Kaolack

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Kaolack
Kaolack (Senegal)
Red pog.svg
Koordinaten 14° 8′ N, 16° 5′ WKoordinaten: 14° 8′ N, 16° 5′ W
Basisdaten
Staat Senegal

Region

Kaolack
Département Kaolack
Höhe 8 m
Einwohner 233.708 (2013)
Die Moschée in Medina Baay
Die Moschée in Medina Baay
Straßenszene, rechts das Gebäude der Wirtschaftskammer

Kaolack [kaɔˈlak] ist die Hauptstadt der Region Kaolack im Senegal und hat über 200.000 Einwohner. Die Stadt liegt südöstlich der Hauptstadt Dakar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaolack liegt am rechten nördlichen Ufer und ca. 100 Kilometer vor der Mündung des Saloum-Flusses unweit von Kahone, der Hauptstadt des Königreiches der Saloum. Kahone war im frühen 16. Jahrhundert ein zentraler Marktplatz, der um einen heiligen Baum herum entstand. Im 17. und 18. Jahrhundert bestand der Ort aus einer Reihe von verschiedenen Nachbarstämmen, die um sich herum weites, offenes Feld hatten. Die langsam wachsende Bevölkerung wurde zunehmend muslimisch und die traditionelle Religion, die ihre Riten auf der gegenüberliegenden Insel Kouyong abhielt, verschwand.

Im frühen 19. Jahrhundert nahm der französische Einfluss auf die Gegend am Saloum-Fluss zu, als darum ging, Handelsgüter zu finden, die den traditionellen Sklavenhandel ersetzen konnten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde so im Saloum-Reich die Erdnuss-Produktion etabliert und Kaolack wurde der bevorzugte Standort für die Verarbeitung und Verschiffung von Erdnüssen und Erdnusserzeugnissen. So begann die Errichtung entsprechender Anlagen durch die Kolonialmacht, um die herum die Stadt Kaolack entstand.

Um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts wurde Kaolack ein wichtiges Zentrum des Tijaniyyah-Ordens und seit 1910 mit einer großen Außenstelle (Ribat) Leona.[1] Medina Mbàbba (Médina Mbaba auf französisch) auch „Medina I“ genannt, ist nach Baabakar Njaay benannt, dessen Spitzname „Mbàbba Njaay“ war. Er war Serer-Vorsteher des Dorfes, als dieses zu Kaolack eingemeindet wurde. Ein zweites Ribat öffnete in den frühen 1930ern in Medina Baye. Medina Baay (Médina Base auf französisch), auch „Medina II“ genannt liegt im Nordosten der Stadt. Dieser Tidschani-Orden wurde von Allaaji Abdulaay Ñas's Sohn, Ibrahim Baye Niass, gegründet. Seine Anhängerschaft versteht unter dem Wort „Baay“ „Vater“ (in Wolof). Im arabischen versteht man darunter „Die Stadt Baay“. Die Glaubensgemeinschaft von Medina Baye ist mittlerweile eine internationale Institution mit Dependancen in vielen Städten wie beispielsweise in Kano, Nigeria und Chicago, Illinois.

Die um 1911 herum gebaute Stichstrecke vom Hafen zur Bahnstrecke Dakar–Niger gab der Stadt einen Wachstumsschub: 1925 waren es noch 5.600, neun Jahre später bereits 44.000 Einwohner.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Volkszählungen ergaben für die Stadt jeweils folgende Einwohnerzahlen:

Jahr Einwohner
1988 150.961
2002 172.305
2013 233.708

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaolack ist das Zentrum der senegalesischen Erdnussindustrie. Das gewonnene Erdnussöl wird zu 90 % exportiert. Darüber hinaus ist es einer der wichtigsten Handelsplätze und Verkehrsdrehkreuz, insbesondere wegen seines Hafens.

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaolack gilt als eine der schmutzigsten Städte Afrikas: Auf den Straßen bleibt der Müll oft liegen und eine geregelte Müllentsorgung befindet sich erst im Aufbau. Abwasserkanäle sind überwiegend verstopft oder kaum mehr existent, das darin stehende Brackwasser ist eine starke Infektionsquelle für Malaria und Cholera Verschmutzung; die Trinkwasserversorgung hat sich jedoch deutlich verbessert. Die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch. Die Stadt ist umgeben von einem blauen Ring dunstigen Abfallgestankes, der von den sie umgebenden Mülldeponien herrührt. Insbesondere während der heißen und feuchten Monate der Regenzeit ist die Situation für Mensch und Tier schwer erträglich. Epidemien wie Malaria, Gelbfieber und Cholera brechen fast jährlich aus. Erst vor wenigen Jahren ging von hier eine Lepra-Welle aus, der viele Menschen zum Opfer fielen. Nur in den westlichen Stadtteilen ist die Situation ein wenig besser. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den anderen Stadtvierteln wie zum Beispiel Léona (seneganesisch: Lewna) schlimmste Umweltzustände herrschen.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1960er und 1970er Jahren gab es eine Städtepartnerschaft zwischen Kaolack und der deutschen Stadt Gelsenkirchen.[3]

Kaolack ist Sitz des Bistums Kaolack.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaolack
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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23
 
 
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34
23
 
 
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20
 
 
3
 
34
16
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kaolack
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 34,1 36,0 38,8 39,6 38,9 36,2 33,1 31,7 32,5 34,3 36,2 33,6 Ø 35,4
Min. Temperatur (°C) 15,8 17,2 18,3 19,2 21,5 23,3 24,0 23,6 23,3 23,1 20,0 16,4 Ø 20,5
Niederschlag (mm) 0 0 0 0 8 61 160 295 201 64 4 3 Σ 796
Sonnenstunden (h/d) 8,4 9,1 9,5 9,9 9,6 8,6 8,0 7,5 7,6 8,4 8,5 7,5 Ø 8,5
Regentage (d) 0 0 0 0 0 3 8 12 11 3 0 0 Σ 37
Luftfeuchtigkeit (%) 36 36 38 41 50 64 73 79 80 70 50 39 Ø 54,8
T
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17,2
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19,2
38,9
21,5
36,2
23,3
33,1
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31,7
23,6
32,5
23,3
34,3
23,1
36,2
20,0
33,6
16,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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3
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Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaolack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Léona : Le centre administratif de Kaolack
  2. http://www.senegalaisement.com/senegal/kaolack.php
  3. http://www.gelsenkirchener-geschichten.de/viewtopic.php?t=4271