; erstmals erschienen 1982

Kompilationen (Auswahl)

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT
2004 Firenze-Lugano no stop IT5
(15 Wo.)IT
BMG
2017 Rock e ballate per quattro stagioni IT19
(4 Wo.)IT
Sony

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[2]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 IT
1977 Lugano addio
I lupi
IT19
(7 Wo.)IT
A-Seite: I lupi
1980 Firenze (Canzone triste)
Viaggi e intemperie
IT7
(20 Wo.)IT
B-Seite: Angelina
  • 1972 – Dropout / True True (als Rockleberry Roll)
  • 1973 – Hi Jack / Give You All My Love (als Rockleberry Roll)
  • 1973 – Longer Is the Beach / Without Saying Good-Bye (als Ivan & Transport)
  • 1976 – Ballata per quattro stagioni / E sei così bella
  • 1978 – Pigro / Paolina
  • 1979 – Agnese / Taglia la testa al gallo
  • 1981 – Pasqua / Oh mamma mia
  • 1981 – Lontano dalla paura / Grande mondo
  • 1982 – Parla tu / Fuoco sulla collina
  • 1984 – Limiti (affari d’amore) / Geraldine
  • 1985 – Franca ti amo / Vento caldo
  • 1989 – La sposa bambina / Lugano addio
  • 1990 – Tutto il coraggio che hai / Guaglio’ guaglio’
  • 1990 – Sogno Rosso
  • 2004 – Non credere

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arcipelago Chieti. Tracce, Pescara 1988.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Chartquellen (Alben):
  2. Guido Racca: M&D Borsa Singoli 1960-2019. Selbstverlag, 2019, ISBN 978-1-09-326490-6, S. 232.