Julien Sewering

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Julien Sewering
Allgemeine Informationen
Sprache Deutsch
Genre Satire, Battle-Rap, Musik, Gaming
YouTube
Kanäle JuliensBlog
JuliensBlogBattle
JuliensBlogGames
Gründung 29. Mai 2011 (JuliensBlog)
6. Juli 2012 (JuliensBlogBattle)
28. Juli 2012 (JuliensBlogGames)
Abonnenten über 1.330.000 (JuliensBlog)
über 1,43 Millionen (JuliensBlogBattle)
über 120.000 (JuliensBlogGames)
Aufrufe über 128.081.453 (JuliensBlog)
über 836 Millionen (JuliensBlogBattle)
über 7,8 Millionen (JuliensBlogGames)
Videos über 66 (JuliensBlog)
über 830 (JuliensBlogBattle)
über 20 (JuliensBlogGames)
(Stand 22. Dezember 2020)

Julien Sewering (* 8. Dezember 1988) ist ein deutscher Webvideoproduzent, Blogger, Satiriker und Rapmusiker. Zudem ist er als Musikwettbewerbsveranstalter tätig. Seit 2017 veröffentlicht er seine Musik unter dem Künstlernamen Julien Boss.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Sewerings Privatleben sind nur wenige Informationen bekannt. Er stammt aus Schleswig-Holstein.[1][2] Laut eigenen Angaben ist er der Sohn eines Polizisten, hat drei Geschwister[3] und ein Großvater stamme aus Italien.[4] Im Jahr 2009 arbeitete Sewering für eine Videoproduktionsfirma.[5] Außerdem diente er laut eigenen Angaben zwei Jahre lang in der Bundeswehr.[6]

Webvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

JuliensBlog[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Mai 2011 startete Sewering seinen YouTube-Kanal JuliensBlog.[7] Vorgänger dieses Kanals war Juliens Hateblog,[8] der auf Druck Sewerings damaligen Arbeitgebers wieder eingestellt wurde.

In seinen ersten Videos sprach Sewering seine Meinung und Kritik zu einem Thema an und unterlegte dies mit Schaubildern. In späteren Videos trat Sewering, auf einem Sofa sitzend, vor der Kamera auf und vertrat seine Meinung.

Am 11. Juli 2019 veröffentlichte er nach vier Jahren ein neues Video mit dem Namen JuliensBlog – Comeback.

JuliensBlogBattle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das JuliensBlogBattle[9] (kurz JBB) wurde von Julien Sewering als Reaktion auf den Disstrack „Nobody[10]“, des Künstlers Sun Diego, am 24. März 2012, in der dazugehörenden „Rapanalyse“, angekündigt.[11][12][13] Es startete am 20. April 2012 auf dem YouTube-Kanal JuliensBlog mit der so genannten „HALL OF SHAME“, einem Format in dem er die Qualifikation der aus seiner Sicht schlechtesten Künstler vorstellte und anschließend analysierte.[14][15]

Seit dem 6. Juli 2012 existiert Juliens Zweitkanal JuliensBlogBattle, auf dem regelmäßig Battle-Rap-Turniere in Form von Musikvideos verschiedener Künstler ausgetragen werden. Der Kanal erlangte eine gewisse Beliebtheit. So hat er über 1,41 Millionen Abonnenten und über 830 Millionen Aufrufe (Stand Oktober 2022).[16] Das JuliensBlogBattle ist mittlerweile das meistgesehene deutschsprachige Battle-Rap-Turnier, vor dem VideoBattleTurnier.

Das Turnier wird im Stil des K.-o.-Systems ausgetragen, in denen die Like- (bzw. Dislike-)anzahl der Zuschauer und der Einschätzung von Julien über das Aufsteigen in die nächste Runde entscheidet. Teilgenommen haben bisher unter anderem die Rapper SpongeBOZZ, Der Asiate, 4tune, Gio, EnteTainment, Punch Arogunz und Greeen. Durch das JBB konnten einige vorher unbekannte Rapper auch die Album-Charts erreichen, dies trifft zum Beispiel auf SpongeBOZZ und den Rapper Laskah zu.

