Julija Andrejewna Jefimowa

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Julija Jefimowa Schwimmen
Yulia Efimova MoscowTass 08-2016.jpg
Persönliche Informationen
Name: Julija Andrejewna Jefimowa
Nation: RusslandRussland Russland
Schwimmstil(e): Brust
Geburtstag: 3. April 1992
Geburtsort: Grosny
Größe: 1,73 m
Gewicht: 62 kg
Medaillenspiegel

Julija Andrejewna Jefimowa (russisch Юлия Андреевна Ефимова, wiss. Transliteration Julija Andreevna Efimova; * 3. April 1992 in Grosny) ist eine russische Brustschwimmerin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jefimowa wurde in Grosny geboren und zog im Zuge des ersten Tschetschenienkrieges mit ihrer Familie nach Wolgodonsk. Bis zum Jahr 2011 lebte Jefimowa in Taganrog und trainierte dort mit Irina Wjatschanina. Seit März 2011 trainiert sie mit ihrem Trainer Dave Salo zeitweise in den USA. Daneben wird sie in Russland von ihrem Vater Andrei Jefimow betreut.[1][2]

Das erste Mal trat sie bei den Kurzbahneuropameisterschaften 2007 in Debrecen ins internationale Rampenlicht, als sie überlegen alle Brustdistanzen für sich entschied. Über 100 m und 200 m schwamm sie Kurzbahn-Europarekorde, wobei sie beim 100 m Rekord, als erste Frau unter 01:05,00 Minuten blieb.

Wenige Monate später bei den Europameisterschaften 2008 in Eindhoven triumphierte sie über die 200 m Brust und holte über die 50 m Brust Silber. Auf der 100-m-Distanz verpasste sie den Finaleinzug. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde sie über die beiden Bruststrecken Vierte und Fünfte.

Bei Olympia 2012 in London gewann sie über 200 m Brust die Bronzemedaille. Im Jahr 2013 wurde sie in Barcelona Weltmeisterin über 200 m und Zweite über 100 m.

Dopingmissbrauch 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine „A-Probe“ der Sportlerin ergab im Oktober 2013 ein positives Ergebnis auf das verbotene Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA).[3] Im Mai 2014 wurde sie vom Schwimm-Weltverband FINA für 16 Monate gesperrt. Alle Ergebnisse seit der Kontrolle am 31. Oktober 2013, darunter vier Titelgewinne bei den Kurzbahneuropameisterschaften 2013, sowie ihre in dieser Zeit aufgestellten Weltrekorde wurden annulliert.[4] Laut dem Urteil habe es sich um keinen gewollten Dopingmissbrauch gehandelt. Sie habe sich beim Kauf eines Nahrungsergänzungsmittels auf die Angaben eines Verkäufers verlassen.

Doping und Olympia 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2016 wurde bekannt, dass bei Jefimowa die seit dem 1. Januar 2016 verbotene Substanz Meldonium nachgewiesen wurde. Vom Weltverband wurde sie deshalb provisorisch gesperrt.[5]
Nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur im April 2016 neue Erkenntnisse über die Abbaudauer von Meldonium bekannt gab, wurde die Sperre vom Weltverband im Mai 2016 aufgehoben. Jefimowa wurde in der Folge vom Russischen Schwimmverband für die Olympischen Spiele nominiert.[6][7]

Im Juli 2016 wurde Jefimowa von der FINA im Zusammenhang mit den Erkenntnissen über jahrelanges systematisches Doping in Russland bzw. wegen ihres früheren Dopingvergehens von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen.[8] Dieser Beschluss wurde jedoch vom Internationalen Sportgerichtshof CAS gekippt, so dass sie starten durfte.

Über die 100 Meter Brust gewann sie in Rio de Janeiro am 9. August 2016 die Silbermedaille, worauf die Konkurrentinnen und das Publikum kritisch reagierten.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Елена Вайцеховская: Ефимова уехала тренироваться в США. Sport Express, 6. März 2011 (russisch)
  2. Profil auf der Website des Russischen Schwimmverbandes (russisch)
  3. Weltmeisterin Efimova: Wirbel um positiven Dopingtest
  4. 16 Monate Sperre für Doppel-Weltmeisterin Julia Efimova Swim, 13. Mai 2014, abgerufen am 29. Oktober 2014.
  5. Schwimm-Weltmeisterin Jefimowa positiv getestet. In: sportschau.de. 17. März 2016, abgerufen am 17. März 2016.
  6. Christoph Becker: Wollt ihr mich veräppeln, Fina? FAZ, 6. August 2016
  7. Meldonium-Doping: Schwimm-Weltverband spricht Julija Jefimowa frei Sportal, 12. August 2016
  8. Olympia in Rio: Sieben russische Schwimmer gesperrt bei nzz.ch, 25. Juli 2016 (abgerufen 25. Juli 2016).
  9. Jefimowas Tränen und die Suche nach Trost (9. August 2016)