Karl Eugen Dellenbusch

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Karl Eugen Dellenbusch (* 11. Oktober 1901 in Arnsberg; † 19. Oktober 1959 in Wuppertal) war ein nationalsozialistischer Politiker, SS-Brigadeführer und während der NS-Zeit als auch danach langjähriger Hauptvorsitzender des Sauerländischen Gebirgsvereins.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dellenbusch, dessen Vater Versicherungskaufmann war, besuchte von 1908 bis 1913 die Volksschule und danach bis zum Abitur 1922 das humanistische Gymnasium in seiner Heimatstadt. Er absolvierte anschließend ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften sowie der Volkswirtschaft und Philosophie bis 1926.[1] Nach dem Rechtsreferendariat trat er 1931 als Gerichtsassessor in den Staatsdienst ein. Ab 1931 war er zunächst als Richter am Amtsgericht und Landgericht in Arnsberg beschäftigt.[2]

Am 1. September 1932 wurde er Parteimitglied in der NSDAP (Mitgliedsnummer 1.316.229) und begann eine politische Karriere, die ihn bis zuletzt eng mit Josef Terboven verband. 1933 übernahm er als nationalsozialistischer „Vereinsführer“ den Hauptvorsitz des Sauerländischen Gebirgsvereins, den er noch über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus innehielt. Dort wirkte er im Sinne der Gleichschaltung und betrieb abschließend bis November 1933 den Austausch ihm nicht genehmer Vorstände der einzelnen Ortsabteilungen durch Parteigänger der NSDAP und deren Ideologie folgenden Vereinsmitglieder. In den Vereinsvorständen installierte er das Amt des Dietwarts.

Vom 1. September 1933 bis zum 1. Februar 1937 war er Vizepräsident des Regierungsbezirks Arnsberg, anschließend vom 1. Mai 1937 bis zum 1. Januar 1941 Vizepräsident des Regierungsbezirks Koblenz und hielt danach als Vizeoberpräsident der Rheinprovinz unter dem Oberpräsidenten Terboven bis 1945 kommissarisch das Amt des Koblenzer Regierungspräsidenten inne.

Am 1. Oktober 1939 trat er der SS (SS-Nr. 353.036) bei, wo er ab Ende Januar 1943 den Rang eines Brigadeführers innehatte. Zwischen dem 13. September 1939 und Mai 1945 war zudem ebenfalls kommissarisch Regierungspräsident des Regierungsbezirks Köln in Vertretung des abwesenden Eggert Reeder.

Als Terboven nach der Besetzung Norwegens am 24. April 1940 zum Reichskommissar in Oslo ernannt wurde, folgte ihm Dellenbusch nach Skandinavien und war dort trotz fehlender Kompetenz für Wirtschafts- und Finanzfragen zuständig. Er begründete dort die sogenannte Hauptabteilung Volkswirtschaft und unterlag in einem Machtkampf um Terbovenes Stellvertreterposten einem weiteren politischen Zöglings Terbovens, Hans Dellbrügge.[3]

Aufgrund einer Anzeige aus der Bevölkerung wurde Dellenbusch am 27. September 1945 in Arnsberg in der britischen Besatzungszone von der britischen Militärregierung verhaftet und zwei Jahre inhaftiert. Diese konnte ihm aber konkrete Kriegsverbrechen letztendlich nicht nachzuweisen. So wurde er im Dezember 1947 der Spruchkammer in Recklinghausen überstellt und schließlich zu 10.000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt, die als durch die lange Haft abgegolten erklärt wurde.[4] 1948 wurde er als Hauptvorsitzender des Sauerländischen Gebirgsvereins abgelöst, aber bereits 1954 wieder in das Amt gewählt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Dellenbusch als Rechtsanwalt in Wuppertal-Elberfeld, wo er auch 1959 verstarb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Cronau: Karl Eugen Dellenbusch „Führer“ des Sauerländischen Gebirgsvereins vor und SGV-Hauptvorsitzender nach 1945 In: SüdWestfalen Archiv 9/2009 : Landesgeschichte im ehemals kurkölnischen Herzogtum Westfalen und der Grafschaft Arnsberg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim Lilla: Leitende Verwaltungsbeamte und Funktionsträger in Westfalen und Lippe (1918–1945/46). Biographisches Handbuch., Münster 2004, S. 136
  2. Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945 (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 69). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 280.
  3. Robert Bohn: Reichskommissariat Norwegen: „Nationsozialistische Neuordnung“ und Kriegswirtschaft, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2000, ISBN 978-3-486-56488-4, S. 159f.
  4. Die Wiederbelebung des SGV nach 1945