Kändler (Limbach-Oberfrohna)

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Kändler
Koordinaten: 50° 51′ 15″ N, 12° 47′ 24″ O
Höhe: 367 m
Einwohner: 2010 (27. Jun. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 09212
Vorwahl: 03722
Kändler (Sachsen)
Kändler

Lage von Kändler in Sachsen

Kändler ist ein östlicher Stadtteil der Stadt Limbach-Oberfrohna.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An ihn grenzen die Stadtteile Limbach und Pleißa sowie der Stadtteil Röhrsdorf der Stadt Chemnitz und die Gemeinde Hartmannsdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine des Rittergutes im Jahre 2008

Kändler wurde 1375 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt, die den Verkauf von Kändler durch die Herrschaft Rabenstein an das Benediktinerkloster Chemnitz dokumentiert. Der Name stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Begriff des „Kännelns“, des Holztransportes in Rutschen und Rinnen aus dem nahen Rabensteiner Wald.

Im 15. Jahrhundert hatten sich zwei Gemeindeteile nebeneinander entwickelt. Der nördliche, Kändler „Rittergutsanteil“, gehörte schon 1436 zur Herrschaft Penig und der südliche, Kändler „Amtsteil“, kam im 16. Jahrhundert in den Besitz der wettinischen Landesherren und war dem Amt Chemnitz zugehörig. Für das Jahr 1560 ist ein Verkauf des Ritterguts an Wolf Dietrich von Dobeneck durch die Herren von Quetz und von Reybisch belegt. Erst 1885 wurde eine einheitliche Gemeinde gebildet.

Am 1. Januar 1999 wurde Kändler nach Limbach-Oberfrohna eingemeindet.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kändler wird von der A 4 tangiert. Die heutige Anschlussstelle Limbach-Oberfrohna hieß bis Mitte der 1990er Jahre Anschlussstelle Kändler und war offiziell nur in Richtung Eisenach befahrbar. Seit 2006 kann man Kändler auch über die neue Anschlussstelle Chemnitz-Röhrsdorf auf der A 72 erreichen.

Der Bahnhof Kändler wurde bis 1950 auf der Bahnstrecke Limbach–Wüstenbrand von Personenzügen angefahren. Er bestand aus zwei Weichen, einem Ladegleis mit Rampe und einem hölzernen Wartehäuschen mit Freiabtritt, von denen heute nichts mehr vorhanden ist.[2] Zuletzt diente der Streckenast von Limbach zum Zentralen Umspannwerk (ZUW) in Röhrsdorf nur noch dem Güterverkehr. Der letzte Transport fand am 8. Dezember 1997 statt. Die Gleise wurden inzwischen abgebaut. Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände führt nun eine Verbindungsstraße zur Hartmannsdorfer Straße. Die an Kändler vorbeiführende Eisenbahnstrecke Limbach–Wittgensdorf wurde im Jahr 2003 stillgelegt. Nach dem Chemnitzer Modell soll Limbach-Oberfrohna jedoch über Teile dieser stillgelegten Strecke an die Chemnitzer Stadtbahn angebunden werden. Die Planungen seitens Limbach-Oberfrohna und Chemnitz sehen hierzu eine mögliche Trasse über Kändler, Chemnitz-Röhrsdorf und Chemnitz-Zentrum vor. 2003 wurde vom Rat der Stadt mehrheitlich eine entsprechende Variante favorisiert, deren Kosten auf 16 Millionen Euro geschätzt werden. In Kändler verkehren die Omnibus-Linien 253 (Chemnitz-Schönau - Limbach-Oberfrohna (- Rußdorf)) und 254 (Chemnitz-Ebersdorf - Limbach-Oberfrohna, Lutherkirche).

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der beginnenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstanden Textilindustrie und Maschinenbau, Färbereien, Handschuhfabriken und Strumpfwirkereien.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutherkirche Kändler
    evangelische Lutherkirche, erbaut 1901–1902 nach Entwurf von Paul Lange, Jugendstil
  • Rathaus Kändler, erbaut 1913
  • Landhaus Wunsch (ehemaliges Gästehaus der SED-Bezirksleitung)

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  2. Die Bahnstrecke Limbach-Wüstenbrand im LokMagazin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Landkreis Chemnitz in historischen Ansichten. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1992, ISBN 3-89264-730-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kändler (Limbach-Oberfrohna) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien