Judith Stapf

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Judith Stapf (2014) bei der Generalprobe zu Eurovision Young Musicians 2014
Judith Stapf (2014)

Judith Stapf (* 31. Mai 1997 in Rheinbach, Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Violinistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Judith Stapf erhielt bereits im Alter von drei Jahren Geigenunterricht. Bei einem Kinderkonzert in der Frankfurter Alten Oper hatte sie ihren ersten Konzertauftritt im Alter von acht Jahren. Erste Auftritte als Solistin hatte sie mit zehn Jahren in der Kölner Basilika St. Maria im Kapitol und in der Kölner Philharmonie, danach auch beim Schleswig-Holstein Musikfestival und bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Nachdem sie bis 2008 privat oder im Rahmen internationaler Meisterkurse unterrichtet wurde, besuchte sie ab 2008 als Teilnehmerin des Pre-College Cologne die Hochschule für Musik und Tanz in Köln. An dieser Hochschule studierte sie von 2013 bis 2018 regulär.

Im Frühjahr 2014 nominierte sie der Westdeutsche Rundfunk zur deutschen Teilnehmerin beim Wettbewerb Eurovision Young Musicians. Sie führte dort im Finale Schostakowitschs Burleske aus op. 77 mit dem WDR Sinfonieorchester Köln auf.

2016 wirkte sie als Gast in der Konzertreihe „Junge Elite“ bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern mit.[1]

Von 2016 bis 2018 gehörte sie zur ersten Generation von Studierenden an der neu gegründeten Barenboim-Said-Akademie in Berlin.

Seit dem Wintersemester 2018/2019 studiert sie im Masterstudiengang an der Universität der Künste Berlin.

Stapf spielt eine Violine von Andrea Guarneri.[2]

Judith Stapf und Jerzy Gross[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Zehnjährige stieß Judith Stapf auf die Titelmelodie des Spielberg-Films Schindlers Liste, ein von Itzhak Perlman interpretiertes Geigenstück des Komponisten John Williams. Aus Interesse für den Hintergrund des Stückes fand sie 2008 Kontakt zu dem Holocaust-Überlebendenden Jerzy Gross. Der ehemalige Violinist gehörte zu den so genannten „Schindlerjuden“, die beim Unternehmer Oskar Schindler gearbeitet hatten und vor der Ermordung im Vernichtungslager bewahrt wurden. Der mehrjährige Austausch zwischen Stapf und Gross führte 2011 zu dem Buch Spiel mir das Lied vom Leben – Judith und der Junge von Schindlers Liste von Angela Krumpen.[3] Martin Buchholz dokumentierte für den WDR eine gemeinsame Reise nach Polen zu Stationen des Leidensweges von Gross.[4] Seit dem 19. November 2015 existiert ein Internetauftritt, der die Begegnung zwischen Judith Stapf und Jerzy Gross zum Gegenstand hat.[5] Im Januar 2018 spielte sie "Nigun" von Ernest Bloch in der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag.[6][7]

Konzerte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Bundespreis bei Jugend musiziert in 2010 und 2013
  • 5. Preis beim VII. International Rotary Children Music Competition in Moskau 2009
  • Premier Prix beim 20e Concours International Flame in Paris, 2009
  • 1. Preis beim Internationalen Max-Bruch-Wettbewerb, 2011
  • 1. Preis Mary-Smart-Competition des Summit Music Festivals New York, USA, 2012
  • 2. Preis Ferdinand-Trimborn Wettbewerb, 2012
  • Beethoven Bonnensis Förderpreis, Bonn, 2012
  • Stipendium der Deutschen Stiftung Musikleben, 2013
  • Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes, 2015
  • Nachwuchsförderpreis  des Landes NRW in der Sparte Musik, 2015
  • Stipendium der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung, 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Judith Stapf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landpartie: Marc Gruber, Judith Stapf und Fabian Müller. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Archiviert vom Original am 11. Mai 2016; abgerufen am 11. Mai 2016 (deutsch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/festspiele-mv.de
  2. Biografie | Vita - Judith Stapf. In: www.judithstapf.de. Abgerufen am 11. Mai 2016.
  3. Angela Krumpen: Spiel mir das Lied vom Leben. Judith und der Junge von Schindlers Liste 2014, ISBN 9783451066870
  4. Judith und der Mann von Schindlers Liste, Website von Martin Buchholz, abgerufen am 8. April 2017
  5. Spiel mir das Lied vom Leben. In: Spiel mir das Lied vom Leben. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  6. ZDFmediathek. In: Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus (verfügbar bis 31.01.2019, 14:00). Abgerufen am 14. Februar 2018.
  7. Deutscher Bundestag - Mediathek. In: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Abgerufen am 14. Februar 2018.