John Hickenlooper

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John Hickenlooper (2015)

John Wright Hickenlooper (* 7. Februar 1952 in Narberth, Montgomery County, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Der frühere Bürgermeister Denvers war zwischen 2011 und 2019 Gouverneur des Bundesstaates Colorado. Nach zwei Amtszeiten konnte er 2018 nicht wieder antreten und schied 2019 aus seinem Amt aus. 2019 kandidierte er zeitweilig für die Präsidentschaftswahl 2020 in der Vorwahl seiner Partei. Er bewirbt sich bei der Wahl 2020 für den Senat der Vereinigten Staaten.

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hickenlooper studierte an der Wesleyan University und erwarb 1974 den Bachelor of Arts in Englisch sowie 1980 den Master in Geologie. Er besaß in Denver in den späten 1980er Jahren mehrere Restaurants. Mit seiner Initiative wurden einige vernachlässigte Stadtviertel (Wynkoop, Lower Downtown) erneuert und saniert. Er arbeitete als Unternehmer einer geologisch orientierten Firma.

Hickenlooper ist geschieden und hat einen Sohn. Er ist der Cousin des im Oktober 2010 verstorbenen Drehbuchautors und Regisseurs George Hickenlooper.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Denvers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2003 wurde Hickenlooper zum Bürgermeister der Stadt Denver gewählt. Im April 2005 bezeichnete das Magazin Time ihn als einen der fünf besten Großstadtbürgermeister des Landes. Er war während seiner Amtszeit Mitglied der Mayors Against Illegal Guns Coalition, einer Initiative, die 2006 ins Leben gerufen wurde und sich für Waffenkontrolle starkmachte (siehe Everytown for Gun Safety).[1]

Gouverneur Colorados[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gouverneur Hickenlooper spricht auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2013

Bei der Gouverneurswahl 2010 bewarb sich Hickenlooper um die Nachfolge des nicht mehr kandidierenden Bill Ritter. Dabei musste er sich mit zwei konservativen Konkurrenten auseinandersetzen: dem von der Republikanischen Partei nominierten und der Tea-Party-Bewegung zugerechneten Dan Maes und dem ehemaligen republikanischen Kongressabgeordneten Tom Tancredo. Dieser hatte verlangt, von seiner Partei aufgestellt zu werden, weil er deutlich bessere Umfragewerte als Dan Maes und der von diesem in der Primary knapp besiegte Scott McInnis aufwies. Als Maes nicht, wie verlangt, auf seine Kandidatur verzichtete, trat Tancredo für die rechtskonservative Constitution Party an.[2] Aufgrund dieser Spaltung hätte Hickenlooper eine einfache Mehrheit zum Sieg gereicht; er setzte sich mit 51 Prozent der Stimmen vor Tancredo (36,4 Prozent) und Maes (11,1 Prozent) durch.

Am 11. Januar 2011 übernahm Hickenlooper gemeinsam mit seinem Vizegouverneur Joseph A. Garcia, vormals Präsident der Colorado State University, die Amtsgeschäfte des Gouverneurs. Während seiner ersten Amtszeit erfuhr die Wirtschaft in seinem Bundesstaat einen beträchtlichen Aufschwung, die Arbeitslosigkeit ging zurück. Insbesondere die Baubranche und die Fracking-Industrie trugen mit ihrem Wachstum dazu bei. Im März 2013 unterzeichnete Hickenlooper mehrere Gesetze zur Verschärfung des Waffenrechts, womit unter anderem die Zahl der Magazine bei halbautomatischen Waffen begrenzt wurde.[3]

Bei der Gouverneurswahl am 4. November 2014 wurde Hickenlooper im Amt bestätigt. Er besiegte den republikanischen Kandidaten Bob Beauprez mit 49,3 gegen 46,0 Prozent der Stimmen. Joseph Garcia wurde an seiner Seite erneut zum Vizegouverneur gewählt.[4] Im Januar 2015 trat er seine zweite Amtszeit an.

Präsidentschaftskandidatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hickenlooper zeigte ab 2017 Interesse an einer Kandidatur für die Präsidentschaft in der Vorwahl der Demokraten. Ende Oktober 2018 erklärte er bei einem Wahlkampfauftritt in einem der wichtigen frühen Vorwahlstaaten New Hampshire, deutlich in Richtung einer Kandidatur zu tendieren.[5] Am 4. März 2019 gab er seine Kandidatur mit einer Videobotschaft bekannt.[6] Er erreichte nur geringe Umfragewerte und Spendeneinnahmen und sorgte beim regionalen Parteitag in Kalifornien im Juni 2019 für Buhrufe, als er sich gegen den Sozialismus aussprach, der lange als polemisches Schlagwort gegen die Demokraten gerichtet worden war, inzwischen aber von immer mehr Parteianhängern als positiv gesehen wurde. Am 15. August 2019 gab er bekannt, seine Kandidatur zu beenden.[7]

Senatskandidatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hickenlooper gab stattdessen am 22. August 2019 bekannt, für die Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten 2020 in Colorado anzutreten. Der republikanische Mandatsinhaber Cory Gardner galt angesichts von schlechten Umfragewerten für ihn und für Präsident Donald Trump im Bundesstaat als gefährdet.[8] Umfragen geben Hickenlooper einen klaren Vorsprung im Kandidatenfeld der Demokraten und gegenüber Gardner.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: John Hickenlooper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]