2016 pausierte Julien das JBB, um die JuliensMusicCypher auszutragen, einen stärker auf die Musik ausgelegten Wettbewerb.[17] Den Sieg beim JMC 2016, dessen Teilnehmerfeld aus 64 Teilnehmern bestand,[18] erlangte Gary Washington.[19]

Im Juli des Jahres 2017 startete er das JBB 2018 und kündigte gleichzeitig sein zweites Studioalbum „ANALyse 2“ an. Das JuliensBlogBattle 2017 gewann Timatic, die Auszeichnung „King of Kings“ erhielt ebenfalls er.

Verurteilung wegen Volksverhetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den bislang größten negativen Widerhall stieß im Jahr 2015 Sewerings Video JuliensBlog #21 – GDL (Bahnstreik), das wenige Tage nach seiner Veröffentlichung vom Urheber entfernt wurde.[20] Darin forderte Sewering den Massenmord der GdL-Lokführer durch Vergasung im Konzentrationslager Auschwitz.[21] Er bot in diesem Video an, den Zug zur Selektierrampe unentgeltlich zu steuern.[21] Dabei wird das Video mit einem Bild des Konzentrationslagers untermalt. Gegen Sewering wurde daraufhin Anzeige erstattet sowie ermittelt.[22] In der Folge erging ein Strafbefehl des Amtsgerichts Tecklenburg über eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt zur Bewährung über zwei Jahre, sowie 14.000 € Geldstrafe. Gegen diesen Strafbefehl legte Sewering Einspruch ein. Er argumentierte damit, dass er in seinen Videos als Schauspieler tätig sei und die dort vertretenen Meinungen nicht seine eigenen seien. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht und wies die Berufung auf Kunstfreiheit zurück. Sewering wurde rechtskräftig zu acht Monaten Haft, ausgesetzt über eine Bewährungszeit von drei Jahren, sowie 15.000 € verurteilt. Ihm wurden ferner die Kosten des Verfahrens auferlegt.[23]

Musiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. März 2013 veröffentlichte Sewering sein bereits für den 12. Dezember 2012 geplantes Album ANALyse. Das Album enthält überwiegend Disstracks, die Künstler wie Haftbefehl, Farid Bang und Fler thematisieren.[24] Das Video zu der auf dem Album enthaltenen Single „11. September“ sollte indiziert werden.[25]

Sewering selbst wiederum wurde in Disstracks von Kollegah,[26] PA Sports,[27] Money Boy[28] und John Webber[29] angegriffen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: ANALyse

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: All in ft. MaKz
  • 2012: 11. September
  • 2012: Chamela
  • 2012: Schmink Boss
  • 2013: ANALyse
  • 2017: Grabrede
  • 2019: Streifschüsse ft. Timatic
  • 2019: F(|)tze
  • 2019: Kugeln bei Nacht
  • 2019: Es ist Juri
  • 2019: Indexmusik ft. Bass Sultan Hengzt
  • 2020: Keine Rendezvous
  • 2020: 11. September (2020)
  • 2020: Besinnliches Fest

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "JuliensBlog" mit provokanten Aussagen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Der Tagesspiegel. 29. Mai 2015, archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  2. IstMirBanane. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Netlog. Archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  3. Julien Sewering: Spucks aus #6 (ab 0:00:50) auf YouTube, 3. Juni 2012, abgerufen am 29. Juli 2017.
  4. Julien Sewering: Juliens Seelsorge #3 (ab 0:00:48) auf YouTube, 24. Februar 2012, abgerufen am 29. Juli 2017.
  5. Postproduktion. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  6. Juliens Hate Blog #2 Dreckskanacken (REUPLOAD) (ab 0:02:47) auf YouTube, 23. September 2016, abgerufen am 19. September 2017.
  7. Kanalinfo. In: YouTube. Abgerufen am 29. Juli 2017.
  8. JuliensBlog auf YouTube mit Rap- und Medien-Analysen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Jetzt Video. 2. Februar 2014, archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  9. JuliensBlogBattle. Abgerufen am 14. April 2019.
  10. Sun Diego – Nobody ( JuliensBlog Diss – By Sunset Mafia ). Abgerufen am 14. April 2019.
  11. Sun Diego – Nobody ( JuliensBlog Diss – By Sunset Mafia ). Abgerufen am 31. Juli 2017.
  12. Web.Archive.org: JuliensBlog – YouTube – Spiegelversion. (Nicht mehr online verfügbar.) 27. März 2012, archiviert vom Original am 27. März 2012; abgerufen am 31. Juli 2017.
  13. Julien Sewering: Spiegel-Version: Rapanalyse #11: JuliensBlog Diss (Besoffski Edition). 5. Dezember 2016, abgerufen am 31. Juli 2017.
  14. Web.Archive.org: JuliensBlog – YouTube – Spiegelversion. (Nicht mehr online verfügbar.) 19. April 2012, archiviert vom Original am 19. April 2012; abgerufen am 31. Juli 2017.
  15. JuliensBlogBattle: JBB2012 HALL OF SHAME (Analyse) Teil 1. 19. Januar 2013, abgerufen am 31. Juli 2017.
  16. User Statistics for Juliensblogbattle. In: Socialblade. Abgerufen am 29. Juli 2017 (englisch).
  17. Julien Sewering: Qualifikation 1-8 | JMC auf YouTube, 8. Januar 2016, abgerufen am 29. Juli 2017.
  18. Julien Sewering erklärt die Regeln des JMC 2016. Abgerufen am 6. Juni 2020.
  19. Juliens Music Cypher (JMC): Und der Gewinner ist … Gary Washington – Popshot. (over-blog.de [abgerufen am 17. Mai 2018]).
  20. Julien Sewering: JuliensBlog #21 GDL Bahnstreik (ab 0:03:18) auf YouTube, 23. Mai 2015, abgerufen am 3. Januar 2019.
  21. a b Jens Best: Ein bisschen Hass muss sein. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Die Zeit. 22. Mai 2015, archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  22. Christopher Hensen: "Vergasen sollte man die Mistviecher" – Meine Strafanzeige gegen JuliensBlog. (Nicht mehr online verfügbar.) In: The Huffington Post. 20. Mai 2016, archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  23. Dietlind Ellerich, Frank Klausmeyer: Volksverhetzung statt „Videokunst“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Westfälische Nachrichten. 11. Februar 2016, archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  24. „SCHLAMPE, AFFE, FETTES SCHWEIN“ – JULIENSBLOG GREIFT HIER FLER, FARID BANG & CO AN (HÖRPROBEN). (Nicht mehr online verfügbar.) In: RapUpdate. 28. März 2013, archiviert vom Original am 29. Juli 2017; abgerufen am 29. Juli 2017.
  25. Facebook Statement Indizierung 11. September. Abgerufen am 29. Juli 2017.
  26. Jonas Lindemann: Kollegah und PA Sports teilen aus: Die Disses im Überblick. In: hiphop.de. 4. Mai 2017, abgerufen am 18. Oktober 2021.
  27. David Molke: PA Sports vs. Julien Boss: Was die Community vom Disstrack "Grabrede" hält. In: hiphop.de. 18. August 2017, abgerufen am 18. Oktober 2021.
  28. Money Boy – „R.I.P. Schwulien“- JuliensBlog-Diss. In: hiphop.biz. Abgerufen am 18. Oktober 2021 (deutsch).
  29. Jonas Kielmann: Disstrack von John Webber: JuliensBlog reagiert mit pikanter Rapanalyse. In: hiphop.de. 24. September 2016, abgerufen am 18. Oktober 2021.